Nov 8, 2020

Liebe Jahnwald Unterstützer,

jetzt ist es schon eine ganze Weile her, dass wir Euch eine Nachricht über den Stand der Dinge haben zukommen lassen. Wir hoffen Euch allen geht es gut in diesen Zeiten und ihr seid und bleibt gesund.

Eine positive Nachricht - unser Jahnwald ist noch da. Die Adressaten im Stadtrat und der Investor werden über den Stand unserer Petition auf dem Laufenden gehalten und die Presse greift das immer wieder gerne auf. Wir haben mittlerweile über 2200 Unterschriften und es werden täglich mehr. Dafür an Euch alle unseren herzlichen Dank.

Die politischen Verhältnisse in Marl haben sich nach der NRW Kommunalwahl zu unseren Gunsten verschoben und wir sind guter Hoffnung, dass sich diese unsägliche Bebauung und die Zerstörung des Jahnwaldes, zumindestens verkleinern oder ganz verhindern lässt. Ebenso steht den Bebauungsplänen der Fakt AG noch die Darstellung im Regionalplan Ruhr entgegen, in dem die Waldfläche rund um das Jahnstadion und das Stadion selbst als allgemeiner Freiraum- und Agrarbereich ausgewiesen wird.  Um den Flächennutzungsplan dahingehend ändern zu können, dass dieser statt wie bisher eine Grünflächen- eine Wohnbauflächendarstellung aufweist, muss der Bereich im Regionalplan zunächst als Allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) dargestellt werden. Aus diesem Grunde muss aber an anderer Stelle im Stadtgebiet ein Allgemeiner Siedlungsbereich in gleicher Größe in einen Freiraum- und Agrarbereich zurückgewandelt werden. Die vorgesehene Fläche ist ein Acker mit landwirtschaftlicher Nutzung und überhaupt nicht vergleichbar mit dem Stadtpark Jahnwald. Die Änderung wurde von der Stadt Marl beim Regionalverband Ruhr beantragt und das Erarbeitungsverfahren im Ruhrparlament beschlossen. In diesem Zusammenhang findet gerade das Offenlegungsverfahren statt in der Zeit vom 19.10. bis einschließlich 19.11.2020. Hier hat die Öffentlichkeit Gelegenheit, zu dem geplanten Änderungsverfahren kritisch Stellung zu beziehen.

Wir von der Bürgerinitiative Jahnwald würden es sehr begrüßen, wenn Ihr als Unterstützer unseres Anliegens, zahlreich Eure Stellungnahmen beim RVR in Essen einreichen würdet. Je mehr Stellungnahmen wir bekommen, umso besser ist es für unsere Sache. 

Das ist auch nicht besonders schwierig. Auf der Seite des RVR könnt ihr die Pläne. Begründung und den Umweltbericht einsehen. Wir haben ein paar Musterstellungnahmen zusammengestellt, da die ganze Sache mittlerweile sehr kompliziert ist. Nehmt die Texte oder Teile daraus und schickt sie per E-Mail an den Regionalverband Ruhr. Vielen Dank für Eure Mithilfe !!

Hier der LINK zum RVR – da könnt ihr die Unterlagen einsehen: https://www.rvr.ruhr/themen/regionalplanung-regionalentwicklung/15-aenderung/

Eure Eingabe/Stellungnahme sendet bitte an folgende E-Mail Adresse: regionalplanung@rvr.ruhr

Nehmt dabei bitte Bezug auf: 15. Änderung des Regionalplanes für den Regierungsbezirk Münster Teilabschnitt Emscher-Lippe im Gebiet der Stadt Marl 

Weitere Neuigkeit von uns erfahrt ihr unter: https://www.facebook.com/Jahnwaldretten

und: http://rettet-den-jahnstadion-wald.de/Jahnstadionwald/Willkommen.html

Hier unsere Muster-Stellungnahmen:

Wohnbedarf in Marl

Ziel ist es, anstelle des Jahnwaldes und des Jahnstadions einen gehobenen Wohnungsbau zu errichten. Wohnraum kann an vielen anderen Orten geschaffen werden (z.B. Breewiese, Stübbenfeldstraße, Gerhard Jüttner -Stadion) , ohne dass ein wertvoller Wald geopfert werden muss. Gib es in Marl eine Wohnungsnot oder Wohnbedarf ? Wohnungsnot sicherlich nicht, denn Mitmenschen mit geringem Einkommen sollen ja hier nicht bedient werden. Es sollen ca. 200 Luxuswohnungen gebaut werden und da stellt sich die Frage: soll der Luxus gefördert und der Wald vernichtet werden? Es existiert also kein Wohnbedarf, sondern ein Luxusbedarf. Kann das die Grundlage für einen Eingriff in Natur und Landschaftsschutzgebiete sein? Das ist hier sicherlich nicht gegeben.

