Offener Brief an das österreichische Parlament zur Flüchtlingsfrage

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Sehr geehrte Mitglieder des österreichischen Parlaments

Mit diesem Schreiben möchten wir, eine Gruppe von Flüchtlingen, die in Ihrem wunderbaren Land aufgenommen wurden, und andere Bewohner/innen Österreichs mit Ihnen, den parlamentarischen Vertreter/innen der Menschen in Österreich, in einen konstruktiven Dialog treten.

Zunächst möchten wir Ihnen sowie allen Österreicherinnen und Österreichern und der österreichischen Regierung unseren Dank und unsere Verbundenheit aussprechen. Wir möchten betonen, wie sehr wir die Unterstützung schätzen und respektieren, die Österreich Flüchtlingen zuteilwerden lässt, die emotionale ebenso wie die finanzielle, die Unterstützung in der Gesundheitsversorgung und im Bildungsbereich.

Da die „Flüchtlingsfrage“ ein derartiges Gewicht in den Medien und den politischen Auseinandersetzungen bekommen hat, hoffen wir, dass wir als eine Gruppe von Flüchtlingen, und Freunde von Flüchtlingen, unsere Überlegungen beitragen dürfen. Und wir möchten einige Gedanken und Fakten hervorheben:

1-      Diese Botschaft basiert auf den humanitären Grundwerten Österreichs und Europas: Menschenrechte, Gleichheit, Gerechtigkeit. Dies sind Werte, die wir befürworten, und von denen wir hoffen, dass sie weltweit zur Durchsetzung gelangen.

2-      Mit Besorgnis nehmen wir wahr, dass „die Flüchtlinge“ seit einiger Zeit vor allem als Zahlen, Nachrichtentitel und Karten im politischen Spiel verhandelt werden. Die Tatsache, dass Flüchtlinge Menschen sind, wird zunehmend ignoriert. Mittlerweile sprechen sich unter diesen Menschen immer beängstigendere Dinge herum – Reduzierung der finanziellen Unterstützung auf weniger als das europäische Mindestniveau, Isolierung in Lagern, womöglich sogar Ausweisung.

Können Sie, sehr geehrte Damen und Herren, sich eine Situation vorstellen, in der Sie nur mehr Zahlen, Waren und Nachrichtentitel sind und Andere über Ihr Schicksal verhandeln wie über ein Wirtschaftsabkommen?

3-      Die Mehrheit der Flüchtlinge hat sich nicht aus freien Stücken entschieden zu fliehen, im Gegenteil, sie mussten es tun. Menschen verlassen nicht freiwillig ihr Zuhause, ihre Heimat. Und sie riskieren niemals ihr Leben und das Leben ihrer Kinder für ein imaginäres Paradies.

4-      Die Flüchtlinge wollen die Menschen, die ihre Gastgeber sind und die ihnen Sicherheit und neue Hoffnung geben, weder ausnützen noch wollen sie ihnen Probleme bereiten. Auch die Kinder der Flüchtlinge stellen keine Bedrohung für Österreichs Zukunft dar, sie bereichern dieses schöne Land um eine zusätzliche Facette, wenn ihre Rechte als Kinder durch erfolgreiche Integrationspolitik und direkten Dialog zwischen ihren Familien und der österreichischen Gesellschaft geschützt werden.

5-      Moslemische Flüchtlinge haben nichts mit dem Stereotyp vom ISIS-Anhänger zu tun, sie sind nicht nach Europa geflüchtet, um es zu islamisieren oder andere kriminelle Ziele zu verfolgen. Sie sind nicht samt und sonders Teil einer islamistischen Verschwörung gegen den Westen, wie dies leider auch in den Medien des Öfteren kolportiert wird. Sie sind mehrheitlich religiöse Menschen, aber sie sind Menschen wie andere auch, die ihre Mitmenschen lieben und respektieren.

Extremismus ist nicht nur eine Herausforderung für die Muslime. Extremismus ist eine Herausforderung, der die Menschheit derzeit gegenübersteht.

