
Die junge Generation sorgt sich um ihre Rente. Zu Recht, findet der Rentenexperte Axel Börsch-Supan. Schließlich werde es schon sehr bald nicht mehr aufgehen, dass die Jüngeren die Rente der Alten finanzieren.
Die Statistik zeigt: Künftig müssen immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen. In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" plädierte Axel Börsch-Supan, Wissenschaftler für Sozialrecht und Sozialpolitik am Max-Planck-Institut und Mitglied der Rentenkommission, deswegen dafür, eine Kurskorrektur im Rentensystem vorzunehmen. Er sprach sich auch dafür aus, das Rentenalter zunächst auf 68 und später 69 Jahre anzuheben.
Börsch-Supan sagte: "Wenn wir jetzt nichts tun, machen sich die Jüngeren zu Recht sorgen." Die bisherige Linie der Bundesregierung, das Rentenniveau bis 2025 bei 48 Prozent zu stabilisieren und den Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen zu lassen, werde "bis 2025 nicht mehr gut gehen", so Börsch-Supan. "Wir erwarten, dass bereits 2025 ein niedriger zweistelliger Milliardenbetrag zusätzlich aufgebracht werden muss, um diese Haltelinien zu finanzieren."
Dies müsse dann beispielsweise durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um einen Prozentpunkt finanziert werden. Würde man die Politik der Haltelinien noch über 2025 hinaus fortsetzen, so Börsch-Supan, "wären wir 2035 schon knapp bei 100 Milliarden Euro zusätzlicher Belastung für den Bundeshaushalt. Bereits heute schießt der Bund der Rentenkasse fast 100 Milliarden Euro jährlich zu, der Bundesetat hat insgesamt ein Volumen von 350 Milliarden Euro." Dies illustriere den Handlungsbedarf, so der Rentenexperte.
19. Juni 2019
Quelle: NTV
https://www.n-tv.de/politik/Rentenexperte-plaediert-fuer-Rente-mit-69-article21095262.html