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Keine voreilige Wiedereröffnung der Schulen in Sachsen

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Die Pläne des Sächsischen Staatsministeriums sehen vor, dass am 18. Januar 2021 die Schulen in Sachsen für Abschlussjahrgänge wieder geöffnet werden sollen. Unabhängig von den Infektionszahlen sollen Schüler*innen zum Präsenzunterricht verpflichtet werden, obwohl es die Inzidenzen in Sachsen nicht zulassen. Die KM haben es versäumt, in Schulen Maßnahmen zum Infektionsschutz einzuleiten oder diese auf digitale Unterrichtsformen vorzubereiten. Des Weiteren wurden weder der Lehrplan noch die Prüfungen an das Pandemiegeschehen angepasst. Wir Schüler*innen der Abschlussjahrgänge sehen uns ständig in dem Konflikt zwischen dem Erreichen unseres Abschlusses und der Gesundheit unserer Familien.

OHNE UNS!

Bund und Länder verständigten sich am 05.01.2021 darauf, die Coronaschutzmaßnahmen vom Dezember zu verlängern bzw. noch zu verschärfen und weiterhin die Geschäfte, Gastronomie und Schulen geschlossen zu halten.
Am Abend des 05.01.2021 gab Kultusminister Piwarz auf einer Pressekonferenz bekannt, dass ab 18.01.2021 wieder Präsenzunterricht für die Abschlussklassen stattfinden wird:

„Angesichts der Coronalage bleiben Schulen, Schulinternate und Einrichtungen der
Kindertagesbetreuung bis Ende Januar geschlossen.
Einzig die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen an Oberschulen (Klassenstufen 9 und 10), Gymnasien (Klassenstufen 11 und 12), Beruflichen Gymnasien (Klassenstufen 12 und 13) und Fachoberschulen können die Schulen ab dem 18. Januar wieder besuchen.“ (SMK-Block)

Angesichts des dramatischen Infektionsgeschehens in Sachsen mit einer 7-Tage-Indidenz von 339 (RKI 09.01.2021), können wir diese Entscheidung nicht nachvollziehen!

Zum jetzigen Zeitpunkt liegen keine realistische Infektionszahlen von Weihnachten und Silvester vor, aber es ist zu erwarten, dass diese noch weitaus höher sein werden.
Auch die mutierte Form des Coronavirus beginnt sich rasant auszubreiten und wird zu weiter steigenden Inzidenzen führen.

Wie könnt ihr uns in in dieser dynamischen und höchst brisanten Phase der Pandemie in die Schulen schicken?

Wir haben es satt, dass das Kultusministerium monatelang die Warnungen und Mahnungen der Wissenschaftler*innen ignoriert und das Infektionsgeschehen an Schulen herunterspielt oder leugnet und ohne den nötigen Schutz der Lehrer*innen und Schüler*innen Präsenzunterricht fordert!

Die Entscheidungen des sächsischen Kultusministers Piwarz stehen im direkten Widerspruch zu aktuellen Erkenntnissen der Virolog*innen!

Im Sommer wäre ein guter Zeitpunkt gewesen, Langzeitstrategien für Bildung zu entwickeln und in den Schutz der Schüler zu investieren. Diese Chance wurde vertan und nach dem Wunschdenken von möglichem Regelunterricht agiert. Lüften, Hände desinfizieren, Zwiebellook, Kniebeuge und Klatschen waren die einzigen Konzepte. Die Ergebnisse des Nichthandelns liegen jetzt vor.

Das Scheinargument der Kultusminister*innen, nur durch Regelunterricht herrscht
Bildungsgerechtigkeit, wurde ebenfalls bereits widerlegt. Auch diesbezüglich mangelte es nicht an innovativen Ideen.
Es wurde bereits im Herbst sehr deutlich und von Politikern offen ausgesprochen, dass geöffnete Schulen wichtig sind, damit Kinder dort „aufbewahrt“ werden können, um den Eltern das Arbeiten zu ermöglichen.

Wir wollen aber nicht für eine funktionierende Wirtschaft herhalten!

Um wieder die Schule besuchen zu können, müssen die Voraussetzungen geschaffen werden.

Wir forden:

  •  Gesundheit der Menschen als oberste Priorität in der Coronapolitik
  •  Präsenzunterricht erst, wenn es das Infektionsgeschehen zulässt und die Inzidenzen unter 50 liegen
  • Achtung des Rechts auf körperliche und psychische Unversehrtheit der Schüler*innen
  •  Angebot von Präsenzzeiten für Schüler*innen, die Nachholbedarf haben
  •  Erarbeitung pandemiegerechter Konzepte durch das Kultusministerium vor Wiedereröffnung der Schulen
  •  Anpassung des Lehrplans und der Prüfungen an Lernbedingungen während der Pandemie; Regelungen für Abschlüsse

Wir fordern von Herrn Kretschmer und Herrn Piwarz, die Entscheidung zur vorschnellen Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts zurückzunehmen!



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