Petition updateLösung der Verkehrssituation beim Pillhof: KEINE Ampel, sondern Umsetzung des Tunnels

Pillhof Tunnel wird vom Eppaner Gemeindeausschuss de facto versenkt

Norbert GasserEppan, Italy
Aug 3, 2026

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Petition,

viele von Ihnen haben unsere Forderung nach einer raschen Umsetzung des Pillhof-Tunnels mit ihrer Unterschrift unterstützt. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken.

Der große Zuspruch zeigt, dass es sich beim Pillhof nicht um ein Anliegen einzelner Anrainer handelt. Es geht um eine verkehrspolitische Entscheidung, die Eppan und das gesamte Überetsch für die kommenden Jahrzehnte prägen wird.

Die Probleme sind seit Langem bekannt: tägliche Rückstaus, gefährliche Ein- und Ausfahrten, ein fehlender durchgehender Gehsteig, erhebliche Belastungen für die Anwohner und eine Busvorzugsspur, die ohne Tunnel ausgerechnet am größten Nadelöhr unterbrochen werden soll.

Aus diesen Gründen wurde der Pillhof-Tunnel bereits 2016 von der Landesregierung als langfristige Lösung beschlossen. Auch der Eppaner Gemeinderat hat sich im Frühjahr 2025 EINSTIMMIG (!)  für die sofortige Umsetzung des Tunnels ausgesprochen.

Trotzdem stehen wir heute vor einer Entwicklung, durch die dieses Projekt für die nächsten 20 bis 25 Jahre faktisch verhindert werden könnte.

>> Der Eppaner Gemeindeausschuss verzichtet auf den Tunnelanschluss
Mit der aktuell vorgesehenen Kreuzungsumgestaltung wird nach dem derzeit bekannten Planungsstand auf einen baulichen Anschluss für den späteren Tunnel verzichtet.

Der Gemeindeausschuss akzeptiert damit eine Planung, die nicht auf die spätere Umsetzung des Tunnels vorbereitet ist. Gleichzeitig wird darauf vertraut, dass die Landesregierung den Tunnel irgendwann in einem zweiten Baulos errichten werde.

Dieses Vertrauen reicht nicht aus.

Wenn der Tunnel tatsächlich als zweites Baulos vorgesehen wäre, müsste die Kreuzung bereits heute technisch so ausgeführt werden, dass der Tunnel später ohne vollständigen Rückbau der neuen Infrastruktur angeschlossen werden kann. Genau das ist offenbar nicht vorgesehen.

Die zentrale Frage lautet daher:
Wie soll ein zweites Baulos verwirklicht werden, wenn das erste Baulos keinen Anschluss dafür vorsieht?

>> Sollte der Tunnel später dennoch gebaut werden, müssten wesentliche Teile der gerade erst neu errichteten Kreuzung wieder abgebrochen und vollständig umgestaltet werden. Es ist kaum realistisch, dass wenige Jahre nach einem aufwendigen und kostenintensiven Umbau erneut erhebliche öffentliche Mittel bereitgestellt werden, um dieselbe Infrastruktur wieder zurückzubauen.<<

Die Entscheidung über den Tunnel wird daher nicht erst irgendwann in der Zukunft getroffen.
Sie wird jetzt mit der Gestaltung der Kreuzung getroffen.

Wer heute auf den Tunnelanschluss verzichtet, nimmt in Kauf, dass der Pillhof-Tunnel auf Jahrzehnte hinaus politisch, technisch und finanziell kaum mehr umsetzbar sein wird.

Mit der aktuellen Kreuzungsumgestaltung wird der Tunnel daher nicht bloß verschoben.

Er wird de facto versenkt.

>> Blindes Vertrauen ersetzt keine politische Verantwortung
Der Gemeindeausschuss darf seine Verantwortung nicht an die Landesregierung abgeben und darauf vertrauen, dass das Land den Tunnel später schon bauen werde. Solange kein Tunnelanschluss vorgesehen ist, gibt es dafür weder eine technische Absicherung noch eine verbindliche Garantie.

