IN BERLIN DROHT EINEM BEDEUTENDEN KÜNSTLER DIE ATELIERRÄUMUNG


IN BERLIN DROHT EINEM BEDEUTENDEN KÜNSTLER DIE ATELIERRÄUMUNG
Das Problem
STOPPT DIE RÄUMUNG VON FRANK NITSCHES ATELIER!
Petition an den Vorstand des Flutgraben e.V.
Atelierraum wird in Berlin zum Luxus. Zwar wird immer mehr Kunst präsentiert, vermittelt und vermarktet – unzählige Menschen verdienen mit Kunst ihr Geld, organisieren Ausstellungen und inzensieren Events. Der Raum jedoch, in dem Künstler:innen Kunst produzieren, schrumpft täglich. Und immer weniger können ihn sich leisten.
Diese Entwicklung ist für die kreative Szene in Berlin fatal. Es empört uns deshalb besonders, dass nun auch nicht-kommerzielle Institutionen keine sicheren Orte mehr für die künstlerische Produktion sind. Das Atelierhaus „Flutgaben e.V.“ zieht vor Gericht, um einen renommierten Maler mit einer Räumungsklage vor die Tür zu setzen – während Ateliermieten steigen, die Bewerbung auf ein Atelier Monate oder Jahre dauern kann und die meisten Künstler:innen in der Kunstmarktrezession kaum noch etwas verdienen.
Der Verein „Flutgraben e.V.“, in dem wir selbst Mitglieder bzw. Mieter:innen sind, nennt für die Räumungsklage gegen Vereinsmitglied und Maler Frank Nitsche vielfältige Gründe. Mal heißt es, es gehe um Ausschreibungsrichtlinien für Ateliers. Dann ist die Rede davon, man habe Nitsche das Atelier nur temporär überlassen wollen.
Auch wenn diese Argumente berechtigt wären, so geht es um etwas wichtigeres: In Zeiten wie diesen müssen Künstler:innen solidarisch sein und Produktionsräume schützen. Künstler:innen sollten nicht Künstler:innen mit Anwälten drohen. Wir brauchen mehr Ateliers und müssen gemeinsam darum Kämpfen, statt Verteilungskämpfe wie Wohnungskonzerne am Amtsgericht auszutragen.
Wir aber sind fest überzeugt, dass programmatische Prioritäten nicht durch Verdrängung durchgesetzt werden dürfen und der Verein – einst von im Haus tätigen Künstler:innen gegründet – sich gegenüber seiner Geschichte verantwortungsvoll verhalten sollte. Wir dürfen uns als Künstler:innen nicht verhalten wie die Immobilienwirtschaft. Ein Atelierhaus sollte nicht auftreten wie ein Miethai. Es sollte keine juristischen Schliche suchen, um einen Künstler loszuwerden, der nicht weiß, wo er in Zukunft arbeiten soll. Wir müssen vielmehr ein Gegenbeispiel sein.
Berlin verliert heute seine Clubszene an den Overtourism. Es verliert seine Stadtviertel an airbnb. Immer mehr verliert es nun auch seine künstlerische Freiheit an Strukturen, in denen die eigenständige, jahrelang entwickelte künstlerische Arbeit nichts mehr zählt.
Wir fordern den „Flutgraben e.V.“ auf, den Klageweg zu beenden und sich mit Frank Nitsche zu einigen. Die langfristige künstlerische Arbeit braucht einen Platz in Berlin. Sie braucht kreative Solidarität. Atelierhäuser sind keine Gewerbeflächen und keine Coworking Spaces. Wir appellieren an den Vorstand von „Flutgraben e.V.“ den Standards zu genügen, den seine Mitglieder in der eigenen künstlerischen Arbeit stets behaupten. Stoppt die Räumung von Frank Nitsches Atelier!
Berlin, den 03.12.2023
Harald Birck
Roland Boden
Ben Cottrell
Markus Draper
Adrian Rovatkay
Frank Zucht
Unterstützer:innen:
Norbert Bisky, Prof. John Bock, Anke Cott, Prof. Tatjana Doll, Prof. Valérie Favre, Prof. Friederike Feldmann, Christel Fetzer, Gerrit Gohlke, Eva Grubinger, Prof. Katharina Hinsberg, Prof. Elke Hopfe, Sabine Hornig, Prof. Manuel Kirsch, Prof. Bernd Koberling, Dr. Ulrich Loock, Prof. Dr. Astrid Mania, Kito Nedo, Prof. Anne Neukamp, Andrea Pichl, Dr. Sebastian Preuss, Uwe Preuss, Jenny Rosemeyer, Dr. Evke Rulffes, Nicolaus Schafhausen, Antonia Schama, Sophia Schama, Prof. Thomas Scheibitz, Prof. Johannes Schütz, Heidi Sill, Dr. Silke Sommer, Prof. Heidi Specker, Christoph Tannert, Suse Weber, Ingeborg Wiensowski, Eva Maria Wilde
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Das Problem
STOPPT DIE RÄUMUNG VON FRANK NITSCHES ATELIER!
