Petition richtet sich an Jochen Partsch: Aufsichtsratsvorsitzender des "Öko"stromanbieters ENTEGA

Verschonen Sie diesen Wald im UNESCO Park Odenwald!

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Rund um das Eiterbachtal im UNESCO Naturpark Odenwald [1] liegt ein (noch) nahezu unberührtes Naturparadies:  Das abgeschiedene,  noch nicht von Straßen und Siedlungen zerschnittene Tälchen an der Landesgrenze von Hessen und Baden-Württemberg ist von alten Bäumen und Laubmischwäldern eingerahmt (siehe Foto). Hier leben und Brüten die äußerst seltenen und menschenscheuen Schwarzstörche. Aber auch hoch gefährdete Arten wie Uhus, Waldohreulen, Rot- und Schwarzmilan, Wespenbussard, Habicht, Schwarzspecht, Mopsfledermaus und viele andere Arten leben hier. Eigentlich ist dieses Gebiet allein schon aufgrund der dort brütenden Vogelarten streng geschützt.

Doch inmitten dieses unversehrten Waldes und inmitten des Habitats streng geschützter Tierarten – errichtet der Darmstädter „Öko"stromanbieter ENTEGA  (Slogan: Gute Preise. Gutes Klima. Gute Laune) mehr als 200m hohen Windturbinen. Breite Schneisen für die die Bauarbeiten und die Schwerstlasttransporter werden in den bisher intakten Wald geschlagen um Platz zu machen für die großindustriellen Windkraftanlagen. Der Wald wird zum Industriegebiet.

Wir richten uns mit dieser Petition an den Aufsichtsratsvorsitzenden der ENTEGA – den Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (GRÜNE): Sorgen Sie als Aufsichtsratsvorsitzender dafür, dass dieses Windkraftprojekt "Stillfüssel" gestoppt wird! Noch ist es nicht zu spät!

Der Schutz dieses Waldes und der in ihm lebenden - vom Aussterben bedrohten Tierarten - ist wichtiger als der Bau fernsehturmhoher „Öko“ strom-Windkraftanlagen in den Wäldern einer der windärmsten Regionen Europas. Schaden und Nutzen für die Natur stehen bei diesem Projekt (in einem UNESCO Park!) in keinerlei Verhältnis zueinander.

Die bei diesem Windkraftprojekt in den letzten Monaten an den Tag gelegte Ignoranz und Kaltblütigkeit gegenüber dem Artenschutz macht fassungslos.

Es folgt ein kurzer Abriss des bisherigen Natur- und Artenschutzskandals am "Stillfüssel" zwischen Heiligkreuzsteinach (BW) und Siedelsbrunn/Waldmichelbach (Hessen): 

Bereits im Mai letzten Jahres wiesen die Bürgerinnen und Bürger aus den Dörfern rund um den geplanten Windpark im Wald die ENTEGA darauf hin, dass dort Schwarzstörche leben. Die Gutachter der ENTEGA konnten monatelang nichts entdecken …erst nachdem die Bürgerschaft rund 60 Schwarzstorchsichtungen u.a. auch mit umfangreichem Fotomaterial nachweisen konnte, gelang es auch dem ENTEGA Gutachter einen Schwarzstorch zu sichten. Da aber kein Bruthorst nachgewiesen wurde, sah die ENTEGA keine Veranlassung darin Rücksicht auf die Schwarzstörche und Abstand vom Windkraftprojekt zu nehmen. Es war wieder die Bürgerschaft, die im September 2016 einen Schwarzstorchhorst mitten im Planungsgebiet entdeckte. Die ENTEGA weigerte sich den Schwarzstorchhorst anzuerkennen und behauptete stattdessen Windparkgegner hätten einen Habichthorst mit  Schwarzstorchfedern und Eierschalen „drapiert“. Doch am 9.11.2016 bestätigte auch die Landesvogelschutzwarte Hessen offiziell die Echtheit des Schwarzstorchhorstes. Eine Genehmigung von Windrädern innerhalb einer Tabuzone von 3 km um einen Schwarzstorchhorst ist ein klarer Verstoß gegen geltendes Naturschutzrecht, wie BUND und NABU nach dem Fund des Schwarzstorchhorstes mehrfach gegenüber der Darmstädter Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid (GRÜNE)  klarstellten.  

Doch trotz der massiven Einwände seitens der Naturschutzverbände erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt noch am 30.12.2016 eine Baugenehmigung für den Windpark „Stillfüssel“.  

Und wie es der Zufall wollte, konnte sich die ENTEGA dadurch die bis Ende 2016 geltenden höheren Fördersätze des EEG sichern...

Jochen Partsch: Lassen Sie als Aufsichtsratsvorsitzender nicht zu, dass die ENTEGA mitten in einem intakten Laubmischwald, ...mitten im Lebensraum von streng geschützen und vom Aussterben bedrohten Tieren, ...mitten in einem UNESCO Park mit Welterbe Rang ihr zerstörerisches Werk fortsetzt. Der Ruf der ENTEGA als "Öko" Stromanbieter wird durch das hier an den Tag gelegte Gebaren nachhaltig geschädigt. 

Doch das ist leider noch nicht alles: Da die Gutachter der ENTEGA  auch sonst keine schützenswerten Vogelhorste fanden - obwohl der örtliche NABU bereits im Frühjahr 2016 auf die Vorkommen vieler geschützter Vogelarten (Uhu, Mopsfledermaus, Wespenbussard, Habicht, Rotmilan, Schwarzmilan u.v.m.) hingewiesen hatten - nahm der NABU im Herbst 2016 eine eigene Hostkartierung im Wald vor und konnte über 50 Vogelhorste nachweisen.

Durch einen weiteren Zufall zerstörte ein von der ENTEGA beauftragtes Büro für ökologische Baubegleitung am 31.1.2016 einen von einer Waldorheule bewohnten Horst. Dies ist insofern brisant, als auch Waldohreulen streng geschützte Vögel sind: Die Windkraftanlagen der ENTEGA, die sich alle in 1 km Radius um den zerstörten Horst befinden, hätten nicht  genehmigt werden dürfen. Aber da Horst nun zerstört ist, ist er rechtlich auch kein Hindernis mehr für die ENTEGA.  

Auch dass rund 500 Bürgerinnen und Bürger am 5.2.2017 zu einer Protestwanderung in den Wald kamen um gegen diese Naturzerstörung  zu protestieren scheint die ENTEGA auch nicht zu interessieren. 

Dennoch - wir bleiben bei unserem Appell an die ENTEGA: Stoppen Sie dieses völlig unverhältnismäßige, den Natur- und Artenschutz missachtende Projekt. Geld ist nicht alles! 

 


[1] Der UNESCO Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ist aus den seit Jahrzenten bestehenden odenwälder Naturparken von Hessen, Baden-Württemberg und Bayern hervorgegangen. 2015 erhielt der Odenwald den Status eines UNESCO Parks im Rang des Welterbe Status.

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