

Walstrandungen: Klare Einsatzstrukturen für Wale in Not!
Das Problem
🐳 Deutschland braucht bundesweit einheitliche Einsatzstrukturen für Strandungsereignisse von Großmeeressäugern.
Die letzten Monate haben gezeigt, dass Strandungsereignisse von Großmeeressäugern außergewöhnliche und komplexe Einsatzlagen sind. Sie erfordern fachliche Expertise, koordinierte Zusammenarbeit sowie zeitnahe und möglichst nachvollziehbare Entscheidungen.
Die Ereignisse rund um den Buckelwal „Timmy“, auch „Hope“ genannt, haben deutschlandweit und darüber hinaus große Aufmerksamkeit erregt. Im Verlauf der vergangenen Monate waren Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen, Tierärzte, Hilfsorganisationen und private Initiativen beteiligt. Gleichzeitig wurden unterschiedliche fachliche Einschätzungen und verschiedene Rettungsansätze öffentlich diskutiert.
Unabhängig davon, wie einzelne Maßnahmen oder Entscheidungen bewertet werden, haben die vergangenen Monate eines deutlich gemacht:
👉 Für Strandungsereignisse von Großmeeressäugern besteht Bedarf an bundesweit abgestimmten Einsatzstrukturen, klaren Zuständigkeiten und nachvollziehbaren Entscheidungswegen.
Ich bin Alessandro Schulze, Natur- und Wildtierfotograf sowie Notfallsanitäter.
Als Natur- und Wildtierfotograf erlebe ich die Schönheit und zugleich die Verletzlichkeit unserer Tierwelt. Als Notfallsanitäter weiß ich, wie entscheidend bei außergewöhnlichen Einsatzlagen klare Zuständigkeiten, strukturierte Abläufe und eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten sind.
Ebenso wichtig ist eine offene, transparente und verständliche Kommunikation. Strandungsereignisse bewegen viele Menschen emotional. Entscheidungen sollten daher – soweit dies während eines laufenden Einsatzes möglich ist – auf einer fachlich fundierten Grundlage getroffen, transparent kommuniziert und nachvollziehbar begründet werden. Das stärkt das Vertrauen der Öffentlichkeit, schafft Verständnis für notwendige Abwägungen und reduziert Raum für Spekulationen und Missverständnisse.
🙏 Diese Petition richtet sich ausdrücklich nicht gegen einzelne Behörden, Organisationen oder beteiligte Personen.
Sie verfolgt ein konstruktives Ziel: Deutschland soll aus den Erfahrungen der vergangenen Strandungsereignisse lernen und die organisatorischen Voraussetzungen schaffen, um auf zukünftige Ereignisse besser vorbereitet zu sein.
🌍 Warum jetzt gehandelt werden sollte
Strandungsereignisse von Großmeeressäugern werden auch künftig auftreten.
Deutschland sollte deshalb nicht bei jedem einzelnen Strandungsereignis grundlegende Fragen erneut beantworten müssen:
Wer übernimmt die Koordination?
Welche Fachkompetenz wird eingebunden?
Wie werden Entscheidungen getroffen und dokumentiert?
Wie erfolgt die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wissenschaft und weiteren Beteiligten?
Wie wird die Öffentlichkeit transparent und nachvollziehbar informiert?
Diese Fragen sollten bereits vor dem nächsten Strandungsereignis möglichst einheitlich geregelt sein.
🐋 Großmeeressäuger kennen keine Staatsgrenzen. Deshalb sollte langfristig auch auf europäischer und internationaler Ebene darüber diskutiert werden, gemeinsame Leitlinien für Strandungsereignisse zu entwickeln und den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie praktischer Erfahrungen weiter zu stärken.
✍️ Warum diese Petition wichtig ist
Diese Petition fordert keine Schuldzuweisungen und keine nachträgliche Bewertung einzelner Entscheidungen.
Sie fordert, aus den Erfahrungen der vergangenen Monate zu lernen und bundesweit abgestimmte Einsatzstrukturen für Strandungsereignisse von Großmeeressäugern zu schaffen.
Ebenso wichtig ist eine transparente Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit. Entscheidungen müssen fachlich fundiert sein – sie sollten auch nachvollziehbar erklärt werden. So können Vertrauen gestärkt, Verständnis gefördert und der hohen emotionalen Bedeutung solcher Ereignisse angemessen begegnet werden.
