Mehr Rechte für #Pflegekinder - Seelische Verletzungen machen keine blauen Flecken!

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Pflegekind aus der Pflegefamilie gerissen

Unsere Geschichte .....

Es scheint das Schicksal von vielen Pflegekindern zu sein, nie Gewissheit zu haben wo sie dauerhaft hingehören. Kaum eine Chance auf Sicherheit und Stabilität zu haben. Für Pflegekinder scheinen andere Regeln zu gelten als für andere Kinder.
Kind ist Kind? Scheinbar leider nicht.
In jeder Kita gibt es Konzepte der Eingewöhnung und in jedem Krankenhaus können die Eltern bleiben, nur damit "Ihre" Kinder keinen seelischen Schmerz erleiden müssen, Trennungsschmerz scheint das schlimmste für Kleinkinder.
Aber egal was Ist, am Abend kommen Mama und Papa und holen ihr Kind wieder ab.
Nun sind wir nicht Mama und Papa, klar, unser Pflegekind war nicht mal 2 und wir konnten ihm das nicht erklären. In seinem Herzen waren wir es! Er kannte nur uns und die Bereitschaftspflegeeltern.
Nach 18 Monaten bestand der erste Kontakt zur Herkunftsfamilie, das Jugendamt war schlichtweg sofort euphorisch, dass es nun endlich jemanden aus der Herkunftsfamilie gibt, der das Kind "zurück" haben möchte. Weg und Ziel sind klar, teilte man uns sofort mit,eine Mitteilung ans Gericht über die gesamte Geschichte wäre unwichtig und "würde nichts bringen" ( Ablehnung, Gewaltandrohung...)Hier geht es um die Zukunft, Bindungen spielen keine Rolle, das Kind kann sich umgewöhnen. Wenn wir jetzt nicht nach den Vorgaben des Jugendamtes mitarbeiten, könnte man das Kind auch sofort bei uns weg nehmen und WIR würden somit dann das Kindeswohl gefährden. Wir seien nur Dienstleister und wenn wir "klammern" sind wir als Dienstleister ungeeignet und zuständiger Jugendamtsmitarbeiter würde dies dann auch vor Gericht genauso vertreten. Tat er im übrigen dann auch. Als wir entgegneten, dass es uns um das Kind geht und den Schutz seiner Bindungen, hiess es, wir würden die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter in Frage stellen. Um ehrlich zu sein, JA, das tun wir. Der Jugendamtsmitarbeiter teilte mit, man würde das schon immer so machen und wir sind rechtlich sowieso im Abseits. Bei vielen anderen Kindern und Pflegeeltern geht das auch und das Jugendamt hätte als oberste Prirität IMMER das Kindeswohl vor Augen. Als wir daraufhin mitteilten, dass es eher den Anschein macht, wenn man schon viele Kinder auf diese Art traumatisiert hat, kommt es auf eins mehr oder weniger nicht an, hiess es erneut, wir arbeiten als Dienstleister und unsere Dienstleistung wird nun nicht mehr gebraucht.
Trotzt eines richterlichen Beschlusses über den vorläufigen Verbleib in der Pflegefamilie  hat ihn der leibliche Vater vor 4 Wochen dann beim unbegleiteten Umgang einfach mitgenommen. Mein Mann wurde zusätzlich bedroht.
Seit dem 24.4.2018 ist er weg. Versteht wahrscheinlich die Welt nicht mehr.
Welches Leid das beim Kind gerade auslöst ist unvorstellbar und auch bei uns....er hatte nichts bei sich und niemanden, nicht seinen Teddy, nicht seinen nunu, nicht seine vertraute Umgebung und seine liebsten Menschen.
