Kitas brauchen gute Erzieher:innen – Hamburg will Ausbildungs-Kitas schließen


Kitas brauchen gute Erzieher:innen – Hamburg will Ausbildungs-Kitas schließen
Das Problem
Stoppt die Schließung der Praxisausbildungsstätten (PAS) und schützt die Qualität der frühkindlichen Bildung!
Petition an die Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg, Ksenija Bekeris (SPD).
Hamburg steht vor einer folgenschweren Entscheidung: Alle vier Praxisausbildungsstätten (PAS) der staatlichen Fachschulen für Sozialpädagogik sollen geschlossen werden.
Was nach Verwaltungsreform klingt, ist in Wahrheit ein massiver Einschnitt für Kinder, Familien, pädagogische Fachkräfte, Auszubildende und die Zukunft der frühkindlichen Bildung in unserer Stadt.
Wir fordern die Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung auf, diese Entscheidung sofort auszusetzen und neu zu prüfen.
PAS sind keine normalen Kitas – sie sind das Rückgrat der Ausbildung
Die PAS sind praxisintegrierte Ausbildungsstätten, vergleichbar mit Werkstätten in anderen beruflichen Bildungsgängen wie beispielsweise im Handwerk.
Hier wird nicht nur betreut, hier wird professionell ausgebildet:
- Schulklassen arbeiten regelmäßig in den Einrichtungen.
- Theorie und Praxis sind systematisch verzahnt.
- Aktuelle fachliche Standards – Partizipation, Kinderschutz und die Reflexion pädagogischen Handelns – werden im Alltag konsequent umgesetzt, evaluiert und zur Weiterentwicklung der Lehrpläne der Fachschulen genutzt.
Die PAS sichern Qualität in der Ausbildung und damit Qualität in allen Hamburger Kitas.
Ihre ersatzlose Schließung ist kein organisatorischer Schritt – sie ist eine bildungspolitische Systementscheidung mit langfristigen Folgen.
Kindeswohl ist kein Verwaltungsbegriff
Für die Kinder bedeutet die Schließung keinen „Standortwechsel“, sondern den Abbruch stabiler Beziehungen.
In den Praxisausbildungsstätten werden auch Kinder betreut, die bereits individuelle Leidenswege hinter sich haben mit schwer belastenden Erfahrungen oder instabilen Betreuungsverhältnissen - von häufigen Personalwechseln bis zur Schließung von Einrichtungen.
Für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf sind stabile Gruppen, verlässliche Strukturen und konstante Beziehungen wie die PAS sie bieten ein zentraler Schutz- und Entwicklungsfaktor.
Auch Familien mit mehreren Kindern wären besonders betroffen: Unterschiedliche Schließungszeitpunkte könnten dazu führen, dass Geschwister getrennt in verschiedene Einrichtungen wechseln müssten oder für einzelne Kinder nur Übergangslösungen gefunden werden. Das würde bestehende familiäre Strukturen zusätzlich belasten und Kindern erneut Stabilität entziehen.
Kindeswohl bedeutet mehr als die in Aussicht gestellte, formale Vermittlung eines Platzes.
Es bedeutet Schutz vor wiederholten Brüchen – insbesondere dort, wo Kinder bereits verletzlich sind.
Ungleichbehandlung ohne sachliche Begründung
Besonders problematisch ist die ungleiche Behandlung der Kinder in den vier PAS:
- Für einige Standorte wird ein Weiterbetrieb bis 08/2027 in Aussicht gestellt.
- Eltern anderer Einrichtungen werden bereits jetzt aufgefordert, bis 02/2027 neue Plätze zu suchen – obwohl es im Umfeld keine freien Kapazitäten gibt.
Diese Ungleichbehandlung ist weder fachlich begründet noch kindeswohlorientiert im Sinne einer professionellen Übergangsgestaltung und Betreuungssicherheit.
Die offiziellen Begründungen überzeugen nicht
Die Schließungen werden unter anderem mit Bildungsplanreformen, Kostenargumenten, baulichen Fragen und einem angeblichen Überangebot an Kita-Plätzen begründet.
Fachlich hält das nicht stand:
- Die PAS arbeiten seit Jahrzehnten genau so praxisintegriert, wie es aktuelle fachliche Empfehlungen fordern (bspw. Fachstudien der Bertelsmann Stiftung) und wie es sogar die neuen Bildungspläne für Sozialpädagogische Assistenz (SPA) und bei den Erzieher:innen vorsehen.
