Keine Waldrodung zwischen Rieselfeld und Dietenbach/ Klima + Naturschutz statt Kahlschlag!

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„Green City“ Freiburg will im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Dietenbach rund 50.000 Quadratmeter wertvollen Wald roden und dabei mehr als 3.700 Bäume fällen, die zum Teil jahrhundertealt sind. Erstaunlich: Die Rodung zwischen dem Stadtteil Rieselfeld und dem Dietenbachareal soll größtenteils gar nicht für den Bau von Wohnungen geschehen.

 

Wir rufen Freiburgs Oberbürgermeister Herrn Martin Horn und den Freiburger Gemeinderat als politisch Verantwortliche auf:

VERHINDERN SIE DIESEN KAHLSCHLAG!

Diese wertvollen Waldflächen müssen unangetastet bleiben und unter Schutz gestellt werden!

 

Begründung

In Zeiten von Klimanotstand und Artenschwund ist eine Vernichtung von Wald und Natur nicht zu rechtfertigen.

Wald ist einer der wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel.
Die Stadt Freiburg selbst beschreibt die wichtigsten Waldfunktionen vorbildlich:

        [Der Wald ist] "Mehr als nur die Summe der Bäume…
        Der Wald ist das 'grüne Kapital' unserer Stadt. Denn ...
        ... unser Wald schützt den Boden
        ... unser Wald speichert Wasser

        ... unser Wald ist Erholungsraum
        ... unser Wald schützt die Natur
        ... unser Wald prägt das Landschaftsbild
        ... unser Wald reinigt die Luft
            Eine Buche produziert pro Jahr 4,6 t Sauerstoff und
            verarbeitet 6,3 t Kohlendioxid. Staub und Gifte
            werden herausgefiltert. Als Temperaturpuffer mildert
            der Wald Hitze und Frost. Er bringt Feuchtigkeit,
            wohltuende Kühle und reine Luft. Der Wald ist
            die 'grüne Lunge' unserer Stadt."

Die Stadt Freiburg versprach im 3. Freiburger Nachhaltigkeitsbericht 2018 u. a. im Nachhaltigkeitsziel 3.3: „Bis 2030 sind der Artenschutz und die Erhaltung der natürlichen und naturnahen Lebensräume sichergestellt.“

Leider klaffen Absichtserklärungen und Praxis in Freiburg oft auseinander: So kommen im Freiburger Klimaschutzkonzept 2019 (36 Seiten) die Wörter „Wald“ und „Baum“ kein einziges Mal vor.

Rodungen des wertvollen Waldes zwischen Rieselfeld und Dietenbach würden reichhaltige Lebensräume für Pflanzen und Tiere unersetzlich zerstören:
        a) artenreicher Laubmischwald mit Bäumen in allen
            Wachstumsstadien, wichtigen Waldsäumen
            (2.500 m lang), reichhaltigem Unterholz mit kleinen
            und großen Sträuchern sowie „Urwald-Dickicht“
        b) artenreiche Vogelfauna mit mehr als 47 Vogelarten
            (davon 27 Brutvogelarten)
        c) zahlreiche streng geschützte Fledermausarten
        d) Käfer und andere Insekten, darunter der stark
            gefährdete Hirschkäfer

Des Weiteren sind diese Waldflächen in der Waldfunktionskartierung Baden-Württemberg als Erholungswald Stufe 1, als Immissionsschutzwald, als Klimaschutzwald und als sonstiger Wasserschutzwald ausgewiesen.

Mit der Waldrodung im Dietenbachareal wären Klimafunktion und Regulierung des Wasserhaushalts auf Dauer gestört. Der natürliche Boden mit seiner CO2‑Speicherfähigkeit wäre für immer verschwunden.

Auch das Regierungspräsidium Freiburg will das betroffene Langmattenwäldchen erhalten[1].

Der Verlust dieser Waldflächen würde das Klima in Freiburg insbesondere in angrenzenden Stadtteilen wie Rieselfeld, Betzenhausen und Lehen verschlechtern.

Fünf Hektar Wald roden und dabei mehr als 3.700 Bäume fällen, das ist kein Natur- und Klimaschutz!

                          Global denken, lokal handeln –
                          tun wir es hier und jetzt!

 

Fotogalerie und weitere ausführliche Dokumentationen zum Thema:
https://dietenbach-ist-ueberall.de/

[1] Anlage 2 zur DRUCKSACHE G-18/114 – „Strategische Umweltprüfung (SUP) zur Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) Dietenbach“ – S. 367-372 (164-169)