Nein zu nur 1-monatigem gemeinsamen Elterngeld!

Nein zu nur 1-monatigem gemeinsamen Elterngeld!

Das Problem

Ab April 2024 stehen Paaren weiterhin die 14 Monaten Elterngeld insgesamt zur Verfügung, aber gemeinsam zu Hause bleiben und parallel Elterngeld beziehen – das soll innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes nur noch für einen Monat möglich sein. (Merkur.de)

Dies wird die Entwicklung begünstigen, dass der Großteil der Elternzeit wieder auf Lasten der Frau getragen wird und der Mann maximal zwei Monate Zuhause bleibt. Begründet wird die Reform damit, dass Paaren vorgeworfen wird, die gemeinsamen Elternzeit als Urlaub zu nutzen (Merkur.de). 

Dieser Vorwurf zeigt das unrealistische Bild auf, dass Eltern sich auf Kosten des Staates eine schöne erholsame Zeit mit ihrem Baby machen. Jeder mit einem Kind weiß jedoch, dass die ersten Lebensmonate mit Baby alles andere als eine ruhige erholsame Zeit sind, egal wo man sie verbringt. Durch gemeinsame Monate gibt es auch nicht mehr Elterngeld als durch andere Modelle, sodass der "Urlaub" auch sicher nicht durch das Geld finanziert wird, sondern aus eigener Tasche, wenn die Eltern es wünschen. Im Gegenteil stehen Eltern mit gemeinsamen Elterngeld Monaten oft dem Arbeitsmarkt wieder früher zur Verfügung, weil die bezahlte Zeit nur sehr begrenzt ist und zahlen dadurch schneller wieder Steuern. Den Eltern sollte auch in Zukunft die Möglichkeit erhalten bleiben, ihre bezahlte Elternzeit so einzuteilen, wie es am Besten zu ihrer individuellen Situation passt. 

Die geplante Änderung des Elterngeldes, hat weitreichende Auswirkungen. Hier sind einige Punkte, die die Problematik dieser Änderung verdeutlichen, sofern der wahrscheinliche Fall eintritt, dass die Frau nach einem Monat alleine zuhause bleibt:

  • Gemeinsame Elternzeit wird kürzer, als das Wochenbett: Die ersten 8 Wochen nach der Geburt sind für Mütter physisch und psychisch eine sehr herausfordernde Zeit. Sie bedürfen besonderer Unterstützung, um sich körperlich von der Geburt erholen zu können und auch emotionale Unterstützung, um mit der neuen Familie Situation und eventuellen Geburtstraumata oder Wochenbettdepression umgehen zu können. Partner können durch die neue Regelung nicht einmal mehr diese sensible Zeit mit ihrer Partnerin gemeinsam verbringen und den Haushalt und Geschwisterkindbetreuung voll übernehmen. Als Mutter im Wochenbett komplett auf sich allein gestellt zu sein, kann zur ernsthaften körperlichen und psychischen Belastung werden und die Regeneration nach der Geburt ernsthaft behindern.
  • Positive Effekte der gemeinsamen Elternzeit auf die Familie gehen verloren: Zusammengefasst zeigen Studien, dass Väter, die Elternzeit nehmen, eine stärkere emotionale Bindung zu ihren Kindern entwickeln und langfristig mehr Verantwortung in der Kinderbetreuung und im Haushalt übernehmen. Dies führt zu einer gerechteren Aufteilung der familiären Pflichten, verbessert die Lebenszufriedenheit der Väter und stärkt die Partnerschaft. Zudem hat die aktive Beteiligung der Väter in der Frühphase des Kindes einen positiven Einfluss auf die emotionale Gesundheit des Babys (Spektrum Wissenschaft)(Elsevier). Das Männer alleine die Kinderbetreuung in der Elternzeit übernehmen ist ein schöner Gedanke, aber ohne Zwang zu mehr als einem Monat getrennter Betreuung und nur einem Monat möglicher gemeinsamer Betreuung unrealistisch. Wenn die Mutter dazu gezwungen ist, bereits am Ende des Wochenbetts allein die Betreuung zu übernehmen, ist es unwahrscheinlich, dass die Betreuung überhaupt in den ersten Lebensmonaten von einem Monat auf den anderen komplett auf den Vater übertragen wird, da sich Kind und Vater erst aufeinander einstellen müssen. Im Gegenteil bietet eine gemeinsame Betreuung sogar einen Anreiz für Frauen, früher wieder in den Beruf in Teilzeit einzusteigen und die Partnerschaft Bonus Monate zu verwenden. Es kann in den gemeinsamen Monaten die Bindung zwischen Vater und Kind gestärkt werden, sodass Väter eher dazu bereit sind, sich die Kinderbetreuung während gemeinsamer Teilzeitarbeit zu teilen oder selbst komplett zu übernehmen.
  • Gesellschaftliche Entwicklung: Eine Reduzierung der gemeinsamen Elternzeit könnte eine Rückkehr zu traditionelleren Familienmodellen fördern, in denen Frauen hauptsächlich die Kinderbetreuung übernehmen, was wiederum ihre beruflichen Möglichkeiten einschränkt. Wenn nun zwei Bewerber mit unterschiedlichem Geschlecht im Alter von 30 Jahren zur Verfügung stehen, ist glasklar, wer für Elternzeit in Frage kommt und demnach der attraktivere Angestellte ist. Das wirkt sich auch negativ auf Frauen aus, die gar keine Kinder bekommen möchten.
  • Persönliche Freiheit und Wahlmöglichkeit wird genommen: Die Einschränkung nimmt Eltern die Wahlmöglichkeit, wie sie ihre Elternzeit gestalten möchten, was insbesondere progressiven Paaren schadet, die ein gleichberechtigtes Familienmodell anstreben. Besonders Väter, welche gerne die ersten Monate mit Ihrem Kind verbringen möchten, wird dieser Wunsch stark erschwert.
  • Auswirkungen auf die psychische Gesundheit: Die Unterstützung durch den Partner in den ersten Lebensmonaten des Kindes ist essentiell für das psychische Wohlbefinden der Mutter und geht mit der Entwicklung verloren.

