Nein zum Plan für das Baugebiet "Winsener Wiesen Nord-West"!


Nein zum Plan für das Baugebiet "Winsener Wiesen Nord-West"!
Das Problem
Wir, die Bewohner des Wohngebiets Winsener Wiesen Süd, fordern die Stadt Winsen dringend dazu auf, die Planung für das Neubaugebiet Winsener Wiesen Nordwest erheblich anzupassen.
Mit der Planung und Umsetzung des neuen Baugebietes Winsener Wiesen Nord West wird Wohnraum für mehr als 1.000 Menschen und somit ein komplettes Dorf aus dem Boden gestampft, das Stand heute weder über eine Kita oder einen Bäcker noch über eine vernünftige Zufahrtsstraße verfügt.
Die ursprüngliche Planung der Stadt war, ein Wohngebiet in der Größenordnung des bestehenden Winsener Wiesen Süd zu schaffen. Jetzt sollen hier 3x so viele Menschen leben.
Unsere Bedenken und Forderungen sind:
Sicherheit
Der einzige Weg in das neu geplante Baugebiet und wieder hinaus soll durch die Astrid-Lindgren-Straße führen und unter anderem direkt an einem Kindergarten vorbei. Diese Straße wird nach aktuellen Messungen durch die Stadt Winsen derzeit jeden Tag von etwa 800 Autos befahren. Mit Durchfahrt zum geplanten neuen Wohngebiet im Norden kommen laut Prognose der Planer weitere 1.788 Fahrzeuge pro 24 Stunden hinzu. Der zukünftige öffentliche Nahverkehr ist hierbei noch gar nicht berücksichtigt.
Die Astrid-Lindgren-Straße wird damit zum Nadelöhr für jeden, der in die Siedlung hinein oder wieder herausfahren möchte.
Schon jetzt fahren auf der schnurgeraden Astrid-Lindgren-Straße viele Fahrzeuge viel zu schnell, verkehrsberuhigende Maßnahmen sind in der Tempo-30-Zone, die mitten durch das Wohngebiet führt, weder umgesetzt noch geplant. Wir gehen deshalb von einer Lärmbelastung aus, die deutlich über der bisherigen Prognose liegt. Von der Stadt Winsen fordern wir zusätzlich zu der reinen Zählung der Fahrzeuge eine Messung der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten, um daraus realistische Maßnahmen für die Verkehrsberuhigung abzuleiten.
Wir sorgen uns um die Sicherheit unserer Kinder, deren Weg zur Schule und zur Kita über diese Straße und an ihr entlang führt. Am Nachmittag und an den Wochenenden spielen unsere Kinder draußen an der Straße und in den Spielstraßen. Es kam dort bereits zu gefährlichen Situationen durch die viel zu schnell fahrenden Autos. Außerdem befürchten wir eine deutlich höhere Lärm- und Feinstaubbelastung, die unsere Lebensqualität stark einschränkt.
Verkehr
Die Verkehrsbelastung wäre nicht nur direkt im Wohngebiet unzumutbar. Bei aktuell angeblichen 800 Fahrzeugen pro 24 Stunden und prognostizierten weiteren 1.788 Fahrzeugen mit dem neuen Wohngebiet im Norden ist das Verkehrsaufkommen enorm und für die Anwohner und Nutzer der Straße gleichermaßen belastend. Jedes Fahrzeug, das in die Siedlung fährt, muss über den Kreisel Hansestraße / Hamburger Straße, der zu Stoßzeiten schon jetzt stark ausgelastet ist. Der einzige Weg raus aus dem Wohngebiet ist die Kreuzung am Gehrdener Deich, die ebenfalls besonders zu Stoßzeiten wie morgens, nachmittags und abends stark befahren ist.
Parkplätze gibt es im aktuellen Wohngebiet zu wenige. Der Parkplatzschlüssel von 1,3 pro Wohneinheit geht nicht auf. Im neuen Wohngebiet sind sogar nur 1,0 Parkplätze pro Wohneinheit geplant. Vor allem Familien, in denen beide Partner berufstätig sind, besitzen oft 2 Autos, von denen eines zwangsläufig auf der Straße parken muss. Das ist jetzt bereits der Fall und trägt auch dazu bei, dass das Gefahrenpotenzial besonders für Kinder weiter steigt. Wir erwarten somit eine deutliche Verschlechterung der Situation mit dem neuen Wohngebiet und auf der bisher einzigen geplanten Zufahrtsstraße über die Astrid-Lindgren-Straße.