In jeder Gemeinschaft gibt es eine sehr kleine Gruppe, die extreme Ideen hat. Die Mehrheit der Menschen und die Autorität verhindern, dass die extremen Gruppen die Gesellschaft bedrohen, wenn die Gesellschaft ein gewisses Maß an Gerechtigkeit, Toleranz und Stärke beibehält. Aber wenn die Behörde die einfachen Wege wählt, entweder die negative Generalisierung benutzt, um eine bestimmte Gemeinschaft zu beschuldigen, oder das Problem ignoriert, dann hilft sie tatsächlich dem Extremismus, ein wirkliches Problem zu werden, nicht nur für eine Gemeinschaft, sondern für alle.

6-      Was Flüchtlinge nicht wollen – und was auch die Österreicherinnen und Österreicher nicht wollen – ist, dass eine untergeordnete, mit dem Etikett „Flüchtling“ belegte Klasse von Menschen geschaffen wird. Sie wollen weder in räumlicher Isolation leben, abhängig von Lebensmittelmarken, noch in materiell bedingter sozialer Isolation. Die Segregation und Lebensmittelmarken würden erst wirkliche Probleme schaffen.

Niemandem kann daran gelegen sein, die zerstörerischen Experimente der Geschichte zu wiederholen, in denen Menschen nach ihrer Herkunft, ihrer Religion oder nach ihren materiellen Möglichkeiten klassifiziert und stereotypisiert wurden. Flüchtlinge haben ihr Leben riskiert und sind nach Europa geflohen, um als Menschen respektiert zu werden, und weil Österreich und die EU für Menschenrechte und Menschenwürde stehen.

7-      ‎Flüchtlinge sind Menschen wie alle anderen, die große Mehrheit von ihnen will ‎ein normales Leben und Frieden für sich und andere. Nur eine sehr kleine ‎Minderheit macht Probleme. ‎ Dass diese Probleme in der öffentlichen ‎Wahrnehmung auf die große Mehrheit der Flüchtlinge umgelegt und zu einem ‎Negativ-Klischee umgeformt wird, ist ein essentieller und sehr gefährlicher ‎Fehler‎.

Das Stereotypisierungsproblem besteht auch auf der anderen Seite, den Flüchtlingen und Migranten. Einer der Hauptgründe für diese Stereotypisierung durch die Migranten und Flüchtlingen ist, dass eine Mehrheit von ihnen den Medien aus ihren ursprünglichen Ländern folgt.. Aus diesem Grund würden diese Stereotypisirung zunehmen, wenn es keinen kohärenten Plan gibt.

Immer wieder im Lauf der Geschichte wurden Menschen dazu gebracht, einzelne Gruppen von Mitmenschen zu stereotypisieren, um sie auszugrenzen oder zu verfolgen. Diese Methode wird leider immer noch weltweit eingesetzt. Wenn sie zu einem Werkzeug politischer Auseinandersetzungen wird, sind wir alle in großer Gefahr, da sich immer wieder Gruppen finden, die man zu einem neuen Stereotyp formen kann.

8-      Die geflüchteten Menschen sind aus vielen verschiedenen Ländern mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund gekommen. Deshalb sollten wir uns eingestehen, dass es für beide Seiten, die Flüchtlinge und die Österreicher/innen, eine Art Kulturschock gegeben hat, weil die Dinge sehr schnell passiert sind. Aber dieser Kulturschock kann überwunden und in Integration und eine Bereicherung für beide Seiten umgewandelt werden, wenn die politischen Entscheidungsträger Schritte setzen, um die Integrationspolitik grundlegend zu überdenken.

9-      Österreich hat die Flüchtlinge in einem erheblichen Ausmaß unterstützt, das erkennen die Flüchtlinge dankbar an (so wie jeder Mensch, dem ein anderer ein Stück Brot reicht, mit Liebe und Dankbarkeit reagieren wird). Zumal, wenn diese Menschen wissen, dass die Unterstützung der Flüchtlinge im Jahr 2016 den österreichischen Staat 1,7 Milliarden Euro gekostet hat.

Aber hier sollte auch angemerkt werden, dass diese Kosten weniger als 0,5% des österreichischen BIP betragen – was bedeutet, dass die wirtschaftliche Belastung nicht so groß ist, wie sie in den Medien oft kolportiert und in der Öffentlichkeit wahrgenommen und besprochen wird. In der Tat stellen zahlreiche europäische Wirtschaftsstudien fest, dass die Aufnahme der Flüchtlinge mittel- und langfristig wirtschaftlich profitabel sein wird, wenn erfolgreiche Integrationspolitik ernsthaft betrieben wird.