Insgesamt zeigen diese Punkte, dass die geplante Änderung des Elterngeldes weitreichende negative Auswirkungen auf Familien, die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Gesellschaft als Ganzes haben könnten. Das gerade von einer angeblich progressiven Regierung eine solche Änderung unter der Hand beschlössen wird, ist ein Stich in den Rücken, gegen den vorgegangen werden muss!

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Das Problem

Ab April 2024 stehen Paaren weiterhin die 14 Monaten Elterngeld insgesamt zur Verfügung, aber gemeinsam zu Hause bleiben und parallel Elterngeld beziehen – das soll innerhalb der ersten zwölf Lebensmonate des Kindes nur noch für einen Monat möglich sein. (Merkur.de)

Dies wird die Entwicklung begünstigen, dass der Großteil der Elternzeit wieder auf Lasten der Frau getragen wird und der Mann maximal zwei Monate Zuhause bleibt. Begründet wird die Reform damit, dass Paaren vorgeworfen wird, die gemeinsamen Elternzeit als Urlaub zu nutzen (Merkur.de). 

Dieser Vorwurf zeigt das unrealistische Bild auf, dass Eltern sich auf Kosten des Staates eine schöne erholsame Zeit mit ihrem Baby machen. Jeder mit einem Kind weiß jedoch, dass die ersten Lebensmonate mit Baby alles andere als eine ruhige erholsame Zeit sind, egal wo man sie verbringt. Durch gemeinsame Monate gibt es auch nicht mehr Elterngeld als durch andere Modelle, sodass der "Urlaub" auch sicher nicht durch das Geld finanziert wird, sondern aus eigener Tasche, wenn die Eltern es wünschen. Im Gegenteil stehen Eltern mit gemeinsamen Elterngeld Monaten oft dem Arbeitsmarkt wieder früher zur Verfügung, weil die bezahlte Zeit nur sehr begrenzt ist und zahlen dadurch schneller wieder Steuern. Den Eltern sollte auch in Zukunft die Möglichkeit erhalten bleiben, ihre bezahlte Elternzeit so einzuteilen, wie es am Besten zu ihrer individuellen Situation passt. 