💙 Damit beim nächsten Strandungsereignis Vorbereitung, Zusammenarbeit, Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen im Mittelpunkt stehen – zum Schutz der Tiere und im Interesse einer verantwortungsvollen, professionellen Einsatzbewältigung.
📢 Unsere Forderung
Mit dieser Petition fordern wir den Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Carsten Schneider, auf, gemeinsam mit den zuständigen Behörden, Ländern, wissenschaftlichen Einrichtungen und weiteren Fachstellen die Voraussetzungen für bundesweit abgestimmte Einsatzstrukturen bei Strandungsereignissen von Großmeeressäugern zu schaffen.
Der konkrete Forderungskatalog ist Bestandteil dieser Petition.
Nur durch klare Zuständigkeiten, abgestimmte Abläufe, den frühzeitigen Einbezug fachlicher Expertise sowie transparente und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse kann Deutschland auf zukünftige Strandungsereignisse bestmöglich vorbereitet sein.
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1 Einrichtung einer bundesweiten Einsatzstruktur
1.1 Schaffung einer bundesweit koordinierten Einsatzstruktur für Strandungsereignisse von Meerestieren, die klare Zuständigkeiten und Entscheidungswege definiert.
1.2 Entwicklung und Implementierung standardisierter Einsatzprotokolle (Standard Operating Procedures – SOPs) für den Umgang mit Strandungsereignissen.
1.3 Sicherstellung, dass in akuten Einsatzsituationen zeitnah handlungsfähige Entscheidungsstrukturen bestehen und Kompetenzkonflikte zwischen Behörden vermieden werden.
2 Übertragung der operativen Einsatzkoordination an eine unabhängige Fachstruktur
2.1 Übertragung der operativen Einsatzkoordination in Strandungssituationen an eine fachlich qualifizierte, unabhängige Non-Profit-Struktur, die auf den Umgang mit Strandungsereignissen spezialisiert ist.
2.2 Gewährleistung, dass diese Struktur über klare Entscheidungsbefugnisse und definierte Einsatzabläufe verfügt, um in zeitkritischen Situationen handlungsfähig zu sein.
2.3 Sicherstellung der institutionellen Unabhängigkeit dieser Einsatzkoordination von Einrichtungen, die potenziell institutionelle oder wirtschaftliche Interessen an gestrandeten Tieren haben könnten (z. B. Sammlungs- oder Ausstellungsinteressen).
3 Aufbau und Schulung spezialisierter Einsatzteams
3.1 Aufbau und Schulung von spezialisierten Einsatzteams für Strandungseinsätze, einschließlich Ausbildung im Umgang mit relevanter technischer Ausrüstung (z. B. Hebekissen, Bergungstechnik, Wasserfahrzeuge).
3.2 Einbindung eines fachübergreifenden Netzwerks aus Veterinärmedizin, Meeresbiologie sowie nationalen und internationalen Strandungsexpertinnen und -experten.
3.3 Sicherstellung einer regelmäßigen Schulung und Übung der Einsatzabläufe, um die Einsatzfähigkeit langfristig zu gewährleisten.
4 Einbindung bestehender Einsatz- und Rettungsstrukturen
4.1 Nutzung vorhandener Kompetenzen und Strukturen, insbesondere von Feuerwehren, die über umfangreiche Erfahrung im Bereich der technischen Hilfeleistung und im Umgang mit schwerem Gerät verfügen.
4.2 Einbindung von Seenotrettungsorganisationen, die über maritime Expertise verfügen und beispielsweise Wasserstände, Strömungsverhältnisse sowie nautische Bedingungen einschätzen können.
4.3 Aufbau einer schnell aktivierbaren Einsatzstruktur, die im Bedarfsfall auf vorhandene Kräfte und Ressourcen zurückgreifen kann.
5 Kooperation mit regionaler Infrastruktur und Logistikpartnern
5.1 Aufbau eines vorbereiteten Netzwerks mit regionalen Unternehmen, insbesondere Bau- und Infrastrukturunternehmen, die im Bedarfsfall kurzfristig technische Unterstützung oder Maschinen bereitstellen können.
5.2 Frühzeitige Information und Abstimmung mit potenziellen Partnern, um im Einsatzfall zeitnahe Unterstützung sicherzustellen.
