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Petition richtet sich an Irmela Mensah-Schramm

Solidarität mit Irmela Mensah-Schramm !

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Verein Erinnern und VerANTWORTung e.V. - Gedenkarbeit an Berliner Schulen mit dem Projekt „Trost durch Tat“

Protest!

Solidarisch an der Seite von Irmela Mensah-Schramm  

Am 5. Oktober 2016 fand der Prozess gegen Irmela Mensah-Schramm statt - die „Polit-Putze“, wie sie sich selber bezeichnet. Der Tatvorwurf: Sachbeschädigung.

Der Richter wollte das Verfahren einstellen, stieß aber auf den Widerstand der Staatsanwältin.

Das durch das Berliner Kammergericht ergangene Urteil lautet: 1800 Euro Geldstrafe für den Fall einer Wiederholungstat während der Dauer eines Jahres.

Inzwischen haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Irmela Mensah-Schramm gegen dieses Urteil Berufung eingelegt (siehe „Der Tagesspiegel“ vom Sonntag, 16. 10. 2016 - http://www.tagesspiegel.de/berlin/berlin-zehlendorf-rentnerin-uebermalt-hassparolen-und-muss-erneut-vor-gericht/14694882.html

Was ist geschehen? Die Verurteilte hat in einem Zehlendorfer Fußgängertunnel den Spruch „Merkel muss weg!“ umgewandelt in „Merke! Hass weg“.

In diesem Fall fällt eine Abwägung der gesellschaftlichen Interessen nicht schwer: Ein Anstoß zum Nachdenken, der sich gegen hasserfülltes Denken und dessen Niederschlag in öffentlichen Schmierereien richtet, ist gesellschaftlich bedeutsamer als die Straftat einer beschriebenen Wand. § 303 STGB wurde eingeführt, um Graffitis als Sachbeschädigung juristisch zu erfassen.

Frau Mensah-Schramm wird nicht vom Wunsch getrieben, Wände im öffentlichen Raum mit „Graffitis“ zu beschädigen. Im Gegenteil: Sie entfernt seit drei Jahrzehnten in Berlin und anderen deutschen Städten Hassparolen an öffentlichen Wänden.

Für ihr nachhaltiges politisch-moralisches Engagement wurde sie mehrfach öffentlich ausgezeichnet: 1996: Bundesverdienstmedaille, die sie aus Protest gegen die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an das ehemalige SS-, danach NPD- und spätere CDU-Mitglied Heinz Eckhoff zurückgibt; 1998: „Band für Mut und Verständigung“ der Initiative  „Gemeinsam für Ausländer“ vom Amt der/des Ausländerbeauftragten des Senats von Berlin; 2005: Erich- Kästner-Preis des Presseclubs Dresden e. V. „für ihre Zivilcourage“; 2006: Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ der deutschen Bundesregierung; 2015: Göttinger Friedenspreis.

Seit vielen Jahren besucht Irmela Mensah-Schramm Schulen, präsentiert ihre  Wanderausstellung „Hass vernichtet“ und berichtet den  Schülerinnen und Schülern von ihren Erfahrungen bei ihren Aktionen. Seit Jahren ist sie Gast bei unserem schulischen Gedenktag am 27. Januar, Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz, in der Ruth-Cohn-Schule in Berlin-Charlottenburg. Lernende und Lehrende sind von ihrer Courage sehr beeindruckt.

Für viele von uns ist sie ein Vorbild in ihrem unermüdlichen Engagement, das Beschimpfungen durch Herumstehende und selbst Angriffen auf ihre körperliche Unversehrtheit standhält.

Diese Frau steht vor Gericht – und wird verurteilt. In einer gesellschaftlichen Situation, in der Hassschmierereien, öffentlich und in den „sozialen Medien“, Verunglimpfungen, Gewaltandrohungen, Pöbeleien das gesellschaftliche Klima unerträglich vergiften. Es wird offen und hemmungslos gehasst.

Wir, die wir seit Jahrzehnten die unerschrockene Arbeit von Irmela Mensah-Schramm kennen und bewundern, sind über diesen Prozess, sein fragwürdiges Urteil und die Fortsetzung in einem Berufungsverfahren empört.

 

Liebe Irmela! Wir danken Dir!

Wir sind solidarisch an Deiner Seite!

 

Im Namen des Vereins Erinnern und VerANTWORTung e.V.

Szabine Adamek (Sprecherin) - Sara Bialas - Angelika Brauer (Schatzmeisterin) - Petra Madyda (Sprecherin) - Ulrike Pohlit - Michael Schlecker - Karin Weimann (Sprecherin) - Dr. Winfried Weimann - Kerstin Végh

und

Dr. Martina Emme (Anna-Freud-Schule, berufliches Gymnasium/ OnebyOn Inc. International)

Sigrun Marks (Stolpersteininitiative Stierstraße, Berlin-Friedenau, sowie ehrenamtliche Betreuung von Geflüchteten beim Erlernen der deutschen Sprache)

Bärbel Petersen (Kulturmanagement Berlin)

Anni Söntgerath (Dipl. Psychologin, langjährige Kita-Beraterin)

Renate Waldschütz-Leich (OnebyOne)        

 

und

Ta Tzizikia e. V. Frauennetzwerk für Politik, Kultur und Soziales

Szabine Adamek - Helga Adamek - Helga Brendel - Lilo Eick - Doris Gläser - Rosita Hänsgen - Rosi Koester-Nierhoff - Evelyn Kreuchel - Jule Rösch

und

Ruth-Cohn-Schule (OSZ Sozialwesen)

Katja Almstedt - Utz List

 

 

Diese Petition wurde übergeben an:
  • Irmela Mensah-Schramm


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