Tübingen-Appell: Holt Bilal Waqas sofort zurück nach Deutschland!

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Tübingen-Appell: Holt Bilal Waqas sofort zurück nach Tübingen!

Mein Ehemann Bilal Waqas wurde in einer nächtlichen Polizeiaktion vom 06. auf den 07. Januar nach Islamabad/Pakistan abgeschoben.

Er ist nach seiner Flucht in Tübingen gelandet und lebt seit fünf Jahren in unserer Stadt. In der Nacht vom 06. auf den 07. Januar gegen 22.30 Uhr klingelten Polizeibeamte an unserer Wohnungstür, um ihm mitzuteilen, dass er mit sofortiger Wirkung abgeschoben würde. Die Beamten forderten ihn auf, innerhalb weniger Minuten ein paar persönliche Dinge zu packen und ihnen in ihr Dienstfahrzeug zu folgen. Er hatte Gelegenheit, mir – die ich an dem Abend nicht Zuhause war – telefonisch mitzuteilen, was passieren wird. Dann wurde ihm sein Handy abgenommen. Am nächsten Tag um 5 Uhr morgens startete der Abschiebeflug vom Frankfurter Flughafen, der ihn nach Islamabad/Pakistan brachte. Eine Möglichkeit, sich von mir, obwohl ich ihm mit dem Auto nach Frankfurt nachgereist war, zu verabschieden, gab es nicht.

Der nächtliche und offensichtlich präzise durchgetaktete Vorgang ließ keinerlei Möglichkeit, Rechtsbeistand in Anspruch zu nehmen. Weder seine Ehe mit mir als deutscher Staatsbürgerin, die nach Artikel 6 unseres Grundgesetzes unter besonderem Schutze staatlicher Ordnung stehen sollte, noch ein laufendes juristisches Verfahren oder seine Diabetes-Erkrankung schützten Bilal Waqas vor der Abschiebung. Begründung: er solle nach Pakistan um von dort aus einen Antrag auf Familienzusammenführung zu stellen!

Wir werden dieses staatliche Vorgehen niemals als Teil unseres gesellschaftlichen Normalzustands akzeptieren. Jedes einzelne Mal, wenn ein Mensch durch behördliche Anordnung und polizeilichen Zwang in Form einer Abschiebung aus seinem Leben gerissen wird, stellt das einen Zivilisationsbruch dar.

Eine vom Landestheater Tübingen organisierte Kundgebung am 11. Januar auf dem Tübinger Holzmarkt, zu der sich spontan über 500 Tübinger Bürger*innen versammelten, erreichte so viel Aufmerksamkeit für seinen Fall, dass es kurzfristig so aussah, als würden einzelne Politiker*innen von Stadt, Land und Bund alle Hebel in Bewegung setzen, um Bilal nach Tübingen zurück zu holen.

Aber so schnell, wie die öffentliche Aufmerksamkeit hergestellt werden konnte, droht der Fall wieder aus dem Blickfeld zu verschwinden. Bilal Waqas ist nun in Pakistan. Der Termin, der ihm von der Deutschen Botschaft zu einer ersten Anhörung für das Verfahren zur Familienzusammenführung zugewiesen wurde, ist erst in 19 Monaten. Sein Gesundheitszustand – aufgrund seiner Diabetes benötigt er ständig Medikamente – hat sich rapide verschlechtert. Die nötigen Medikamente sind teuer und schwer zugänglich. Mir als seiner Frau und ihm bleibt aktuell nichts anderes übrig, als zu warten. Einer Wiedereinreise steht nicht nur das endlos lange und bürokratische Verfahren der Familienzusammenführung im Wege, sondern auch die Rechnung für die Kosten der Abschiebung, die er bezahlen soll, um überhaupt wieder nach Deutschland einreisen zu dürfen.

Nicht nur ich vermisse ihn, sondern meine Familie, seine Freund*innen und Arbeitskolleg*innen, unzählige Menschen, die es nicht hinnehmen können, dass man einen Menschen in einer Nacht- und Nebelaktionen aus seinem Leben reißt – und auch aus meinem Leben.

Er hat Arbeit, spricht Deutsch und zahlt Steuern. Für ihn ist Deutschland nicht irgendein Land, sondern seine Heimat. Er ist Teil unserer Tübinger Stadtgesellschaft und wir werden nicht aufhören, Bilals Rückkehr zur fordern, bis er zurück ist.

Unterstützt mit eurer Unterschrift diese Forderungen:

Bilal Waqas – sofort zurück nach Deutschland!

Schluss mit der gegenwärtigen Abschiebepraxis!

Nein zur Festung Europa!