Die Verkehrssituation morgens an der Kita, die gleich am Eingang der Astrid-Lindgren-Straße liegt, scheint in der Verkehrsplanung bisher nicht berücksichtigt. Viele Kinder werden morgens auf dem Weg zur Arbeit mit dem Auto gebracht, denn das Einzugsgebiet erstreckt sich auch auf die umliegenden Stadtteile und Dörfer. Die einzigen Parkplätze an der Kita sind dann alle belegt, es werden schon jetzt die Parkverbotszonen und Gehwege genutzt (das Ordnungsamt ist hier regelmäßig im Einsatz). Wir erwarten vor allem zur Stoßzeit morgens um 8 Uhr Staus und Konflikte, wenn Parkplätze gesucht und Autos gewendet werden, um wieder aus dem Wohngebiet hinauszufahren.
Wir fordern daher alternative Wege in das neue Baugebiet, zum Beispiel über die angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Straßen (z. B. Wichernstraße) und mehr ausgewiesene Flächen für Parkplätze. Auch alternative Lösungen wie eine Einbahnstraßenregelung sowie Parkverbotszonen (in 2. Reihe z. B.) sollten in die weitere Planung einbezogen werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass Familien ihre bereits angeschafften Autos mangels Stellplätzen im Wohngebiet wieder abschaffen. Das zeigt das Wohngebiet Winsener Wiesen Süd ganz deutlich. Man nutzt die Straße als Parkplatz, was die Unfallgefahr erhöht und die Fläche für Rettungsfahrzeuge einschränkt.
Zu viele Menschen auf zu engem Raum
Wir kritisieren die enorme Anzahl an Wohnungen: 282 Wohneinheiten in 25 Mehrfamilienhäusern sollen im neuen Wohngebiet entstehen. Zum Vergleich: es sind aktuell lediglich 77 Wohneinheiten in Einfamilien-/Reihen-/ Doppelhäusern geplant. Das bedeutet das Vierfache an Wohnungen in einem Wohngebiet, das ursprünglich von der Stadt als Wohnraum für junge Familien mit Wunsch nach einem Eigenheim angepriesen wurde.
Das ist bei keinem anderen Neubaugebiet der letzten Jahre in Winsen der Fall gewesen. So wurden im Neubaugebiet Kleiner Brümmelkamp zwar auch 9 Mehrfamilienhäuser geplant, doch sind diese im Verhältnis zu den Einfamilien-/Reihen-/Doppelhäusern in deutlich geringerer Anzahl. Im aktuellen Baugebiet “Am Luhedeich” (ehemals Bruno Franz) sind sogar noch weniger Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen vorgesehen. Hat man hier den Bedarf an günstigem Wohnraum berücksichtigt?
Auch wenn günstiger Wohnraum benötigt wird, muss eine gesunde Mischung aus Miete und Eigenheim berücksichtigt werden. Das zeigt auch die lange Warteliste von über 1.700 Suchenden für ein Grundstück in Winsen. Junge Familien zieht es nach Winsen, weil Wohnraum noch bezahlbar(er) ist als z. B. in Hamburg.
Wir fordern, dass im neu geplanten Baugebiet deutlich weniger Wohnungen entstehen, um zum Einen die Masse an Menschen zu reduzieren, die hier künftig leben soll. Zum Anderen macht man aus einem ursprünglich geplanten Wohngebiet für junge Familien ein Massenwohngebiet, das auf jedem Quadratmeter überbaut sein wird, um möglichst viele Menschen aufzunehmen. Mehrstöckige Mehrfamilienhäuser mit kaum Grünfläche werden an die Gärten von bestehenden kleinen Einfamilienhäusern geplant anstatt dort wo Grünfläche per se schon vorhanden ist z. B. im Norden des Baugebiets. Die bisher vorgesehenen Grünflächen sind weder ausreichend noch familienfreundlich. Hier besteht dringender Anpassungsbedarf.
Die Stadt Winsen hätte im neuen Baugebiet die Möglichkeit, ein für alle Menschen gleichermaßen attraktives Wohngebiet zu schaffen, in dem Ein- und Mehrfamilienhäuser und sozialer Wohnungsbau, attraktive Grünflächen und eine Infrastruktur mit kurzen Wegen vereint werden. Das kommt allen Anwohnern zugute und entspricht den Ansprüchen moderner Stadtplanung.