5.3 Entwicklung klarer Kommunikations- und Alarmierungsstrukturen für diese Partner.
6 Finanzierung und Einsatzlogistik
6.1 Sicherstellung einer finanziellen Absicherung von Einsatzmaßnahmen, einschließlich einer angemessenen Entschädigung für beteiligte Einsatzkräfte, Organisationen und unterstützende Unternehmen.
6.2 Organisation der notwendigen Einsatzlogistik, insbesondere Unterkunft, Verpflegung und Infrastruktur für Einsatzteams während länger andauernder Einsätze.
6.3 Bereitstellung einer initialen öffentlichen Finanzierung zum Aufbau der Struktur, während die koordinierende Organisation langfristig auch durch Spenden unterstützt werden kann.
7 Zielsetzung
7.1 Ziel dieser Maßnahmen ist der Aufbau einer fachlich fundierten, unabhängigen und bundesweit koordinierten Einsatzstruktur, die in Strandungssituationen schnell, transparent und wissenschaftlich fundiert handeln kann.
7.2 Hierdurch soll sichergestellt werden, dass zukünftige Strandungsereignisse professionell koordiniert und unter Berücksichtigung des Tierwohls sowie wissenschaftlicher Erkenntnisse bewältigt werden können.
7.3 Bei allen Maßnahmen im Zusammenhang mit Strandungsereignissen ist sicherzustellen, dass das unmittelbare Tierwohl sowie realistische Rettungs- und Befreiungsmöglichkeiten vorrangig berücksichtigt werden. Wissenschaftliche Bewertungen und Untersuchungen können eine wichtige fachliche Grundlage der Entscheidungsfindung darstellen; die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse darf jedoch nicht über dem Schutz des betroffenen Tieres stehen und nicht als vorrangiger Entscheidungsmaßstab herangezogen werden, sofern fachlich vertretbare und tierschutzkonforme Rettungsmaßnahmen möglich sind.
8 Wissenschaftlicher Kontext und zukünftige Relevanz
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und internationale Beobachtungen zeigen, dass Strandungsereignisse von Walen und anderen Meeressäugern in vielen Regionen zunehmen oder sich räumlich verändern.
Studien dokumentieren eine zunehmende Präsenz großer Bartenwale in der Nordsee, einschließlich steigender Sichtungen und Strandungsereignisse von Buckel- und Finnwalen im südlichen Nordseeraum. Diese Entwicklung wird unter anderem mit Veränderungen der marinen Ökosysteme sowie mit veränderten Wanderbewegungen der Tiere in Verbindung gebracht (Berrow & Whooley 2022, Journal of Sea Research:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1385110122000247
Auch im nordeuropäischen Raum zeigen Langzeitdaten deutliche Veränderungen. Untersuchungen des Scottish Marine Animal Stranding Scheme zeigen, dass in Schottland innerhalb von drei Jahrzehnten mehr als 5.000 gestrandete Wale und Delfine dokumentiert wurden, wobei einzelne Arten einen starken Anstieg der Strandungsraten aufweisen. Forschende sehen darin ein mögliches Frühwarnsignal für Veränderungen im marinen Ökosystem (University of Glasgow / SMASS-Studie:
https://e360.yale.edu/digest/scotland-whale-strandings-noise
Langzeitdaten aus internationalen Monitoringprogrammen zeigen zudem, dass Strandungsdaten eine wichtige Grundlage zur Beobachtung ökologischer Veränderungen in marinen Ökosystemen darstellen und Hinweise auf zunehmende Umweltbelastungen oder Verschiebungen von Lebensräumen liefern können (Nature Scientific Reports 2025:
https://www.nature.com/articles/s41598-025-12928-1
Mehrere Faktoren können zu solchen Ereignissen beitragen. Dazu zählen unter anderem:
8.1 Veränderungen von Meeresströmungen und Nahrungsverfügbarkeit durch den Klimawandel, die dazu führen können, dass sich Wander- und Jagdgebiete von Walen verschieben und Tiere häufiger in küstennahe oder flachere Meeresgebiete gelangen (Kovacs et al.:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10367525/
8.2 Zunehmender Schiffsverkehr und Unterwasserlärm, der Orientierung und Kommunikation von Meeressäugern beeinträchtigen kann und mit Strandungsereignissen in Verbindung gebracht wird (Yale Environment Review / SMASS-Analyse:
https://e360.yale.edu/digest/scotland-whale-strandings-noise
8.3 Verlagerung von Wander- und Jagdgebieten, da sich Beuteorganismen infolge veränderter Meeresbedingungen räumlich verschieben können und Wale dadurch neue Lebensräume aufsuchen (Project Jonah climate research:
https://www.projectjonah.org.nz/climate-change-whales/
8.4 Fischereiaktivitäten sowie Verheddern in Fanggeräten, die weltweit zu Verletzungen oder Stresssituationen führen können und damit ebenfalls als mögliche Faktoren bei Strandungsereignissen gelten (Conservation Biology Review:
https://conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/cobi.14302
Steigende Meerestemperaturen und ökologische Veränderungen können zudem dazu führen, dass sich Beuteorganismen räumlich verlagern und Wale dadurch neue oder ungeeignete Meeresgebiete aufsuchen, was das Risiko von Strandungen erhöhen kann (Australian National Maritime Museum:
https://www.sea.museum/ocean-futures/whale-strandings-on-the-rise
Auch aktuelle Ereignisse in der Nord- und Ostsee zeigen, dass solche Situationen nicht nur wissenschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Relevanz besitzen. Strandungen einzelner Großwale führen regelmäßig zu erheblicher öffentlicher Aufmerksamkeit, intensiver Medienberichterstattung und hohen Erwartungen an Behörden und Rettungsstrukturen.
