Landeshauptstadt Düsseldorf - Patenschaft für ein Seenotrettungsschiff!

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Das Problem

Petition an den Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf

Wann wird die Stadt Düsseldorf ihrem Versprechen als Sicherer Hafen gerecht? Patenschaft für ein Seenotrettungsschiff jetzt!

Petition der Seebrücke Düsseldorf

Mit seinem Beschluss, sich zum „Sicheren Hafen“ zu erklären, hat der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf ein wichtiges Zeichen gesetzt. Die Stadt bekannte sich damit zu den Werten der Menschlichkeit, Solidarität und zum Schutz von Menschen auf der Flucht. Dieser Beschluss war ein klares Bekenntnis zu den Zielen der Seebrücke und zu einer humanen Flüchtlingspolitik.

Doch ein Sicherer Hafen darf nicht nur ein symbolisches Versprechen sein.
Wer Schutz für Menschen fordert, muss auch dazu beitragen, dass diese Menschen überhaupt lebend einen sicheren Ort erreichen können.

Deshalb fordern wir den Rat der Stadt Düsseldorf auf, seinem Bekenntnis Taten folgen zu lassen und Verantwortung für die Rettung von Menschenleben mit einer Patenschaft für ein ziviles Seenotrettungsschiff im Mittelmeer zu übernehmen. Hierfür soll Düsseldorf jährlich mindestens 100.000 Euro im städtischen Haushalt bereitstellen.

Menschenrechte gelten auch auf dem Mittelmeer

Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Würde und Schutz. Diese Rechte gelten unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe oder Aufenthaltsstatus.

Dennoch sterben Jahr für Jahr Tausende Menschen bei dem Versuch, Europa über das Mittelmeer zu erreichen. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen im Jahr 2025 rund 3.400 Menschen auf den Seewegen nach Europa ums Leben oder gelten als vermisst. Allein auf der zentralen Mittelmeerroute wurden mehr als 1.300 Todesfälle dokumentiert. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Unglücke nie registriert werden.

Bereits die ersten Monate des Jahres 2026 zeigen, dass sich diese humanitäre Katastrophe fortsetzt. Hunderte Menschen sind erneut auf dem Mittelmeer gestorben oder verschwunden. Laut IOM zählt 2026 damit zu den tödlichsten Jahresanfängen seit 2014.

Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Eine Mutter. Ein Vater. Ein Kind. Ein Freund. Eine Schwester.

Menschen fliehen vor Krieg, politischer Verfolgung, Gewalt, Hunger, Armut, den Folgen der Klimakrise oder fehlenden Zukunftsperspektiven. Niemand begibt sich leichtfertig auf eine lebensgefährliche Reise über das Meer.

Seenotrettung rettet Leben

Die Rettung von Menschen in Seenot ist keine politische Gefälligkeit. Sie ist eine humanitäre und völkerrechtliche Verpflichtung.

Zivile Seenotrettungsorganisationen leisten seit Jahren einen unverzichtbaren Beitrag, um Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Sie suchen nach überfüllten und seeuntauglichen Booten, leisten medizinische Erstversorgung und bringen Gerettete an sichere Orte.

Dass private Organisationen diese Aufgabe übernehmen müssen, ist jedoch Ausdruck eines politischen Versagens.

Eigentlich wären die Mitgliedstaaten der Europäischen Union verpflichtet, eine ausreichende staatliche Seenotrettung sicherzustellen. Stattdessen wurden staatliche Rettungsmissionen in den vergangenen Jahren reduziert oder eingestellt. Die dadurch entstandene Rettungslücke wird heute von zivilgesellschaftlichen Organisationen geschlossen.

Private Seenotrettung ist nicht die Ursache von Fluchtbewegungen. Sie ist die Antwort auf das Sterben im Mittelmeer.

Wer Menschenrechte ernst nimmt, darf die Rettung von Menschenleben nicht allein Ehrenamtlichen und Spenden überlassen.

