署名活動についてのお知らせ#NoFracking: Keine neuen Terminals für Klimakiller-Gas!Was wissen Erdgas-Unternehmen wirklich über ihre Emissionen? Wir haben nachgefragt!
Lilli und Gustav und die Deutsche Umwelthilfe (DUH)
2021/03/18

Liebe Unterstützer*innen,

im September haben wir große Player der europäischen Erdgas-Industrie zu ihren Methan-Emissionen befragt. Wir wollten wissen: Werden sie ihrer Produktverantwortung gerecht? Das Ergebnis liegt jetzt vorund ist ernüchternd. Trotz vieler Lippenbekenntnisse ignorieren die Firmen die Methan-Emissionen in ihrer Lieferkette größtenteils und können keinen klaren Plan für einen Erdgas-Ausstieg vorlegen. Unterstützt uns, damit wir weiterhin Druck machen können!

Fragt man die Unternehmen der fossilen Gasindustrie, wie es bei ihnen um das Thema Nachhaltigkeit steht, hört man ja immer nur Positives. Die Firmen hätten das mit der Klimakatastrophe jetzt auch verstanden und befänden sich auf einem guten Weg, um ihre Emissionen entsprechend der Klimaschutzziele zu senken. Kein Grund zur Sorge also, glaubt man der Erdgas-Lobby selber.

Wir wollten es genauer wissen und haben zusammen mit urgewald im September einen Fragebogen an 19 große Firmen aus dem fossilen Erdgasgeschäft gesendet. Die Ergebnisse, die wir gestern veröffentlicht haben, sind leider wie erwartet lange nicht so rosig wie die Selbstdarstellung der Unternehmen. Viele Firmen betrachten lediglich ihre eigenen Emissionen und lassen solche, die in ihrer Lieferkette entstehen, noch viel zu oft außen vor. Zudem haben sich zwar alle Unternehmen, die geantwortet haben, das Ziel Klimaneutralität gesetzt. Aber dabei vertrauen viele auf risikohafte oder unausgereifte Technologien wie Offsetting, Carbon Capture and Storage oder auch blauen oder türkisen Wasserstoff, der nach wie vor auf der Gewinnung und Verarbeitung von fossilem Gas beruht.

Solche Scheinlösungen können und werden die Klimakrise aber nicht lösen. Was es stattdessen braucht ist ein konsequentes Bekenntnis zum Ausstieg aus fossilem Erdgas – samt einem glaubhaften Plan, wie dieser erreicht werden soll. Genau das jedoch kann keines der Unternehmen derzeit vorweisen. Stattdessen werden viele wichtige Entscheidungen vor sich hergeschoben; bereits verfügbare Möglichkeiten, bspw. zur Reduzierung von Methan-Leckagen in der Lieferkette der Unternehmen, werden so gut wie nicht genutzt.

Klar ist auch, dass es keine neue fossile Infrastruktur geben darf. Dabei rollt gerade jetzt ein fossiler Tsunami auf Deutschland zu: Mit dem Bau der LNG-Terminals an der Küste würde der Import von Fracking-Gas ermöglicht. Und Fertigbau und Inbetriebnahme von NordStream2 alleine würde das Erreichen unser Klimaziele unmöglich machen.

Und unsere Marktabfrage zeichnet ein schockierendes Bild der Branche: von den 19 befragten Firmen haben uns lediglich sieben überhaupt geantwortet – und nur zwei davon haben unseren Fragebogen in seiner ursprünglichen Form ausgefüllt. Einige haben stattdessen einfach auf ihre Nachhaltigkeitsberichte verwiesen oder sehr verkürzt geantwortet. Auf viele Fragen, die wir in unserem Fragebogen gestellt hatten, bekamen wir also überhaupt keine Antwort. Viele Firmen scheinen nicht im Detail über ihr Produkt und dessen Auswirkungen Bescheid zu wissen.

Dass einige Unternehmen sich keine große Mühe mit der Beantwortung geben, war zu erwarten. Dass uns die Mehrheit aber trotz Erinnerung nicht geantwortet hat macht deutlich, dass ein Großteil der Branche anscheinend immer noch nicht dazu bereit ist, sich detailliert mit den abgefragten Themen auseinanderzusetzen und endlich konsequent Verantwortung zu übernehmen.

Für uns zeigt diese Befragung vor allem eines: auf freiwillige Initiativen der Branche, auf die sich einige Firmen in ihren Antworten berufen, können wir uns nicht verlassen. Was es stattdessen braucht sind starke regulatorische Vorgaben auf EU-Ebene. Mit Verabschiedung der EU-Methan-Strategie im vergangenen Jahr wurde dafür der Grundstein bereits gelegt. Wir fordern: Die Kommission muss jetzt schnellstmöglich rechtliche Vorgaben schaffen, um das Methan-Problem der Industrie in den Griff zu bekommen.

Aber auch schon jetzt könnten die Firmen mehr tun. Der Großteil der Methan-Emissionen in der Lieferkette lässt sich mit verfügbarer Technologie und ohne großen Aufwand vermeiden. Diese Möglichkeiten müssen endlich konsequent genutzt werden. Zudem müssen die Unternehmen die Emissionen, die sie noch ausstoßen wollen, unbedingt am 1,5°-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens ausrichten. Damit dies aber geschieht müssen wir weiter am Ball bleiben und Druck ausüben – auf die EU-Kommission, aber auch auf die Unternehmen. Unterstützen könnt ihr uns darin, indem ihr eine Fördermitgliedschaft abschließt oder uns eine Spende zukommen lasst. Wir freuen uns über jeden Beitrag! Leitet den Aufruf zur Petition auch weiterhin gerne an Freunde und Bekannte weiter.

Lili, Gustav und
Constantin von der Deutschen Umwelthilfe

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