Im Moment macht es eher den Eindruck, die Stadt möchte auf wenig Fläche möglichst viele Menschen unterbringen - ohne Rücksicht auf die Lebensqualität der Menschen vor Ort.
Infrastruktur
Das neue Baugebiet liegt am Stadtrand, etwa 2 km entfernt vom nächsten Supermarkt und Bäcker. Fußläufig erreichbar sind die Dinge des täglichen Bedarfs damit nicht. Für einen Wocheneinkauf ist man auf Auto oder Lastenrad angewiesen, bei dieser Entfernung werden auch kleinere Besorgungen häufig mit dem Auto erledigt.
Bei der Entstehung des Wohngebiets Winsener Wiesen Süd wurde von der Stadt noch angekündigt, auf der bis dahin leeren Fläche am Michael-Ende-Weg Platz für Gewerbe (z. B. einen Bäcker) zu schaffen. Entstanden ist aber ein reines Wohnhaus mit 28 Einheiten.
Auch im neuen Wohngebiet ist bislang keine Gewerbefläche ausgewiesen, die Möglichkeit für kleine Geschäfte ist nur mündlich kommuniziert. Wir befürchten auch hier, dass die Stadt ihre Pläne kurzfristig ändern wird und reinen Wohnraum schafft, anstatt die dringend benötigte Infrastruktur auszubauen.
Kitas und Schulen im Umkreis haben ihre Kapazitätsgrenzen längst erreicht, neue Einrichtungen sind bisher nicht berücksichtigt. Im neuen Wohngebiet ist jeder Zentimeter mit Wohnhäusern verplant, eine Kita könnte hier nur entstehen, wenn auf mindestens 3-4 Einfamilienhäuser oder 1-2 Mehrfamilienhäuser verzichtet würde.
Auf einen Arzttermin warten Patienten in Winsen mitunter Monate, neu zugezogene Menschen werden in den Hausarztpraxen wegen Überfüllung nicht mehr aufgenommen (wir sprechen aus Erfahrung). Gleiches gilt für Logopäden, Therapeuten usw. Man wartet nicht selten über ein Jahr auf einen Termin. Bei - wie geplant - 1.000 Menschen im neuen Wohngebiet, die auch aus den umliegenden Städten zuziehen, wird die Versorgung noch schlechter. Wo soll das hinführen?
Wir fordern, dass die nötige Infrastruktur erst ausgebaut wird, bevor noch weitere neue Baugebiete auf der grünen Wiese entstehen.
Überflutungsgefahr und Naturschutz
Das neue Wohngebiet liegt nur wenige Kilometer vom Deich entfernt und mitten im Überflutungsgebiet. Laut aktueller Planung wird der Bereich des Wohngebiets stark verdichtet durch große Mehrfamilienhäuser und Flächen für Parkplätze. Grünflächen sind kaum eingeplant.
Bislang ist nicht ersichtlich, wie das Wasser abgeleitet werden soll. Das angrenzende Rückhaltebecken ist schon jetzt bei einer Auslastung von über 150 % - und das ohne das neue Wohngebiet.
Wir fordern eine Überprüfung des Plans, um zukünftige Überschwemmungen zu vermeiden und die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten.
Auch ist der Naturschutz nicht außer Acht zu lassen. In unmittelbarer Nähe haben sich Störche angesiedelt, für Rotwild ist dieses Gebiet besonders in der Brunftzeit ein wichtiger Rückzugsort. Auch andere Tierarten haben hier ihr Zuhause und würden mit der weiteren Verdichtung von Wohnraum vertrieben.
Nicht zuletzt: Wertverlust für unsere Häuser
Wir haben unsere Grundstücke und Häuser hier zu einem hohen Preis gekauft, denn uns wurde versprochen, wir würden auch zukünftig in einem ruhigen, familienfreundlichen und verkehrsberuhigten Wohngebiet leben. Das wird zukünftig nicht mehr der Fall sein. Durchgangsstraßen und Menschenmassen senken die Lebensqualität deutlich ab. Unsere Häuser verlieren dadurch an Wert.
Durch die zu erwartende Lärmbelastung, das hohe Verkehrsaufkommen und die extreme Bevölkerungsdichte an einem Ort stellen wir in Frage, ob die Quadratmeterpreise unserer Häuser bestehen bleiben.
Unterstützen Sie unsere Petition, wenn auch Sie wollen, dass Winsen (Luhe) ein Ort wird, an dem Familien mit Kindern sich wohl und sicher fühlen und das nach Plan wächst. Wir sind für ein buntes Winsen, das von einem guten Miteinander aller Menschen lebt!