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Strandungsereignisse künftig nicht ausgeschlossen werden können und möglicherweise häufiger auftreten, insbesondere in ökologisch sensiblen und flachen Meeresregionen wie der Nord- und Ostsee.
9 Appell
Vor diesem Hintergrund liegt es im Interesse des Bundes und der zuständigen Behörden, frühzeitig klare, rechtssichere und fachlich koordinierte Einsatzstrukturen zu etablieren.
Eine bundesweit abgestimmte Vorgehensweise kann dazu beitragen, komplexe Strandungssituationen fachlich angemessen zu bewältigen, unnötige Verzögerungen in Einsatzentscheidungen zu vermeiden und zugleich die öffentliche Erwartungshaltung sowie die mediale Aufmerksamkeit in solchen Fällen verantwortungsvoll zu begleiten.
Redaktioneller Hinweis: Das Foto der Petition ist KI generiert.

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Das Problem
🐳 Deutschland braucht bundesweit einheitliche Einsatzstrukturen für Strandungsereignisse von Großmeeressäugern.
Die letzten Monate haben gezeigt, dass Strandungsereignisse von Großmeeressäugern außergewöhnliche und komplexe Einsatzlagen sind. Sie erfordern fachliche Expertise, koordinierte Zusammenarbeit sowie zeitnahe und möglichst nachvollziehbare Entscheidungen.
Die Ereignisse rund um den Buckelwal „Timmy“, auch „Hope“ genannt, haben deutschlandweit und darüber hinaus große Aufmerksamkeit erregt. Im Verlauf der vergangenen Monate waren Behörden, wissenschaftliche Einrichtungen, Tierärzte, Hilfsorganisationen und private Initiativen beteiligt. Gleichzeitig wurden unterschiedliche fachliche Einschätzungen und verschiedene Rettungsansätze öffentlich diskutiert.
Unabhängig davon, wie einzelne Maßnahmen oder Entscheidungen bewertet werden, haben die vergangenen Monate eines deutlich gemacht:
👉 Für Strandungsereignisse von Großmeeressäugern besteht Bedarf an bundesweit abgestimmten Einsatzstrukturen, klaren Zuständigkeiten und nachvollziehbaren Entscheidungswegen.
Ich bin Alessandro Schulze, Natur- und Wildtierfotograf sowie Notfallsanitäter.
Als Natur- und Wildtierfotograf erlebe ich die Schönheit und zugleich die Verletzlichkeit unserer Tierwelt. Als Notfallsanitäter weiß ich, wie entscheidend bei außergewöhnlichen Einsatzlagen klare Zuständigkeiten, strukturierte Abläufe und eine gute Zusammenarbeit aller Beteiligten sind.
Ebenso wichtig ist eine offene, transparente und verständliche Kommunikation. Strandungsereignisse bewegen viele Menschen emotional. Entscheidungen sollten daher – soweit dies während eines laufenden Einsatzes möglich ist – auf einer fachlich fundierten Grundlage getroffen, transparent kommuniziert und nachvollziehbar begründet werden. Das stärkt das Vertrauen der Öffentlichkeit, schafft Verständnis für notwendige Abwägungen und reduziert Raum für Spekulationen und Missverständnisse.