- Sollte es pauschal in Hamburg ein Überangebot geben, ignoriert das volle Wartelisten bei den PAS und die reale Lage in den Stadtteilen der PAS.
- Kostenvergleiche blenden die Doppelfunktion der PAS als Ausbildungsinfrastruktur aus.
- Zum Teil versäumte Investitionen dürfen kein Sachargument für die Auflösung leistungsfähiger Strukturen sein.
Für einen minimalen Bruchteil von ca. 0,015 % des Landeshaushalts wird hier ein bundesweit einmaliges Modell aufgegeben – mit hohen Folgekosten für die sozialpädagogische Fachkräfteausbildung und -sicherung sowie die Bildungsqualität.
Unsere Forderungen
Wir fordern:
- Ein sofortiges Moratorium
Keine Schließung, bevor
- eine unabhängige externe Evaluation vorliegt,
- alle Entscheidungsgrundlagen offengelegt sind,
- echte Alternativen geprüft wurden (Weiterentwicklung, Kooperationen, Träger- oder Modelllösungen, beispielsweise beim LEB). - Anerkennung der PAS als Ausbildungsstätten
Die klare politische Festschreibung der PAS als praxisintegrierte Ausbildungsorte – nicht als „normale Kitas“. - Gleichbehandlung aller Kinder in allen PAS
Keine vorgezogenen Platzsuchen, keine Sonderregelungen nur für Vorschulkinder. - Schutz von Beschäftigten und Ausbildungskontinuität
Verlässliche Perspektiven für Fachkräfte, Auszubildende und Lehrkräfte. - Einen transparenten, dialogischen Prozess
Mit Eltern, PAS-Teams, Fachschulen, Gewerkschaften und Fachverbänden.
Unser Appell
Hamburg sagt: „Bildung beginnt nicht erst in der Schule.“
Dann darf man die Orte nicht schließen, an denen diese Bildung und die Ausbildung der Fachkräfte zusammenkommen.
Die Frage ist nicht, ob sich Hamburg die PAS leisten kann.
Die Frage ist, ob Hamburg es sich leisten will, auf Qualität, Kindeswohl und Ausbildungssicherheit zu verzichten.
Stoppen Sie die Schließungen. Jetzt.
6.664
Das Problem
Stoppt die Schließung der Praxisausbildungsstätten (PAS) und schützt die Qualität der frühkindlichen Bildung!
Petition an die Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung der Freien und Hansestadt Hamburg, Ksenija Bekeris (SPD).
Hamburg steht vor einer folgenschweren Entscheidung: Alle vier Praxisausbildungsstätten (PAS) der staatlichen Fachschulen für Sozialpädagogik sollen geschlossen werden.
Was nach Verwaltungsreform klingt, ist in Wahrheit ein massiver Einschnitt für Kinder, Familien, pädagogische Fachkräfte, Auszubildende und die Zukunft der frühkindlichen Bildung in unserer Stadt.
Wir fordern die Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung auf, diese Entscheidung sofort auszusetzen und neu zu prüfen.
PAS sind keine normalen Kitas – sie sind das Rückgrat der Ausbildung
Die PAS sind praxisintegrierte Ausbildungsstätten, vergleichbar mit Werkstätten in anderen beruflichen Bildungsgängen wie beispielsweise im Handwerk.
Hier wird nicht nur betreut, hier wird professionell ausgebildet:
- Schulklassen arbeiten regelmäßig in den Einrichtungen.
- Theorie und Praxis sind systematisch verzahnt.
- Aktuelle fachliche Standards – Partizipation, Kinderschutz und die Reflexion pädagogischen Handelns – werden im Alltag konsequent umgesetzt, evaluiert und zur Weiterentwicklung der Lehrpläne der Fachschulen genutzt.
Die PAS sichern Qualität in der Ausbildung und damit Qualität in allen Hamburger Kitas.
Ihre ersatzlose Schließung ist kein organisatorischer Schritt – sie ist eine bildungspolitische Systementscheidung mit langfristigen Folgen.
Kindeswohl ist kein Verwaltungsbegriff
Für die Kinder bedeutet die Schließung keinen „Standortwechsel“, sondern den Abbruch stabiler Beziehungen.
In den Praxisausbildungsstätten werden auch Kinder betreut, die bereits individuelle Leidenswege hinter sich haben mit schwer belastenden Erfahrungen oder instabilen Betreuungsverhältnissen - von häufigen Personalwechseln bis zur Schließung von Einrichtungen.
