Petition updateLasst Roohi und die wundervolle Familie Uzbek in Leibnitz bleiben !
PETITION AN INNENMINISTER UND BFA-DIREKTOR TAUCHER ÜBERMITTELT: 1709 Unterschriften in 7 Tagen!!!

Border Crossing Spielfeld

13 Mar 2017
Wir wollen unseren Freund Roohi und seine Familie zurück! Mehr als 1709 Menschen unterzeichnen innerhalb von nur 7 Tagen für die Rückkehr der Familie Uzbek aus Kroatien nach Leibnitz!
Vor einer Woche wurde Roohi Uzbek gemeinsam mit seinen Eltern und dem jüngeren Bruder Ata aus dem südsteierischen Leibnitz nach Zagreb abgeschoben. Seither setzten sich MitschülerInnen, LehrerInnen, NachbarInnen, VereinskollegInnen und FreundInnen intensiv für ihre sofortige Rückkehr nach Österreich ein.
Heute konnten 1709 Unterschriften für die Rückkehr der Familie an Innenminister und den Direktor des BFA weitergeleitet werden.
ÖSTERREICHWEITE SOLIDARITÄT MIT ROOHI UND FAMILIE UZBEK
* In Leibnitz, der Heimatgemeinde der Familie wurde bereits einen Tag nach der Festnahme eine spontante Mahnwache mit 60 TeilnehmerInnen bei der evangelischen Kirche abgehalten.
* In Graz protestierten SchülerInnen und LehrerInnen der HLW Schrödinger mit Schildern vor dem Schulgebäude gegen die Abschiebung des beliebten Mitschülers Roohi, der bereits vier Sprachen fließend spricht. Auch die MitschülerInnen des 14jährigen Ata Uzbek aus dem Polytechnikum Leibnitz setzten sich intensiv für seine Rückkehr ein.
* VereinskollegInnen des ASKÖ Kickboxverein Leibnitz engagieren sich seit einer Woche intensiv für die Rückkehr des frischgebackenen Staatsmeisters, der die österreichische Meisterschaft in Bad Schallerbach nur einen Tag vor der Abschiebung für sich entscheiden konnte.
* Mehrere EntscheidungsträgerInnen werden vom Schicksal der Familie Uzbek und der breiten Unterstützung für ihre Rückkehr informiert.
* Am 6.3. wird eine Protestpetition aufgelegt, die in nur 7 Tagen österreichweit 1709 UnterstützerInnen findet. Sie richtet sich primär an Innenminister Sobotka und den Direktor des Bundesamt für Fremden- und Asylwesen und fordert, dass der Familie Uzbek die Rückkehr nach Leibnitz zu gestatten sei.
Unter den UnterzeichnerInnen der Solidaritätspetition befinden sich naturgemäß viele Menschen aus Leibnitz und Graz, die Roohi und seine Familie in den vergangenen eineinhalb Jahren kennen und schätzen gelernt haben, wie die Kommentare zur Online-Petition zeigen:
„Diese Familie ist ein Vorbild für Integration“, so Sebastian L. aus Heimschuh. Eva L. aus Leibnitz hat unterschrieben, weil „Die Familie gut integriert ist, die Zustände in Kroatien katastrophal sind und es für eine Abschiebung keinen Anlass gibt.“
Unterzeichnet haben aber auch Menschen aus ganz Österreich, die in den letzten 6 Monaten ebenfalls Freunde, Verwandte, MitschülerInnen und NachbarInnen aufgrund der Massenabschiebungen nach Kroatien verloren haben. Insgesamt wurden an die 700 Menschen nach Zagreb ausgeflogen, obwohl sie nie in Kroatien registriert worden waren und die in Österreich bereits eine neue Heimat gefunden hatten. So begründet David K. aus Graz seine Unterschrift mit den Worten: „Die österreichische Abschiebepolitik ist unerträglich - Menschen werden aus ihrem sozialen Umfeld gerissen und alle Lebensperspektiven genommen, weil die Regierung kontinuierlich vor der fremdenfeindlichen Stimmung in die Knie geht!“. Christina H. aus Graz ist als Freundin ebenfalls betroffen: „Warum wird so schnell vergessen, dass es sich Menschen und nicht um Amazon Pakete handelt? Ich mag und kann nicht mehr zusehen, wie Menschen aus unserer Mitte gerissen werden. Ich mag nicht mehr die Scherben und Einzelteile der daran zerbrochenen Menschen aufsammeln müssen.“ Eveyln Sch. aus Straß hat unterzeichnet und sagt: „Eine Familie abzuschieben, die bereits integriert ist, schon so lange hier lebt, die Kinder hier zur Schule gehen, ist unmenschlich!!! Lassen Sie diese Familie in Ruhe und Frieden hier leben.“
Die Online-Petition fand auch bei jenen starken Widerhall, die sich seit Monaten selbst ehrenamtlich engagieren, um Menschen, die nach Österreich flüchten mussten, mit Sprachunterricht und anderen Aktivitäten das Ankommen zu erleichtern: " "Tausende Ehrenamtliche haben sich mittlerweile abgefunden, dass sie für ihre hunderte von Stunden Arbeit mit geflüchteten Menschen keinen Cent sehen und oft noch Zugtickets zu Deutschkursen und andere integrationsfördernde Maßnahmen aus eigener Tasche zahlen. (...) Während wir um Integration bemüht sind, nähren diese Vorgehensweisen Wut und Hoffnungslosigkeit. Kroatien klingt vielleicht nicht so schlimm. Wir verbinden es mit Urlaub und schönen Stränden," so Marlene S. aus Lieboch.