10-  Migrant und Flüchtlinge wurden oft vorgeworfen, dass sie der Grund für die schwierige wirtschaftliche Situation waren.  Aber die Flüchtlinge haben die Finanzkrise 2008 nicht verursacht, sie sind in der Tat deren Opfer. Sie haben auch die Probleme innerhalb der EU und zwischen den EU-Mitgliedsländern nicht verursacht, sie haben keine internationalen Freihandelsabkommen unterzeichnet, und sie sind nicht dafür verantwortlich, dass die Grenzen für ausländische Investitionen und Finanzspekulation geöffnet werden.

11-  Die Flüchtlinge haben auch das Problem der Arbeitslosigkeit in Österreich nicht verursacht. So lag etwa laut AMS die Arbeitslosenquote im Jahr 2014 bei 7,4%, im Juni 2017 waren es 7,6%.

12-  Nach Angaben der Österreichischen Bundesanstalt für Statistik beträgt die Gesamtsumme der Asylanträge zwischen 2010 und 2016 ca. 220.000. Schon innerhalb der 1,3 Millionen im Land lebenden Nicht-Österreicher ist dies eine relativ kleine Gruppe, in Relation zur Gesamtbevölkerung handelt es sich um 2,5%. Die Frage ist: Stellen Flüchtlinge wirklich die größte oder eine der größten Herausforderungen der staatlichen Politik dar? Ist es gerechtfertigt, dass sie der erste Tagesordnungspunkt aller politischen und medialen Diskussionen sind?

Flüchtlinge stellen eine große Herausforderung für Österreich dar, aber sie ist keine der größten, und sie ist auch keine „Krise“, wie dies immer wieder kolportiert wird.

13-  Österreich weniger attraktiv zu machen, indem man das Leben der Flüchtlinge erschwert, wird weder im großen Umfang Menschen in Not davon abhalten hierher zu flüchten, noch die globalen Ursachen bekämpfen, sondern nur die Lage für alle Beteiligten im Land schwieriger machen und in Österreich zu massiven Integrationsproblemen führen. Die wichtigste Basis einer Demokratie ist es, Menschen nicht mit unlösbaren Problemen allein zu lassen, da dies die Situation unweigerlich verschlimmert und auf die Gesellschaft zurückfällt.

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

Sie tun für Österreich Ihr Bestes. Bitte überdenken Sie dazu auch das Thema Flüchtlinge. Entwickeln Sie neue Visionen, und geben Sie Flüchtlingen die Chance, mit Ihnen und dem österreichischen Volk zusammenzuarbeiten, um Probleme und Missverständnisse zu lösen.

Eine neue Integrationspolitik, die die Fehler vermeidet, die in der Vergangenheit bzw. in anderen Ländern wie Frankreich und Großbritannien gemacht wurden, wäre der erste Schritt. Eine solche neue Integrationspolitik sollte auf folgenden Grundlagen basieren:

1-      Keine Reduktion der finanziellen Unterstützung. Dies ist ein wichtiger Schritt, um Isolation und soziale Ausgrenzung zu vermeiden.

2-      konkrete unabhängige Erhebungen durchzuführen, um zu ‎erfahren, wer diese Menschen tatsächlich sind, welche Einstellungen, Werten und welche Ausbildung sie haben, um ‎Stereotypisierung entgegenzuwirken und Ängste abzubauen. Diese Studien ‎können leicht durchgeführt werden, weil jeder Flüchtling viele offizielle ‎Verfahren durchlaufen muss.

3-      Stärkung des Dialogs – in einer Weise, die den österreichischen Grundwerten (Demokratie, Säkularismus, Menschenrechte, multikulturelle Prinzipien, Gleichheitsgrundsatz, Rechtsachtung) Geltung verschafft, aber die grundlegenden kulturellen Identitäten der geflüchteten Menschen nicht bedroht.

