Offener Brief gegen die Aufnahme der Broschüre Mythos#Israel1948


Offener Brief gegen die Aufnahme der Broschüre Mythos#Israel1948
Das Problem
Offener Brief an das Bezirksamt Neukölln und die Schulleiter*innen gegen die Aufnahme der Broschüre Mythos#Israel1948
Schule fürs Erinnern
*English after German
Als Eltern und Pädagog*innen in Berlin sind wir zutiefst besorgt über die Entscheidung des Neuköllner Bezirksamtes, eine Broschüre mit dem Titel “Mythos#Israel1948” in das Schulprogramm einzuführen. Das Dokument, das vom externen Verein “Masiyot” erstellt und publiziert wurde, behauptet, gängige Mythen über Israel-Palästina auszuräumen. In Wirklichkeit verbreitet dieser Verein eine gefährliche Art des Geschichtsrevisionismus. Die vorliegende Broschüre beansprucht ein falsches und einseitiges Narrativ, das die gewaltvollen Ereignisse von 1948 - die Nakba - verharmlost und Israel aus seiner Verantwortung für die anhaltende Vertreibung und Enteignung der Palästinenser*innen seit 1948 entläßt.
Der Krieg von 1948 und die Nakba sind wichtige und sensible Themen, welche die Familiengeschichte und Identität vieler Schüler*innen, insbesondere in Neukölln, aber auch in ganz Berlin, direkt betreffen. Wir begrüßen die Absicht, über diese wichtigen Themen aufzuklären, doch ihre Behandlung erfordert pädagogische Sorgfalt, akademische Professionalität und eine kritische Reflexion über Vorurteile und die Dynamik des Rassismus im deutschen Bildungssystem. Es ist undenkbar, dass das Bezirksamt ein vorgefertigtes Inhaltspaket von einer eindeutig revisionistischen Organisation wie "Masyiot" übernimmt, ohne ein breites Spektrum unabhängiger Pädagog*innen, einschließlich palästinensischer Akteur*innen, zu konsultieren und ihre Quellen einzubeziehen.
Wie der Name schon sagt, verfolgt "Masyiot" (hebräisch für "Lügengeschichten") das politische Ziel, die palästinensische Geschichte zu leugnen und dem Geschichtsrevisionismus eine Bühne zu geben, der versucht, die wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich anerkannte Sicht der Geschichte zu revidieren, und zwar sowohl auf der zionistischen als auch auf der palästinensischen Seite der politischen Landkarte. "Masyiot" löscht die palästinensische Erfahrung effektiv aus, indem es bestimmte historische Ereignisse auf eine Weise darstellt und interpretiert, die sich deutlich von der aktuellen Geschichtswissenschaft unterscheiden. Daher können sie nicht als zuverlässige oder unvoreingenommene Quelle für die Diskussion solcher Themen im Allgemeinen und erst recht nicht in Schulen angesehen werden, wo unsere beeinflussbaren Kinder und Jugendliche in einem sicheren Umfeld für kritisches Denken sensibilisiert werden sollen. Mit Ausnahme eines Mitglieds verfügen die Autoren des Dokuments über keine spezifischen akademischen oder pädagogischen Fachkenntnisse zum Thema des Krieges von 1948 oder der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts. Als Eltern und Lehrer*innen sind wir empört darüber, dass es einer solchen politischen Organisation erlaubt wird, die Bildung unserer Kinder zu vereinnahmen.
Eine ausführliche und tiefgreifende Diskussion über die akademischen Leistungen dieser Broschüre würde den Rahmen eines offenen Briefes sprengen, aber wir möchten eine Auswahl der vielen problematischen Punkte, die in diesem Dokument auftauchen, diskutieren. Die Broschüre enthält unvollständige, fragwürdige und verzerrte Darstellungen historischer Ereignisse und beschreibt die Vertreibung von 750.000 Palästinenser*nnen aus ihrer Heimat als unvermeidliche "Auswirkungen der Kampfhandlung" und "freiwillige Aussiedlung”, die durch "arabische Propaganda" und lediglich "einzelne Vorfälle" militärischer Vertreibung ausgelöst wurde. Diese Behauptung wurde bereits mehrfach widerlegt und ignoriert eine Vielzahl von Forschungsergebnissen, die die geplante und systematische Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung sowie zahlreiche Massaker, Massenexekutionen und andere Kriegsverbrechen der israelischen Streitkräfte belegen (siehe Rashid Khalidi, Benny Morris). Während die Situation der palästinensischen Flüchtlinge von 1948 erörtert wird, versäumt es das Dokument, die UN-Resolution 194(III) zu erwähnen, in der das palästinensische Recht auf Rückkehr und das Recht auf Entschädigung bekräftigt wird, sowie Israels anhaltende Verletzung dieser Resolution. Es unternimmt große Anstrengungen, um die israelische Besatzung und die illegalen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet (die gegen das Völkerrecht verstoßen) zu relativieren und zu entschuldigen, und behauptet schließlich, dass die Besatzung des Gazastreifens 2005 endete - entgegen einer langen Liste internationaler Institutionen (einschließlich der UN-Generalversammlung und der Europäischen Union), Organisationen und Rechtsexperten, die diese Behauptung widerlegen (für weitere Referenzen).