Versiegelung innerstädtischer Grünflächen vermeiden

Das Land NRW ist zu der Erkenntnis gekommen, dass das Klima in den Städten verbessert werden soll, das eine Versiegelung bei neuen Stadtplanungen zu vermeiden ist und deshalb gerade innerstädtische Grünflächen zu erhalten sind. Nichts ist wichtiger als der Erhalt des Bodens, ohne ihn gibt es keine Zukunft! Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse müssen unbedingt bei der Prüfung berücksichtigt werden. Politiker sollten solche wissenschaftlichen Erkenntnisse in ihrer Entscheidung mit einbeziehen und nicht immer nur hauptsächlich finanzielle Aspekte berücksichtigen.

Die Tauschfläche ( Stübbenfeldstrasse ) ist ein Acker und soll auch weiterhin als Ackerfläche nutzbar bleiben. Stellt somit also auch keinen Erholungswert da. Die Stadt Marl hat 2019 den Klimanotstand ausgerufen und handelt trotzdem mit diesem Tausch und die damit einhergehende Vernichtung des Jahnwaldes,gegen ihre eigenen Vorgaben. Es ist aus meiner Sicht nicht einsehbar, das für Wohnraum ein Wald vernichtet werden soll, obwohl Stübbenfeld schon ein Siedlungsbereich ist und somit genug Platz für eine Bebauung gegeben ist. Jetzt ein Stück davon abzuzwacken und es als Tauschfläche für einen gesunden über 100 Jahre alten Eichen- und Buchenwald einzutauschen, ist unter Natur- und Umweltgründen einfach nicht zu verstehen.

Ausserdem will unsere Bundesregierung noch in diesem Jahr ein Maßnahmenprogramm einrichten, mit dem Förderschwerpunkt: „Stadtnatur beim Bundesprogramm biologische Vielfalt“.

Dieser Flächentausch, geht aber genau in die andere Richtung und wird dafür sorgen, dass der Jahnwald zum größten Teil vernichtet und eine neue versiegelte innerstädtische Fläche werden wird. Bitte entscheiden Sie sich gegen diesen Flächentausch und für die Erhaltung von Natur und Wald, in unserer sowieso schon sehr versiegelten Stadt Marl. Die Bewohner der Stadt wollen ihre grüne Lunge behalten .

Für mich ist der Flächentausch nicht verantwortbar, da eine 7,1 ha große Fläche die schon als Siedlungsgebiet ausgewiesen ist und bebaut werden könnte, zum Teil gegen einen Wald getauscht wird, welcher im Marler Stadtteil Hüls eine enorme ökologische Funktion erfüllt. Im "abgeschwächten" Umweltbericht, welcher dem RVR zu diesem Verfahren vorliegt, wird nicht gebührend darauf eingegangen. Ferner möchte ich noch auf den, von der Bundesregierung am 21.10.2020 beschlossenen, Aktionsplan für ein klimafestes Deutschland verweisen, der auch für den RVR große Bedeutung haben sollte. Darin heißt es unter anderem: Hitzeperioden, Überschwemmungen, Starkregen- ereignisse etc. führen zu vorzeitigen Todesfällen, zu Schäden in Land- und Forstwirtschaft, an Gebäuden und Infrastrukturen, in Industrie und Wirtschaft und zu dynamischen Veränderungen des Ökosystems wie etwa die Verdrängung von Tier-und Pflanzenarten. Die rechtzeitige und vorausschauende Anpassung an die Folgen des Klimawandels wird zunehmend bedeutsamer, um Risiken und Schäden durch Klimaänderungen zu verringern und höheren Schadens-und Anpassungskosten vorzubeugen.

Im Masterplan Stadtnatur (Maßnahmenprogramm der Bundesregierung für eine lebendige Stadt ) heißt es unter anderem: Stadtnatur ist für die Menschen von hohem Wert und bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Sie bedeutet Lebensqualität, Gesundheit, Erholung, Bewegung und Naturerfahrung. Stadtnatur ist unverzichtbar für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Stadtnatur bildet. Stadtnatur dient der Gesundheit. Stadtnatur leistet einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.

Vielen Dank für Eure Zeit und Hilfe !!

BI Jahnwald

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