Thea SuhDeutschland
02.03.2021

Folgenden Brief habe ich an Bayern 3 zusätzlich per Mail/WhatsApp/Twitter zukommen lassen. Eine Reaktion steht noch aus.

An die Verantwortlichen bei Bayern 3 

Guten Tag, ich schreibe als eine der vielen Asiatisch-Deutschen, die in Deutschland vom Rassismus betroffen sind.

Das Verhalten hier das Moderators und ihre gemeinsame Entschuldigung, die für mich leider einer Nonpology gleich kommt, hat mich nicht überrascht. Nahezu immer wird in Entschuldigungen davon gesprochen, dass man lernen möchte, dass man ernste Gespräch geführt, damit es nicht wieder passiert. Aber es passiert nichts. 

Insbesondere das Thema anti-asiatischer Rassismus wird und wurde nicht von ihrer Anstalt, und noch von anderen deutschen Medienanstalten behandelt.

Es ist unglaublich frech, gute und wertvolle Arbeit zB für Geflüchtete, als Alibi zu benutzen, dass man nicht rassistisch sei. Auch Menschen, die sich gegen Rassismus engagieren, können internalisierten Rassismus in sich tragen. 

Ich persönlich habe in Ihrer Entschuldigung und in der Entschuldigung des Moderators keinerlei Hinweise darauf gesehen, dass Sie das Thema anti-asiatischer Rassismus ernst nehmen, und wirklich lernen möchten. Wenn das so weitergeht sehen wir uns bei der nächsten übergriffigen, rassistischen Beleidigung wieder. Das geht so nicht weiter. 

Es ist für Bayern 3 ein kleines, eine Stunde Sendezeit bereitzustellen, um über anti-asiatischen Rassismus zu sprechen. Sie haben vor Millionenpublikum rassistische Äußerung tätigen lassen. Seien Sie jetzt so mutig und selbstkritisch, und geben Asiatisch-Deutschen eine Stimme, um ihrer Zuhörerschaft zu zeigen: Wir hören euch. Wir haben gelernt. 

Ihr Moderator kann jetzt zwar eine Auszeit nehmen, aber wir Asiatisch-Deutsche, die tagtäglich von anti-asiatischen Ressentiments betroffen sind, wir können uns keinen Urlaub vom Rassismus nehmen. 

Bayern 3, Herr Matuschik. Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen und gestalten Sie eine Sendung zum Thema anti-asiatischer Rassismus.

Organisationen und Aktivisten wie korientation und ichbinkeinvirus.org können als kompetente Berater*innen angefragt werden - Sollten Sie als staatlich unterstützte Institution nicht das nötige Kleingeld für diese Beratungsarbeit haben, helfe ich Ihnen auch sehr gerne mit einer Keyword-Liste mit Wörtern zum Googlen aus. 

Um diesen Brief an Sie, Bayern 3 und Herrn Matuschik mit einer persönlichen Note zu beenden: ich schreibe hier als Privatperson, ich schreibe hier als jemand, der im Alltag vom Rassismus betroffen ist. Mir helfen keine warmen Worte. Mir helfen Taten. Ich sehe, dass dieser Vorfall dazu dienen kann, wirklich zu lernen. Sie, Bayern 3, könnten den ersten Schritt dazu tun. Sie müssen es nur wollen.

Anbei finden Sie den Link zu der Petition, die sich stetig aktualisiert mit aktuell über 4800 Unterschriften.

Übrigens, das ist eine Forderung und keine Bitte.

Mit freundlichen Grüßen 

Thea Suh 

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