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Das Problem
Wir, die Bewohner des Wohngebiets Winsener Wiesen Süd, fordern die Stadt Winsen dringend dazu auf, die Planung für das Neubaugebiet Winsener Wiesen Nordwest erheblich anzupassen.
Mit der Planung und Umsetzung des neuen Baugebietes Winsener Wiesen Nord West wird Wohnraum für mehr als 1.000 Menschen und somit ein komplettes Dorf aus dem Boden gestampft, das Stand heute weder über eine Kita oder einen Bäcker noch über eine vernünftige Zufahrtsstraße verfügt.
Die ursprüngliche Planung der Stadt war, ein Wohngebiet in der Größenordnung des bestehenden Winsener Wiesen Süd zu schaffen. Jetzt sollen hier 3x so viele Menschen leben.
Unsere Bedenken und Forderungen sind:
Sicherheit
Der einzige Weg in das neu geplante Baugebiet und wieder hinaus soll durch die Astrid-Lindgren-Straße führen und unter anderem direkt an einem Kindergarten vorbei. Diese Straße wird nach aktuellen Messungen durch die Stadt Winsen derzeit jeden Tag von etwa 800 Autos befahren. Mit Durchfahrt zum geplanten neuen Wohngebiet im Norden kommen laut Prognose der Planer weitere 1.788 Fahrzeuge pro 24 Stunden hinzu. Der zukünftige öffentliche Nahverkehr ist hierbei noch gar nicht berücksichtigt.
Die Astrid-Lindgren-Straße wird damit zum Nadelöhr für jeden, der in die Siedlung hinein oder wieder herausfahren möchte.
Schon jetzt fahren auf der schnurgeraden Astrid-Lindgren-Straße viele Fahrzeuge viel zu schnell, verkehrsberuhigende Maßnahmen sind in der Tempo-30-Zone, die mitten durch das Wohngebiet führt, weder umgesetzt noch geplant. Wir gehen deshalb von einer Lärmbelastung aus, die deutlich über der bisherigen Prognose liegt. Von der Stadt Winsen fordern wir zusätzlich zu der reinen Zählung der Fahrzeuge eine Messung der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten, um daraus realistische Maßnahmen für die Verkehrsberuhigung abzuleiten.
Wir sorgen uns um die Sicherheit unserer Kinder, deren Weg zur Schule und zur Kita über diese Straße und an ihr entlang führt. Am Nachmittag und an den Wochenenden spielen unsere Kinder draußen an der Straße und in den Spielstraßen. Es kam dort bereits zu gefährlichen Situationen durch die viel zu schnell fahrenden Autos. Außerdem befürchten wir eine deutlich höhere Lärm- und Feinstaubbelastung, die unsere Lebensqualität stark einschränkt.
Verkehr
Die Verkehrsbelastung wäre nicht nur direkt im Wohngebiet unzumutbar. Bei aktuell angeblichen 800 Fahrzeugen pro 24 Stunden und prognostizierten weiteren 1.788 Fahrzeugen mit dem neuen Wohngebiet im Norden ist das Verkehrsaufkommen enorm und für die Anwohner und Nutzer der Straße gleichermaßen belastend. Jedes Fahrzeug, das in die Siedlung fährt, muss über den Kreisel Hansestraße / Hamburger Straße, der zu Stoßzeiten schon jetzt stark ausgelastet ist. Der einzige Weg raus aus dem Wohngebiet ist die Kreuzung am Gehrdener Deich, die ebenfalls besonders zu Stoßzeiten wie morgens, nachmittags und abends stark befahren ist.
Parkplätze gibt es im aktuellen Wohngebiet zu wenige. Der Parkplatzschlüssel von 1,3 pro Wohneinheit geht nicht auf. Im neuen Wohngebiet sind sogar nur 1,0 Parkplätze pro Wohneinheit geplant. Vor allem Familien, in denen beide Partner berufstätig sind, besitzen oft 2 Autos, von denen eines zwangsläufig auf der Straße parken muss. Das ist jetzt bereits der Fall und trägt auch dazu bei, dass das Gefahrenpotenzial besonders für Kinder weiter steigt. Wir erwarten somit eine deutliche Verschlechterung der Situation mit dem neuen Wohngebiet und auf der bisher einzigen geplanten Zufahrtsstraße über die Astrid-Lindgren-Straße.
