Kein Auftritt von Anna Netrebko an der Berliner Staatsoper!

Das Problem

Die Berliner Staatsoper plant, die russische Sopranistin Anna Netrebko ab dem 15. September 2023 in vier Aufführungen der Oper Macbeth auftreten zu lassen. 

Wir protestieren aufs Schärfste gegen diese Pläne und fordern, die Rolle mit einer anderen Künstlerin zu besetzen.

Frau Netrebko hat ihre Nähe zum Kreml immer wieder durch gemeinsame öffentliche Auftritte und Fotos mit Wladimir Putin, durch die Entgegennahme von Auszeichnungen von Putin und durch die Feier ihres 50. Geburtstages im Kreml bekundet. Sie hat sich öffentlich mit dem ostukrainischen "Separatistenführer" Oleg Zarjow und der Flagge "Neurusslands" ablichten lassen, nachdem russische Truppen die ukrainischen Gebiete Krim, Donezk und Luhansk okkupiert hatten.

Frau Netrebko hat nur sehr indifferent erklärt, sie sei gegen den aktuellen Krieg und sie hoffe, er möge enden. Sie hat jedoch mit keinem Wort die Verantwortung Russlands und Wladimir Putins für den Angriffskrieg anerkannt und dessen Handeln verurteilt. Dies ist im Hinblick auf ihre Vorgeschichte der Nähe zum Kreml vollkommen unzureichend und inakzeptabel.

Kunst und Kultur sollen Menschen und Völker zusammenbringen, und sie sollten im besten Falle vom politischen Geschehen unabhängig sein. Leider ist dies im Falle der Person Netrebko und angesichts des fortdauernden brutalen Angriffskrieges, des russischen Raketenterrors die gegen ukrainische Zivilbevölkerung und weiterer russischer Kriegsverbrechen undenkbar geworden.

Es ist für uns völlig unverständlich, warum die künstlerische Leitung der Staatsoper diese offensichtlichen Zusammenhänge zu ignorieren beabsichtigt. Wie steht es um das künstlerische Ethos, das moralische Fundament einer Kulturinstitution wie der Berliner Lindenoper, wenn sie so instinktlos und unachtsam gegenüber vielfachem, gewaltsamem Sterben in einem europäischen Nachbarland, gegenüber massivem Leid, Folter, Vergewaltigungen und Deportationen agiert?

Kein Auftritt für Anna Netrebko an der Berliner Staatsoper!

 

https://www.staatsoper-berlin.de/de/kuenstler/anna-netrebko.1516/

https://www.merkur.de/kultur/anna-netrebko-feiert-im-kreml-50-geburtstag-zr-90990427.html

https://www.spiegel.de/kultur/musik/anna-netrebko-zur-ukraine-foto-mit-separatistenfuehrer-a-1007302.html

https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/anna-netrebko-ukraine-krieg-stellungnahme-putin-100.html

 

 

 

 

 

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Das Problem

Die Berliner Staatsoper plant, die russische Sopranistin Anna Netrebko ab dem 15. September 2023 in vier Aufführungen der Oper Macbeth auftreten zu lassen. 

Wir protestieren aufs Schärfste gegen diese Pläne und fordern, die Rolle mit einer anderen Künstlerin zu besetzen.

Frau Netrebko hat ihre Nähe zum Kreml immer wieder durch gemeinsame öffentliche Auftritte und Fotos mit Wladimir Putin, durch die Entgegennahme von Auszeichnungen von Putin und durch die Feier ihres 50. Geburtstages im Kreml bekundet. Sie hat sich öffentlich mit dem ostukrainischen "Separatistenführer" Oleg Zarjow und der Flagge "Neurusslands" ablichten lassen, nachdem russische Truppen die ukrainischen Gebiete Krim, Donezk und Luhansk okkupiert hatten.

Frau Netrebko hat nur sehr indifferent erklärt, sie sei gegen den aktuellen Krieg und sie hoffe, er möge enden. Sie hat jedoch mit keinem Wort die Verantwortung Russlands und Wladimir Putins für den Angriffskrieg anerkannt und dessen Handeln verurteilt. Dies ist im Hinblick auf ihre Vorgeschichte der Nähe zum Kreml vollkommen unzureichend und inakzeptabel.

Kunst und Kultur sollen Menschen und Völker zusammenbringen, und sie sollten im besten Falle vom politischen Geschehen unabhängig sein. Leider ist dies im Falle der Person Netrebko und angesichts des fortdauernden brutalen Angriffskrieges, des russischen Raketenterrors die gegen ukrainische Zivilbevölkerung und weiterer russischer Kriegsverbrechen undenkbar geworden.