🙏 Diese Petition richtet sich ausdrücklich nicht gegen einzelne Behörden, Organisationen oder beteiligte Personen.
Sie verfolgt ein konstruktives Ziel: Deutschland soll aus den Erfahrungen der vergangenen Strandungsereignisse lernen und die organisatorischen Voraussetzungen schaffen, um auf zukünftige Ereignisse besser vorbereitet zu sein.
🌍 Warum jetzt gehandelt werden sollte
Strandungsereignisse von Großmeeressäugern werden auch künftig auftreten.
Deutschland sollte deshalb nicht bei jedem einzelnen Strandungsereignis grundlegende Fragen erneut beantworten müssen:
Wer übernimmt die Koordination?
Welche Fachkompetenz wird eingebunden?
Wie werden Entscheidungen getroffen und dokumentiert?
Wie erfolgt die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wissenschaft und weiteren Beteiligten?
Wie wird die Öffentlichkeit transparent und nachvollziehbar informiert?
Diese Fragen sollten bereits vor dem nächsten Strandungsereignis möglichst einheitlich geregelt sein.
🐋 Großmeeressäuger kennen keine Staatsgrenzen. Deshalb sollte langfristig auch auf europäischer und internationaler Ebene darüber diskutiert werden, gemeinsame Leitlinien für Strandungsereignisse zu entwickeln und den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie praktischer Erfahrungen weiter zu stärken.
✍️ Warum diese Petition wichtig ist
Diese Petition fordert keine Schuldzuweisungen und keine nachträgliche Bewertung einzelner Entscheidungen.
Sie fordert, aus den Erfahrungen der vergangenen Monate zu lernen und bundesweit abgestimmte Einsatzstrukturen für Strandungsereignisse von Großmeeressäugern zu schaffen.
Ebenso wichtig ist eine transparente Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit. Entscheidungen müssen fachlich fundiert sein – sie sollten auch nachvollziehbar erklärt werden. So können Vertrauen gestärkt, Verständnis gefördert und der hohen emotionalen Bedeutung solcher Ereignisse angemessen begegnet werden.
💙 Damit beim nächsten Strandungsereignis Vorbereitung, Zusammenarbeit, Transparenz und nachvollziehbare Entscheidungen im Mittelpunkt stehen – zum Schutz der Tiere und im Interesse einer verantwortungsvollen, professionellen Einsatzbewältigung.
📢 Unsere Forderung
Mit dieser Petition fordern wir den Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Carsten Schneider, auf, gemeinsam mit den zuständigen Behörden, Ländern, wissenschaftlichen Einrichtungen und weiteren Fachstellen die Voraussetzungen für bundesweit abgestimmte Einsatzstrukturen bei Strandungsereignissen von Großmeeressäugern zu schaffen.
Der konkrete Forderungskatalog ist Bestandteil dieser Petition.
Nur durch klare Zuständigkeiten, abgestimmte Abläufe, den frühzeitigen Einbezug fachlicher Expertise sowie transparente und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse kann Deutschland auf zukünftige Strandungsereignisse bestmöglich vorbereitet sein.
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1 Einrichtung einer bundesweiten Einsatzstruktur
1.1 Schaffung einer bundesweit koordinierten Einsatzstruktur für Strandungsereignisse von Meerestieren, die klare Zuständigkeiten und Entscheidungswege definiert.
1.2 Entwicklung und Implementierung standardisierter Einsatzprotokolle (Standard Operating Procedures – SOPs) für den Umgang mit Strandungsereignissen.
1.3 Sicherstellung, dass in akuten Einsatzsituationen zeitnah handlungsfähige Entscheidungsstrukturen bestehen und Kompetenzkonflikte zwischen Behörden vermieden werden.
2 Übertragung der operativen Einsatzkoordination an eine unabhängige Fachstruktur
2.1 Übertragung der operativen Einsatzkoordination in Strandungssituationen an eine fachlich qualifizierte, unabhängige Non-Profit-Struktur, die auf den Umgang mit Strandungsereignissen spezialisiert ist.
2.2 Gewährleistung, dass diese Struktur über klare Entscheidungsbefugnisse und definierte Einsatzabläufe verfügt, um in zeitkritischen Situationen handlungsfähig zu sein.
