Schulgeldfreiheit auch für Ergotherapeuten in Baden-Württemberg

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Wir fordern die im Koalitionsvertrag angekündigte Schulgeldfreiheit für Heil- und Pflegeberufe auch für Ergotherapeuten/Ergotherapeutinnen.

Wir beziehen uns auf die Zeilen 1276-1279 des Koalitionsvertrages:

„Wir wollen die Aus- und Weiterbildung in Sozial- und Pflegeberufen attraktiver machen und junge Menschen für dieses Berufsbild gewinnen, um Fachkräfte zu sichern. Deshalb werden wir auch hier finanzielle Ausbildungshürden abbauen und Ausbildungsvergütungen anstreben.“

Diese Umsetzung fordern wir von der Landesregierung Baden-Württemberg und hoffen auf eine Unterstützung in Form Ihrer Unterschrift.
Während die Ausbildung zum Physiotherapeuten und Logopäden schon kostenfrei, bzw. weitgehend kostenfrei ist, tragen die Schüler der Ergotherapieschulen Baden-Württemberg die vollen Kosten der Ausbildung. Diese belaufen sich zurzeit auf über 15.000 € (zusätzlich Prüfungsgebühren), die Kosten für Physiotherapeuten und Logopäden auf höchstens 5.000 €.
Dieser Ausgleich wurde in den meisten Bundesländern schon umgesetzt, leider noch nicht in Baden-Württemberg.

Um die hohen Ausbildungskosten zu vermeiden gehen Schüler/innen in umliegende Bundesländer oder entscheiden sich für einen anderen Beruf. Dadurch gibt es immer weniger Interessenten für die Ausbildung zur/m Ergotherapeutin/Ergotherapeuten. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Schulen schließen müssen und das Ausbildungsangebot sinkt.

Eine weitere Auswirkung der fehlenden Schüler, ist der Mangel an Fachkräften und dadurch langen Wartelisten in Praxen für Ergotherapie. Mittlerweile müssen aus Personalmangel Praxen schließen.

Ergotherapeuten/Ergotherapeutinnen haben eine wichtige Funktion in der Behandlung von Patienten. Sie kümmern sich um Menschen jeglicher Altersgruppen, rehabilitieren und helfen Betroffenen in ihrem alltäglichen Leben (wieder) zurecht zu kommen. Dabei wird ganzheitlich therapiert und individuell auf den Patienten eingegangen.
Entsteht nun ein Defizit an ausgebildeten Ergotherapeuten/Ergotherapeutinnen, wird die Wiedereingliederung von Patienten in den Beruf, bzw. Alltag, Förderung von Kindern, Menschen mit körperlicher und geistiger Einschränkung, sowie Menschen mit chronischen Krankheiten, erschwert. Wodurch nicht nur die allgemeine Gesundheitsversorgung des Landes Baden-Württemberg leidet.

Dies hat auch erhöhte Kosten zur Folge für:
- Staat
- Rentenkassen
- Krankenkassen

Sowie Erhöhung der:
- Beiträge für Kranken-, Renten-, Pflegeversicherungen
- Steuern

Wir sind Schüler der Ergotherapieschule Weilimdorf und finanzieren zum größten Teil unsere Ausbildung selbst oder sind stark von unseren Eltern abhängig.
Viele müssen nebenher arbeiten um die Ausbildung zu finanzieren. Dies geschieht oft in den sehr kurzen Ferien, in der Nachtschicht und am Wochenende.
Zusätzlich zu den Ausbildungskosten kommen Fahrtkosten hinzu. Da wir trotz Schulgeld nicht als öffentliche Schule anerkannt sind, sondern als Ausbildungsbetrieb gelten, bekommen wir hier keinen Schülertarif.
Dies stellt eine große Belastung dar, worunter die schulische Leistung leiden kann.
Dazu kommt hinzu, dass das letzte Schuljahr aus unvergüteten Praktika besteht. Wir jedoch weiterhin verpflichtet sind volles Schuldgeld zu zahlen, da mit Mischkalkulation gerechnet wird (Schulgeld wird auf 3 Jahre aufgeteilt).

Wir sind auf Ihre Unterstützung angewiesen und freuen uns, wenn Sie uns durch Ihre Unterschrift mit unserer Forderung an die Landesregierung Baden-Württemberg unterstützen.


Es grüßen Sie freundlich die Schüler und Schülerinnen der Ergotherapieschule Weilimdorf.