Es ist für uns völlig unverständlich, warum die künstlerische Leitung der Staatsoper diese offensichtlichen Zusammenhänge zu ignorieren beabsichtigt. Wie steht es um das künstlerische Ethos, das moralische Fundament einer Kulturinstitution wie der Berliner Lindenoper, wenn sie so instinktlos und unachtsam gegenüber vielfachem, gewaltsamem Sterben in einem europäischen Nachbarland, gegenüber massivem Leid, Folter, Vergewaltigungen und Deportationen agiert?

Kein Auftritt für Anna Netrebko an der Berliner Staatsoper!

 

https://www.staatsoper-berlin.de/de/kuenstler/anna-netrebko.1516/

https://www.merkur.de/kultur/anna-netrebko-feiert-im-kreml-50-geburtstag-zr-90990427.html

https://www.spiegel.de/kultur/musik/anna-netrebko-zur-ukraine-foto-mit-separatistenfuehrer-a-1007302.html

https://www.br-klassik.de/aktuell/news-kritik/anna-netrebko-ukraine-krieg-stellungnahme-putin-100.html

 

 

 

 

 

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Die Entscheidungsträger*innen

Matthias Schulz
Intendant der Berliner Staatsoper
Beantwortet
Den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt die Staatsoper Unter den Linden auf das Schärfste. Dieser Krieg gilt nicht nur einem Land, sondern der gesamten Kultur friedlichen Zusammenlebens weltweit. Die Staatsoper Unter den Linden hat sich seit Beginn des Krieges am 24. Februar 2022 unmissverständlich positioniert und ihre volle Solidarität für die Ukraine zum Ausdruck gebracht, u.a. durch das Konzert für Frieden in der Staatsoper Unter den Linden zugunsten humanitärer Hilfe für die Ukrainer:innen am 6. März 2022, durch die Deutschlandpremiere des Dokumentarfilms “Oh, Sister!”, in Anwesenheit der ukrainischen Menschenrechtsaktivistin Oleksandra Matwijtschuk und des ukrainischen Botschafters, im Dezember 2022, durch die Sichtbarmachung unserer Solidarität mit den Farben der Ukraine und weiterer Zeichen. Mit Anna Netrebko hat sich die Leitung der Staatsoper Unter den Linden seit Kriegsbeginn sehr differenziert auseinandergesetzt. Anfang März 2022 wurde mit Anna Netrebko einvernehmlich beschlossen, dass sie an der TURANDOT-Neuproduktion im Juni 2022 nicht mitwirkt und auch alle zukünftigen Engagements wurden auf den Prüfstand gestellt. Ohne eine deutliche Positionierung der Künstlerin war und wäre eine weitere Zusammenarbeit für die Staatsoper Unter den Linden nicht tragbar. Am 30. März 2022 hat Anna Netrebko ihre Position, soweit es ihr möglich ist, öffentlich sehr deutlich artikuliert und sich von der Führung Russlands distanziert, die wir hiermit in Erinnerung rufen und zitieren: „Ich verurteile den Krieg gegen die Ukraine ausdrücklich und meine Gedanken sind bei den Opfern dieses Krieges und ihren Familien. Meine Position ist klar. Ich bin weder Mitglied einer politischen Partei noch bin ich mit irgendeinem Führer Russlands verbunden. Ich erkenne und bedauere, dass meine Handlungen oder Aussagen in der Vergangenheit zum Teil falsch interpretiert werden konnten. Tatsächlich habe ich Präsident Putin in meinem ganzen Leben nur eine Handvoll Mal getroffen, vor allem im Rahmen von Verleihungen von Auszeichnungen für meine Kunst oder bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Ich habe ansonsten nie finanzielle Unterstützung von der russischen Regierung erhalten und lebe in Österreich, wo ich auch steuerlich ansässig bin. Ich liebe mein Heimatland Russland und strebe durch meine Kunst ausschließlich Frieden und Einigkeit an. Nach der angekündigten Auftrittspause werde ich meine Opern- und Konzertauftritte Ende Mai, zunächst in Europa, wieder aufnehmen.” Da wir die Künstlerpersönlichkeit Anna Netrebko, die zweifelsohne eine der größten Stimmen unserer Zeit ist, sehr schätzen und uns mit ihr eine langjährige Partnerschaft verbindet, hatten wir angekündigt, dass wir mit ihr das Gespräch suchen werden. Dieses hat zwischen dem Intendanten, der Künstlerin und ihrem Management stattgefunden. Es ist wichtig hier differenziert vorzugehen und zwischen vor und nach dem Kriegsausbruch zu unterscheiden. Anna Netrebko hat sowohl durch ihr Statement als