2.3 Sicherstellung der institutionellen Unabhängigkeit dieser Einsatzkoordination von Einrichtungen, die potenziell institutionelle oder wirtschaftliche Interessen an gestrandeten Tieren haben könnten (z. B. Sammlungs- oder Ausstellungsinteressen).
3 Aufbau und Schulung spezialisierter Einsatzteams
3.1 Aufbau und Schulung von spezialisierten Einsatzteams für Strandungseinsätze, einschließlich Ausbildung im Umgang mit relevanter technischer Ausrüstung (z. B. Hebekissen, Bergungstechnik, Wasserfahrzeuge).
3.2 Einbindung eines fachübergreifenden Netzwerks aus Veterinärmedizin, Meeresbiologie sowie nationalen und internationalen Strandungsexpertinnen und -experten.
3.3 Sicherstellung einer regelmäßigen Schulung und Übung der Einsatzabläufe, um die Einsatzfähigkeit langfristig zu gewährleisten.
4 Einbindung bestehender Einsatz- und Rettungsstrukturen
4.1 Nutzung vorhandener Kompetenzen und Strukturen, insbesondere von Feuerwehren, die über umfangreiche Erfahrung im Bereich der technischen Hilfeleistung und im Umgang mit schwerem Gerät verfügen.
4.2 Einbindung von Seenotrettungsorganisationen, die über maritime Expertise verfügen und beispielsweise Wasserstände, Strömungsverhältnisse sowie nautische Bedingungen einschätzen können.
4.3 Aufbau einer schnell aktivierbaren Einsatzstruktur, die im Bedarfsfall auf vorhandene Kräfte und Ressourcen zurückgreifen kann.
5 Kooperation mit regionaler Infrastruktur und Logistikpartnern
5.1 Aufbau eines vorbereiteten Netzwerks mit regionalen Unternehmen, insbesondere Bau- und Infrastrukturunternehmen, die im Bedarfsfall kurzfristig technische Unterstützung oder Maschinen bereitstellen können.
5.2 Frühzeitige Information und Abstimmung mit potenziellen Partnern, um im Einsatzfall zeitnahe Unterstützung sicherzustellen.
5.3 Entwicklung klarer Kommunikations- und Alarmierungsstrukturen für diese Partner.
6 Finanzierung und Einsatzlogistik
6.1 Sicherstellung einer finanziellen Absicherung von Einsatzmaßnahmen, einschließlich einer angemessenen Entschädigung für beteiligte Einsatzkräfte, Organisationen und unterstützende Unternehmen.
6.2 Organisation der notwendigen Einsatzlogistik, insbesondere Unterkunft, Verpflegung und Infrastruktur für Einsatzteams während länger andauernder Einsätze.
6.3 Bereitstellung einer initialen öffentlichen Finanzierung zum Aufbau der Struktur, während die koordinierende Organisation langfristig auch durch Spenden unterstützt werden kann.
7 Zielsetzung
7.1 Ziel dieser Maßnahmen ist der Aufbau einer fachlich fundierten, unabhängigen und bundesweit koordinierten Einsatzstruktur, die in Strandungssituationen schnell, transparent und wissenschaftlich fundiert handeln kann.
7.2 Hierdurch soll sichergestellt werden, dass zukünftige Strandungsereignisse professionell koordiniert und unter Berücksichtigung des Tierwohls sowie wissenschaftlicher Erkenntnisse bewältigt werden können.
7.3 Bei allen Maßnahmen im Zusammenhang mit Strandungsereignissen ist sicherzustellen, dass das unmittelbare Tierwohl sowie realistische Rettungs- und Befreiungsmöglichkeiten vorrangig berücksichtigt werden. Wissenschaftliche Bewertungen und Untersuchungen können eine wichtige fachliche Grundlage der Entscheidungsfindung darstellen; die Gewinnung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse darf jedoch nicht über dem Schutz des betroffenen Tieres stehen und nicht als vorrangiger Entscheidungsmaßstab herangezogen werden, sofern fachlich vertretbare und tierschutzkonforme Rettungsmaßnahmen möglich sind.
8 Wissenschaftlicher Kontext und zukünftige Relevanz
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen und internationale Beobachtungen zeigen, dass Strandungsereignisse von Walen und anderen Meeressäugern in vielen Regionen zunehmen oder sich räumlich verändern.