Wir haben wenigstens noch uns und unsere Umgebung. Aber das Jugendamt sagt es geht ihm jetzt sehr sehr gut.
Es hiess sofort vom Jugendamt, er isst, trinkt und schläft. All dies tun wir übrigens auch und wir lachen auch zwischendurch und trotzdem sind wir traurig und völlig fassungslos. Warum sollte es dem Kind da anders gehen, er ist viel zu klein um es einzuordnen.
Nachdem wir zunächst eine Einstweilige Anordnung über die Herausgabe erhielten, das Kind aber dennoch nicht bekommen haben, haben wir nun, nach Anhörung einen Beschluss, dass das Kind dort bleibt.
Das Jugendamt sagt es geht ihm sehr gut. Der Verfahrensbeistand meint, dass der natürliche Wunsch eines Kindes ist, bei der Herkunftsfamilie zu leben.
Wir und unsere Bedenken blieben nahezu ungehört. Das Kind selber muss sowieso ertragen was mit ihm gemacht wird.Trotz Verbleibensantrag gab es kein Gutachten. Obwohl das Kind seit seiner 2. Lebenswoche ausschliesslich bei Pflegeeltern lebt und bereits Bindungsabbrüche erlebt hat.( unsere spezilalisierte Anwältin brachte hierzu jede Menge Beweisbeschlüsse, wie in ähnlichen Fällen entschieden wurde, dass ein Gutachten zwingend erforderlich ist usw. Es gibt sogar hierzu einen Beschluss vom Bundesverfassungsgericht). Jetzt hatte er einen gravierenden, unvorbereiteten Abbruch, in einer höchst bindungssensiblen Lebensphase.
Umgänge wurden vom Jugendamt als "durchweg positiv " beschrieben auch wenn Das Kind stark an uns geklammert hat, schrie und sich gegen Umgänge wehrte, diese Schuld wies man uns zu und dies, obwohl zuständiger Jugendamtsmitarbeiter kaum dabei war. (meist maximal zur Begrüßung und zur Verabschiedung) Negativ bei den Umgängen waren laut Jugendamt nur wir, weil wir klammern. Beschriebene Reaktionen des Kindes nach den Umgängen würden wir uns "wünschen". Wir hätten Das Kind nicht angemessen vorbereitet und immer wieder Umgangstermine abgesagt. Wir behaupten, und auch wissenschaftlich gibt es hierzu viele Nachweise, dass dies die autonomen Trennungängste des Kindes sind. Nachweislich war das Kind bei abgesagten Terminen krank und wir fragten sogar schriftlich beim Jugendamt nach, ob Umgänge dann trotz Erkrankung statt finden sollen. Darüber redet aber keiner. Leider wurden genau diese Aussagen " über ständig abgesagte Umgangstermine" auch vom Verfahrensbeistand übernommen, der sich auf die Aussagen des Jugendamtes berief und nie Gespräche mit uns führte. Als wir dem Verfahrensbeistand telefonisch mitteilten, dass das Kind beim Umgang mitgenommen wurde, hiess es dies sei nicht ihr Problem wir müssten uns damit an unsere Anwältin wenden.
Das Elternrecht hat Vorrang, auch wenn das Kind gar keine Bindungen zu seinem Elternteil haben kann,18 Monate kein Interesse und Ablehnung bestand. In unseren Augen auch eine schlimme Art der Vernachlässigung, die rechtlich natürlich keine Bewandnis hat und auch sonst kein Gehör findet.
Stellen Sie sich bitte nur noch kurz folgende Situation vor:

Ihr Kind ist knapp 2 Jahre alt und mit Ihnen, seinen Eltern, auf dem Spielplatz. Auf dem Spielplatz treffen Sie einen Bekannten. Ihr Kind hat diesen Bekannten kennen gelernt, da war es ca. 19 Monate alt. Seitdem sehen Sie diesen Bekannten ca. 2x die Woche für 1-2h. Wenn Sie sich treffen, spielt ihr Bekannter mit Ihrem Kind. An diesem Tag, an dem Sie auf dem Spielplatz sind, nimmt Ihr Bekannter das Kind nach kurzer Zeit auf den Arm, ein Auto fährt vor und er packt das Kind hinein, fährt mit ihm davon, ohne ein Wort.

Plötzlich kommen 2 Leute auf Sie zu und sagen Ihnen, wir nehmen das Kind jetzt mit und dann bleibt es bei uns. Zusätzlich werden Sie bedroht.

Sie sind fassungslos, rufen die Polizei, stellen Sie sich vor, was das mit ihrem Kind macht. Alle Menschen denken, oh mein Gott, wie kann man sowas einem Kind antun, es von seinen Eltern trennen? Was das Kind gerade erleben muss, scheint grausam. Es ist von seinen Eltern getrennt. Das kann man einem Kind doch nicht antun. Alle sind fassungslos. Alle reagieren sofort und versuchen Ihr Kind zurück zu Ihnen zu bringen.Die Polizei wird Ihnen spätestens nach 2 Tagen das Kind zurück bringen. Alle sind erleichtert, das Kind überglücklich sie wieder zu sehen.

Nun stellen Sie sich das vor:

2.
Ihr Pflegekind ist knapp 2 Jahre alt und mit Ihnen, seinen Pflegeeltern, auf dem Spielplatz. Auf dem Spielplatz treffen Sie den leiblichen Vater zum Umgang. Ihr Kind hat seinen leiblichen Vater kennen gelernt, da war es ca. 19 Monate alt. Seitdem, sehen Sie ihn ca. 2x die Woche für 1-2h. Wenn Sie sich treffen, spielt der Vater mit seinem Kind. An diesem Tag an dem Sie auf dem Spielplatz sind, nimmt der Vater das Kind nach kurzer Zeit auf den Arm, ein Auto fährt vor und er packt das Kind hinein, fährt mit ihm davon, ohne ein Wort.

Plötzlich kommen 2 Leute auf Sie zu und sagen Ihnen, wir nehmen das Kind jetzt mit und dann bleibt es bei uns. Sie werden bedroht.

Sie sind fassungslos, die Polizei können Sie jedoch nicht rufen, im Jugendamt ist niemand mehr erreichbar, sie werden auch keine Unterstützung bekommen, denn er ist ja der leibliche Vater und er hat das Kind nie geschlagen. Er wollte nur nichts mit ihm zu tun haben und ihm was antun wenn er es zu Gesicht bekommt, die Behauptung das nie so gemeint zu haben reichte dem Jugendamt aus. Sie stellen sich vor, was das mit ihrem Pflegekind macht. Sie sind fassungslos und besorgt, das Kind wird Angst haben, es hat nichts von seinen vertrauten Sachen bei sich und es hat Ihnen vertraut, als Sie ihm versprachen, sie bleiben beim Umgang dabei. Freunde, Bekannte und Familie sind genauso fassungslos.

Alle anderen Menschen denken, „na nun, es ist doch NUR ein Pflegekind und ihr nur die Pflegeeltern, nun ist das Kind endlich bei seinem richtigen Vater“ . Das ist ja wirklich wunderbar. Niemand ist fassungslos. Niemand reagiert.

Für das Erleben des Kindes ist es genau das Gleiche, eine Trennung von seinen engsten Bezugspersonen, es kommt an einen Ort, den es nicht kennt mit Menschen die es kaum oder gar nicht kennt, seine gesamte Bezugswelt ist von heute auf morgen verschwunden, was soll ein Kind von dieser Welt noch halten?
Es geht auch nicht zurück zu einem Elternteil, denn zurück gehen bedeutet ja, dass man an einem Ort bereits mal war. Er verlor einfach wieder alles und ging in eine fremde, nie zuvor gekannte Welt. Aber: Seelische Verletzungen machen keine blauen Flecken!
Und das Kind ist nur ein Pflegekind und Sie nur die Pflegeeltern !!!!!

Wir denken Kindern darf sowas in Zukunft einfach nicht mehr passieren und egal welchen Verlauf unsere Geschichte genommen hat, so lange so etwas auch nur noch einem Kind passiert, lohnt es sich in unseren Augen zu kämpfen. Für die Bindungen und Rechte von Pflegekindern.
Für unser Pflegekind scheint das zu spät zu sein, aber für alle anderen Kinder 2.Klasse, die keine Rechte auf ungestörtes und sicheres aufwachsen haben.

Wir danken jedem der es liesst, auch wenn die Meinungen hier sicher auseinander gehen und viele die Situation sicher anders bewerten würden, weil wir " Eltern auf Zeit " sind, die Kinder haben keine Zeit. Ein Säugling hat nicht 2 Jahre Zeit zu "warten" er bindet sich und unser Pflegekind musste bereits zuvor mehrfach bei "null " anfangen. Und auch ein Pflegekind sollte wie jedes andere Kind diese Chance auf Sicherheit bekommen und nicht darum betrogen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Christiane und Matthias



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