Verbot von privatem Feuerwerk in Leipzig

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Jedes Jahr muss ich zu Silvester und Neujahr aufs Neue feststellen, dass es mit dem privaten Silvesterfeuerwerk so nicht mehr weitergehen kann: Überall zünden Mitbürger*innen lautes und gefährliches Feuerwerk und lassen ihren Müll liegen. Wochenlang danach sieht es in unseren Straßen furchtbar aus. Hinzu kommen noch die hohe Umweltbelastung, die Gefahr für Leib und Leben und die unbestreitbare Lärmbelästigung. Daher fordere ich von unserem Oberbürgermeister Burkhard Jung mit eurer Unterstützung ein Verbot von privater Silvester-Böllerei in Leipzig!

Ich bin Mutter von drei Kindern und habe jedes Jahr aufs Neue zu Silvester das Problem diese zu beruhigen und vor allem dafür zu sorgen, dass sie ihren benötigten Schlaf bekommen. In der Silvesternacht gehen wir nicht raus, da die Luftverschmutzung unerträglich ist und am Neujahrsmorgen ist es meistens noch so stickig, dass wir nicht einmal lüften können. Dabei gibt es mittlerweile so viele Alternativen, bei der nicht sinnlos Feinstaub in die Luft geblasen werden muss. Eine Licht-und Lasershow kann ich mir sehr gut vorstellen. Familien können an so einer Veranstaltung beruhigt teilnehmen, ohne dass man Sorge haben muss, dass eines der Kinder oder man selbst von einem herrenlosen Knallkörper getroffen wird.

Außerdem plagt mich ständig die Sorge, dass sich eine Rakete in unserem Dachstuhl verfängt und das Mehrfamilienhaus, in dem wir zu fünft unter dem Dach wohnen, Feuer fängt. Deshalb habe ich beschlossen zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe e.V. diese Petition zu starten. Ich erhoffe mir mit dieser Petition eine hohe Reichweite zu erhalten, um das Verbot für Leipzig zu erwirken. Deshalb unterschreibt JETZT diese Petition!

Ich zähle auf eure Unterstützung

Eure Doreen Vetter und die Deutsche Umwelthilfe e.V.

PS.:

Zu den Gründen:

1. Die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht wird aufgrund der Feuerwerke um das bis zu 30-fache des Erlaubten überschritten. Im Klartext: in der Silvesternacht wird etwa 16 Prozent der gesamten im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge innerhalb eines Jahres ausgestoßen. Dies ist auch für die Bürger durch immer dichter werdenden Nebel zu erkennen, der das Bestaunen der durch die Raketen hervorgerufenen Lichtspiele mancherorts gar nicht mehr zulässt. Dies hat auch schon 2016 Diplomchemiker Rudolf Schierl in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bewiesen.

2. Jedes Jahr entlaufen und sterben Haustiere durch massenhaftes Abfeuern von sogenannten "Böllern". Da sich an die geltenden Gesetze nicht gehalten wird (Abfeuern nur am 31.12. und 01.01. erlaubt), ist es für viele Tierhalter tagelang ein Spießrutenlauf. Ganz zu schweigen von den Wildtieren, die durch die Knallerei in Panik geraten und auch teilweise schwere Unfälle verursachen. Auch die ohnehin schon stark schwindenden Vogelbestände werden durch Feuerwerke gefährdet. Siehe dazu z.B. die Vorfälle in Arkansas (USA), als im Jahr 2011 in der Silvesternacht mehr als 3000 Vögel tot vom Himmel fielen.

3. Die hohen Mengen an Müll, die jedes Jahr nach den Silvesterfeuerwerken auf unseren Straßen liegen bleiben und von den Kommunen weggeräumt werden müssen. Wäre dies noch vertretbar, gilt dies nicht für den Müll, der auf Privatgrundstücken oder Wasserflächen landet und diese vergiftet.

4. Die Unfallgefahr, die jedes Jahr durch schwere Verletzungen und leider auch tragische Todesfälle aufgrund unsachgemäßen Gebrauchs von Feuerwerken aufs Neue bestätigt wird. Wenn man sich den hohen Alkoholkonsum bei den Feiern vor Auge hält, ist es eigentlich schon fast ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert. Vor allem Jugendliche und Kinder werden Opfer der Feuerwerkskörper. Hier einige Beispiele vom Jahreswechsel 2016/ 2017:

  • eine Siebenjährige wurde bei Hannover verletzt, als ein 14-jähriges Mädchen ihr einen Feuerwerkskörper in den Ausschnitt steckte, wo dieser dann auch explodierte
  • eine Vierjährige wurde in Bremen von einer Gruppe Jugendlicher mit Böllern beworfen
  • einem Neunjährigen wurden in Köln zwei Finger abgerissen, als er auf einem Spielplatz vermeintliche Blindgänger aufhob
  • alleine in Berlin gab es in der Silvesternacht 14 Schwerverletzte durch Feuerwerkskörper.

5. Belastungen der Steuerzahler durch Schäden in zweistelliger Millionenhöhe jedes Jahr. Hervorgerufen durch Brände, Sachbeschädigungen, Verletzungen und Vorsätzlichkeiten wie das Zünden von Feuerwerkskörpern in Containern und Briefkästen.

6. Ohne Rücksicht auf die Umwelt, Tiere und andere Menschen (z.B. Demenzkranke) wird vor und nach der erlaubten Zeit Feuerwerk abgebrannt und auch die Sicherheitszonen um Krankenhäuser, Altenheime, landwirtschaftliche Nutzflächen wird trotz angedrohter Geldbußen bis zu 50.000€ ignoriert.

7. Auch letztes Jahr wurden diese „Kleinsprengstoffe“ gezielt zur Körperverletzung an Menschen (unter anderem Polizisten und Rettungskräften) und Tieren verwendet. Allein dies sollte Grund genug für das Verbot sein! Dass einige der Täter alkoholisiert waren, spielt keinerlei Rolle, denn dies ist im Vorfeld bereits klar.