auch durch ihr Handeln seit Kriegsausbruch durchaus eine klare Position eingenommen und sich von der russischen Regierung distanziert. Sie hat seitdem keine Engagements in Russland angenommen und es wurde uns seitens ihres Managements bestätigt, dass es auch weiterhin keinerlei Vorhaben für Auftritte in Russland gibt. Behauptungen, dass sie Putin unterstützt habe, wurden widerlegt und mussten in Folge u.a. In Medienberichten korrigiert werden. Unter diesen Umständen sollte man unseres Erachtens dieser Künstlerin eine Chance geben und sie auch dem Publikum nicht vorenthalten. Als Haus ist uns einerseits die volle Solidarität mit der Ukraine überaus wichtig, andererseits ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Künstler:innen. Anna Netrebko kennt unsere klar pro-ukrainische Position als Bühne. Wie bereits bei anderen Vorstellungen, wird der Zuschauersaal auch bei Verdis Macbeth beim Einlass in den Farben der Ukraine erleuchtet sein. Als Opernhaus bemühen wir uns, mit all unseren Kräften darum in Dialog zu treten, Menschen im Erleben von Musik zu verbinden, nicht gegeneinander aufzuhetzen. Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten in dieser Zeit uneingeschränkt allen Leidtragenden dieser Katastrophe.
Joe Chialo
Senator für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt Berlin
Beantwortet
Anna Netrebko ist zweifellos eine herausragende Sopranistin, deren Talent auf der Opernbühne bewundert wird. Ihre künstlerischen Fähigkeiten sind unbestritten, und sie hat über die Jahre hinweg eine treue Fangemeinde in aller Welt gewonnen. Es ist bedauerlich, dass sie sich nicht klar und unmissverständlich vom russischen Regime im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine distanziert hat. Künstlerinnen und Künstler werden heutzutage nicht mehr ausschließlich für ihre künstlerischen Leistungen, sondern auch für ihre moralische Integrität und ihr Engagement für eine bessere Welt beurteilt. Eine eindeutige Distanzierung zum russischen Regime und die Unterstützung von Frieden und Menschenrechten wären ein bedeutendes Signal gewesen. Und dennoch: Die Kunst ist frei, und unsere Einrichtungen haben das Recht, in der Gestaltung ihrer Programme eigene Entscheidungen zu treffen. Ich habe mich daher entschieden, keine der Aufführungen zu besuchen. Gleichwohl werde ich mir am Freitag gemeinsam mit dem Botschafter der Ukraine in Deutschland, SE Herrn Oleksii Makeiev, die Fotoausstellung „Russian War Crimes“ in der Humboldt-Universität ansehen.
Oleksii Makeiev
Botschafter der Ukraine in Deutschland
Beantwortet
Als Ex-Unterstützerin Putins und Propaganda-Mithelferin bei der Donbas-Besetzung trägt Frau Netrebko persönliche Mitverantwortung für den russischen Angriffskrieg, die sie nicht anerkennt. In der verspäteten Erklärung verurteilte sie nur den Krieg, ohne zu erwähnen, wer ihn überhaupt angefangen hat und wer ihn genozidal führt. Die Bühne der deutschen Staatsoper wird mit Netrebko aussehen wie vor dem Krieg. Während deutsche staatliche, wirtschaftliche, akademische, regionale und praktisch die ganze zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland gestoppt wird, läuft bei der Berliner Oper „culture as usual“. Die Intendanz setzt ein Zeichen der “Normalität” und somit ein Zeichen des Wegschauens — als ob die Realität sich nicht verändert hätte. Diese Relativierung aller russischen Kriegsverbrechen verurteile ich aufs schärfste. Es tut mir leid, dass die Oper statt unserer Argumente lieber die Sopranstimme von Frau Netrebko hört. Ich danke dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und dem Kultursenator Joe Chialo, die sich sehr deutlich gegen diesen Auftritt geäußert haben. Zusammen mit Herrn Chialo besuchen wir am Freitag die Fotoausstellung „Russian War Crimes“ in der Humboldt-Universität direkt gegenüber der Staatsoper. Die schrecklichen Fotos dieser Ausstellung dokumentieren, wie russische Kultur in der Tat heute aussieht. Barbarisch, genozidal und unmenschlich.
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Petition am 26. August 2023 erstellt