
Dr. Inge Schwersenz, Anästhesistin im Ruhestand, Mutter eines erwachsenen Sohnes mit SMA ist eine wichtige Schlüsselfigur in Deutschland für Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen. Sie baute zu einem großen Teil die Selbsthilfestrukturen für SMA in Deutschland auf und ist unter anderem Patientenvertreterin bei der European Medicines Agency [EMA]. Sie sagt:
"Es ist vollkommen unverständlich, wie die Impfverordnung des BMG in dieser Form unter Mitwirkung des Ethikrates und der STIKO verabschiedet werden konnte.
Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen, die in aller Regel eine deutliche Einschränkung der Lungenfunktion bis hin zur nächtlichen oder dauerhaften Beatmungspflicht haben, sind in der Priorisierung zur Impfung völlig unberücksichtigt. Es sei denn, sie leben in einem Heim! Für diese Personengruppe bedeutet schon eine normale Erkältung oft eine schwere Erkrankung.
Im Gegensatz dazu sind Patienten mit neurologischen Erkrankungen und solche mit eingeschränkter Lungenfunktion in den Leitlinien der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI) genannt als Patienten, die schlechtere Überlebenschancen haben und deshalb bei einer notwendigen Intensivbehandlung im Falle einer Ressourcenknappheit (Triage) auszusortieren sind. Ein Fall, der in der jetzigen Situation sehr wohl eintreten kann, ohne dass diesen Patienten überhaupt eine Chance zu einer rechtzeitigen Impfung gegeben wird!
In der 3. Gruppe der Impfverordnung sind Personen mit COPD und einem BMI von >30 genannt. Im Gegensatz zu diesen Erkrankungen hat man sich eine sehr oft genetisch bedingte neuromuskuläre Erkrankung nicht ausgesucht.
Diese Impfverordnung muss schnellstens angepasst werden!"
Dieser Forderung kann ich mich nur voll und ganz anschließen und bitte Sie weiterhin, auf unsere Lage und diese Petition aufmerksam zu machen.
Vielen Dank.