

Missbrauch in Kirchen und Gemeinden stoppen! Hinweisgebersysteme einführen. Jetzt!


Missbrauch in Kirchen und Gemeinden stoppen! Hinweisgebersysteme einführen. Jetzt!
Das Problem
Die katholische und die evangelische Kirche sowie die Freikirchen und freien religiösen Gemeinschaften befinden sich immer wieder durch Skandale, insbesondere wegen sexuellen, geistlichen und religiösen Machtmissbrauchs, negativ in den Schlagzeilen.
In einer 2018 veröffentlichten Studie der Deutschen Bischofskonferenz wurde beispielsweise 1.670 Klerikern der katholischen Kirche sexuelle Vergehen an Minderjährigen vorgeworfen - das entspricht jedem 20. Kleriker in Deutschland. Gleichzeitig wäre die Hälfte dieser Fälle ohne Hinweise der Betroffenen nicht einmal entdeckt worden, da die Personalakten der Beschuldigten keine Hinweise enthielten. Die Akten seien in vielen Fällen “vernichtet oder manipuliert” worden, so das Ergebnis der Studie. Zu Recht spricht einer der Co-Autoren deshalb von “systematischer Vertuschung”.
Als unabhängige und überkonfessionelle Initiative wollen wir nicht länger zusehen, wie Menschen in Kirchen einerseits massives Unrecht geschieht und wie andererseits Kirchen durch die Grenzüberschreitungen Verantwortungstragender als spirituelle Orte immer weiter an Bedeutung verlieren. Jedes Jahr werden neue Höchststände von Kirchen- und Gemeindeaustritten gemeldet.
Wir wollen, dass religiöse Gemeinschaften ein wertvoller und inspirierender Teil unserer Gesellschaft sind und schätzen die sinnstiftende Arbeit vieler Haupt- und Ehrenamtlicher wert.
Religiöse Gemeinschaften müssen sichere Räume sein, in denen Menschen jeder Herkunft, jeden Lebensstils angst- und diskriminierungsfrei Beziehungen leben und sich engagieren können.
Mit der Initiative “Kirche trägt Verantwortung” setzen wir JETZT ein Zeichen für Transparenz. Wir fordern, dass Kirchen und religiöse Gemeinschaften ihre enorme gesellschaftliche und ethische Verantwortung wahrnehmen.
Wir stellen daher die folgenden vier Forderungen auf:
- Jede religiöse Gemeinschaft in Deutschland soll verpflichtet werden, ein Hinweisgebersystem einzurichten. Die bereits vorhandene EU-Hinweisgeber-Richtlinie 2019/1937 soll dazu auf religiöse Gemeinschaften jedweder Rechtsform ausgeweitet bzw. entsprechend in nationales deutsches Recht übertragen werden.
- Ein Hinweisgebersystem in religiösen Gemeinschaften muss eingebunden sein in transparente Prozesse, unabhängige Strukturen und eine konstruktive Fehler- und Feedbackkultur. Dafür schlagen wir 7 objektiv überprüfbare Gütekriterien vor.
- Es braucht unabhängige, staatlich legitimierte Ombudsstellen und die verpflichtende Teilnahme an Ombudsverfahren. Diese sollen als neutrale & strukturierte Eskalationsstufe für Grenzüberschreitungen wie Macht- oder geistlichen Missbrauch dienen.
- Wir fordern eine Rechtsgrundlage, die eine regelmäßige Prüfung des Hinweisgebersystems verpflichtend macht. Insbesondere soll die regelmäßige Prüfung zur Voraussetzung für die vom Gesetzgeber gewährte Privilegien (wie bspw. die Gemeinnützigkeit) gemacht werden.
Ein Hinweisgebersystem beschreibt einen strukturierten und vertraulichen Kommunikationskanal, um auf Grenzüberschreitungen in vielen Formen jederzeit nachvollziehbar hinzuweisen: beispielsweise auf sexualisierten Missbrauch, geistlichen Missbrauch und Machtmissbrauch, aber auch auf finanzielle Unregelmäßigkeiten und Verstöße gegen Gesetze oder den Datenschutz.
Große Unternehmen und Organisationen sind bereits heute durch die EU-Hinweisgeber-Richtlinie 2019/1937 dazu verpflichtet, ein solches System einzurichten.
Gerade im Raum der religiösen Gemeinschaften hat ein Hinweisgebersystem großes Potenzial
- durch Transparenz Vertrauen zu stärken,
- aktuelle Grenzüberschreitungen sichtbar zu machen ("Gefahr in Verzug") sowie
- Missbrauch begünstigende Strukturen schneller zu identifizieren und präventiv zu verändern.
Weitere Informationen zur Initiative und zum Kreis der Unterstützenden unter: https://www.kircheträgtverantwortung.de