Die geplante Änderung des Elterngeldes, hat weitreichende Auswirkungen. Hier sind einige Punkte, die die Problematik dieser Änderung verdeutlichen, sofern der wahrscheinliche Fall eintritt, dass die Frau nach einem Monat alleine zuhause bleibt:

  • Gemeinsame Elternzeit wird kürzer, als das Wochenbett: Die ersten 8 Wochen nach der Geburt sind für Mütter physisch und psychisch eine sehr herausfordernde Zeit. Sie bedürfen besonderer Unterstützung, um sich körperlich von der Geburt erholen zu können und auch emotionale Unterstützung, um mit der neuen Familie Situation und eventuellen Geburtstraumata oder Wochenbettdepression umgehen zu können. Partner können durch die neue Regelung nicht einmal mehr diese sensible Zeit mit ihrer Partnerin gemeinsam verbringen und den Haushalt und Geschwisterkindbetreuung voll übernehmen. Als Mutter im Wochenbett komplett auf sich allein gestellt zu sein, kann zur ernsthaften körperlichen und psychischen Belastung werden und die Regeneration nach der Geburt ernsthaft behindern.
  • Positive Effekte der gemeinsamen Elternzeit auf die Familie gehen verloren: Zusammengefasst zeigen Studien, dass Väter, die Elternzeit nehmen, eine stärkere emotionale Bindung zu ihren Kindern entwickeln und langfristig mehr Verantwortung in der Kinderbetreuung und im Haushalt übernehmen. Dies führt zu einer gerechteren Aufteilung der familiären Pflichten, verbessert die Lebenszufriedenheit der Väter und stärkt die Partnerschaft. Zudem hat die aktive Beteiligung der Väter in der Frühphase des Kindes einen positiven Einfluss auf die emotionale Gesundheit des Babys (Spektrum Wissenschaft)(Elsevier). Das Männer alleine die Kinderbetreuung in der Elternzeit übernehmen ist ein schöner Gedanke, aber ohne Zwang zu mehr als einem Monat getrennter Betreuung und nur einem Monat möglicher gemeinsamer Betreuung unrealistisch. Wenn die Mutter dazu gezwungen ist, bereits am Ende des Wochenbetts allein die Betreuung zu übernehmen, ist es unwahrscheinlich, dass die Betreuung überhaupt in den ersten Lebensmonaten von einem Monat auf den anderen komplett auf den Vater übertragen wird, da sich Kind und Vater erst aufeinander einstellen müssen. Im Gegenteil bietet eine gemeinsame Betreuung sogar einen Anreiz für Frauen, früher wieder in den Beruf in Teilzeit einzusteigen und die Partnerschaft Bonus Monate zu verwenden. Es kann in den gemeinsamen Monaten die Bindung zwischen Vater und Kind gestärkt werden, sodass Väter eher dazu bereit sind, sich die Kinderbetreuung während gemeinsamer Teilzeitarbeit zu teilen oder selbst komplett zu übernehmen.
  • Gesellschaftliche Entwicklung: Eine Reduzierung der gemeinsamen Elternzeit könnte eine Rückkehr zu traditionelleren Familienmodellen fördern, in denen Frauen hauptsächlich die Kinderbetreuung übernehmen, was wiederum ihre beruflichen Möglichkeiten einschränkt. Wenn nun zwei Bewerber mit unterschiedlichem Geschlecht im Alter von 30 Jahren zur Verfügung stehen, ist glasklar, wer für Elternzeit in Frage kommt und demnach der attraktivere Angestellte ist. Das wirkt sich auch negativ auf Frauen aus, die gar keine Kinder bekommen möchten.
  • Persönliche Freiheit und Wahlmöglichkeit wird genommen: Die Einschränkung nimmt Eltern die Wahlmöglichkeit, wie sie ihre Elternzeit gestalten möchten, was insbesondere progressiven Paaren schadet, die ein gleichberechtigtes Familienmodell anstreben. Besonders Väter, welche gerne die ersten Monate mit Ihrem Kind verbringen möchten, wird dieser Wunsch stark erschwert.
  • Auswirkungen auf die psychische Gesundheit: Die Unterstützung durch den Partner in den ersten Lebensmonaten des Kindes ist essentiell für das psychische Wohlbefinden der Mutter und geht mit der Entwicklung verloren.

Insgesamt zeigen diese Punkte, dass die geplante Änderung des Elterngeldes weitreichende negative Auswirkungen auf Familien, die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Gesellschaft als Ganzes haben könnten. Das gerade von einer angeblich progressiven Regierung eine solche Änderung unter der Hand beschlössen wird, ist ein Stich in den Rücken, gegen den vorgegangen werden muss!

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Petition am 12. Dezember 2023 erstellt