Leonard muss in Deutschland bleiben!

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Leonard Kodra (unten rechts im Bild) wurde vor 8 ½ Jahren in Durrës/Albanien als gehörloses Kind geboren.

In Albanien wurde jedoch nie ein Hörtest gemacht, und Leonard wurde fünfeinhalb Jahre völlig falsch behandelt: am Ende galt er als geistig behindert – bis sich die Eltern entschlossen, mit ihm und seinem älteren Bruder Devinson nach Reutlingen zu kommen.

Erst hier wurde seine völlige Taubheit diagnostiziert, und er bekam zwei Cochlea-Implantate eingesetzt, mit denen er seit 2 ½ Jahren hören kann. Obwohl die Operation sehr spät durchgeführt wurde – mit gerade sechs Jahren, während sie normalerweise mit zwei Jahren durchgeführt wird –, lernt er sogar noch sprechen, dank der besonderen Förderung in der Johannes-Wagner-Schule in Nürtingen, einer Hörgeschädigtenschule. Und siehe da: Leonard ist überhaupt nicht geistig behindert, sondern im Gegenteil ein sehr aufgewecktes und ausgesprochen wissbegieriges Kind! Er wurde im Sommer in die zweite Klasse versetzt. In Deutschland könnte er einen Beruf lernen und später mit normaler Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen.

Doch Deutschland will die Familie jetzt zur Rückkehr zwingen! Die Flugtickets gelten für den 25.01.2018.

Dabei würde Leonard in Albanien keine geeignete Schule finden. Die Familie hätte nicht einmal das Geld für die Batterien der außen am Ohr liegenden Sprachprozessoren, und für die mindestens zweimal pro Jahr notwendigen Anpassungen der Implantate müssten die Eltern mit ihm ins Ausland reisen. Seine behandelnde Ärztin, Frau Dr. C. Koitschev vom Cochlea-Implant-Zentrum Stuttgart schreibt als Antwort auf das ablehnende Gerichtsurteil: „In Anbetracht auch der klaren Aussage der Herstellerfirma Med-El, mit deren Implantaten das Kind versorgt wurde, dass es in Albanien definitiv keine Anpassungsmöglichkeiten für den von Leonard getragenen Sprachprozessor „Sonnet“ gibt, ist es aus ärztlicher und ethisch-humanitärer Sicht kaum nachvollziehbar, hier nicht von einer direkt drohenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes zu sprechen.“

Außerdem hat sie gerade erst eine weitere Bestätigung der Herstellerfirma Med-El erhalten, dass definitiv in Albanien keine Anpassung und Wartung der Geräte möglich ist (siehe VersorgunsstatusCI_Albanien.pdf).

Leonard würde ohne die benötigten Batterien und ohne die Anpassungsmöglichkeiten wieder völlig taub sein, keine weiteren Fortschritte in der Sprachentwicklung mehr machen können und wäre als Schwerbehinderter, der mit der Außenwelt nicht kommunizieren könnte, zu einem Dahinvegetieren am Rande der Gesellschaft verurteilt. Wie wäre das mit seiner Menschenwürde vereinbar? Und wozu hätte dann das Sozialamt die teuren Geräte und die ebenfalls teure Operation bezahlt?

Seit März lief auch eine Eingabe an die Härtefallkommission des Landes Baden-Württemberg, die allerdings Ende September beschlossen hat, kein Härtefallbegehren baden-württembergischen Innenminister zu richten. Die Eltern arbeiten beide und beziehen inzwischen gar keine Hilfen mehr, und beide Kinder gehen regelmäßig zur Schule.



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