Minderheitenschutz für die Volksgruppe hochsensibler Menschen

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Gemäß der Bundesverfassung des Parlaments der Republik Österreich haben Toleranz, Minderheitenrechte sowie Schutz vor Diskriminierung, Stigmatisierung und Verhetzung eine besondere Bedeutung für das Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft und einem modernen Staat. Ein wichtiger Bestandteil davon sind die Rechte von Volksgruppen und Minderheiten. Deshalb gebietet die Bundesverfassung nicht nur die Gleichbehandlung von Menschen, sondern verbietet auch die nachteilige Behandlung von Minderheiten. Eine Form solcher nachteiligen Behandlung und nachhaltiger Gesundheitsschädigung zeichnet sich im Fall von hochsensiblen Personen - kurz HSP - ab. Menschen mit Sensory-Processing-Sensitivity (zu deutsch: Hochsensibilität) fühlen sich durch besondere Eigenschaften, Merkmale und Wesenszüge einander zugehörig. Es handelt sich dabei um eine genetisch bedingte Veranlagung. Innerhalb unserer von Konsum und Leistung geprägten Gesellschaft werden sie jedoch wegen genau dieser besonderen Eigenschaften und Wesenszüge benachteiligt. Sie leiden als Sensible in einem unsensiblen Umfeld und trauen sich aus Angst vor Ausgrenzung und Mobbing oftmals nicht mehr über ihre wirklichen Gedanken und Gefühle zu sprechen. Dadurch ziehen sich viele von ihnen zurück und erkranken an Störungen des menschlichen Organismus. Vulnerabilität, Sucht und andere psychiatrische Erkrankungen wie Verhaltens- und/oder Persönlichkeitsstörungen sind die häufigsten zu beklagenden Folgeerscheinungen systematischer Demoralisierung und Ausgrenzung. Am häufigsten geht es um Angststörungen, dicht gefolgt von Depressionen: Fast 84 Millionen Menschen litten im Jahr 2016 in der Europäischen Union an psychischen Erkrankungen. 84 MILLIONEN Menschen!

Mein ganz persönlicher Leidensweg

Die Besonderheit an dieser Petition ist meine persönliche Lebens- und Leidensgeschichte, nachzulesen auf https://www.chrisnovi.com/ Im Jahr 2012 wurden bei mir schwerwiegende psychiatrische Störungen festgestellt. Für mich brach damals eine Welt zusammen. Denn ich hatte nicht erkannt, dass ich im Umfeld psychisch gestörter Menschen selbst zum sozialen Brennpunkt erwachsen war. Durch langjährige Therapie sowie ein Höchstmaß an Disziplin, Mut und Vertrauen konnte ich soweit rehabilitiert werden, dass ich aus dem Teufelskreis unbewusst gelebter psychischer Krankheit aussteigen konnte. Ich schaffte das nur weil ich erkannt hatte, dass eine genetisch bedingte Veranlagung mir zum Fluch erwachsen war: Hochsensibilität als zentrales Thema zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch mein Leben und Schaffen. So setze ich meine entdeckte Begabung für den Frieden und Naturschutz ein. Ich möchte vielen Menschen als Mutmacher dienen, den Themen "Hochsensibilität" einerseits und "Psychische Erkrankung" andererseits offen gegenüberzustehen, sich gegebenenfalls damit auseinanderzusetzen und ich will darauf hinweisen, dass die Wesenszüge von hochsensiblen Menschen nicht mit den Symptomen psychiatrischer Störungen zu verwechseln sind. Aus diesem Grund habe ich mit Gleichgesinnten die themenbezogene Selbsthilfe- und Patientenorganisation SAG7 gegründet, die sich für die Interessen und Bedürfnisse von Menschen mit Hochsensibilität einsetzt. Vor allem aber für Menschen, die durch die Unwissenheit über ihre Veranlagung an Körper, Geist und-oder Seele erkrankt sind. Infos auf https://www.sag7.com/

Was heißt hier hochsensibel?
Der Begriff „Hochsensibilität“, ein von C. G. Jung aufgegriffenes Phänomen, geht auf die US-amerikanische Psychologin Dr. Elaine Aron zurück. Ungefähr 15 - 20 Prozent aller Menschen sind betroffen, wobei die meisten von ihnen nichts von ihrer besonderen, genetisch bedingten Veranlagung wissen. Viele Probleme zeigen sich dadurch schon im Kindesalter: Hochsensible nehmen ihre Umwelt genauer wahr und empfinden innere und äußere Reize intensiver. Entsprechend stark reagieren sie u.a. auf Genuss- und Arzneimittel, auf Strahlen- und andere Umweltbelastungen in Form häufiger Nebenwirkungen. Reizüberflutung und Überforderung sind ebenso Folgen aus der Unwissenheit. Ihre Talente und ihr Feinsinn können sich nicht naturgemäß entwickeln und eine entsprechende Entfaltung ihrer besonderen Wesenszüge wird oftmals schon im Kindesalter verhindert. Es folgen dann in vielen Fällen Erkrankungen des menschlichen Organismus sowie unzählige Diagnosen und Therapien. Auf die ursprüngliche Begabung mit Hochsensibilität wird bislang nicht eingegangen und die Folgen aus der Missachtung werden zumindest pathologisiert (Vulnerabilität, ADHS, Depression, etc.). Für viele der hochsensiblen Menschen ist das im Endeffekt mit Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Krankheit und sozialer Schlechterstellung verbunden, ohne dafür jemals die Ursache zu erfahren. So lässt man viele von ihnen einfach dumm sterben.

