

OECD Beschluss: Globale Mindeststeuer wird kommen - nur für US-Konzerne nicht
Sonderregelung für die USA: Die 15 Prozent globale Mindestbesteuerung soll nicht für US-Unternehmen gelten.
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Mehr als 145 Staaten im Rahmen der OECD haben ein überarbeitetes Abkommen zur globalen Mindeststeuer verabschiedet, das einen Mindeststeuersatz von 15 % für große multinationale Unternehmen vorsieht. Die Idee dahinter: Steuervermeidung eindämmen und verhindern, dass Konzerne ihre Gewinne in Niedrigsteuerländer verlagern.
Der Haken:
Auf Druck der USA und nach intensiven Verhandlungen mit der Trump-Regierung wurde eine Sonderregel für US-Konzerne eingebaut: Unternehmen mit Sitz in den USA müssen die OECD-Regeln zur globalen Mindeststeuer nicht in vollem Umfang anwenden und bleiben stattdessen primär im Rahmen der nationalen US-Mindestbesteuerung. Das heißt faktisch: US-Multinationale sind von den strengeren „Pillar 2“-Top-up-Steuern ausgenommen.
Warum das wichtig ist:
Das verwässert das ursprünglich global gedachte System. Länder anderenorts setzen die Regeln um und werden damit ihre Konzerne höher besteuern müssen, während viele große US-Firmen weiterhin erhebliche Gewinne in steuerlich attraktiven Jurisdiktionen belassen können. Das schafft ungleiche Bedingungen im internationalen Steuerwettbewerb.
Kritik & Realität:
Steuer- und Transparenz-Organisationen sehen das als Rückschlag im Kampf gegen aggressive Steuerplanung multinationaler Konzerne – gerade weil die größten Player (etwa große US-Tech- und Pharmafirmen) oft Profite in Niedrigsteuerländer verschieben.
Kurz gesagt: Die globale Mindeststeuer wird kommen aber mit einer nennenswerten politischen Ausnahme für US-Konzerne.