Dies ist sicher eine komplizierte Gleichung, die nicht allein mit den bisherigen Vorgehensweisen gelöst werden kann. Das Problem kann auch nicht durch Entscheidungen von Staatsbehörden gelöst werden, die nur Zahlen im Blick haben.

Es versteht sich, dass hier vorrangig die österreichischen und europäischen Werte ‎im Vordergrund stehen, die die humanitären Grundrechte ohnehin nicht ‎einschränken würden.‎

Zum Beispiel unterscheiden sich die Rechte von Kindern und Frauen - in ‎einigen Aspekten - zwischen Ländern, jedoch sind diese Rechte in Österreich ‎nicht verhandelbar. Aber zu definieren, welche Religion oder Rasse zu einem ‎bestimmten Land gehört, ist kein fundamentaler Wert und kann nicht dazu ‎verwendet werden, Menschen zu bewerten.‎

Andererseits sind die religiöse Praxis und der Glaube grundlegendes ‎Menschenrecht. ‎ Aber diese religiöse Praxis ‎darf nicht den Prinzipien der Demokratie, des Säkularismus und dem ‎Gleichheitsgrundsatz widersprechen.‎

4-      Schaffung einer vertrauensvollen Atmosphäre zwischen Flüchtlingen und der Regierung und den Menschen in Österreich. Wichtig sind dabei eindeutige und faire Regelungen und vor allem klare Informationen. Gerade Menschen mit Fluchterfahrung sind sehr anfällig für Verunsicherung und Ängste die Folgen sind Frustration und Depression.

5-      Um erfolgreiche Integrationspolitik zu betreiben, werden völlig neue Ansätze benötigt. Der ökonomische Aspekt ist dabei nicht der schwierigste, sondern im Grunde der einfachste. Der Schlüssel zu erfolgreicher Integration ist Kommunikation.

6-      Was benötigt wird, ist vor allem eine neue Medienarbeit einerseits und eine wirkliche Kommunikation mit den geflüchteten Menschen andererseits – ehrlich, ohne falsch verstandene Toleranz und auf Augenhöhe. Es gibt eine breite Palette von neuen digitalen Plattformen und bestehenden Dialogkanälen, die sich dazu anbieten würden. Eine durchdachte und mutige Integrationspolitik dieser Art wird zu einem ökonomischen und kulturellen Gewinn für alle führen.

Zusammenfassend ist die Flüchtlingsfrage ein soziales, kulturelles, religiöses und wirtschaftliches Problem, aber sie ist keine Krise. Und sie sollte nicht als politische und mediale Karte missbraucht werden. Es ist eine Situation, deren schwierige Fragen gelöst und in eine fruchtbare Erfahrung verwandelt werden können, wenn man den Teufelskreis von medialer und politischer Problematisierung durchbricht, mit dem wir uns derzeit konfrontiert sehen.

Mit freundlichen Grüßen

--------- Derselbe Brief auf Arabisch

السيدات والسادة أعضاء البرلمان النمساوي المحترمون

عبر هذه الرسالة نود، نحن مجموعة من اللاجئين والمقيمين في بلدكم الرائع النمسا، أن نطلق معكم، كممثلين للشعب النمساوي، نقاشا بناء.

بداية نود أن نعبر عن شكرنا وتقديرنا لكم وللنمسا شعبا وحكومة. ونريد أن نؤكد على تقديرنا واحترامنا لما قدمته النمسا لنا، من دعم مادي ومعنوي، وما قدمته أيضا من دعم صحي وتعليمي للاجئين ولأطفالهم.

بما أن "قضية اللاجئين" اكتسبت هذا الوزن في وسائل الإعلام والنقاشات السياسية، فإننا نأمل كمجموعة من اللاجئين وأصدقائهم، أن نتمكن من المساهمة بأفكارنا حول هذا الموضوع، ونود لذلك تسليط الضوء على بعض الأفكار والحقائق:

1-    تنطلق هذه الرسالة من الأسس والقيم التي قامت عليها النمسا- حقوق الإنسان والمساواة والعدالة. هذه القيم التي نحترمها ونتمنى أن تشمل العالم كله.