Für Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf sind stabile Gruppen, verlässliche Strukturen und konstante Beziehungen wie die PAS sie bieten ein zentraler Schutz- und Entwicklungsfaktor.
Auch Familien mit mehreren Kindern wären besonders betroffen: Unterschiedliche Schließungszeitpunkte könnten dazu führen, dass Geschwister getrennt in verschiedene Einrichtungen wechseln müssten oder für einzelne Kinder nur Übergangslösungen gefunden werden. Das würde bestehende familiäre Strukturen zusätzlich belasten und Kindern erneut Stabilität entziehen.
Kindeswohl bedeutet mehr als die in Aussicht gestellte, formale Vermittlung eines Platzes.
Es bedeutet Schutz vor wiederholten Brüchen – insbesondere dort, wo Kinder bereits verletzlich sind.
Ungleichbehandlung ohne sachliche Begründung
Besonders problematisch ist die ungleiche Behandlung der Kinder in den vier PAS:
- Für einige Standorte wird ein Weiterbetrieb bis 08/2027 in Aussicht gestellt.
- Eltern anderer Einrichtungen werden bereits jetzt aufgefordert, bis 02/2027 neue Plätze zu suchen – obwohl es im Umfeld keine freien Kapazitäten gibt.
Diese Ungleichbehandlung ist weder fachlich begründet noch kindeswohlorientiert im Sinne einer professionellen Übergangsgestaltung und Betreuungssicherheit.
Die offiziellen Begründungen überzeugen nicht
Die Schließungen werden unter anderem mit Bildungsplanreformen, Kostenargumenten, baulichen Fragen und einem angeblichen Überangebot an Kita-Plätzen begründet.
Fachlich hält das nicht stand:
- Die PAS arbeiten seit Jahrzehnten genau so praxisintegriert, wie es aktuelle fachliche Empfehlungen fordern (bspw. Fachstudien der Bertelsmann Stiftung) und wie es sogar die neuen Bildungspläne für Sozialpädagogische Assistenz (SPA) und bei den Erzieher:innen vorsehen.
- Sollte es pauschal in Hamburg ein Überangebot geben, ignoriert das volle Wartelisten bei den PAS und die reale Lage in den Stadtteilen der PAS.
- Kostenvergleiche blenden die Doppelfunktion der PAS als Ausbildungsinfrastruktur aus.
- Zum Teil versäumte Investitionen dürfen kein Sachargument für die Auflösung leistungsfähiger Strukturen sein.
Für einen minimalen Bruchteil von ca. 0,015 % des Landeshaushalts wird hier ein bundesweit einmaliges Modell aufgegeben – mit hohen Folgekosten für die sozialpädagogische Fachkräfteausbildung und -sicherung sowie die Bildungsqualität.
Unsere Forderungen
Wir fordern:
- Ein sofortiges Moratorium
Keine Schließung, bevor
- eine unabhängige externe Evaluation vorliegt,
- alle Entscheidungsgrundlagen offengelegt sind,
- echte Alternativen geprüft wurden (Weiterentwicklung, Kooperationen, Träger- oder Modelllösungen, beispielsweise beim LEB). - Anerkennung der PAS als Ausbildungsstätten
Die klare politische Festschreibung der PAS als praxisintegrierte Ausbildungsorte – nicht als „normale Kitas“. - Gleichbehandlung aller Kinder in allen PAS
Keine vorgezogenen Platzsuchen, keine Sonderregelungen nur für Vorschulkinder. - Schutz von Beschäftigten und Ausbildungskontinuität
Verlässliche Perspektiven für Fachkräfte, Auszubildende und Lehrkräfte. - Einen transparenten, dialogischen Prozess
Mit Eltern, PAS-Teams, Fachschulen, Gewerkschaften und Fachverbänden.
Unser Appell
Hamburg sagt: „Bildung beginnt nicht erst in der Schule.“
Dann darf man die Orte nicht schließen, an denen diese Bildung und die Ausbildung der Fachkräfte zusammenkommen.
Die Frage ist nicht, ob sich Hamburg die PAS leisten kann.
Die Frage ist, ob Hamburg es sich leisten will, auf Qualität, Kindeswohl und Ausbildungssicherheit zu verzichten.
Stoppen Sie die Schließungen. Jetzt.
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Die Entscheidungsträger*innen
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Petition am 5. Februar 2026 erstellt