Die Aussage, der Tunnel werde in einem zweiten Baulos gebaut, reicht nicht aus.

Ein 2. Baulos setzt voraus, dass das erste Baulos die notwendigen technischen Voraussetzungen schafft. Fehlen diese Voraussetzungen, handelt es sich NICHT um eine Etappierung, sondern um eine eigenständige Kreuzungslösung, die den Tunnel auf unbestimmte Zeit verhindert.

Der Gemeindeausschuss muss deshalb selbst beurteilen, ob die aktuelle Planung im langfristigen Interesse der Bevölkerung von Eppan und des gesamten Überetschs liegt. Er kann sich später nicht darauf berufen, lediglich den Vorgaben der Landesregierung vertraut zu haben.

>> Der Tunnel würde mehrere Probleme gleichzeitig lösen
Der Pillhof-Tunnel ist keine Luxuslösung und kein Projekt, das ausschließlich dem Autoverkehr dient.

Sein wichtigster Vorteil wäre die Möglichkeit, die Busvorzugsspur zwischen Bozen und Eppan auch im Bereich Pillhof durchgehend zu führen.

Ohne Tunnel wird die Busvorzugsspur ausgerechnet am größten Nadelöhr der Strecke unterbrochen. Der Busverkehr soll dort künftig mittels einer Ampelanlage bevorzugt werden.

Das bedeutet, dass der Individualverkehr regelmäßig angehalten wird, während die Busse den Engpass weiterhin oberirdisch durchqueren müssen. Gerade in den Hauptverkehrszeiten sind zusätzliche Rückstaus zu erwarten.

Eine Busvorzugsspur, die an ihrem schwierigsten Abschnitt unterbrochen und durch eine Ampelregelung ersetzt wird, ist keine durchgehende Busvorzugsspur.

Nur mit dem Tunnel könnte der öffentliche Verkehr im Bereich Pillhof ohne diese Unterbrechung geführt werden.

Gleichzeitig würde oberirdisch Platz entstehen für:

  • einen sicheren und durchgehenden Gehsteig für Schulkinder und Fußgänger auf den weg zur Bushaltestelle
  • sichere Ein- und Ausfahrten,
  • eine Entlastung des unmittelbaren Wohnbereichs,
  • eine langfristig funktionierende Verkehrsführung,
  • sowie weitere zukünftige verkehrspolitische Entwicklungen.


Ohne Tunnel bleiben diese Möglichkeiten stark eingeschränkt.

>> Ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss darf nicht folgenlos bleiben
Im Frühjahr 2025 hat der Eppaner Gemeinderat einstimmig (!) beschlossen, dass der Gemeindeausschuss auf die sofortige Umsetzung des Pillhof-Tunnels bestehen soll.

Dieser Beschluss war ein klarer politischer Auftrag an den Gemeindeausschuss.

Der Gemeindeausschuss müsste daher alles unternehmen, um den Tunnel zu ermöglichen und zumindest sicherzustellen, dass die heutige Planung dessen spätere Umsetzung nicht verhindert.

Stattdessen wird vom Ausschuss eine Kreuzungsplanung ohne Tunnelanschluss akzeptiert.

Das steht im Widerspruch zum politischen Auftrag des Gemeinderates.

Ein einstimmiger Beschluss darf nicht zu einer unverbindlichen Absichtserklärung werden, während gleichzeitig eine Planung umgesetzt wird, die das beschlossene Ziel faktisch unerreichbar macht.

>> Die Bevölkerung darf nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden
Es entsteht zunehmend der Eindruck, dass die Kreuzung zunächst umgesetzt werden soll und die Bevölkerung erst später die gesamten Konsequenzen dieser Entscheidung erkennen wird.

Ist die Kreuzung ohne Tunnelanschluss einmal gebaut, werden die technischen, finanziellen und politischen Hürden für einen späteren Tunnel erheblich größer sein.