2-    نلاحظ بقلق أن اللاجئين، منذ بعض الوقت، قد أصبحوا مجرد أرقام وعناوين إخبارية وأوراق في اللعبة السياسية. فحقيقة أن اللاجئين هم أساسا بشر، أصبحت أكثر تجاهلا. في نفس الوقت، فقد انتشر كلام وإشاعات مقلقة بين اللاجئين، من قبيل خفض المساعدات المادية لما دون المستوى الأدنى الأوروبي، العزل في مخيمات، وربما الترحيل أيضا.

أيها السيدات والسادة، هل تتخيلون أنفسكم في حالة مشابهة، بحيث تصبحون فقط أرقاما وعناوينا إخبارية، بينما هناك آخرون يتفاوضون حول مصيركم كأنهم يتفاوضون حول صفقة اقتصادية؟

3-    غالبية اللاجئين لم يأتوا إلى أوروبا لأنهم اختاروا أن يأتوا، بل أتوا مجبرين ومكرهين، لا يمكن أن يترك الناس أرضهم ووطنهم، ويخاطروا بحياتهم وحياة أطفالهم، فقط للتمتع بجنة افتراضية.

4-    اللاجئون لا يريدون الإساءة للبلد والشعب الذي استضافهم ومنحهم الأمن والأمل، وأطفال اللاجئين بالتأكيد ليسوا تهديدا للنمسا، بل هم إضافة إنسانية جميلة لهذه المجتمعات، فيما إذا تم حماية حقوقهم كأطفال من خلال سياسة اندماج ناجحة وحوار مباشر، بين عائلاتهم والمجتمع النمساوي.

5-    لا علاقة للاجئين المسلمين بداعش ونمط اتباعها، هم لم يلجؤوا إلى أوروبا لكي يأسلموها ولا لأي هدف اجرامي.  وليسوا جزئا من مؤامرة إسلامية، كما يشيع الإعلام؛ إنهم بشر مثل كل البشر يحبون ويحترمون غيرهم من البشر.

التعصب لا يشكل تحديا للمسلمين فقط، بل أصبح مؤخرا يشكل تحديا للإنسانية كلها. ففي كل تجمع بشري سيوجد مجموعة صغيرة جدا تحمل أفكارا متعصبة. لكن غالبية الناس مع السلطات يستطيعون منع هذه المجموعات المتعصبة من الإضرار بالمجتمع، إذا توفر في المجتمع حد معقول من العدالة والشفافية والقوة. لكن عندما تختار السلطة أحد الأساليب السهلة، إما عبر التعميم السلبي على جماعات بشرية كاملة لتحميلها اللوم كله، أو تجاهل وجود المشكلة، فإن هذا سيساعد التعصب ليصبح مشكلة حقيقية، ليس فقط لهذا التجمع الإنساني بل لكثير غيره.

6-    لا يريد اللاجئون، ولا النمساويون، خلق طبقة اجتماعية اسمها "طبقة اللاجئين"، لا يريدون العيش في عزلة مادية ومكانية عن المجتمع، معتمدين على المساعدات العينية والكوبونات.

لا أحد يريد تكرار التجارب التاريخية المؤلمة، عندما كان يتم تصنيف الناس وتنميطهم، وفق أصولهم أو أديانهم أو مستواهم المادي. اللاجئون هربوا إلى أوروبا وخاطروا بحياتهم، لكي يتم التعامل معهم باحترام كبشر، والنمسا وأوروبا تقوم أساسا على حقوق الإنسان والكرامة الإنسانية.  

7-    اللاجئون مجموعة بشرية مثل كل المجتمعات البشرية، ليسوا نمطا واحدا، فيهم غالبية تحمل مشاعر وقيم الإنسان الخيرة والمسالمة، وفيهم نسبة ضئيلة جدا تسبب المشاكل والفوضى؛ فما يتم نشره حول نمط واحد سلبي عن اللاجئين والأجانب هو ظلم وخطأ كبير.

مشكلة التنميط السلبي موجودة أيضا عند الطرف الآخر، اللاجئون والمهاجرون، وأيضا بسبب الإعلام والإشاعات في لغاتهم الأصلية. لذلك فإن هذه المشكلة ستكبر إن لم تتم مواجهتها بخطة متماسكة.