Gerade jetzt braucht es ein klares Signal

Mit der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) und dessen Umsetzung in deutsches Recht verschärft die Europäische Union ihre Asyl- und Grenzpolitik. Asylverfahren sollen künftig verstärkt an den Außengrenzen stattfinden, Schutzsuchende werden längeren Kontroll- und Haftverfahren ausgesetzt, und die Abschottungspolitik Europas wird weiter ausgebaut.

Unabhängig von politischen Debatten über Migration bleibt jedoch eine Tatsache unverrückbar:
Menschen in Seenot müssen gerettet werden.

Die Pflicht zur Rettung von Menschenleben darf niemals von asylpolitischen Erwägungen abhängig gemacht werden.

Gerade in einer Zeit, in der europäische Politik zunehmend auf Abschreckung setzt, braucht es Städte, die sich sichtbar und praktisch für die Wahrung von Menschenrechten einsetzen.

Düsseldorf soll Verantwortung übernehmen

Düsseldorf ist eine internationale, weltoffene Stadt mit engen Beziehungen zu ihren europäischen und internationalen Partnerstädten. Die Stadt versteht sich als Ort der Vielfalt, des Respekts und der Solidarität.

Die Übernahme einer Patenschaft für ein Seenotrettungsschiff würde diese Werte mit Leben füllen und ein deutliches Signal senden: Menschenrechte gelten auch an den Außengrenzen Europas.

Zahlreiche Kommunen in Deutschland unterstützen bereits zivile Seenotrettung finanziell oder politisch. Düsseldorf sollte als Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens eine Vorreiterrolle einnehmen und zeigen, dass kommunale Verantwortung nicht an den Grenzen Europas endet.

Die Kosten sind tragbar – das Nichtstun nicht

Immer wieder wird eingewandt, die kommunalen Haushalte seien angespannt und zusätzliche Ausgaben nicht finanzierbar.

Tatsächlich stehen viele Städte vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Doch die von uns geforderte Unterstützung in Höhe von 100.000 Euro jährlich entspricht nur einem verschwindend geringen Bruchteil des Düsseldorfer Gesamthaushalts (< 0,003% der Gesamtaufwendungen 2026).

Für die Stadt ist dieser Betrag überschaubar.

Für Menschen in Seenot kann er über Leben und Tod entscheiden.

Die Frage lautet daher nicht, ob Düsseldorf sich Menschlichkeit leisten kann.

Die Frage lautet, ob Düsseldorf bereit ist, angesichts tausender vermeidbarer Todesfälle konkrete Verantwortung zu übernehmen.

Wer sich zum Sicheren Hafen erklärt, sollte auch bereit sein, einen kleinen Teil seiner Ressourcen dafür einzusetzen, Menschenleben zu retten.

Unsere Forderungen

Wir fordern den Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf auf,

  1. ab dem kommenden Haushalt dauerhaft eine Patenschaft für ein ziviles Seenotrettungsschiff im Mittelmeer zu übernehmen,
  2. hierfür jährlich mindestens 100.000 Euro verbindlich im städtischen Haushalt bereitzustellen,
  3. die Unterstützung ziviler Seenotrettungsorganisationen langfristig und verlässlich auszugestalten,     
  4. den Ratsbeschluss zum „Sicheren Hafen“ durch konkrete Maßnahmen mit Leben zu füllen,         
  5. sich gegenüber Land, Bund und Europäischer Union für eine staatlich organisierte und ausreichend ausgestattete europäische Seenotrettung einzusetzen.

Düsseldorf hat bereits Stellung bezogen. Jetzt ist es an der Zeit, zu handeln.

Der Ratsbeschluss zum Sicheren Hafen war ein wichtiges Versprechen.

Dieses Versprechen darf nicht symbolisch bleiben.

Menschenrechte gelten auch auf dem Mittelmeer.

Kein Mensch darf ertrinken, weil Europa wegschaut.

Seebrücke Düsseldorf

 

Quellen:

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