Mise à jour sur la pétitionKreisverkehre (auch an der sog. 5-fach-Kreuzung) für Ravensburg u.a. (siehe Text)Kreisel versus Ampelkreuzung: Fakten - Infos - Tipps

Stefan Weinert
17 mai 2018
Kreisel versus Ampelkreuzung
Fakten - Infos - Tipps
Eine vierarmige Kreuzung hat 32 mögliche Konfliktpunkte, ein Kreisel an selber Stelle jedoch nur acht. Das führt dazu, dass ein Kreisel weit weniger Verkehrsunfälle generiert, als eine Kreuzung mit Ampelregelung. Und das nicht nur inner Orts, sondern auch in der Fläche. Im Landkreis Oberallgäu-Nord (Sulzberg) konnte so durch einen Kreisverkehr auf einer Bundesstraße innerhalb von drei Jahren die Zahl der Unfälle von 14 auf null reduziert werden.
Nachdem in den 1960er und 70er Jahren viele Kreisverkehre in Ampelkreuzungen umgebaut wurden, ist der Trend seit cirka 15 Jahren gegenteilig. Vor allem Frankreich, Schweden, die Niederlande und Großbritannien favorisieren mehr und mehr den "Roundabout". Die niedrigen Unfallzahlen dort haben auch die Verkehrsplaner in Deutschland registriert und zum Umdenken gebracht.In Deutschland sind in Sachen Kreisverkehr die Städte Hamburg und Stade (Elbe) führend. Im Stadtgebiet Hamburg gab es im April 2011 genau 33 Kreisel. 2014 waren es schon derer 43. Und Hamburg ist nun wirklich nicht Provinz, das weiß, wer schon einmal werktags mitten durch Hamburg gefahren ist - aber es funktioniert.
Ein herkömmlicher Kreisel hat einen Durchmesser von 26 Metern. Er gilt als der sicherste. Er wird einspurig befahren, und hat eine fest eingefasste Kreisinsel, die meist mit Sträuchern bepflanzt ist. Dies hat nicht nur optische Gründe, sondern soll vor allem die Sichtachse der Autofahrer zur gegenüberliegenden Ausfahrt unterbrechen. Die kleineren Kreisel bewegen sich zwischen 13 und 22 Metern Durchmesser und haben eine für Busse und LKW erlaubt überfahrbare flache Mitte und erfreuen sich mehr und mehr der Beliebtheit. Dennoch bleibt ein Unfallrisiko. Die Geschwindigkeit der Autos im Kreisel liegt bei cirka 25 km/h - bleibt aber flüssig.
Die Schwachpunkte von Kreisverkehren sind Fußgänger und Radfahrer. Vor allem die Zweiräder können beim Abbiegen übersehen werden. Es ist daher ratsam, in Kreiseln keine gesonderten Spuren für Fahrradfahrer auszuweisen, sondern es wird empfohlen, einen „Mischverkehr“ zu installieren. Hierbei ist erwiesenermaßen die gegenseitige Aufmerksamkeit immer noch am höchsten. Es empfiehlt sich alternativ, das Rad über den Zebrastreifen zu schieben, der möglichst fünf Meter von der Kreiselzufahrt entfernt liegen sollte.
Vorfahrt beim Kreisel hat der Verkehr auf der Kreisfahrbahn; rechts vor links gilt hier nicht. In der Regel ist ein Kreisverkehr hierzu auch mit den Verkehrszeichen „Kreisverkehr“ (drei weiße Pfeile auf blauem Grund) und „Vorfahrt beachten“ beschildert. Bei der Einfahrt in den Kreisverkehr darf nicht geblinkt werden, beim Herausfahren hingegen muss der Blinker gesetzt werden.
Billig sind Kreisverkehre für die Städte und Gemeinden nicht. Dafür entfallen aber bei einem Kreisel die laufenden Betriebskosten wie Strom und Wartung für die Ampeln. Außerdem haben die Kommunen die Möglichkeit, den Bau eines Kreisels von ihrem Bundesland fördern zu lassen.
Wenn also eine Millionenstadt wie Hamburg (2017: 1,8 Millionen E.), durch die gewiss 40 bis 50 x mehr Autos fahren als durch Ravensburg, mit Kreisverkehren besser klarkommt als mit Ampeln, wieso soll das nicht auch eine praktikable und für die Bürger Ravensburgs und die täglichen 40.000 Pendler vor allem sicherere Lösung sein? Diese Fakten und Infos sollten in die Überlegungen zum Thema "Straßenverkehr" mit einbezogen werden..
Stefan Weinert
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