
Die Familie ist glücklich, alle Unterstützer*innen freuen sich.
Es war ein Wechselbad der Gefühle. Noch einen Tag vor der Trauerfeier am 21.3. vor dem Landratsamt in Biberach teilte der Anwalt mit: das Landratsamt habe erneut abgelehnt, daß Mire wieder zu ihrer Familie kann. Begründung: die Begutachtung durch die URA (BamF-Integrationsprojekt für Rückkehrer*innen in den Kosovo) biete keine Grundlage für die Verkürzung der Einreisefrist.
Dann die bewegende Trauerfeier vor dem Landratsamt, etwa 150 Menschen zeigen ihre Anteilnahme an dem Schicksal von Sali und Mire. In Beiträgen vom Interkulturellen Forum für Flüchtlingsarbeit Biberach, dem Flüchtlingsrat Baden-Württemberg und den GRÜNEN wird die Abschiebepolitik der Landesregierung für den Tod Salis verantwortlich gemacht.
Söhne und Töchter des Ehepaares befinden sich in Quarantäne, sie waren bei ihrer Mutter im Kopsovo um ihr über die ersten schweren Tage zu helfen. Ein Sohn wurde per Telefon zugeschaltet und schilderte die schreckliche Situation von Mire, er forderte Ministerpräsident Kretschmann auf, selbst mit der Familie zu sprechen.
Dann am Montag: Das Landratsamt teilt mit, daß Mire wieder einreisen darf, weil durch den Tod ihres Mannes eine neue Bewertung vorgenommen wurde.
Diese Entscheidung ist ein erster Zwischenerfolg für die vielen Menschen, die die Petition unterstützt, zahlreiche Protest-Briefe an Angeordnete, das Landratsamt und die Verantwortlichen in der Landesregierung geschrieben haben. Der bleibende Aufenthalt für Mire ist damit noch nicht gesichert. Sie darf einreisen, hat 3 Monate Zeit, um ihren Aufenthaltsstatus in der BRD zu klären.
D.h. für uns: Weiter dran bleiben, weiter für die Petition werben und die Entscheidungsträger*innen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen.
Wir vergessen nicht, dass die Familie Sali verloren hat, wir hoffen aber, daß Mire ihre schlimmen Erlebnisse im Kreis ihrer Familie verarbeiten kann.
Wir bedanken uns bei den vielen Unterstützer*innen, die gezeigt haben, daß sie nicht willens sind eine menschenfeindliche Politik untätig hinzunehmen. Teilt weiter die Petition, schreibt jetzt verstärkt Briefe an Winfried Kretschmann, entweder an die Staatskanzlei oder an ihn als Mitglied des Landtags. Nach wie vor vermissen wir von ihm die Worte, die für Mire endlich ein friedliches Leben bedeuten würden. Herr Kretschmann, beweisen Sie uns, daß Sie das gute Wahlergebnis verdient haben.
Dagmar Rüdenburg