Studien dokumentieren eine zunehmende Präsenz großer Bartenwale in der Nordsee, einschließlich steigender Sichtungen und Strandungsereignisse von Buckel- und Finnwalen im südlichen Nordseeraum. Diese Entwicklung wird unter anderem mit Veränderungen der marinen Ökosysteme sowie mit veränderten Wanderbewegungen der Tiere in Verbindung gebracht (Berrow & Whooley 2022, Journal of Sea Research:
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1385110122000247
Auch im nordeuropäischen Raum zeigen Langzeitdaten deutliche Veränderungen. Untersuchungen des Scottish Marine Animal Stranding Scheme zeigen, dass in Schottland innerhalb von drei Jahrzehnten mehr als 5.000 gestrandete Wale und Delfine dokumentiert wurden, wobei einzelne Arten einen starken Anstieg der Strandungsraten aufweisen. Forschende sehen darin ein mögliches Frühwarnsignal für Veränderungen im marinen Ökosystem (University of Glasgow / SMASS-Studie:
https://e360.yale.edu/digest/scotland-whale-strandings-noise
Langzeitdaten aus internationalen Monitoringprogrammen zeigen zudem, dass Strandungsdaten eine wichtige Grundlage zur Beobachtung ökologischer Veränderungen in marinen Ökosystemen darstellen und Hinweise auf zunehmende Umweltbelastungen oder Verschiebungen von Lebensräumen liefern können (Nature Scientific Reports 2025:
https://www.nature.com/articles/s41598-025-12928-1
Mehrere Faktoren können zu solchen Ereignissen beitragen. Dazu zählen unter anderem:
8.1 Veränderungen von Meeresströmungen und Nahrungsverfügbarkeit durch den Klimawandel, die dazu führen können, dass sich Wander- und Jagdgebiete von Walen verschieben und Tiere häufiger in küstennahe oder flachere Meeresgebiete gelangen (Kovacs et al.:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10367525/
8.2 Zunehmender Schiffsverkehr und Unterwasserlärm, der Orientierung und Kommunikation von Meeressäugern beeinträchtigen kann und mit Strandungsereignissen in Verbindung gebracht wird (Yale Environment Review / SMASS-Analyse:
https://e360.yale.edu/digest/scotland-whale-strandings-noise
8.3 Verlagerung von Wander- und Jagdgebieten, da sich Beuteorganismen infolge veränderter Meeresbedingungen räumlich verschieben können und Wale dadurch neue Lebensräume aufsuchen (Project Jonah climate research:
https://www.projectjonah.org.nz/climate-change-whales/
8.4 Fischereiaktivitäten sowie Verheddern in Fanggeräten, die weltweit zu Verletzungen oder Stresssituationen führen können und damit ebenfalls als mögliche Faktoren bei Strandungsereignissen gelten (Conservation Biology Review:
https://conbio.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/cobi.14302
Steigende Meerestemperaturen und ökologische Veränderungen können zudem dazu führen, dass sich Beuteorganismen räumlich verlagern und Wale dadurch neue oder ungeeignete Meeresgebiete aufsuchen, was das Risiko von Strandungen erhöhen kann (Australian National Maritime Museum:
https://www.sea.museum/ocean-futures/whale-strandings-on-the-rise
Auch aktuelle Ereignisse in der Nord- und Ostsee zeigen, dass solche Situationen nicht nur wissenschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Relevanz besitzen. Strandungen einzelner Großwale führen regelmäßig zu erheblicher öffentlicher Aufmerksamkeit, intensiver Medienberichterstattung und hohen Erwartungen an Behörden und Rettungsstrukturen.
Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass Strandungsereignisse künftig nicht ausgeschlossen werden können und möglicherweise häufiger auftreten, insbesondere in ökologisch sensiblen und flachen Meeresregionen wie der Nord- und Ostsee.
9 Appell
Vor diesem Hintergrund liegt es im Interesse des Bundes und der zuständigen Behörden, frühzeitig klare, rechtssichere und fachlich koordinierte Einsatzstrukturen zu etablieren.
Eine bundesweit abgestimmte Vorgehensweise kann dazu beitragen, komplexe Strandungssituationen fachlich angemessen zu bewältigen, unnötige Verzögerungen in Einsatzentscheidungen zu vermeiden und zugleich die öffentliche Erwartungshaltung sowie die mediale Aufmerksamkeit in solchen Fällen verantwortungsvoll zu begleiten.
Redaktioneller Hinweis: Das Foto der Petition ist KI generiert.

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Petition am 31. März 2026 erstellt