Dann wird möglicherweise argumentiert werden, ein erneuter Umbau sei zu teuer, zu aufwendig oder der Bevölkerung nicht mehr zumutbar.

Genau dadurch würden vollendete Tatsachen geschaffen.

>> Wer trägt die politische Verantwortung?
Dazu gehören allen voran Bürgermeister Lorenz Ebner sowie die Mitglieder des Gemeindeausschusses Martin Haller, Heidi Felderer, Petra Prackwieser, Martin Walcher, Magdalena Perwanger und Massimo Cleva.

Sie vertreten die Gemeinde gegenüber der Landesregierung. Sie müssen sicherstellen, dass die Interessen der Bevölkerung von Eppan gewahrt und die Beschlüsse des Gemeinderates umgesetzt werden.

Wenn der Gemeindeausschuss einer Kreuzung ohne Tunnelanschluss zustimmt oder diese Planung ohne ausreichende Absicherung akzeptiert, trägt er auch die politische Verantwortung für die langfristigen Folgen.

Die Verantwortung kann nicht ausschließlich beim Land gesucht werden. Die Gemeindevertretung muss jetzt klar Stellung beziehen und erklären, ob sie tatsächlich bereit ist, den Pillhof-Tunnel für die kommenden Jahrzehnte aufzugeben.

Sprechen Sie die Verantwortlichen direkt an
Alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition können sich direkt an die Mitglieder des Gemeindeausschusses wenden und eine klare Stellungnahme verlangen:

Bürgermeister Lorenz Ebner
lorenz.ebner@eppan.eu

Martin Haller
martin.haller@eppan.eu

Heidi Felderer
heidi.felderer@eppan.eu

Petra Prackwieser
petra.prackwieser@eppan.eu

Martin Walcher
martin.walcher@eppan.eu

Magdalena Perwanger
magdalena.perwanger@eppan.eu

Massimo Cleva
massimo.cleva@eppan.eu

Bitten Sie die Verantwortlichen um eine konkrete Antwort auf diese Frage:

Warum akzeptiert der Gemeindeausschuss eine neue Kreuzung ohne Tunnelanschluss, obwohl die Landesregierung den Tunnel bereits 2016 beschlossen und der Eppaner Gemeinderat im Frühjahr 2025 einstimmig dessen sofortige Umsetzung gefordert hat?
Wir ersuchen darum, bei allen direkten Anfragen sachlich und respektvoll zu bleiben. Gleichzeitig dürfen die Fragen klar und unmissverständlich gestellt werden, denn es geht um eine Entscheidung mit Folgen für die nächsten 20 bis 25 Jahre.

>> Unser Appell
Wir fordern den gesamten Gemeindeausschuss, allen voran Bürgermeister Lorenz Ebner, auf, die aktuelle Haltung zu überdenken und nicht länger blind darauf zu vertrauen, dass die Landesregierung den Tunnel später schon umsetzen werde.

Wir fordern:

die verbindliche Einplanung eines Tunnelanschlusses,
die Offenlegung der vollständigen technischen Planung,
eine nachvollziehbare Darstellung des angekündigten zweiten Bauloses,
die Umsetzung des einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses aus dem Frühjahr 2025,
und eine klare Position der Gemeinde zugunsten des bereits 2016 beschlossenen Pillhof-Tunnels.
Wird die Kreuzung in der aktuell vorgesehenen Form ohne Tunnelanschluss gebaut, ist der Pillhof-Tunnel auf Jahrzehnte hinaus faktisch versenkt.

Die Verantwortung für diese Entscheidung trägt der Gemeindeausschuss als Ganzes – allen voran Bürgermeister Lorenz Ebner.

Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, dass diese Verantwortung nicht an die Landesregierung weitergereicht, sondern von den gewählten Gemeindevertretern wahrgenommen wird.

Norbert Gasser
Im Namen der gesamten Initiativgruppe Pillhof

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