

Liebe Unterstützer*innen,
Anfang März wurde bekannt, dass die Honorare für Psychotherapeut*innen ab dem 1. April 2026 um 4,5 Prozent gekürzt werden sollen, während die Strukturzuschläge für Personalkosten um 14,5 Prozent steigen. Trotz dieser Erhöhung ergibt sich laut Berechnungen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein Einnahmerückgang von etwa 2,3 Prozent. Die Bundespsychotherapeutenkammer geht sogar von einem Minus von mindestens 2,8 Prozent für die Praxen aus.
(Link: https://taz.de/Weniger-Honorar-fuer-Psychotherapie/!6162806/
Die Anpassungen wurden im Bewertungsausschuss beschlossen, einem Selbstverwaltungsgremium, in dem Vertreter*innen der Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen und der gesetzlichen Krankenkassen gemeinsam verhandeln.
Der GKV-Spitzenverband begründet die Kürzungen damit, dass die Honorare für Psychotherapeut*innen seit 2013 überdurchschnittlich gestiegen seien. Psychotherapeut*innen verdienen im Durchschnitt jedoch weiterhin weniger als die Hälfte dessen, was somatische Fachärzt*innen verdienen. Damit rangieren Psychotherapeut*innen als abgeschlagenes Schlusslicht.
Um wirtschaftlich arbeiten zu können, könnten viele Praxen künftig verstärkt Privatpatient*innen behandeln. Dies hätte voraussichtlich längere Wartezeiten für gesetzlich Versicherte zur Folge. Zudem besteht die Gefahr, dass sich Praxen stärker auf besser vergütete Kurzzeit- und Gruppentherapien konzentrieren. Auch für den Nachwuchs könnte die ambulante Versorgung an Attraktivität verlieren, wodurch mehr Fachkräfte in andere Bereiche wie Kliniken oder die freie Wirtschaft abwandern könnten.
Die angekündigten Maßnahmen haben bereits eine breite Protestwelle ausgelöst: Eine Petition erreichte über 500.000 Unterschriften, in mehreren Städten fanden Demonstrationen statt. Zudem kündigte Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, an, Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg einzureichen.
Um die Psychotherapeut*innen zu unterstützen, möchten wir euch bitten, Nachrichten und Briefe an das Bundesministerium für Gesundheit und an eure Abgeordneten zu senden.
(Link: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/kontakt/kontaktformular
Für eure Treue und Unterstützung möchten wir uns ganz herzlich bedanken.
Psychische Gesundheit geht uns alle an!
Euer Aktionsbündnis Mehr Psychotherapieplätze für Deutschland
Alina Diem, Lukas Webers, Mareike Inhoff, Charlotte Appel, Merret Klos, Kathrin Schallenberg, Joéva Lemieuvre, Julia Darboven und Diana Ammann
Homepage: https://sites.google.com/view/mehrpsychotherapie/startseite