
Wir trauern um Sali
Ohne die Familie, ohne Zeremonie, fern von fast allem, was Bedeutung für ihn hatte, wurde er “verscharrt”, wie sein Sohn sagte.
Aber in die Trauer mischt sich auch Empörung. Salis Tod war kein unausweichliches Schicksal – er ist das Opfer einer unmenschlichen Abschiebepolitik: bei ausreichender medizinischer Versorgung hätte der seit langem Schwerkranke überleben können. Wir wollen uns nicht damit abfinden, daß in unserem Land Menschen wie Sali, die hier herkommen und nur nach Sicherheit und einer besseren Perspektive für ihre Kinder suchen, ein Zuhause für 6 Kinder, 17 Enkelkinder aufgebaut haben – auf brutale Weise abgeschoben werden.
Jetzt müssen wir befürchten, daß die Witwe von Sali das nächste Opfer wird. Trauernd um ihren Mann, getrennt von der Familie, in einem für sie fremden Land – die Familie fürchtet auch um ihr Leben. Auch sie ist krank.
Deshalb werden wir am Sonntag, den 21.3.2021 vor dem Landratsamt Biberach – in dem Entscheidungsträger sitzen und die inhumane Abschiebepolitik mittragen - eine
Öffentliche Gedenkveranstaltung für Sali
um 12.00 Uhr, Landratsamt Biberach, Rollinstr. 9
durchführen. Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die unmenschliche Abschiebepolitik und dafür, daß Mire sofort wieder in den Kreis ihrer Familie geholt wird.
Dagmar Rüdenburg