Neues Logo der Stadt Oldenburg: Prozess überdenken

Das Problem

Sehr geehrter Herr Krogmann,

ohne erkennbare Notwendigkeit wurde verwaltungsintern ein neues Logo für die Stadt Oldenburg entworfen, das zukünftig als Aushängeschild dienen soll. Von dieser Veränderung erfuhr die Öffentlichkeit allein aufgrund einer nachträglichen Pressemitteilung. Nicht einmal der ebenfalls von der Bevölkerung gewählte Stadtrat wurde unseres Wissens vorab in Ihre Absichten eingeweiht, obwohl Sie doch bei Ihrer Wahl 2014 für „ein neues Miteinander“ geworben hatten. Dieses halten wir neben der konkreten Ausgestaltung des neuen Logos für einen Fehler.

Auch wenn sich über Geschmäcker streiten lässt, wirkt dieses neue Logo im Vergleich zum gestandenen Stadt der Wissenschaft Logo altmodisch, nicht aber modern. Auch lassen sich auf Anhieb fachliche Fehler und fehlende Mindestanforderungen wie eine optische Ausrichtung beider Zeilen erkennen. Ein liebloser Schnellschuss ohne Herzblut für die Details. Löwenblut statt Herzblut. Schild, ja, Aushängeschild, nein. Rückschritt statt Fortschritt. Es symbolisiert fehlendes Interesse einer Stadt sich mit den Details zu beschäftigen. Jene Details, die das Design vollenden.

Das Logo einer Stadt ist mehr als bloße Dekoration. Es verkörpert nicht nur die kulturelle Identität und fördert den Zusammenhalt der Bewohner*innen, sondern hat insbesondere in der Wirtschaft eine herausragende Bedeutung. Als symbolische Repräsentation der Professionalität und Innovationskraft einer Region spielt es eine entscheidende Rolle im Wettbewerb um Talente und Investoren, indem es Vertrauen schafft, die Attraktivität steigert und somit zur Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte beiträgt.

Ihre Aussage der Presse gegenüber, es wäre falsch gewesen, den Wechsel des Logos publik zu machen, denn ansonsten wäre es kaum jemandem aufgefallen, bestätigt mangelndes Interesse an einer ernstgemeinten Einbindung der Bevölkerung in die Gestaltung unserer Stadt.

Sie betonen die großen Herausforderungen, die „am besten mit einer deutlichen Haltung des Zusammenhalts und mit Teamgeist“ gemeistert werden könnten, präsentieren aber ein Logo, das hinter verschlossenen Türen entwickelt wurde und symbolisch für längst überkommene Vergangenheit und Abwehrhaltung steht anstelle einer gemeinsam gestalteten offenen Zukunft.

„Wir versammeln uns künftig unter diesem gemeinsamen Schild“, sagen Sie in der Einleitung der neuen Gestaltungsrichtlinien zum Logo. Offensichtlich sind damit nicht die Bürger*innen gemeint.

Es ist offensichtlich, dass der vor einigen Jahren initiierte Markenprozess komplett in die falsche Richtung gelaufen ist und dass das Rebranding seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Kommunikation und Außendarstellung unserer Stadt sind zu bedeutsam, um sie allein städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne ausreichende Expertise zu überlassen.

Mit Aussagen, dass das Presseamt selbst über die „entsprechende Expertise verfügt“ diskreditieren Sie nahezu die gesamte Kreativbranche in Oldenburg.

Die Stadt unterschätzt auf eklatante Weise die Anforderungen an moderne, wettbewerbsfähige Kommunikation und riskiert das Image des Standortes mit einem unprofessionellen neuen Auftritt. Dies gefährdet den dringend erforderlichen innerstädtischen Konsens zur Bewältigung der eigentlichen Herausforderungen.

Wir fragen uns, wie die Stadt junge talentierte Menschen oder Startups mit einem Erscheinungsbild anlocken möchte, das auf einen Teil Oldenburger Geschichte abhebt, der weder für Offenheit, Friedfertigkeit und Gewaltenteilung stand. Vielmehr symbolisiert das neue Erscheinungsbild Abwehr und leider auch Rückständigkeit.

