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Für eine offene Diskussion: Keine Vorverurteilung der Lehrbeauftragten E. Roldán Mendívil

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Für eine offene Diskussion: Keine Vorverurteilung der Lehrbeauftragten Eleonora Roldán Mendívil durch das Otto-Suhr-Institut.

Solidaritätserklärung mit Eleonora Roldán Mendívil, Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung und Lehrbeauftragte am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.

Seit einigen Wochen muss sich Eleonora Roldán Mendívil gegen Diffamierungsversuche wehren, die ihre Berechtigung auf ein Stipendium und ihre wissenschaftliche Arbeit in Frage stellen. Ihr wird vorgeworfen, antisemitische Positionen zu vertreten. Solche Vorwürfe sind keine Bagatelle, sie gefährden die derzeitige Existenzgrundlage und berufliche Perspektive einer jungen Wissenschaftlerin.

Dabei handelt es sich nicht um einen Einzelfall. In den letzten Monaten wurden unserer Kenntnis nach verstärkt regelrechte Kampagnen gegen Personen und Organisationen geführt, die für die Rechte von Palästinenser*innen eintreten oder im öffentlichen Diskurs Kritik an der Politik der rechtskonservativen Regierung Netanjahus üben[1]. Die Diffamierungsversuche berufen sich auf ein Antisemitismus-Verständnis, das als wissenschaftlich und nicht hinterfragbar dargestellt wird. In Wirklichkeit ist keineswegs allgemein anerkannt, was als antisemitisch gilt und was nicht[2]. Unabhängig davon, welche Position man in diesem Spannungsfeld vertritt, die Methoden, mit denen gegen Eleonora Roldán Mendívil und zahlreiche andere Personen vorgegangen wird, sind für uns nicht akzeptabel. Diskussionen zum Nahostkonflikt und zu Definitionen von Antisemitismus müssen möglich sein, ohne Angst vor Diffamierungskampagnen, bei denen ein höchst komplexes Thema mittels vermeintlich einfacher Antisemitismusbeweise bearbeitet wird.

Eleonora Roldán Mendívil ist seit vielen Jahren politische Jugendbildnerin zu Themen um Rassismus, Sexismus und Kapitalismuskritik. Derzeit schreibt sie ihre Masterarbeit im Bereich Internationale Politische Theorie an der Universität Hamburg und hat seit dem Wintersemester 2016/17 einen Lehrauftrag am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, wo sie 2014 ihr Bachelor-Studium in Politikwissenschaft abgeschlossen hat. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Bereich der Geschlechterforschung, Postkolonialer Theorie, Critical Race Studies, der Migrationsforschung sowie Marxistischer Theorie. Das von ihr angebotene Seminar hat "Rassismus im Kapitalismus" zum Thema. Sie ist Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung, aktiv in den stipendiatischen Selbstverwaltungsstrukturen und Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Im Fall Eleonora Roldán Mendívils hat ein diffamierender Blogbeitrag und ein nicht veröffentlichtes Schreiben einer Hochschulgruppe mit dem Namen „Gegen jeden Antisemitismus“ dazu geführt, dass die Geschäftsführung des Otto-Suhr-Instituts öffentlich verkündet, die Vorwürfe prüfen zu lassen und vorerst keine Lehraufträge an Eleonora Roldán Mendívil zu vergeben[3]. Die Geschäftsführung bezieht sich in ihrer Stellungnahme auf einen Artikel von Timo Koch in der 'Jüdischen Rundschau'[4]. Dieser Artikel war wortgleich zuerst anonym auf einem Blog veröffentlicht worden[5], dessen Autor, Andreas Boas, u.a. Tweets des rechten niederländischen Politikers Geert Wilders sowie von Donald Trump verbreitet. Ein dritter Artikel erschien inzwischen auf einer Seite Namens 'MENA Watch'[6] und bezieht sich auf genau die gleichen vom Original-Artikel abgeleiteten Begründungen[7]. Keiner der Artikel versucht, die Vorwürfe anhand von Inhalten oder Aussagen der Dozentin im Seminar nachzuweisen, sondern alle beziehen sich auf Aussagen Roldán Mendívils, die sie in Posts aus 2014 und 2015 auf ihrem persönlichen Blog[8] veröffentlicht hat, auf ihre Unterzeichnung eines Offenen Briefs Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza 2014[9] sowie ihr Mitwirken in einem Musikvideo. Die Zitate sind aus dem Kontext gerissen. Der Vorwurf, das Musikvideo enthalte "übelste Hetze gegen Israel", wird nicht begründet. Ebenso wenig wird erläutert, wie eine Kritik an der Regierung Israels mit Antisemitismus gleichgesetzt werden kann. Tatsächlich gibt es im Video eine klare Kampfansage gegen Antisemit*innen[10]. Die Begründung, der Offene Brief Kulturschaffender in Deutschland zum Krieg in Gaza 2014 bediene einen "Klassiker des Antisemitismus von vor 1945" beruht darauf, den Autor*innen zu unterstellen, sie nutzten Israel als Metapher für den "kollektiven Juden", was an keiner Stelle nachgewiesen wird. In Reaktion auf die Stellungnahme des Instituts veröffentlichte die Jerusalem Post einen Artikel von Benjamin Weinthal mit dem mindestens irreführenden Titel „German University suspends Pro-BDS Professor“[11].

