Abiturprüfung im Saarland war unangemessen !

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Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Abiturienten des Saarlandes  fanden das Hörverstehen des E-Kurses im Fach Englisch dieses Jahr (2018) unangemessen.

Für das Hörverstehen haben die Schüler insgesamt 30 Minuten Zeit, inklusive fünf Minuten Einlesezeit, vor Beginn des Hörverstehens, um die Prüfungsaufgaben zu erfassen. Dieses Jahr wurde das Hörverstehen in vier Aufgabenstellungen gegliedert. 

Die erste Aufgabenstellung bezog sich auf die Meeresverschmutzung und hatte den Titel: "Plastics Don't Disappear, But They Do End Up In Seabirds' Bellies". Der genannte Text beinhaltete viel fachspezifisches Vokabular, dass einem Schüler mit der Englischkenntniss B2, bestenfalls C1, nicht gebräuchlich ist.  Zwar war "Pollution" Inhalt des Lehrplans, dennoch wurde sich in diesem sehr kurzen Text rein fachspezifisch geäußert. Außerdem wurde der abgespielte Dialog, im Vergleich zu den Hörverstehen der vorherigen Jahre, relativ schnell gesprochen, weshalb man sich als Schüler nicht dementsprechend auf dieses Anforderungsniveau vorbereiten konnte. Zudem wurden die Anforderungen der Aufgabe zu hoch gestellt, da die meisten Schüler selbst nach der Wiederholung des Gesprächs das gesamte Vokabular in solch kurzer Zeit nicht er fassen konnten, da beispielsweise eine Aufgabenstellung nochmals untergliedert wurde, wodurch man zusätzlich spezifisch unterscheiden musste, welche verlangten Informationen nun aufgefasst werden sollten. Die Aufgaben waren auch zum Teil verwirrend für die Schüler dargestellt, weshalb sie die Aufgabenstellung nicht richtig erfassen konnten. In den letzten Abituren des Hörverstehens konnte man deutlich die Fragestellungen zu dem Gehörten zuordnen. In diesem Jahr war dies nicht der Fall und deshalb konnten viele Schüler ihre Arbeitsblätter selbst nach dem zweiten Hören nicht, oder nur kaum, ausfüllen. 

Die zweite Aufgabe wurde zwar wegen starken Hintergrundgeräuschen und Redewendungen ( beispielsweise "white collar and blue collar"), die viele Schüler nicht entschlüsseln konnten, kritisiert, war aber ebenso wie Aufgabe drei machbar und dem Niveau eines E-Kurses angepasst. 

Aufgabe vier jedoch sprengte mit einem Arbeitsblatt zum ankreuzen, das sich über zwei Seiten erstreckte, komplett den Rahmen. Die Aufgabenstellung schien für die meisten der Schüler sehr allgemein gestellt und nicht chronologisch geordnet gewesen zu sein und brachte so noch mehr Verwirrung mit sich. Ebenso mussten die Antworten oft durch logisches Denken angekreuzt werden, anstatt wie gewohnt, durch Fakten aus dem Hörverstehen sachlich belegt zu werden. Der Dialog war an vielen Stellen undeutlich und nicht zu verstehen, da das Gespräch ein Radiointerview war, das über ein Telefonat lief. Oft war es unmöglich sich im Verlauf des Gespräches zu orientieren. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass besonders Aufgabe eins und vier für den Großteil der Abiturienten im E-Kurs kaum machbar war. Weil zu den zu hohen Anforderungen, auch die Tonspur der Originaltexte beschleunigt wurde, konnten die diesjährigen Schüler die Aufgaben nur sehr erschwert oder gar nicht bearbeiten. 

Wir sind der Meinung, dass die allgemeine Hochschulreife, ihr Niveau nicht verändern sollte, da es in einer Hinsicht unangemessen und nicht gleichberechtigt war, im Vergleich zu vorherigen Abituren. Zudem wird in den Abiturprüfungen ab 2020 das Hörverstehen kein Pflichtteil mehr sein, weshalb wir diese Prüfung als sehr "unfair" empfinden. Selbst für Schüler, die das Cambridge Certificate ( Zertifikat für Englischkenntnisse an einer Universität ), welches offizielle Standards für den Anforderungsgrad beinhaltet, erfolgreich abgeschlossen haben, war das diesjährige Englischabitur zu anspruchsvoll und kaum machbar. 

Deshalb sind wir der Meinung, dass der Anspruch der Abiturprüfung, das Leistungsvermögen der Schüler neutral zu bewerten, nicht gerecht wurde. Diejenigen, die in der Lage gewesen wären, eine Abiturprüfung zu absolvieren, die dem Niveau der vorherigen Jahre entsprochen hätte, wurden durch zu hohe Anforderungen und Unklarheiten benachteiligt. 

Hiermit sprechen wir im Namen aller Abiturienten und fordern eine Hebung des Hörverstehens oder eine angemessene Punkteverteilung für diese Prüfung, da diese Aufgaben ( Aufgabe 1 und Aufgabe 4) durch ihre Länge einen Großteil der Punkte beschlagnahmt. 

 



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