* Kleine Zeitung, Kurier, FM4, Orf-Steiermark und Der Grazer berichteten über die umstrittene Dublin-Rückführung.
ZUERST ABSCHIEBEN, DANN PRÜFEN?
Der Anwalt der Familie hält sie Außerlandesbringung für klar rechtswidrig. Für zwei Familienmitglieder sind die Überstellungsfristen längst abgelaufen, weshalb die ganze Familie zum inhaltlichen Asylverfahren zuzulassen sei. Ein Eilantrag zur Erlassung einer einstweiligen Anordnung nach dem Unionsrecht, der auf das laufende Vorabentscheidungsverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg Bezug nimmt, blieb vom BFA Steiermark einfach seit 4 Monaten unbeantwortet, obwohl deren unverzüglich Beantwortung vorgeschrieben ist. Nach einem derartigen Antrag wäre die Behörde jedenfalls verpflichtet gewesen, die Abschiebung aufzuschieben.
Gegen die unrechtmäßige Abschiebung liegt nun eine Maßnahmenbeschwerde beim Bundesverwaltungsgericht.
FreundInnen und UnterstützerInnen Roohis und der Familie Uzbek hoffen auf ein Umdenken der Behörde und die rasche Gestattung der Rückkehr in die Steiermark, wo FreundInnen, Wohnung, Schulen und VereinskollegInnen sehnlichst warten. Noch ist der durch die Abschiebung angerichtete Schaden in Grenzen zu halten.
Roohi und seine Familie erleben unterdessen bereits den 8. Tag im Zagreber Asylzentrum "Hotel Porin", das zunehmend verwahrlost. In ihrem Zimmer funktionieren weder WC noch Bad. Dennoch bemüht sich die Familie bereits Kroatisch zu lernen und sich in der Stadt zu orientieren.
Die Bettenkapazität im früheren Hotelkomplex in der Peripherie wurde aufgrund der hohen Zahl von Dublin-Rückführungen aus Österreich im Herbst kurzerhand verdoppelt. BewohnerInnen berichten jedoch von häufigen Stromausfällen, kaum genießbarer Verpflegung und fehlender Gesundheitsversorgung.
Wie Familie Uzbek wurden seit dem Sommer 2016 etwa 700 Menschen, die mittels staatlich koordinierter Transporte legal nach Österreich gelangt waren und schon viele Monate in Österreich gelebt hatten, nach Zagreb abgeschoben, obwohl sie zuvor dort nie registriert worden waren.
In etwa 20 Fällen hatten gerichtliche Einsprüche Erfolg, 13 Männer, Frauen und Kinder konnten seit November 2016 aufgrund der Entscheidungen von Bundesverwaltungsgericht, Verwaltungs- und Verfassungsgerichtshof bereits nach Österreich zurückkehren.
Wir danken Euch für Eure großartige Solidarität! Roohis FreundInnen geben nicht auf! Familie Uzbek soll zurückkehren dürfen!
Teilt weiter unsere Petition. Auch neue Unterschriften werden weitergeleitet!
#LetThemStay #BringThemBack
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