Die von Ihnen genannten Herausforderungen erfordern unseres Erachtens sowohl interne als auch externe Ressourcen. Mit Ihrer Entscheidung zusätzlich zu den existierenden Herausforderungen eine weitere Herausforderung zu schaffen, blockieren Sie nun diese dringend benötigten Potenziale.

Wir erwarten Antworten auf folgende Fragen gegenüber der Öffentlichkeit oder dem Rat der Stadt.

Zu den Kosten und dem Nutzen: Wie hoch waren die bisherigen internen Aufwände für die Logoumstellung und wie hoch schätzt die Stadt die noch zu erwartenden Aufwände ein (intern, extern)? Was macht die neue Lösung besser als die alte und steht der dafür erforderliche tatsächliche Aufwand in einem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen?

Zum Zeitpunkt der Erneuerung: Warum wird die aufwändige Erneuerung zum jetzigen Zeitpunkt durchgeführt? Zu einem Zeitpunkt, da die Stadt viele konkrete Herausforderungen zu lösen hat, die dringend Entscheidungen und prioritär Ressourcen benötigen, aber kein neues Logo (wie bspw. Digitalisierung, Energiewende, demographischer Wandel)?

Zur Expertise: Die Stadtverwaltung verfügt offenkundig über keine Kommunikationsspezialisten, aber Oldenburg innerhalb seiner Kreativwirtschaft über viele hochkompetente Kräfte. Warum wurden diese offenkundig weder im Vorfeld noch bei der Umsetzung eingebunden? Welche Expert*innen wurden stattdessen eingebunden?

Zur Strategie und digitalen Modernisierung: Von welcher Strategie wird der bisherige mehrjährige Markenprozess getragen? Welche Rolle spielt die dringend erforderliche digitale Modernisierung der Stadt, auch in der Außendarstellung für Talente, Gäste und Investoren? Werden auch diese Leistungen von städtischen Mitarbeitenden ohne nachweisliche Expertise zukünftig „kostenlos“ und damit leider ziellos erbracht?

Zum Image der Stadt: Wie glaubt die Stadt junge talentierte Menschen mit einem Erscheinungsbild nach Oldenburg zu locken, das rückwärts gewandt ist und nicht für das steht, was für uns als Gesellschaft vonnöten ist: Offenheit, Friedfertigkeit und demokratische Teilhabe?

Zum verlorenen Vertrauen: Wann und warum hat die Stadt Oldenburg das Vertrauen in ihre kreativen Kräfte verloren? Und was plant die Stadt, um das verlorene Vertrauen, das für die Bewältigung der großen Zukunftsherausforderungen unerlässlich ist, wiederzugewinnen?

Wir können weder diesen inhaltlichen Rückschritt noch diesen Rückzug in vergangene Zeiten stillschweigend hinnehmen. Ein derartiges Vorgehen mit weitreichenden Folgen für die Stadt und ihre Akteur*innen darf nicht in drei oder vier Wochen wieder in Vergessenheit geraten! Diese Fahrlässigkeit, ja nahezu Gleichgültigkeit ist ein falsches Zeichen unter Ihrer Ägide.

Wir fordern Sie daher auf, diesen Prozess zu überdenken und die Expertise und Meinung der Bürger*innen und lokalen Fachleute in Betracht zu ziehen. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Stadt in einem Licht präsentiert wird, das ihrer wahren Identität und ihren Werten entspricht.

Mit besorgten, aber hoffnungsvollen Grüßen,

Erstunterzeichner*innen in alphabetischer Reihenfolge

Daniel Penschuck
Jens Läkamp
Jürgen Fastje
Kai Uwe Bünting
Katja Reiche
Lars Schwarz
Laura Stapane
Matthias Glanz
Michael Meibers-Hinrichs
Nils Mönkemeier
Oliver Hartmeyer
Rainer Zaehle
Sebastian Beer
Stefan Dieker (für „Die Diekers“)
Thomas Honkomp
Tim Hagedorn
Torsten Laube
Ulf Christiansen

Foto auf dieser Petitionsseite: Daniel Penschuck

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Lars SchwarzPetitionsstarter*in
Diese Petition hat 1.888 Unterschriften erreicht