لقدتم عبر التاريخ مرات ومرات توجيه الناس لتنميط مجموعات بشرية كاملة بهدف اقصائها أو استغلالها. هذا الأسلوب للأسف ما زال مستخدما، لكن استخدام هذا الأسلوب في الصراع السياسي يضعنا جميعا في خطر كبير، فهناك دائما جماعات يمكن تأطيرها في أنماط سلبية أخرى.

8-    اللاجئون أتوا من أماكن مختلفة وبثقافات متنوعة؛ لذلك حصل نوع من الصدمة الثقافية، للطرفين اللاجئون والنمساويون، لأن الأمور حصلت بسرعة كبيرة نسبيا.  لكن يمكن التعامل مع هذه الصدمة وتجاوزها، وتحويلها إلى اندماج وإغناء للطرفين، فيما إذا اتخذ صناع القرار خطوات أساسية تعيد التفكير والنظر لسياسات الاندماج.

9-       اللاجئون تلقوا مساعدات مادية وصحية وتعليمية ومهنية في النمسا، وهم يشكرون النمسا على كل ذلك، ويقدرونه عاليا. الإنسان غالبا يشكر ويحب من يساعده، فكيف الحال وقد كلف اللاجئون النمسا في 2016 حوالي 1.7 مليار يورو. لكن لا ننسى أن هذا المبلغ يشكل أقل من %0.5 من الناتج المحلي النمساوي.

أي أن العبء الاقتصادي على النمسا ليس ضخما جدا كما تشيع الأخبار والإعلام. بالواقع تؤكد العديد من الدراسات الاقتصادية الأوروبية أن استقبال اللاجئين سيعود بالربح المادي على المدى المتوسط والبعيد، إذا ما تم اطلاق سياسات اندماج حكيمة وناجحة.

10-   غالبا ما يتم لوم اللاجئين والمهاجرين على سوء الأحوال الاقتصادية، لكن اللاجئون لم يسببوا الأزمة المالية العالمية عام 2008، بل كانوا أحد ضحاياها؛ ولم يسببوا سوء التفاهم والمشاكل بين دول الاتحاد الأوروبي، ولم يضعوا قوانين تحرير التجارة العالمية وحرية حركة الاستثمارات والأموال.

11-   اللاجئون لم يسببوا ازدياد نسبة البطالة عن العمل في النمسا، فوفق مكتب العمل النمساوي كانت نسبة البطالة في  2014 هي 7.4% والآن في شهر حزيران هذه السنة كانت 7.6%.

12-   وفق مكتب الإحصاء النمساوي، اللاجئون الذين تقدموا بطلب لجوء لأول مرة في النمسا بين 2010 و2016 حوالي 220 ألف فقط، بينما الأجانب المقيمون في النمسا بمن فيهم المهاجرون حوالي مليون وثلاثمئة ألف. أي أن اللاجئين يشكلون أقل من 3% من سكان النمسا. فالسؤال هنا: هل فعلا يشكل اللاجئون أكبر أو واحدة من أكبر التحديات للحكومة النمساوية؟ هل يبرر ذلك أن يكون موضوع اللاجئين هو الموضوع الأكثر تداولا سياسيا وإعلاميا؟

اللاجئون يشكلون تحديا كبيرا للنمسا، لكنه ليس أكبر التحديات، وهو ليس "أزمة" كما يشاع دائما.

13-   جعل النمسا أقل جاذبية، من خلال زيادة الصعوبات أمام اللاجئين، لن يمنع الناس من اللجوء إلى هنا، ولن يحل الأسباب العالمية لمشكلة اللجوء. بل سيزيد فقط من مشاكل الاندماج التي يواجهها الناس في النمسا. فمن أسس الديمقراطية عدم حشر الناس أمام مشاكل غير قابلة للحل، فذلك سيؤدي حكما لتعقيد الحالة وينعكس سلبا على المجتمع.

السيدات والسادة أعضاء البرلمان

بينما أنتم تعملون بجد للنمسا وشعبها، نرجو منكم أن تعيدوا النظر في قضية اللاجئين بعيون جديدة، وأن يحصل اللاجئين على فرصة المساهمة مع الحكومة والشعب النمساوي لحل المشاكل وسوء التفاهم الحاصلين.

