Liebe Unterstützer*innen,
ich danke euch von Herzen – für jede Unterschrift, jeden geteilten Link, jede Nachricht. Ihr gebt mir das Gefühl, nicht allein zu sein.
Heute früh wurde ich erneut auf dem Weg zur Arbeit wegen meiner Kleidung konfrontiert. Zum dritten Mal – obwohl ich nur selten außer Haus gehe, und fast ausschließlich zur Arbeit und zurück.
Diesmal war es ein Mann, der mich aufforderte, „den Schleier abzulegen“. Ich trug eine FFP2-Maske, Handschuhe und islamische Kleidung. Ruhig erklärte ich, dass das aus gesundheitlichen Gründen erlaubt ist. Doch wie schon zuvor blieb statt Verständnis nur Ablehnung.
Ich frage mich: Wie kann ein Gesetz, das offiziell Integration und Sicherheit fördern soll, dazu führen, dass ich mich auf offener Straße rechtfertigen muss? Dass Frauen wie ich angeschrien, beschuldigt, sogar angezeigt werden – nicht wegen einer Handlung, sondern wegen eines Kleidungsstücks?
Drei Vorfälle. Drei verschiedene Menschen. Aber ein Muster.
Und ich bin nicht die Einzige, der das passiert.
Genau deshalb habe ich diese Petition gestartet. Mittlerweile haben über 1.200 Menschen unterschrieben. Wir fordern nichts Außergewöhnliches – nur das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Religionsfreiheit ohne Angst. Gleichbehandlung ohne Misstrauen.
Ich werde weiter schreiben, weiter sprechen, weiter einfordern.
Denn niemand sollte Angst haben müssen, einfach nur er selbst zu sein.
Danke, dass ihr an meiner Seite steht.
Lasst uns laut bleiben – für alle, die es nicht können.
Mit Hoffnung,
Seval Sert