#Mutterschutzgesetz für Alle Frauen!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 50.000.


Mehr als 20 Jahre bin ich selbstständig in der Gastronomie tätig, bevor meine Lebensgrundlage mit meiner dritten Schwangerschaft komplett zerstört wird, weil das deutsche Mutterschutzgesetz selbstständigen Frauen nicht die gleichen Rechte gewährt, wie Arbeitnehmerinnen.

Als ich 2013 meine eigene Kochschule eröffnete lief es sehr gut an. Mein Konzept ging auf und ich konnte als Alleinerziehende gut für meine damals 2 Kinder sorgen. 2016 wurde ich jedoch unerwartet schwanger. Und das veränderte alles. Im 5. Monat dann wird bei einem Arztbesuch klar: Diese Schwangerschaft werde ich nicht, wie bei den beiden vorherigen Schwangerschaften, durcharbeiten können. Der Arzt diagnostizierte eine Risikoschwangerschaft, die, wäre ich angestellt gewesen, zu einem sofortigen Beschäftigungsverbot geführt hätte. Aber angestellt bin ich nun mal nicht und deshalb bringt mir dieser Schein auch nichts. Schon vor dieser Zeit habe ich versucht zu eruieren, was ich machen kann, wie ich meine Kochschule halten kann, wenn ich ausfalle. 

Keine Schwangerschaft sollte mit derartigen Existenzängsten einhergehen. Selbstständige müssen, genauso wie jede andere werdende Mutter, vor und nach der Geburt einen besonderen Schutz genießen.

Für mich hieß es jedoch: IHK, etliche familienfreundliche Parteien, Finanzamt, Jobcenter, Schuldnerberatung, Stiftungen, Anwält*innen, Eilanträge vor Gericht. Was habe ich alles versucht um eine Lösung zu finden. Helfen konnte oder wollte mir keiner. Egal wohin ich ging, egal was ich beantragte, ich wurde als erfolgreiche Geschäftsführerin gesehen. Dass es mir als Gesellschafterin gesetzlich nicht erlaubt ist, einfach Geld aus meinem Unternehmen zu nehmen, verstand keiner. Am Ende steht nicht nur die geschäftliche, sondern auch die private Insolvenz. 

Wie kann es sein, dass eine selbstständige Frau in Deutschland sich nicht für ein Kind entscheiden kann, ohne direkt alles zu verlieren? Steht selbstständigen Frauen nicht derselbe Mutterschutz zu, den andere Frauen genießen? Muss erst die komplette Existenz zerstört sein, bevor man als werdende Mutter gesehen wird? 

Mit meiner Geschichte stehe ich in Deutschland nicht alleine da! Ich habe es satt! Es muss sich jetzt etwas ändern, damit anderen selbstständigen werdenden Müttern nicht dieses Schicksal widerfährt. Ich fordere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Franziska Giffey und Bundesjustizministerin Christine Lambrecht dazu auf: Verankern Sie den Schutz JEDER Frau im Mutterschutzgesetz. 

Jeder werdenden Mutter muss unabhängig von der Art ihrer Beschäftigung ein Schutz von 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt zustehen. OHNE fürchten zu müssen vor den Scherben ihrer Existenz zu stehen! Diese Schutzmaßnahme muss auch eine Lohnfortzahlung für diesen Zeitraum beinhalten, der es ermöglicht die Grundbedürfnisse, wie Wohnen und Essen abzudecken. 

Es kann nicht sein, dass werdende Mütter noch auf dem Weg in den Kreißsaal geschäftliche Telefonate führen müssen oder bereits 3 Tage nach der Geburt arbeiten, aus Angst alles zu verlieren. Es kann nicht sein, dass Richter*innen mir auf meine Frage “Ob ich denn als werdende Mutter keine Rechte habe” antworten, “das hätte ich mit meiner Selbstständigkeit verwirkt”. 

Hört auf uns dafür zu bestrafen, dass wir es wagen selbstständig und Mütter zu sein! Schluss mit der Diskriminierung und Ungleichbehandlung von selbstständigen werdenden Müttern. 

Ich fordere, ein Mutterschutzgesetz für alle! 

Bitte unterstützt mich bei meiner Kampagne! 

Eure Steffi Metz

 

Mehr zu mir: 

Selbstständigkeit: Schwanger in die Pleite

Steffi Metz - Facebook Seite