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Für die Wiedererrichtung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Berlin

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Die Berliner Mitte wächst. Doch vor dem Schloss herrscht noch die große Leere. Als passendes architektonisches Gegenstück zur Schlossfassade fordern wir die Wiederherstellung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals als Ort, an dem die Geschichte lebendig wird. Dabei geht es nicht um die Huldigung untergegangener Zeiten, sondern um einen Ort des Nachdenkens und Lernens.

Humboldt-Forum, Schinkelplatz, Bauakademie: Die Berliner Mitte ersteht in neuem Glanz wieder. Zwischen all diesen Bauten jedoch herrscht bisher noch Leere. Der Sockel des alten Kaiser-Wilhelm-Denkmals ist seit 1950 ungenutzt. Die neu erstehende Umgebung sollten wir hier zum Anlass nehmen, dieses architektonische Juwel wiedererstehen zu lassen. Nicht im Sinne der Huldigung einer untergegangenen Zeit, sondern als einen Ort, an dem die Geschichte lebendig wird und zum Diskutieren und Nachdenken einlädt. Die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte soll dabei Teil des Konzeptes sein.


Das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal vor dem Schloss erinnert an die Einigung Deutschlands 1871 und bildete mit dem Schloss ein prägendes Ensemble für die Berliner Mitte mit internationaler architektonischer Aussagekraft. Nachdem es den Krieg fast unbeschadet überstand, wurde es 1950 auf Befehl der SED abgerissen. Der Sockel steht seit diesem Zeitpunkt leer.

Mit der Absage der "Einheitswippe" im April 2016 stellt sich wieder die Frage nach der Nutzung dieses gut gelegenen Sockels. Die alten Mosaiken, sowie einige Statuen sind im Übrigen noch vorhanden und könnten wieder eingesetzt werden.

Mit dem Wiederaufbau des Stadtschlosses stellt sich auch die Frage nach der Gestaltung des Umfeldes. Die von Senatsbaudirektorin Lüscher angestrebte Lösung, modern und im starken Kontrast zum Schloss, empfinden wir als unpassend und unwürdig für diesen so besonderen Ort.

Das Ensemble aus Stadtschloss und Denkmal war immer schon ein beliebtes Fotomotiv und würde auch in Zukunft zahlreiche Touristen anlocken. Damit entstünde ein Ensemble von Weltrang neu. Und dies ohne teure Architektenwettbewerbe und intransparente Jury-Entscheidungen. Auf diese Weise würde das stadtbildprägende Ensemble aus Schloss, Museumsinsel und Unter den Linden wieder vervollständigt und die Berliner Mitte eine ihrer Sehenswürdigkeiten zurückerhalten.

Das Denkmal erinnert an den Wert der Einigung, der auch in Bezug auf die Wiedervereinigung noch von Relevanz ist. In Koblenz am Rhein wurde das Kaiser-Wilhelm-Denkmal bereits in den frühen 90ern wiedererrichtet, wo es an die Opfer der Teilung erinnert.

Im Sinne einer nachhaltigen Stadtplanung sollten wir an dieser Stelle nicht nur kurzfristigen Trends der Architektur nachgehen, sondern etwas schaffen, das zu diesem Ort, seiner Geschichte und dieser Stadt passt. Einem modernen Fremdkörper ist diesem in jedem Fall vorzuziehen.

Der Wiederaufbau kann dabei schrittweise geschehen, indem zunächst der Arkadengang errichtet wird und anschießend die bronzenen Figuren. Die Pläne sind vorhanden und ebenso ist die Statik erheblich einfacher, als bei allen modernen Planungen, sodass hier erheblich Geld gespart werden kann.



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