Schulen müssen Orte des Empowerments und des offenen Dialogs sein, an denen alle Schüler*innen ermutigt werden, ihre Identität, ihren Hintergrund und ihr Erbe ohne Angst vor Diskriminierung, Kriminalisierung oder Entmenschlichung auszudrücken und zu diskutieren. Alle Schüler*innen, unabhängig von ihrer Herkunft, verdienen wahrheitsgetreues und genaues historisches Wissen; dies gilt insbesondere für Bereiche der Geschichte, die die Familien und Lebenssituationen vieler Schüler*innen direkt betreffen. Die Indoktrinierung von Schüller*innen mit dieser falschen Version historischer Ereignisse, die familiäre Erfahrungen, Erinnerungen und Zeugnisse verleugnet, läuft darauf hinaus, unsere Kinder zum Schweigen zu bringen und zu gaslighten. Dies kann Schulen nur in Orte des Misstrauens, der Entfremdung und der Gewalt verwandeln. Darüber hinaus wird dieser Ansatz unsere Kinder nicht vor jeder Art von Rassismus, einschließlich Antisemitismus, schützen und die Spannungen zwischen arabischen und jüdischen Schüler*innen verschärfen, die ständig als Gegenspieler*innen im Kampf gegen Rassismus dargestellt werden. Jede pädagogische Anstrengung gegen Antisemitismus, Islamophobie und andere Formen von Rassismus muss mit gegenseitiger Anerkennung und Offenheit für die Perspektive des anderen beginnen. Jeder versöhnliche Dialog muss mit der Anerkennung von Ungerechtigkeiten, Fehlverhalten und Leid in der Vergangenheit und Gegenwart beginnen. Die Verwendung von Materialien, die Klassenzimmer zu Schlachtfeldern im sogenannten "Krieg der Narrative" machen, schadet dagegen allen Schüler*innen, den Schulen und der gesamten Gesellschaft in Neukölln.
Open letter to the Bezirksamt Neukölln and heads of Schools
Schule fürs Erinnern
As parents and educators in Berlin, we are deeply worried about the Neukölln Bezirksamt's decision to introduce a brochure titled "Mythos#Israel1948" to the schools' program. The document, produced and published by the external association "Masiyot," claims to dispel common myths about Israel-Palestine. In effect, this association promotes a vicious kind of historical revisionism. The brochure at hand claims a false and one-sided narrative that trivializes the violent events of 1948 - the Nakba - and exempts Israel from its responsibility for the ongoing displacement and dispossession of the Palestinians since 1948.
The 1948 war and the Nakba are important and sensitive issues that directly concern the familial history and identity of many pupils in Neukölln specifically, and in Berlin generally. While we welcome the intention to educate about these important subjects, their treatment requires pedagogical care, academic scruple, and a critical reflection upon prejudice and the dynamics of racism in the German education system. It is unthinkable that the Bezirksamt should accept a ready-made content package from a clearly revisionistic organization such as "Masyiot" without consulting and gathering resources from a wide range of independent educators, including Palestinian actors.
As their name indicates, "Masyiot" (Hebrew for "tall tales") has a political agenda of denying the Palestinian narrative, giving a stage to historical revisionism that attempts to revise the scientifically, politically, and socially acknowledged view of history, on both the Zionist and the Palestinian sides of the political map. "Masyiot" effectively erases the Palestinian experience by presenting and interpreting certain historical events in a significantly different way than accepted in current historical scholarship. Therefore, they cannot be considered a reliable or unbiased source for the discussion of such topics in general and more so in schools where our impressionable young children are supposed to be sensitized to critical thinking in a safe environment. With the partial exception of one member, the document's authors have no specific academic or pedagogical expertise on the subject of the 1948 war or the history of the Israeli-Palestinian conflict. As parents and teachers, we are outraged that such a political organization is allowed to hijack the education of our children.