Minderheitenrechte
Neben dem oben erwähnten, allgemeinen Gleichbehandlungsgebot und dem Diskriminierungsverbot gibt es aber noch eine Reihe anderer Bestimmungen, die man auch als Minderheitenschutzrechte bezeichnet. Mit ihnen soll der besondere Schutz und die Förderung von Minderheiten gewährleistet werden. Die beste rechtliche Gleichbehandlung nützt nämlich wenig, wenn Angehörige von Minderheiten in vielen Fällen durch faktische Nachteile bedroht sind. Das betrifft vor allem den Gebrauch und die Pflege der Sprache und Kultur von Minderheiten, aber auch andere maßgebliche Eigenschaften und Wesenszüge, auf Grund der sich die Angehörigen einer Minderheit untereinander verbunden fühlen. Für sie kann es sehr schwer sein, in einer Gesellschaft, in der beispielsweise eine Sprache den Unterricht, die Verwaltung, Medien und die Öffentlichkeit dominiert, als Gruppe zu überleben. Es braucht immer auch Räume, Möglichkeiten und Strukturen, um Sprache, Talente und Kultur weiterzugeben und weiterzuentwickeln. Hochsensible Menschen sprechen als Muttersprache die Sprache der Gefühle, wodurch sie in einer emotional nachlässigen Gesellschaft, deren Bestrebungen hauptsächlich auf Konsum und Leistung ausgerichtet sind, Tag für Tag an ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit geschädigt werden. Durch Sinnverlust wird das Leben zur Last und die Begabung zur Bürde. Darum ist es dringend notwendig, das Leid der Angehörigen dieser Volksgruppe und Ethnie durch die Aufnahme in den Kreis der besonderen Schutzbedürftigen zu beenden. Nur dadurch können hochsensible Menschen vor Diskriminierung, Stigmatisierung, systematischer Demoralisierung sowie gesellschaftlicher Reizüberflutung und nachhaltiger Kränkung geschützt werden.

Ethnische Minderheiten
Ethnische Minderheiten sind Ethnien, die als Minderheit auf dem Territorium eines Staates leben. Als Teil eines Staatsvolkes unterscheidet sich die Minderheit vom Rest der Bevölkerung in mehreren Merkmalen wie Sprache, Kultur oder Religion. In Nordamerika spricht man auch dann von ethnischen Minderheiten, wenn die Bevölkerungsgruppe eine zahlenmäßige Minderheit darstellt, z. B. bei den Gruppen der Afroamerikaner oder der Lateinamerikaner. Die Angehörigen verbleiben in der ethnischen Minderheit, auch wenn keine sprachlichen, kulturellen oder religiösen Unterschiede zur übrigen Bevölkerung feststellbar sind. In vielen Regionen der Erde leben ethnische Minderheiten auch über mehrere Staaten verstreut. Im Regelfall verbindet sie ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Mit ungefähr 1,5 Millionen aller in Österreich lebenden Menschen, die zudem über die einzelnen Bundesländer und Gesellschaftsschichten verteilt sind, entspricht also das Volk der Hochsensiblen den oben angeführten Voraussetzungen zum Schutz als ethnische Minderheit. Wenn in Europa eine ethnische Minderheit unter das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten des Europarates fällt und staatsrechtlich anerkannt ist, so wird sie völkerrechtlich oft als nationale Minderheit bezeichnet. So muss es auch im Fall hochsensibler Personen anerkannt werden. Denn durch Mangel an Aufklärung und ihre Zerstreuung in alle Himmelsrichtungen sind ihre Talente in einem solchen Ausmaß degeneriert und gestört, dass sie zunehmend dem Stumpfsinn und der Orientierungslosigkeit verfallen. Hochsensible laufen wie Gefühlserblindete umher und leiden auf Grund ihres Sinnverlustes zumeist an körperlichen, geistigen, seelischen und oder psychischen Erkrankungen. Die steigenden Zahlen der psychisch Kranken sprechen für sich, ebenso die täglichen Schlagzeilen.

Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten
Das Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten legt Grundsätze im Bereich des öffentlichen Lebens für Angehörige nationaler Minderheiten und diesbezügliche, individuelle sowie kollektive Rechte fest. Es ist das erste rechtsverbindliche multilaterale Instrument Europas, das dem Schutz nationaler Minderheiten im Allgemeinen gewidmet ist. Es hat zum Ziel, den Bestand nationaler Minderheiten in dem jeweiligen Hoheitsgebiet der Vertragsstaaten zu schützen.
Daraus ergibt sich, dass in allen Bereichen des öffentlichen Zusammenlebens auf die besonderen Bedürfnisse der hochsensiblen Menschen eingegangen werden muss, wenn sie in den Genuss der Schutzrechte für ethnische Minderheiten fallen. Dies ist aber bislang in der vorherrschenden Gesellschaft in keinem der Bereiche der Fall. Lediglich erst dann, wenn sie bereits soweit an ihrer Gesundheit geschädigt sind, dass sie Anspruch auf BU-Pension oder andere soziale Leistungen haben. Die Petition in Österreich soll der Anfang sein, um auf Grund dieser Parlamentarischen Bürgerinitiative das Ministerkomitee des Europarates mit einzubeziehen, welches über die Durchführung des Rahmenübereinkommens durch die Vertragsparteien wacht und den hochsensiblen Menschen unter uns Möglichkeit auf freie Entfaltung und gesunde Entwicklung ermöglicht.

Warum sollte jemand diese Petition unterzeichnen?
Der Beitrag hochsensibler Menschen (HSP) ist für uns alle sehr wichtig. Sie sind das sozial-emotionale Gewissen einer modernen und pluralistischen Gesellschaft. Dennoch werden sie als Gekränkte immer öfter an den Rand der Gesellschaft gedrängt, weil die meisten (noch) nichts von der Existenz ihrer besonderen Begabung wissen. Durch mangelnde Aufklärung zweifeln sie meist an ihrer geistigen Gesundheit und leiden als Sensible in einem unsensiblen Umfeld, können ihr besonderes Talent nicht entfalten und erleiden durch mangelndes Selbst- und Fremdverständnis oftmals Verhaltens-, Persönlichkeits- und Angststörungen, Depressionen oder andere Degenerationserscheinungen. Die Bewusstwerdung über ihren zusätzlichen Sinn macht sie jedoch zu sozial intelligenten, gesellschaftlich angesehenen und emotional engagierten HelferInnen, die durch Mitgefühl und besonderes Einfühlungsvermögen schnell das Thema ihrer Umwelt erkennen. Wir wollen gerechte Möglichkeiten für alle schaffen. Basis von Gerechtigkeit ist die Gleichheit der Menschen in ihrer Würde und Freiheit. Freiheit bedeutet Selbstbestimmung, die sich auf das Gewissen und die Vernunft jedes Einzelnen stützt. Gewissheit beruht auf Bewusstwerdung. Freigesetzte Sanftmütigkeit entfaltet sich erst sichtbar in Gemeinschaft. Und Freiheit des einen endet dort, wo sie für den anderen zur Verletzung wird. Die Achtung des Menschen und der Menschenwürde findet ihren Widerhall nicht nur in den international anerkannten Menschenrechten, sie ist auch Fundament der österreichischen und europäischen Leitkultur. Die Würde des Menschen ist in allen Phasen des Lebens unverletzlich und kommt jedem Menschen unabhängig von Alter, Rasse, Geschlecht, Besonderheiten oder Fähigkeiten, von Umständen oder Situationen zu, da sie eine Konsequenz des
Menschseins ist. Daher gibt es keinen Zustand, der einem Menschen seine Würde verleiht oder dessen beraubt. Was jedoch zunimmt sind die fragwürdigen Umstände, die Menschen in ihrer Würde verletzen und nachhaltig demoralisieren. Darum sind einerseits Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit so wichtig, anderseits jedoch auch der Schutz von hochsensibel veranlagten Menschen als gesellschaftliche Minderheit. Der Mensch ist in Gemeinschaften eingebunden, die für ihn Verantwortung tragen und für die er selbst wiederum Verantwortung trägt. Die erste und wichtigste Gemeinschaft für den Einzelnen nach sich selbst ist seine Familie. Lasst uns gemeinsam Verantwortung leben im Sinne der Sensiblen unter uns, damit uns ihre besondere Veranlagung zu Wohlstand und Frieden gereichen. Helfen wir uns dadurch gegenseitig, das Leben innerhalb unserer Familien ein Stück weit friedlicher, freundschaftlicher und lebenswerter zu machen. Womöglich kennst du ja selbst in deinem Umfeld einen Menschen, auf den die oben beschriebenen Merkmale zutreffen? Sprich mit ihm darüber und du wirst sehen: ihr verändert die Welt zum Besseren.