
Diese Frage haben sich inzwischen auch die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und der SPD in Harburg gestellt. Mit ihrem gemeinsamen Antrag auf eine Ortsbegehung an den Standorten der Kita Elfenwiese, des Schneverdinger Wegs und der Baererstraße machten sie deutlich, dass es hier um weit mehr geht als um einen gewöhnlichen Kita-Umzug.
In ihrem Antrag (öffentlich einsehbar-Drucksachen–Nr.:22-1680) heißt es:
„Da Inklusion ein sehr komplexes und vielschichtiges Thema ist und der Umzug der Elfenwiese im Bezirk auch in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde, ist es aus Sicht der Antragsstellenden wichtig, den Umzugsprozess entsprechend zu begleiten. In Folge des Beschlusses der Bezirksversammlung, die Kita Elfenwiese möge das pädagogische Konzept vorstellen, erscheint es logisch und notwendig, sich zusätzlich ein direktes Bild der Lage zu machen, um die Bedeutung des Konzeptes der ‚Leuchtturmkita‘ Elfenwiese in Bezug auf Inklusion im Bezirk weiter zu unterstützen.“
Auch Hamburgs Inklusionsbeauftragte wurde zu dieser Ortsbegehung eingeladen. Denn im Mittelpunkt steht die Kita Elfenwiese – mit ihrer Geschichte, ihrem besonderen pädagogischen Konzept und ihrem einzigartigen Charakter. Den Eltern, den Mitarbeitenden und vor allem den Kindern wurde für den Standort Schneverdinger Weg eine „Elfenwiese 2.0“ in Aussicht gestellt. Doch wie soll beurteilt werden, ob dieses Versprechen tatsächlich eingelöst wird, wenn das Original nie selbst erlebt und kennengelernt wurde? Gerade deshalb erschien es uns wichtig, dass sich alle Beteiligten vor Ort ein eigenes Bild von dieser besonderen Einrichtung machen können. Da die Diskussion um die Zukunft der Kita Elfenwiese längst über die Grenzen Harburgs hinaus Aufmerksamkeit erlangt hat, sollten auch Bürgerschaftsabgeordnete an der Ortsbegehung teilnehmen.
Am 2. Juni 2026 erfolgte schließlich die Stellungnahme der Behörde. Darin wurde mitgeteilt, dass den geforderten Ortsterminen an den drei Standorten nicht entsprochen werden könne. Zur Begründung wurde darauf verwiesen, dass die Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH ein öffentliches Unternehmen sei, das sich im regulären Kita-Markt bewege. Deshalb würden für die Elfenwiese dieselben Standards und Anforderungen gelten wie für alle anderen Einrichtungen.
Genau hier möchten wir deutlich widersprechen.
Die Kita Elfenwiese ist eben keine Kita wie jede andere.
Seit fast 50 Jahren steht sie für ein außergewöhnliches Verständnis von Inklusion. Sie wurde mit einem besonderen Blick auf die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen geplant und gebaut – zu einer Zeit, in der ein solches Denken keineswegs selbstverständlich war. Die Architektur, die Raumgestaltung und das pädagogische Konzept wurden gezielt auf die Lebensrealität dieser Kinder abgestimmt und schufen einen Ort, der Teilhabe, Sicherheit, Geborgenheit und Entwicklung ermöglicht.
Die Elfenwiese war ihrer Zeit weit voraus. Sie ist bis heute ein Leuchtturm für gelebte Inklusion und damit weit mehr als irgendein weiterer Kita-Standort.
Dass dieser besondere Wert noch immer nicht erkannt und anerkannt wird, macht uns fassungslos.
Doch wir geben nicht auf.
Das Bündnis „Rettung Kita Elfenwiese“ hat sich neu organisiert und inzwischen einen Förderverein gegründet. Gerade in Zeiten von Reformen und Kürzungen im sozialen Bereich kämpfen wir weiter für die Sanierung unserer Kita und für eine Zukunft der Elfenwiese – möglicherweise auch mit einem neuen Träger.
Unsere Petition „Kita Elfenwiese muss erhalten bleiben!“ auf Change.org hat inzwischen mehr als 6.500 Unterstützerinnen und Unterstützer erreicht. Dafür möchten wir uns von Herzen bedanken. Jede einzelne Unterschrift zeigt uns, dass wir mit unserem Anliegen nicht allein sind.
Nun ist die Zeit gekommen, die Petition beim Eingabeausschuss einzureichen. Mit diesem Schritt endet die Petition – und gleichzeitig beginnt ein neuer Abschnitt unseres Engagements. Denn die Einreichung soll den Startschuss für ein Bürgerbegehren bilden, das der Förderverein initiieren möchte.
Über die nächsten Schritte und die konkreten Planungen werden wir selbstverständlich rechtzeitig informieren.
Eines aber steht schon heute fest: Wir geben nicht auf.
Und damit kommen wir noch einmal zu unserer Ausgangsfrage:
Worüber reden wir hier eigentlich?
Die Antwort ist ebenso einfach wie eindeutig:
Wir reden über eine einzigartige Kita im Hamburger Süden. Einen Ort, der über Jahrzehnte Inklusion gelebt hat. Einen Ort, der Kindern und Familien Sicherheit, Gemeinschaft und Perspektiven gegeben hat.
Die Kita Elfenwiese ist nicht austauschbar. Sie ist nicht ersetzbar. Sie ist alternativlos.