Petition an den Vorstand des Flutgraben e.V.
Atelierraum wird in Berlin zum Luxus. Zwar wird immer mehr Kunst präsentiert, vermittelt und vermarktet – unzählige Menschen verdienen mit Kunst ihr Geld, organisieren Ausstellungen und inzensieren Events. Der Raum jedoch, in dem Künstler:innen Kunst produzieren, schrumpft täglich. Und immer weniger können ihn sich leisten.
Diese Entwicklung ist für die kreative Szene in Berlin fatal. Es empört uns deshalb besonders, dass nun auch nicht-kommerzielle Institutionen keine sicheren Orte mehr für die künstlerische Produktion sind. Das Atelierhaus „Flutgaben e.V.“ zieht vor Gericht, um einen renommierten Maler mit einer Räumungsklage vor die Tür zu setzen – während Ateliermieten steigen, die Bewerbung auf ein Atelier Monate oder Jahre dauern kann und die meisten Künstler:innen in der Kunstmarktrezession kaum noch etwas verdienen.
Der Verein „Flutgraben e.V.“, in dem wir selbst Mitglieder bzw. Mieter:innen sind, nennt für die Räumungsklage gegen Vereinsmitglied und Maler Frank Nitsche vielfältige Gründe. Mal heißt es, es gehe um Ausschreibungsrichtlinien für Ateliers. Dann ist die Rede davon, man habe Nitsche das Atelier nur temporär überlassen wollen.
Auch wenn diese Argumente berechtigt wären, so geht es um etwas wichtigeres: In Zeiten wie diesen müssen Künstler:innen solidarisch sein und Produktionsräume schützen. Künstler:innen sollten nicht Künstler:innen mit Anwälten drohen. Wir brauchen mehr Ateliers und müssen gemeinsam darum Kämpfen, statt Verteilungskämpfe wie Wohnungskonzerne am Amtsgericht auszutragen.
Wir aber sind fest überzeugt, dass programmatische Prioritäten nicht durch Verdrängung durchgesetzt werden dürfen und der Verein – einst von im Haus tätigen Künstler:innen gegründet – sich gegenüber seiner Geschichte verantwortungsvoll verhalten sollte. Wir dürfen uns als Künstler:innen nicht verhalten wie die Immobilienwirtschaft. Ein Atelierhaus sollte nicht auftreten wie ein Miethai. Es sollte keine juristischen Schliche suchen, um einen Künstler loszuwerden, der nicht weiß, wo er in Zukunft arbeiten soll. Wir müssen vielmehr ein Gegenbeispiel sein.
Berlin verliert heute seine Clubszene an den Overtourism. Es verliert seine Stadtviertel an airbnb. Immer mehr verliert es nun auch seine künstlerische Freiheit an Strukturen, in denen die eigenständige, jahrelang entwickelte künstlerische Arbeit nichts mehr zählt.
Wir fordern den „Flutgraben e.V.“ auf, den Klageweg zu beenden und sich mit Frank Nitsche zu einigen. Die langfristige künstlerische Arbeit braucht einen Platz in Berlin. Sie braucht kreative Solidarität. Atelierhäuser sind keine Gewerbeflächen und keine Coworking Spaces. Wir appellieren an den Vorstand von „Flutgraben e.V.“ den Standards zu genügen, den seine Mitglieder in der eigenen künstlerischen Arbeit stets behaupten. Stoppt die Räumung von Frank Nitsches Atelier!
Berlin, den 03.12.2023
Harald Birck
Roland Boden
Ben Cottrell
Markus Draper
Adrian Rovatkay
Frank Zucht
Unterstützer:innen:
Norbert Bisky, Prof. John Bock, Anke Cott, Prof. Tatjana Doll, Prof. Valérie Favre, Prof. Friederike Feldmann, Christel Fetzer, Gerrit Gohlke, Eva Grubinger, Prof. Katharina Hinsberg, Prof. Elke Hopfe, Sabine Hornig, Prof. Manuel Kirsch, Prof. Bernd Koberling, Dr. Ulrich Loock, Prof. Dr. Astrid Mania, Kito Nedo, Prof. Anne Neukamp, Andrea Pichl, Dr. Sebastian Preuss, Uwe Preuss, Jenny Rosemeyer, Dr. Evke Rulffes, Nicolaus Schafhausen, Antonia Schama, Sophia Schama, Prof. Thomas Scheibitz, Prof. Johannes Schütz, Heidi Sill, Dr. Silke Sommer, Prof. Heidi Specker, Christoph Tannert, Suse Weber, Ingeborg Wiensowski, Eva Maria Wilde
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Petition am 8. Dezember 2023 erstellt