Binden Sie endlich Aufklärung über Depression in den Schulunterricht ein, Herr Piazolo!

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„In keiner Altersgruppe sind Depressionen in Deutschland so weit verbreitet wie unter den 18- bis 29-Jährigen.“ (1) Depressive sind aufgrund ihrer psychisch instabilen Lage häufiger Opfer von Mobbing — besonders in Schulen und Bildungseinrichtungen. Inzwischen ist der Suizid aufgrund depressiver Erkrankung unter Heranwachsenden die zweit häufigste Todesursache. Über die Hälfte aller Betroffenen findet keinen Therapieplatz, Lehrer sind überfordert, Sozialpädagogen ausgelastet, Eltern wissen sich nicht zu helfen und Depressive werden weiterhin stigmatisiert. Das kann so nicht weitergehen!

An deutschen Schulen gibt es Kurse über Verkehrssicherheit, über Alkohol, HIV und Verhütung, es gibt selbst einen Tag der Zahngesundheit, doch über Stresserkrankungen-­ wie die Depression -­ gibt es gar keine Aufklärung oder niederschwellige Hilfsangebote. Ganz im Gegenteil: Psychische Krankheiten werden oftmals totgeschwiegen. Und das obwohl die Depression laut Weltgesundheitsorganisation bis 2021 die zweithäufigste psychische Erkrankung auf der ganzen Welt werden soll.

Das wollen wir ändern und fordern eine adäquate Beachtung von psychischen Krankheiten im Lehrplan von Schulen und die Unterstützung und Hilfestellung für psychisch kranke Jugendliche. In unserer Heimat Bayern fangen wir an und richten deswegen diese Petition an den bayerischen Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo.

Ich heiße Alexander Spöri, bin Gymnasiast und habe zusammen mit einigen meiner Mitschüler die Produktionsfirma MovieJam Studios gegründet und den Film "GRAU IST KEINE FARBE" produziert - ein sechzig-minütiges Dokumentardrama über Depression bei Jugendlichen. Durch die Recherche für den Film, ist uns die katastrophale Situation bewusst geworden und wir haben uns entschlossen, gemeinsam etwas dagegen zu unternehmen.

Diese Petition hat folgende Änderungen zum Ziel:

  • Ausweitung der curricularen Ausbildung für Lehrkräfte und Schulsozialpädagogen zum Thema Depressionen, Suizid und psychische Krankheiten im Allgemeinen
  • Verpflichtende Einbindung des Themas in den Lehrplanbeispielsweise im Rahmen des Biologie- oder Deutschunterrichts mit Anbindung an verschiedene literarische Epochen
  • Schaffung von auf wissenschaftlichen Informationen basierenden, verpflichtenden Informationsveranstaltungen während der Schulzeit für alle Schüler ab der neunten Klassenstufe, da vor allem hier kontinuierlich ansteigender Druck durch Schulprüfungen (z.B. Mittlere Reife) zu verzeichnen ist
  • Schaffung von niederschwelligen Hilfsangeboten, die sich in wissenschaftlichen Studien erwiesen haben, in Kooperation mit lokalen Kliniken und Therapeuten. Eine Kooperation zwischen dem Staatsministerium für Kultus und Unterricht und dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege könnte hier zielführend sein.

Wir fordern im Namen aller erkrankten Jugendlichen, dass sich die Bayerische Staatsregierung beziehungsweise das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und der Bayerische Landtag mit dem Thema von psychischen Krankheiten und Depressionen an Schulen beschäftigt, um diese Kinder und Jugendliche in ihrer schwächsten Position nicht ohne Hilfe zu lassen. Aufklärung schafft Prävention.

Hierzu stellten wir diese Petition auch an den Bildungsausschuss des Bayerischen Landtages.

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(1) http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/gesundheitsreport-degs-jugendliche-leiden-haeufiger-unter-depressionen-a-838843.html