
Antwort: Ein ganz klares NEIN.
Wir haben diesen Betrag keinesfalls so aus der Luft gegriffen.
1. Wie bei jeder Verhandlung setzt die eine Seite (wir/ unsere Gewerkschaft) einen hohen Anker, die andere Seite (Bund/ Länder) einen extrem niedrigen Anker. Um diesmal ein wirklich zeitgemäßes und akzeptables Ergebnis erzielen zu können, haben wir den Anker entsprechend hoch gesetzt.
2. Die Pflege wurde über Jahrzehnte unterbezahlt. Lange Zeit galt die Pflege als Berufung, nicht als Beruf. Demut und Zurückhaltung kennzeichneten diese "Berufung". Für alle Beteiligten – außer uns – war das natürlich extrem praktisch. Mit Einführung der DRGs wurden Krankenhäuser zu Unternehmen transformiert, die Pflege (Rahmenbedingungen s. Petitionstext) zunehmend massiv unter Druck gesetzt. Das Ergebnis heute: Frust, Erschöpfung bis hin zum Burnout (mehr s. Petitionstext). Über unsere überdeutlichen Forderungen machen wir klar, dass mit der archaischen Leitidee "Berufung" und der damit verbundenen Ausnutz-Kultur Schluss sein muss! Auch die Politik sollte das dann so langsam begriffen haben.
3. Was ist die Pflege wert? Wie viel ist der Gesellschaft die Pflege wert? Ein Klatschen, warme Worte… Die Pflege hat sich mittlerweile zu einem professionellen auf wissenschaftlichen Grundlagen basierenden Berufsstand entwickelt. Wir leisten – wenn es uns über angemessene Rahmenbedingungen möglich ist – hervorragende Arbeit. Diese hervorragende Arbeit sollte auch angemessen honoriert werden. Meint ihr nicht?
4. Wir setzen in Bezug auf die Kompensation sämtlicher (auch bestehender) Personalkosten auf das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, so dass Krankenhäuser entlastet anstatt durch unsere Forderungen mehrbelastet würden.