Die Verkehrssituation morgens an der Kita, die gleich am Eingang der Astrid-Lindgren-Straße liegt, scheint in der Verkehrsplanung bisher nicht berücksichtigt. Viele Kinder werden morgens auf dem Weg zur Arbeit mit dem Auto gebracht, denn das Einzugsgebiet erstreckt sich auch auf die umliegenden Stadtteile und Dörfer. Die einzigen Parkplätze an der Kita sind dann alle belegt, es werden schon jetzt die Parkverbotszonen und Gehwege genutzt (das Ordnungsamt ist hier regelmäßig im Einsatz). Wir erwarten vor allem zur Stoßzeit morgens um 8 Uhr Staus und Konflikte, wenn Parkplätze gesucht und Autos gewendet werden, um wieder aus dem Wohngebiet hinauszufahren.
Wir fordern daher alternative Wege in das neue Baugebiet, zum Beispiel über die angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Straßen (z. B. Wichernstraße) und mehr ausgewiesene Flächen für Parkplätze. Auch alternative Lösungen wie eine Einbahnstraßenregelung sowie Parkverbotszonen (in 2. Reihe z. B.) sollten in die weitere Planung einbezogen werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass Familien ihre bereits angeschafften Autos mangels Stellplätzen im Wohngebiet wieder abschaffen. Das zeigt das Wohngebiet Winsener Wiesen Süd ganz deutlich. Man nutzt die Straße als Parkplatz, was die Unfallgefahr erhöht und die Fläche für Rettungsfahrzeuge einschränkt.
Zu viele Menschen auf zu engem Raum
Wir kritisieren die enorme Anzahl an Wohnungen: 282 Wohneinheiten in 25 Mehrfamilienhäusern sollen im neuen Wohngebiet entstehen. Zum Vergleich: es sind aktuell lediglich 77 Wohneinheiten in Einfamilien-/Reihen-/ Doppelhäusern geplant. Das bedeutet das Vierfache an Wohnungen in einem Wohngebiet, das ursprünglich von der Stadt als Wohnraum für junge Familien mit Wunsch nach einem Eigenheim angepriesen wurde.
Das ist bei keinem anderen Neubaugebiet der letzten Jahre in Winsen der Fall gewesen. So wurden im Neubaugebiet Kleiner Brümmelkamp zwar auch 9 Mehrfamilienhäuser geplant, doch sind diese im Verhältnis zu den Einfamilien-/Reihen-/Doppelhäusern in deutlich geringerer Anzahl. Im aktuellen Baugebiet “Am Luhedeich” (ehemals Bruno Franz) sind sogar noch weniger Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen vorgesehen. Hat man hier den Bedarf an günstigem Wohnraum berücksichtigt?
Auch wenn günstiger Wohnraum benötigt wird, muss eine gesunde Mischung aus Miete und Eigenheim berücksichtigt werden. Das zeigt auch die lange Warteliste von über 1.700 Suchenden für ein Grundstück in Winsen. Junge Familien zieht es nach Winsen, weil Wohnraum noch bezahlbar(er) ist als z. B. in Hamburg.
Wir fordern, dass im neu geplanten Baugebiet deutlich weniger Wohnungen entstehen, um zum Einen die Masse an Menschen zu reduzieren, die hier künftig leben soll. Zum Anderen macht man aus einem ursprünglich geplanten Wohngebiet für junge Familien ein Massenwohngebiet, das auf jedem Quadratmeter überbaut sein wird, um möglichst viele Menschen aufzunehmen. Mehrstöckige Mehrfamilienhäuser mit kaum Grünfläche werden an die Gärten von bestehenden kleinen Einfamilienhäusern geplant anstatt dort wo Grünfläche per se schon vorhanden ist z. B. im Norden des Baugebiets. Die bisher vorgesehenen Grünflächen sind weder ausreichend noch familienfreundlich. Hier besteht dringender Anpassungsbedarf.
Die Stadt Winsen hätte im neuen Baugebiet die Möglichkeit, ein für alle Menschen gleichermaßen attraktives Wohngebiet zu schaffen, in dem Ein- und Mehrfamilienhäuser und sozialer Wohnungsbau, attraktive Grünflächen und eine Infrastruktur mit kurzen Wegen vereint werden. Das kommt allen Anwohnern zugute und entspricht den Ansprüchen moderner Stadtplanung.
Im Moment macht es eher den Eindruck, die Stadt möchte auf wenig Fläche möglichst viele Menschen unterbringen - ohne Rücksicht auf die Lebensqualität der Menschen vor Ort.