Das Problem

Sehr geehrter Herr Krogmann,

ohne erkennbare Notwendigkeit wurde verwaltungsintern ein neues Logo für die Stadt Oldenburg entworfen, das zukünftig als Aushängeschild dienen soll. Von dieser Veränderung erfuhr die Öffentlichkeit allein aufgrund einer nachträglichen Pressemitteilung. Nicht einmal der ebenfalls von der Bevölkerung gewählte Stadtrat wurde unseres Wissens vorab in Ihre Absichten eingeweiht, obwohl Sie doch bei Ihrer Wahl 2014 für „ein neues Miteinander“ geworben hatten. Dieses halten wir neben der konkreten Ausgestaltung des neuen Logos für einen Fehler.

Auch wenn sich über Geschmäcker streiten lässt, wirkt dieses neue Logo im Vergleich zum gestandenen Stadt der Wissenschaft Logo altmodisch, nicht aber modern. Auch lassen sich auf Anhieb fachliche Fehler und fehlende Mindestanforderungen wie eine optische Ausrichtung beider Zeilen erkennen. Ein liebloser Schnellschuss ohne Herzblut für die Details. Löwenblut statt Herzblut. Schild, ja, Aushängeschild, nein. Rückschritt statt Fortschritt. Es symbolisiert fehlendes Interesse einer Stadt sich mit den Details zu beschäftigen. Jene Details, die das Design vollenden.

Das Logo einer Stadt ist mehr als bloße Dekoration. Es verkörpert nicht nur die kulturelle Identität und fördert den Zusammenhalt der Bewohner*innen, sondern hat insbesondere in der Wirtschaft eine herausragende Bedeutung. Als symbolische Repräsentation der Professionalität und Innovationskraft einer Region spielt es eine entscheidende Rolle im Wettbewerb um Talente und Investoren, indem es Vertrauen schafft, die Attraktivität steigert und somit zur Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte beiträgt.

Ihre Aussage der Presse gegenüber, es wäre falsch gewesen, den Wechsel des Logos publik zu machen, denn ansonsten wäre es kaum jemandem aufgefallen, bestätigt mangelndes Interesse an einer ernstgemeinten Einbindung der Bevölkerung in die Gestaltung unserer Stadt.

Sie betonen die großen Herausforderungen, die „am besten mit einer deutlichen Haltung des Zusammenhalts und mit Teamgeist“ gemeistert werden könnten, präsentieren aber ein Logo, das hinter verschlossenen Türen entwickelt wurde und symbolisch für längst überkommene Vergangenheit und Abwehrhaltung steht anstelle einer gemeinsam gestalteten offenen Zukunft.

„Wir versammeln uns künftig unter diesem gemeinsamen Schild“, sagen Sie in der Einleitung der neuen Gestaltungsrichtlinien zum Logo. Offensichtlich sind damit nicht die Bürger*innen gemeint.

Es ist offensichtlich, dass der vor einigen Jahren initiierte Markenprozess komplett in die falsche Richtung gelaufen ist und dass das Rebranding seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird.

Kommunikation und Außendarstellung unserer Stadt sind zu bedeutsam, um sie allein städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne ausreichende Expertise zu überlassen.

Mit Aussagen, dass das Presseamt selbst über die „entsprechende Expertise verfügt“ diskreditieren Sie nahezu die gesamte Kreativbranche in Oldenburg.

Die Stadt unterschätzt auf eklatante Weise die Anforderungen an moderne, wettbewerbsfähige Kommunikation und riskiert das Image des Standortes mit einem unprofessionellen neuen Auftritt. Dies gefährdet den dringend erforderlichen innerstädtischen Konsens zur Bewältigung der eigentlichen Herausforderungen.

Wir fragen uns, wie die Stadt junge talentierte Menschen oder Startups mit einem Erscheinungsbild anlocken möchte, das auf einen Teil Oldenburger Geschichte abhebt, der weder für Offenheit, Friedfertigkeit und Gewaltenteilung stand. Vielmehr symbolisiert das neue Erscheinungsbild Abwehr und leider auch Rückständigkeit.