A full and deep discussion on the academic merits of this brochure would overstretch the limitation of an open letter, but we would like to discuss a sample of the many problematic issues arising in this document. The brochure presents partial, questionable, and distorted versions of historical events and describes the displacement of 750,000 Palestinians from their homeland as an inevitable result of the “fighting activity" and "voluntary" evictions prompted by "Arabic Propaganda" and merely "individual incidents" of military expulsion. This claim has been refuted many a time and ignores a vast record of research documenting the planned and systematic expulsion of the Palestinian population, along with multiple incidents of massacre, mass executions, and other war crimes committed by the Israeli forces (see Rashid Khalidi, Benny Morris). While discussing the situation of the Palestinian refugees of 1948, the document fails to mention the UN resolution 194(III) affirming the Palestinian right of return and right for compensation, and Israel's ongoing violation of that decision. It goes to great lengths to relativize and excuse the Israeli occupation and the illegal settlement in the occupied territories (in violation of international law); and finally claims that the occupation of the Gaza Strip ended in 2005 - against a long list of international institutions (including the UN General Assembly and the European Union), organizations, and legal experts disproving this claim (for further references).
Schools must be places of empowerment and open dialogue, where all students are encouraged to express and discuss their identity, background, and heritage without fear of discrimination, criminalization, or dehumanization. All pupils, regardless of their background, deserve truthful and accurate historical knowledge; this is especially true for areas of history that directly affect the families and life situations of many pupils. Indoctrinating pupils in this false version of historical events that denies familial experiences, memories, and testimonies amounts to silencing and gaslighting our children. It can only turn schools into places of suspicion, alienation, and violence. Furthermore, this approach will not protect our children from any kind of racism, including antisemitism, and will exacerbate tensions between Arab and Jewish pupils, who are constantly constructed to be on opposite sides of the struggle against racism. Any educational effort against antisemitism, Islamophobia, and other forms of racism must start with mutual acknowledgment and openness toward the other's perspective. Any reconciliatory dialogue must begin with recognizing injustices, wrongdoings, and suffering in the past and present. By contrast, using materials that turn classrooms into battlefields in the so-called "war of narratives" endangers and harms all pupils, the schools, and the larger community of Neukölln.
15.002
Das Problem
Offener Brief an das Bezirksamt Neukölln und die Schulleiter*innen gegen die Aufnahme der Broschüre Mythos#Israel1948
Schule fürs Erinnern
*English after German
Als Eltern und Pädagog*innen in Berlin sind wir zutiefst besorgt über die Entscheidung des Neuköllner Bezirksamtes, eine Broschüre mit dem Titel “Mythos#Israel1948” in das Schulprogramm einzuführen. Das Dokument, das vom externen Verein “Masiyot” erstellt und publiziert wurde, behauptet, gängige Mythen über Israel-Palästina auszuräumen. In Wirklichkeit verbreitet dieser Verein eine gefährliche Art des Geschichtsrevisionismus. Die vorliegende Broschüre beansprucht ein falsches und einseitiges Narrativ, das die gewaltvollen Ereignisse von 1948 - die Nakba - verharmlost und Israel aus seiner Verantwortung für die anhaltende Vertreibung und Enteignung der Palästinenser*innen seit 1948 entläßt.
Der Krieg von 1948 und die Nakba sind wichtige und sensible Themen, welche die Familiengeschichte und Identität vieler Schüler*innen, insbesondere in Neukölln, aber auch in ganz Berlin, direkt betreffen. Wir begrüßen die Absicht, über diese wichtigen Themen aufzuklären, doch ihre Behandlung erfordert pädagogische Sorgfalt, akademische Professionalität und eine kritische Reflexion über Vorurteile und die Dynamik des Rassismus im deutschen Bildungssystem. Es ist undenkbar, dass das Bezirksamt ein vorgefertigtes Inhaltspaket von einer eindeutig revisionistischen Organisation wie "Masyiot" übernimmt, ohne ein breites Spektrum unabhängiger Pädagog*innen, einschließlich palästinensischer Akteur*innen, zu konsultieren und ihre Quellen einzubeziehen.