Infrastruktur
Das neue Baugebiet liegt am Stadtrand, etwa 2 km entfernt vom nächsten Supermarkt und Bäcker. Fußläufig erreichbar sind die Dinge des täglichen Bedarfs damit nicht. Für einen Wocheneinkauf ist man auf Auto oder Lastenrad angewiesen, bei dieser Entfernung werden auch kleinere Besorgungen häufig mit dem Auto erledigt.
Bei der Entstehung des Wohngebiets Winsener Wiesen Süd wurde von der Stadt noch angekündigt, auf der bis dahin leeren Fläche am Michael-Ende-Weg Platz für Gewerbe (z. B. einen Bäcker) zu schaffen. Entstanden ist aber ein reines Wohnhaus mit 28 Einheiten.
Auch im neuen Wohngebiet ist bislang keine Gewerbefläche ausgewiesen, die Möglichkeit für kleine Geschäfte ist nur mündlich kommuniziert. Wir befürchten auch hier, dass die Stadt ihre Pläne kurzfristig ändern wird und reinen Wohnraum schafft, anstatt die dringend benötigte Infrastruktur auszubauen.
Kitas und Schulen im Umkreis haben ihre Kapazitätsgrenzen längst erreicht, neue Einrichtungen sind bisher nicht berücksichtigt. Im neuen Wohngebiet ist jeder Zentimeter mit Wohnhäusern verplant, eine Kita könnte hier nur entstehen, wenn auf mindestens 3-4 Einfamilienhäuser oder 1-2 Mehrfamilienhäuser verzichtet würde.
Auf einen Arzttermin warten Patienten in Winsen mitunter Monate, neu zugezogene Menschen werden in den Hausarztpraxen wegen Überfüllung nicht mehr aufgenommen (wir sprechen aus Erfahrung). Gleiches gilt für Logopäden, Therapeuten usw. Man wartet nicht selten über ein Jahr auf einen Termin. Bei - wie geplant - 1.000 Menschen im neuen Wohngebiet, die auch aus den umliegenden Städten zuziehen, wird die Versorgung noch schlechter. Wo soll das hinführen?
Wir fordern, dass die nötige Infrastruktur erst ausgebaut wird, bevor noch weitere neue Baugebiete auf der grünen Wiese entstehen.
Überflutungsgefahr und Naturschutz
Das neue Wohngebiet liegt nur wenige Kilometer vom Deich entfernt und mitten im Überflutungsgebiet. Laut aktueller Planung wird der Bereich des Wohngebiets stark verdichtet durch große Mehrfamilienhäuser und Flächen für Parkplätze. Grünflächen sind kaum eingeplant.
Bislang ist nicht ersichtlich, wie das Wasser abgeleitet werden soll. Das angrenzende Rückhaltebecken ist schon jetzt bei einer Auslastung von über 150 % - und das ohne das neue Wohngebiet.
Wir fordern eine Überprüfung des Plans, um zukünftige Überschwemmungen zu vermeiden und die Sicherheit der Anwohner zu gewährleisten.
Auch ist der Naturschutz nicht außer Acht zu lassen. In unmittelbarer Nähe haben sich Störche angesiedelt, für Rotwild ist dieses Gebiet besonders in der Brunftzeit ein wichtiger Rückzugsort. Auch andere Tierarten haben hier ihr Zuhause und würden mit der weiteren Verdichtung von Wohnraum vertrieben.
Nicht zuletzt: Wertverlust für unsere Häuser
Wir haben unsere Grundstücke und Häuser hier zu einem hohen Preis gekauft, denn uns wurde versprochen, wir würden auch zukünftig in einem ruhigen, familienfreundlichen und verkehrsberuhigten Wohngebiet leben. Das wird zukünftig nicht mehr der Fall sein. Durchgangsstraßen und Menschenmassen senken die Lebensqualität deutlich ab. Unsere Häuser verlieren dadurch an Wert.
Durch die zu erwartende Lärmbelastung, das hohe Verkehrsaufkommen und die extreme Bevölkerungsdichte an einem Ort stellen wir in Frage, ob die Quadratmeterpreise unserer Häuser bestehen bleiben.
Unterstützen Sie unsere Petition, wenn auch Sie wollen, dass Winsen (Luhe) ein Ort wird, an dem Familien mit Kindern sich wohl und sicher fühlen und das nach Plan wächst. Wir sind für ein buntes Winsen, das von einem guten Miteinander aller Menschen lebt!
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Petition am 28. Februar 2024 erstellt