Verbot von privatem Feuerwerk in Darmstadt – für ein friedliches Silvester!

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Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe, die bereits einen formalen Antrag auf Verbot von Silvester-Böllern gestellt hat, will ich eine Petition zum Verbot von privatem Feuerwerk starten.

Feuerwerk verursacht von Anfang (Risiken und Unfälle in der Produktion) bis zum Ende (wenn es knallt) Gefahr und Leid. In einer Nacht wird mindestens soviel Feinstaub dadurch verursacht wie ein weiterer Monat im Jahr. Jedes Jahr werden durch Feuerwerk viele Menschen verletzt, Folgen sind nicht selten bleibende Behinderungen oder gar Todesfälle. Zahlreiche Brände werden durch Feuerwerk verursacht, die erheblichen Gesundheitsgefahren durch den anhaltenden Lärm kommen hinzu. Ohne dass es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt.

Wir wohnen an dem kleinen Naturschutzgebiet Kernesbellen-Lerchenberg. Ein Paradies für ganz besondere Pflanzen und Tiere (Fledermäuse und Rehe, viele verschiedene Vögel wie Hausrotschwänze, Buntspechte, Falken, und auch Füchse, Igel, Wildschweine, Eichhörnchen) und für Menschen. Ohne Rücksicht auf dieses besondere Geschenk der Natur wird alljährlich der Natur, der Umwelt und den Mitmenschen selbst enormen Schaden durch Silvesterfeuerwerk zugefügt. Hinweisschilder auf das Naturschutzgebiet helfen überhaupt nicht. Der Jahreswechsel 2018/2019 war bisher der Schlimmste: wie aus Stalinorgeln und Flakgeschütz im Krieg donnerte es direkt nebenan bis 2.30 Uhr morgens, auch im Naturschutzgebiet selbst. Unser Hund hat verzweifelt versucht, sich durch die Badfliesen in Sicherheit zu graben, nicht nur er hat über Stunden am ganzen Körper gezittert. Es war genauso für uns anhaltender und unglaublicher Stress. Ebenso geht es Wildtieren, Haustieren und Nutztieren, manche laufen in Panik davon und verursachen Unfälle im Straßenverkehr, sterben dabei oder weil sie nicht zurückfinden. Die Wildtiere des Naturschutzgebietes Kernesbellen-Lerchenberg sind davon betroffen, denn das Naturschutzgebiet ist an 3 Seiten durch Bebauung und von der 4. Seite durch eine Umgehungsstraße eingeschlossen. Die Tiere können sich in dem kleinen Gebiet nicht in Sicherheit bringen. Es ist mir nicht bekannt, wie viele Tiere durch den Schock und Lärm sterben.

Jedes Jahr nimmt die Silvester Knallerei zu, spätestens 4 Tage vor Silvester und bis 10 Tage danach werden immer wieder tagsüber und nachts Feuerwerkskörper auch hier im Naturschutzgebiet selbst gezündet. Wahrscheinlich, weil dort weniger Menschen sind und die Täter kaum Entdeckung fürchten müssen. Mit unserem Hund spazieren zu gehen wird in dieser Zeit fast unmöglich, vor Angst will er den hintersten Winkel des Hauses kaum verlassen.

Einzelne Hintergründe:

1. Die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht wird aufgrund der Feuerwerke um das bis zu 30-fache des Erlaubten überschritten. Im Klartext: in der Silvesternacht wird etwa 16 Prozent der gesamten im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge innerhalb eines Jahres ausgestoßen. Dies ist auch für die Bürger durch immer dichter werdenden Nebel zu erkennen, der das Bestaunen der durch die Raketen hervorgerufenen Lichtspiele mancherorts gar nicht mehr zulässt. Dies hat auch schon 2016 Diplomchemiker Rudolf Schierl in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bewiesen.
2. Jedes Jahr entlaufen und sterben Haustiere durch massenhaftes Abfeuern von sogenannten "Böllern". Da sich an die geltenden Gesetze nicht gehalten wird (Abfeuern nur am 31.12. und 01.01. erlaubt), ist es für viele Tierhalter tagelang ein Spießrutenlauf. Ganz zu schweigen von den Wildtieren, die durch die Knallerei in Panik geraten und auch teilweise schwere Unfälle verursachen. Auch die ohnehin schon stark schwindenden Vogelbestände werden durch Feuerwerke gefährdet. Siehe dazu z.B. die Vorfälle in Arkansas (USA), als im Jahr 2011 in der Silvesternacht mehr als 3000 Vögel tot vom Himmel fielen.
3. Die hohen Mengen an Müll, die jedes Jahr nach den Silvesterfeuerwerken auf unseren Straßen liegen bleiben und von den Kommunen weggeräumt werden müssen. Wäre dies noch vertretbar, gilt dies nicht für den Müll, der auf Privatgrundstücken oder Wasserflächen landet und diese vergiftet.
4. Die Unfallgefahr, die jedes Jahr durch schwere Verletzungen und leider auch tragische Todesfälle aufgrund unsachgemäßen Gebrauchs von Feuerwerken aufs Neue bestätigt wird. Wenn man sich den hohen Alkoholkonsum bei den Feiern vor Auge hält, ist es eigentlich schon fast ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert. Vor allem Jugendliche und Kinder werden Opfer der Feuerwerkskörper. Hier einige Beispiele vom Jahreswechsel 2016/ 2017:
- eine Siebenjährige wurde bei Hannover verletzt, als ein 14-jähriges Mädchen ihr einen Feuerwerkskörper in den Ausschnitt steckte, wo dieser dann auch explodierte
- eine Vierjährige wurde in Bremen von einer Gruppe Jugendlicher mit Böllern beworfen
- einem Neunjährigen wurden in Köln zwei Finger abgerissen, als er auf einem Spielplatz vermeintliche Blindgänger aufhob
- alleine in Berlin gab es in der Silvesternacht 14 Schwerverletzte durch Feuerwerkskörper.
5. Belastungen der Steuerzahler durch Schäden in zweistelliger Millionenhöhe jedes Jahr. Hervorgerufen durch Brände, Sachbeschädigungen, Verletzungen und Vorsätzlichkeiten wie das Zünden von Feuerwerkskörpern in Containern und Briefkästen.
6. Ohne Rücksicht auf die Umwelt, Tiere und andere Menschen (z.B. Demenzkranke) wird vor und nach der erlaubten Zeit Feuerwerk abgebrannt und auch die Sicherheitszonen um Krankenhäuser, Altenheime, landwirtschaftliche Nutzflächen wird trotz angedrohter Geldbußen bis zu 50.000€ ignoriert.
7. Auch letztes Jahr wurden diese „Kleinsprengstoffe“ gezielt zur Körperverletzung an Menschen (unter anderem Polizisten und Rettungskräften) und Tieren verwendet. Allein dies sollte Grund genug für das Verbot sein! Dass einige der Täter alkoholisiert waren, spielt keinerlei Rolle, denn dies ist im Vorfeld bereits klar.


Da sich diese Punkte in den letzten Jahren immer weiter verstärkt haben, bitten wir Sie den Beispielen vieler Städte in Frankreich, Dänemark, Luxemburg, Holland zu folgen und ein generelles Verbot für Privatpersonen auszusprechen.

Das Elend muss sich ändern!

Viele Menschen denken genauso und unterstützen meine Petition.

Die Stadt Darmstadt könnte ebenfalls – wie schon andere Städte in Deutschland, z.B. Landshut – auf Feuerwerk verzichten. Eine Laser- und/oder Lichtshow mit Musik an ausgewählten Orten wäre eine Alternative, um den Jahreswechsel zu feiern.

Mit besten Wünschen für eine friedliche Zukunft für alle,

Kirsten Preß und die Deutsche Umwelthilfe e.V.