Petition updateHilf den Lämmchen – kein Leiden mehr für Merinowolle!Mark Pearson: nur mit Hilfe der Verbraucher gelingen echte Reformen!
Joanna MichnaGermany
Dec 12, 2019

Liebe Alle,

wir warten immer noch auf die Entscheidung des Parlaments in Sydney zur Gesetzeseingabe des Abgeordneten der Tierrechtepartei Mark Pearson. Die Entscheidung wurde auf Januar 2020 verschoben. Aber die Lobby der Wollproduzenten versucht alles, um das Gesetz abzuwenden. Um so mehr brauchen wir jede Unterschrift, um weiter Druck auszuüben, denn wie Mark Pearson im Interview mit der Verbraucher-Initative betont: nur mit Hilfe von uns, den Verbrauchern gelingen echte Reformen!

Das Interview gibt es in der Ausgabe 4 von "Verbraucher-Konkret" der Verbraucher-Initiative (https://verbraucher.com/

VERBRAUCHER KONKRET 4/2019 25
PROFIT DARF NICHT MEHR WERT SEIN ALS DAS WOHL DER LÄMMER

(GP) Über 235.000 Unterzeichner: Das Engagement von Tierschützern ist überwältigend. Sie setzen sich für das Verbot der grausamen Beschneidung von Schafen in Australien ein, denen Farmer bei der Produktion von Merinowolle ohne Betäubung eine Hautfalte am After abschneiden (siehe VK2/2019). Nun der erste Erfolg: Der Abgeordnete Marc Pearson brachte die Petition ins Parlament von Sydney ein und kämpft für mehr Schutz der geschundenen Lämmer. Warum erzählt er exklusiv im Interview mit Verbraucher konkret.

Mister Pearson, warum setzen Sie sich für ein Anti-Mulesing ein?

Mark Pearson: Weil dies die schlimmsten Verstümmelungen an lebenden Tieren weltweit sind, die Menschen zudem im industriellen Maßstab an den Lämmern vornehmen.
Sie quälen immerhin etwa 23 bis 27 Millionen kleiner Schafe jedes Jahr, ohne den Tieren dabei schmerzlindernde Betäubung zu geben.

Ist das ein typisch australisches Verfahren oder praktizieren auch Farmer in anderen Regionen auf der Welt diese grausamen Praktiken?

Es ist vor allem ein australisches Problem. Auch in Neuseeland haben Farmer früher ihre Tiere derart malträtiert, dort jedoch ist Mulesing inzwischen verboten.

Hat ein Verbot dieser Quäl-Praxis Ihrer Meinung nach auch in Australien eine realistische Chance?

Ich denke, dass wir es innerhalb der kommenden zwei Jahre tatsächlich schaffen, Mulesing zu verbannen. Helfen wird uns dabei auch der Druck der Wollhändler – und ihrer Kunden - überall auf der Erde. Auch die Alternativbehandlung mit flüssigen Stickstoff, das sogenannte
Freezing, macht große Fortschritte und steht kurz davor, dass die Schafzüchter es bald wirtschaftlich anwenden können. Dann ist die Behandlung der Schafe sehr viel humaner, denn die Farmer müssen ihren Tieren dann keine Hautfalten mehr abschneiden.

Ist das Wohl der Tiere bei Ihrem Kampf gegen Mulesing das Hauptargument? Haben nicht auch die Farmer ein – vielleicht berechtigtes – wirtschaftliches Interesse, das wir beachten müssen?

Ein ökonomischer Profit darf nie höher bewertet sein als das Tierwohl und auch nicht das menschliche. Leider ist das oft trotzdem so. Erst allmählich realisieren unsere Wollproduzenten, dass die meisten ihrer Kunden, nämlich die Wolle-Käufer, es nicht mehr einfach so hinnehmen, wenn Tiere bei der Erzeugung von Fasern oder auch von Fleisch leiden müssen und sie diese schlecht behandeln.

Und was, Mister Pearson, sagen die australischen Farmer zu Ihrer Tierschutz–Initiative?
Immer mehr unserer Farmer stehen zu uns. Sie begrüßen Tierschutz und bewerten ihn positiv. Die Bremser sitzen bislang aber noch in den Betrieben der industriellen Wollerzeuger-Branche.

Wie, denken Sie, können Verbraucher den Tieren helfen – speziell jene, die nicht in Australien leben, sondern in anderen Teilen der Erde?
Unglücklicherweise war es bis vor kurzem in Australien sehr schwer, echte Reformen im Tierschutz anzustoßen. Deshalb ist Druck von außen sehr wichtig. Die Menschen in anderen Ländern müssen und können dabei helfen. Vor allem jene, die australischen Produkte für ihren heimischen Markt importieren. Das gilt nicht nur für Wolle. Das Einfuhrverbot beispielsweise für Känguru-Produkte, das in Russland seit 2009 oder in China seit 2015 gilt und die Tatsache, dass auch die USA ein solches vorbereiten, ließ den Markt für derlei Waren in Australien völlig zusammenbrechen – das rettet viele Kängurus.

Mehr Informationen finden Sie in der Petition der
TV-Journalistin Joanna Michna auf change.org (change.org/merinowolle).

Die VERBRAUCHER INITIATIVE unterstützt aktiv mit Infoständen und Berichterstattung diese Kampagne.

 

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X