Die von Ihnen genannten Herausforderungen erfordern unseres Erachtens sowohl interne als auch externe Ressourcen. Mit Ihrer Entscheidung zusätzlich zu den existierenden Herausforderungen eine weitere Herausforderung zu schaffen, blockieren Sie nun diese dringend benötigten Potenziale.

Wir erwarten Antworten auf folgende Fragen gegenüber der Öffentlichkeit oder dem Rat der Stadt.

Zu den Kosten und dem Nutzen: Wie hoch waren die bisherigen internen Aufwände für die Logoumstellung und wie hoch schätzt die Stadt die noch zu erwartenden Aufwände ein (intern, extern)? Was macht die neue Lösung besser als die alte und steht der dafür erforderliche tatsächliche Aufwand in einem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen?

Zum Zeitpunkt der Erneuerung: Warum wird die aufwändige Erneuerung zum jetzigen Zeitpunkt durchgeführt? Zu einem Zeitpunkt, da die Stadt viele konkrete Herausforderungen zu lösen hat, die dringend Entscheidungen und prioritär Ressourcen benötigen, aber kein neues Logo (wie bspw. Digitalisierung, Energiewende, demographischer Wandel)?

Zur Expertise: Die Stadtverwaltung verfügt offenkundig über keine Kommunikationsspezialisten, aber Oldenburg innerhalb seiner Kreativwirtschaft über viele hochkompetente Kräfte. Warum wurden diese offenkundig weder im Vorfeld noch bei der Umsetzung eingebunden? Welche Expert*innen wurden stattdessen eingebunden?

Zur Strategie und digitalen Modernisierung: Von welcher Strategie wird der bisherige mehrjährige Markenprozess getragen? Welche Rolle spielt die dringend erforderliche digitale Modernisierung der Stadt, auch in der Außendarstellung für Talente, Gäste und Investoren? Werden auch diese Leistungen von städtischen Mitarbeitenden ohne nachweisliche Expertise zukünftig „kostenlos“ und damit leider ziellos erbracht?

Zum Image der Stadt: Wie glaubt die Stadt junge talentierte Menschen mit einem Erscheinungsbild nach Oldenburg zu locken, das rückwärts gewandt ist und nicht für das steht, was für uns als Gesellschaft vonnöten ist: Offenheit, Friedfertigkeit und demokratische Teilhabe?

Zum verlorenen Vertrauen: Wann und warum hat die Stadt Oldenburg das Vertrauen in ihre kreativen Kräfte verloren? Und was plant die Stadt, um das verlorene Vertrauen, das für die Bewältigung der großen Zukunftsherausforderungen unerlässlich ist, wiederzugewinnen?

Wir können weder diesen inhaltlichen Rückschritt noch diesen Rückzug in vergangene Zeiten stillschweigend hinnehmen. Ein derartiges Vorgehen mit weitreichenden Folgen für die Stadt und ihre Akteur*innen darf nicht in drei oder vier Wochen wieder in Vergessenheit geraten! Diese Fahrlässigkeit, ja nahezu Gleichgültigkeit ist ein falsches Zeichen unter Ihrer Ägide.

Wir fordern Sie daher auf, diesen Prozess zu überdenken und die Expertise und Meinung der Bürger*innen und lokalen Fachleute in Betracht zu ziehen. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Stadt in einem Licht präsentiert wird, das ihrer wahren Identität und ihren Werten entspricht.

Mit besorgten, aber hoffnungsvollen Grüßen,

Erstunterzeichner*innen in alphabetischer Reihenfolge

Daniel Penschuck
Jens Läkamp
Jürgen Fastje
Kai Uwe Bünting
Katja Reiche
Lars Schwarz
Laura Stapane
Matthias Glanz
Michael Meibers-Hinrichs
Nils Mönkemeier
Oliver Hartmeyer
Rainer Zaehle
Sebastian Beer
Stefan Dieker (für „Die Diekers“)
Thomas Honkomp
Tim Hagedorn
Torsten Laube
Ulf Christiansen

Foto auf dieser Petitionsseite: Daniel Penschuck

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Lars SchwarzPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Jürgen Krogmann
Jürgen Krogmann
Oberbürgermeister Stadt Oldenburg

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Petition am 28. August 2023 erstellt