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Das Problem
Die katholische und die evangelische Kirche sowie die Freikirchen und freien religiösen Gemeinschaften befinden sich immer wieder durch Skandale, insbesondere wegen sexuellen, geistlichen und religiösen Machtmissbrauchs, negativ in den Schlagzeilen.
In einer 2018 veröffentlichten Studie der Deutschen Bischofskonferenz wurde beispielsweise 1.670 Klerikern der katholischen Kirche sexuelle Vergehen an Minderjährigen vorgeworfen - das entspricht jedem 20. Kleriker in Deutschland. Gleichzeitig wäre die Hälfte dieser Fälle ohne Hinweise der Betroffenen nicht einmal entdeckt worden, da die Personalakten der Beschuldigten keine Hinweise enthielten. Die Akten seien in vielen Fällen “vernichtet oder manipuliert” worden, so das Ergebnis der Studie. Zu Recht spricht einer der Co-Autoren deshalb von “systematischer Vertuschung”.
Als unabhängige und überkonfessionelle Initiative wollen wir nicht länger zusehen, wie Menschen in Kirchen einerseits massives Unrecht geschieht und wie andererseits Kirchen durch die Grenzüberschreitungen Verantwortungstragender als spirituelle Orte immer weiter an Bedeutung verlieren. Jedes Jahr werden neue Höchststände von Kirchen- und Gemeindeaustritten gemeldet.
Wir wollen, dass religiöse Gemeinschaften ein wertvoller und inspirierender Teil unserer Gesellschaft sind und schätzen die sinnstiftende Arbeit vieler Haupt- und Ehrenamtlicher wert.
Religiöse Gemeinschaften müssen sichere Räume sein, in denen Menschen jeder Herkunft, jeden Lebensstils angst- und diskriminierungsfrei Beziehungen leben und sich engagieren können.
Mit der Initiative “Kirche trägt Verantwortung” setzen wir JETZT ein Zeichen für Transparenz. Wir fordern, dass Kirchen und religiöse Gemeinschaften ihre enorme gesellschaftliche und ethische Verantwortung wahrnehmen.
Wir stellen daher die folgenden vier Forderungen auf:
- Jede religiöse Gemeinschaft in Deutschland soll verpflichtet werden, ein Hinweisgebersystem einzurichten. Die bereits vorhandene EU-Hinweisgeber-Richtlinie 2019/1937 soll dazu auf religiöse Gemeinschaften jedweder Rechtsform ausgeweitet bzw. entsprechend in nationales deutsches Recht übertragen werden.
- Ein Hinweisgebersystem in religiösen Gemeinschaften muss eingebunden sein in transparente Prozesse, unabhängige Strukturen und eine konstruktive Fehler- und Feedbackkultur. Dafür schlagen wir 7 objektiv überprüfbare Gütekriterien vor.
- Es braucht unabhängige, staatlich legitimierte Ombudsstellen und die verpflichtende Teilnahme an Ombudsverfahren. Diese sollen als neutrale & strukturierte Eskalationsstufe für Grenzüberschreitungen wie Macht- oder geistlichen Missbrauch dienen.
- Wir fordern eine Rechtsgrundlage, die eine regelmäßige Prüfung des Hinweisgebersystems verpflichtend macht. Insbesondere soll die regelmäßige Prüfung zur Voraussetzung für die vom Gesetzgeber gewährte Privilegien (wie bspw. die Gemeinnützigkeit) gemacht werden.
Ein Hinweisgebersystem beschreibt einen strukturierten und vertraulichen Kommunikationskanal, um auf Grenzüberschreitungen in vielen Formen jederzeit nachvollziehbar hinzuweisen: beispielsweise auf sexualisierten Missbrauch, geistlichen Missbrauch und Machtmissbrauch, aber auch auf finanzielle Unregelmäßigkeiten und Verstöße gegen Gesetze oder den Datenschutz.
Große Unternehmen und Organisationen sind bereits heute durch die EU-Hinweisgeber-Richtlinie 2019/1937 dazu verpflichtet, ein solches System einzurichten.
Gerade im Raum der religiösen Gemeinschaften hat ein Hinweisgebersystem großes Potenzial
- durch Transparenz Vertrauen zu stärken,
- aktuelle Grenzüberschreitungen sichtbar zu machen ("Gefahr in Verzug") sowie
- Missbrauch begünstigende Strukturen schneller zu identifizieren und präventiv zu verändern.
Weitere Informationen zur Initiative und zum Kreis der Unterstützenden unter: https://www.kircheträgtverantwortung.de

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Petition am 19. März 2022 erstellt