Wie der Name schon sagt, verfolgt "Masyiot" (hebräisch für "Lügengeschichten") das politische Ziel, die palästinensische Geschichte zu leugnen und dem Geschichtsrevisionismus eine Bühne zu geben, der versucht, die wissenschaftlich, politisch und gesellschaftlich anerkannte Sicht der Geschichte zu revidieren, und zwar sowohl auf der zionistischen als auch auf der palästinensischen Seite der politischen Landkarte. "Masyiot" löscht die palästinensische Erfahrung effektiv aus, indem es bestimmte historische Ereignisse auf eine Weise darstellt und interpretiert, die sich deutlich von der aktuellen Geschichtswissenschaft unterscheiden. Daher können sie nicht als zuverlässige oder unvoreingenommene Quelle für die Diskussion solcher Themen im Allgemeinen und erst recht nicht in Schulen angesehen werden, wo unsere beeinflussbaren Kinder und Jugendliche in einem sicheren Umfeld für kritisches Denken sensibilisiert werden sollen. Mit Ausnahme eines Mitglieds verfügen die Autoren des Dokuments über keine spezifischen akademischen oder pädagogischen Fachkenntnisse zum Thema des Krieges von 1948 oder der Geschichte des israelisch-palästinensischen Konflikts. Als Eltern und Lehrer*innen sind wir empört darüber, dass es einer solchen politischen Organisation erlaubt wird, die Bildung unserer Kinder zu vereinnahmen.
Eine ausführliche und tiefgreifende Diskussion über die akademischen Leistungen dieser Broschüre würde den Rahmen eines offenen Briefes sprengen, aber wir möchten eine Auswahl der vielen problematischen Punkte, die in diesem Dokument auftauchen, diskutieren. Die Broschüre enthält unvollständige, fragwürdige und verzerrte Darstellungen historischer Ereignisse und beschreibt die Vertreibung von 750.000 Palästinenser*nnen aus ihrer Heimat als unvermeidliche "Auswirkungen der Kampfhandlung" und "freiwillige Aussiedlung”, die durch "arabische Propaganda" und lediglich "einzelne Vorfälle" militärischer Vertreibung ausgelöst wurde. Diese Behauptung wurde bereits mehrfach widerlegt und ignoriert eine Vielzahl von Forschungsergebnissen, die die geplante und systematische Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung sowie zahlreiche Massaker, Massenexekutionen und andere Kriegsverbrechen der israelischen Streitkräfte belegen (siehe Rashid Khalidi, Benny Morris). Während die Situation der palästinensischen Flüchtlinge von 1948 erörtert wird, versäumt es das Dokument, die UN-Resolution 194(III) zu erwähnen, in der das palästinensische Recht auf Rückkehr und das Recht auf Entschädigung bekräftigt wird, sowie Israels anhaltende Verletzung dieser Resolution. Es unternimmt große Anstrengungen, um die israelische Besatzung und die illegalen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet (die gegen das Völkerrecht verstoßen) zu relativieren und zu entschuldigen, und behauptet schließlich, dass die Besatzung des Gazastreifens 2005 endete - entgegen einer langen Liste internationaler Institutionen (einschließlich der UN-Generalversammlung und der Europäischen Union), Organisationen und Rechtsexperten, die diese Behauptung widerlegen (für weitere Referenzen).
Schulen müssen Orte des Empowerments und des offenen Dialogs sein, an denen alle Schüler*innen ermutigt werden, ihre Identität, ihren Hintergrund und ihr Erbe ohne Angst vor Diskriminierung, Kriminalisierung oder Entmenschlichung auszudrücken und zu diskutieren. Alle Schüler*innen, unabhängig von ihrer Herkunft, verdienen wahrheitsgetreues und genaues historisches Wissen; dies gilt insbesondere für Bereiche der Geschichte, die die Familien und Lebenssituationen vieler Schüler*innen direkt betreffen. Die Indoktrinierung von Schüller*innen mit dieser falschen Version historischer Ereignisse, die familiäre Erfahrungen, Erinnerungen und Zeugnisse verleugnet, läuft darauf hinaus, unsere Kinder zum Schweigen zu bringen und zu gaslighten. Dies kann Schulen nur in Orte des Misstrauens, der Entfremdung und der Gewalt verwandeln. Darüber hinaus wird dieser Ansatz unsere Kinder nicht vor jeder Art von Rassismus, einschließlich Antisemitismus, schützen und die Spannungen zwischen arabischen und jüdischen Schüler*innen verschärfen, die ständig als Gegenspieler*innen im Kampf gegen Rassismus dargestellt werden. Jede pädagogische Anstrengung gegen Antisemitismus, Islamophobie und andere Formen von Rassismus muss mit gegenseitiger Anerkennung und Offenheit für die Perspektive des anderen beginnen. Jeder versöhnliche Dialog muss mit der Anerkennung von Ungerechtigkeiten, Fehlverhalten und Leid in der Vergangenheit und Gegenwart beginnen. Die Verwendung von Materialien, die Klassenzimmer zu Schlachtfeldern im sogenannten "Krieg der Narrative" machen, schadet dagegen allen Schüler*innen, den Schulen und der gesamten Gesellschaft in Neukölln.