الخطوة الأولي والأساسية هي وضع سياسة اندماج جديدة، سياسة تستطيع تجاوز أخطاء الماضي وضمان عدم تكرار الأخطاء التي حصلت ببلاد أخرى مثل فرنسا وبريطانيا. سياسة الاندماج هذه يجب أن تعتمد على المبادئ التالية:

1-    عدم تخفيض المساعدات المادية بأي شكل، وهذه خطوة مهمة لتجنب حصول انعزال بين اللاجئين والنمساويين، وأيضا تجنت الإقصاء الاجتماعي.

2-    لا بد من إجراء دراسات وبحوث ميدانية واسعة، لوضع فهم أعمق عن: من هؤلاء الناس، ما هي قناعاتهم وقيمهم، ما هي خبراتهم، بهدف مواجهة انتشار التنميط السلبي والتخفيف من الخوف من المستقبل. ويمكن اجراء هذه الدراسات بسهولة لأن على كل لاجئ أن يراجع مكاتب الدولة بشكل متواتر.

3-    تعزيز الحوار بين اللاجئين وبين النمساويين، بحيث تدعم القيم النمساوية الأساسية (الديمقراطية، العلمانية، حقوق الإنسان، مبادئ التعدد الثقافي، مبادئ المساواة، احترام القانون)، وبنفس الوقت لا يهدد أسس الهوية الثقافية للاجئين.

هذه معادلة صعبة ومعقدة، ولا يمكن إيجاد حل لها حسب الطرق القديمة، كما لا يمكن ذلك فقط من خلال قرارات سلطوية لا تملك سوى الأرقام عن المشكلة.

من المفهوم أن الأولية هي للقيم النمساوية الأوروبية، والتي بأية حال لا تنال من حقوق الآخرين.

على سبيل المثال: من الممكن أن تختلف قيم حقوق المرأة والطفل بين الدول، هنا الأولية تأتي للقيم النمساوية وبدون جدال. لكن تعريف أي عرق أو دين ينتمي إلى بلد ما، ليس قيمة أساسية، ولا يجوز استخدامه للتمييز ضد الآخرين.

من ناحية ثانية، حق الإيمان والممارسة الدينية حق بشري ثابت؛ لكن الممارسة الدينية يجب ألا تتناقض مع قيم الديمقراطية والعلمانية والمساواة. لذلك لا يمكن قبول استخدام الدين للتمييز بين البشر.

4-    خلق جو من الثقة بين اللاجئين وبين الحكومة والشعب النمساوي. وأيضا وضع قوانين ناظمة واضحة وعادلة تنظم العلاقة بين الطرفين، ومن المهم أيضا إيصال المعلومات بشكل واضح للاجئين، لإنقاذهم من تأثير الإشاعات. خاصة وأن الناس الذين مروا بتجربة اللجوء أكثر عرضة للقلق والشك، وبالتالي للإحباط والاكتئاب.

5-    الوضع بحاجة لمقاربة جديدة تماما لإنجاح سياسة الاندماج. المشكلة الاقتصادية ليست أصعب التحديات، بالواقع هي أبسطها. وأهم مفاتيح الاندماج الناجح هو التواصل الناجح.

6-    أهم ما تحتاجه هذه العملية هو عمل إعلامي جديد من ناحية، ومن ناحية ثانية التواصل مع اللاجئين- تواصل نديٌّ صادق، بدون فهم خاطئ للشفافية والتسامح. بالإضافة للإعلام العادي هناك منصات رقمية للتواصل والحوار تفيد العمل. إن التفكير العميق بهذا الطرح، وسياسة اندماج شجاعة سيؤدي إلى ربح الجميع ثقافيا واقتصاديا.

باختصار إن موضوع اللاجئين هو مشكلة اجتماعية وثقافية ودينية واقتصادية، لكنه ليس أزمة. ولا يجوز أن يتم استغلاله كورقة سياسية وإعلامية. إنه حالة تواجه صعوبات، لكنها صعوبات قابلة للحل ولتحويلها إلى تجربة مثمرة، وذلك من خلال كسر الحلقة المفرغة للإعلام والتأزيمات السياسية القائمة الآن.

 

 



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