Open letter to the Bezirksamt Neukölln and heads of Schools
Schule fürs Erinnern
As parents and educators in Berlin, we are deeply worried about the Neukölln Bezirksamt's decision to introduce a brochure titled "Mythos#Israel1948" to the schools' program. The document, produced and published by the external association "Masiyot," claims to dispel common myths about Israel-Palestine. In effect, this association promotes a vicious kind of historical revisionism. The brochure at hand claims a false and one-sided narrative that trivializes the violent events of 1948 - the Nakba - and exempts Israel from its responsibility for the ongoing displacement and dispossession of the Palestinians since 1948.
The 1948 war and the Nakba are important and sensitive issues that directly concern the familial history and identity of many pupils in Neukölln specifically, and in Berlin generally. While we welcome the intention to educate about these important subjects, their treatment requires pedagogical care, academic scruple, and a critical reflection upon prejudice and the dynamics of racism in the German education system. It is unthinkable that the Bezirksamt should accept a ready-made content package from a clearly revisionistic organization such as "Masyiot" without consulting and gathering resources from a wide range of independent educators, including Palestinian actors.
As their name indicates, "Masyiot" (Hebrew for "tall tales") has a political agenda of denying the Palestinian narrative, giving a stage to historical revisionism that attempts to revise the scientifically, politically, and socially acknowledged view of history, on both the Zionist and the Palestinian sides of the political map. "Masyiot" effectively erases the Palestinian experience by presenting and interpreting certain historical events in a significantly different way than accepted in current historical scholarship. Therefore, they cannot be considered a reliable or unbiased source for the discussion of such topics in general and more so in schools where our impressionable young children are supposed to be sensitized to critical thinking in a safe environment. With the partial exception of one member, the document's authors have no specific academic or pedagogical expertise on the subject of the 1948 war or the history of the Israeli-Palestinian conflict. As parents and teachers, we are outraged that such a political organization is allowed to hijack the education of our children.
A full and deep discussion on the academic merits of this brochure would overstretch the limitation of an open letter, but we would like to discuss a sample of the many problematic issues arising in this document. The brochure presents partial, questionable, and distorted versions of historical events and describes the displacement of 750,000 Palestinians from their homeland as an inevitable result of the “fighting activity" and "voluntary" evictions prompted by "Arabic Propaganda" and merely "individual incidents" of military expulsion. This claim has been refuted many a time and ignores a vast record of research documenting the planned and systematic expulsion of the Palestinian population, along with multiple incidents of massacre, mass executions, and other war crimes committed by the Israeli forces (see Rashid Khalidi, Benny Morris). While discussing the situation of the Palestinian refugees of 1948, the document fails to mention the UN resolution 194(III) affirming the Palestinian right of return and right for compensation, and Israel's ongoing violation of that decision. It goes to great lengths to relativize and excuse the Israeli occupation and the illegal settlement in the occupied territories (in violation of international law); and finally claims that the occupation of the Gaza Strip ended in 2005 - against a long list of international institutions (including the UN General Assembly and the European Union), organizations, and legal experts disproving this claim (for further references).
Schools must be places of empowerment and open dialogue, where all students are encouraged to express and discuss their identity, background, and heritage without fear of discrimination, criminalization, or dehumanization. All pupils, regardless of their background, deserve truthful and accurate historical knowledge; this is especially true for areas of history that directly affect the families and life situations of many pupils. Indoctrinating pupils in this false version of historical events that denies familial experiences, memories, and testimonies amounts to silencing and gaslighting our children. It can only turn schools into places of suspicion, alienation, and violence. Furthermore, this approach will not protect our children from any kind of racism, including antisemitism, and will exacerbate tensions between Arab and Jewish pupils, who are constantly constructed to be on opposite sides of the struggle against racism. Any educational effort against antisemitism, Islamophobia, and other forms of racism must start with mutual acknowledgment and openness toward the other's perspective. Any reconciliatory dialogue must begin with recognizing injustices, wrongdoings, and suffering in the past and present. By contrast, using materials that turn classrooms into battlefields in the so-called "war of narratives" endangers and harms all pupils, the schools, and the larger community of Neukölln.
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Petition am 1. März 2024 erstellt