Wenn politische Positionierungen gegen eine rechts-konservative israelische Regierungspolitik oder Äußerungen bezüglich kolonialer Aspekte des Zionismus und der aktuellen Siedlungspolitik automatisch als antisemitisch disqualifiziert werden, zielt dies auf einen Abbruch der Diskussion, auf eine persönliche Diffamierung der Betroffenen, auf die langfristige Schädigung der wissenschaftlichen und beruflichen Laufbahn einer jungen Dozentin und trägt in keiner Weise zu einer wissenschaftlichen und politischen Klärung bei. Mit diesem Ausschluss ist die Grenze von der Kritik zur Diffamierung überschritten, und das ist eine Verletzung der Freiheit von Forschung und Lehre, die gerade auch bei sensiblen Themen gewährleistet werden muss.

Wir begrüßen die Ankündigung des Otto-Suhr-Instituts eine Podiumsdiskussion noch im laufenden Semester zu veranstalten, um "die Grenze zwischen einer wissenschaftlich relevanten Kritik und einer Verunglimpfung Israels und seiner Politik" zu diskutieren. Wir fordern das Otto-Suhr-Institut auf, so schnell wie möglich in einem transparenten Prozess mit der Organisation dieser Veranstaltung zu beginnen. Wir verurteilen, dass die Stellungnahme veröffentlicht wurde, ohne vorher das Gespräch mit der Betroffenen zu suchen und fordern, dass dies umgehend nachgeholt wird und Eleonora Roldán Mendívil in die Planung der kommenden Veranstaltung einbezogen wird.

Die bisherige Reaktion, "eine wissenschaftliche Untersuchung der Vorwürfe einer israelfeindlichen, oder gar antisemitischen Publikationspraxis der Lehrbeauftragten Roldán Mendevil [sic] vorzunehmen, und ihr zumindest bis zur Klärung der Vorwürfe" am Otto-Suhr-Institut keinen weiteren Lehrauftrag zu erteilen, droht den Vorwürfen eine Legitimation zuzusprechen, die in keiner Weise angemessen ist. Roldán Mendívil leistet durch ihren Lehrauftrag einen von vielen Studierenden geschätzten, wichtigen Beitrag zur kritischen Lehre am Institut. Wir fordern das Institut auf die öffentliche Stellungnahme zurück zu nehmen und Eleonora Roldán Mendívil nicht aufgrund von diffamierenden Vorwürfen Lehraufträge vorzuenthalten.

Eine ausführliche Stellungnahme Eleonora Roldán Mendívils zu den Antisemitismus-Vorwürfen findet sich in einem Interview, das in der Freiheitsliebe publiziert wurde:

https://diefreiheitsliebe.de/politik/sie-versuchen-zionismus-und-judentum-gleichzusetzen-im-gespraech-mit-eleonora-roldan-mendivil/

Außerdem veröffentlichte das Lower Class Magazine einen solidarischen Artikel, der sich ebenfalls analytisch mit den Vorwürfen auseinandersetzt:

http://lowerclassmag.com/2017/01/rechter-angriff-auf-kritische-wissenschaftlerin-an-der-fu-berlin/

[1] http://www.taz.de/!5334845/; http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwabing-benefizkonzert-zwischen-israelkritik-und-antisemitischer  hetze-1.3184940; http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/arn-strohmeyer-ueber-anti-und-philosemitismus-11939924.html; http://www.schattenblick.de/infopool/d-brille/report/dbri0077.html;
[2] http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Analysen/Analyse_Linke-u-Nahostkonflikt.pdf
[3] http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/_elemente_startseite/4spalten_links/Material/Stellungnahme-zum-Vorwurf-Antisemitismus_09_01_17.pdf
[4] http://juedischerundschau.de/israelhetze-mit-lehrauftrag-an-der-berliner-uni-135910694/
[5] https://boasinfo.wordpress.com/2016/12/25/israelhetze-mit-lehrauftrag-an-berliner-uni/
[6] http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/berlin-antiisraelische-aktivistin-als-politik-dozentin/
 
[8] https://cosasquenoserompen.noblogs.org/about/
[9] http://www.gazaopenletter.de/
[10] https://www.youtube.com/watch?v=LpWzpLepDjo (ab Minute 03:03)
[11] http://www.jpost.com/Diaspora/German-university-suspends-pro-boycott-Israel-academic-478024

For an open discussion: No pre-judgement of Eleonora Roldán Mendívil by the Otto Suhr Institute of the Free University Berlin

Declaration of solidarity with Eleonora Roldán Mendívil, Hans-Böckler Foundation scholarship holder and lecturer at the Otto Suhr Institute of the Free University Berlin.

For the last few weeks, Eleonora Roldán Mendívil has had to defend herself against defamatory attacks that question her right to hold a scholarship, as well as attacking her academic work. She is accused of holding anti-Semitic positions. Such accusations are not trivial, as they endanger the current livelihood and future career prospects of a young scientist. Hers is not an isolated case. In the last few months, it seems to us, that increasingly frequent campaigns have been launched against individuals and organizations who advocate the rights of Palestinians, or who publicly criticize the policies of Netanyahu’s right-wing conservative government[1]. The defamation attempts are based on a certain understanding of anti-Semitism, which is presented as scientific and unquestionable. In reality, there is no universal agreement on what is considered anti-Semitic and what is not[2]. Regardless of one’s position on this sensitive issue, the methods used against Eleonora Roldán Mendívil and numerous others are unacceptable for us. Discussions on the Middle East conflict, and definitions of anti-Semitism, must be possible without fear of witch hunts and defamatory campaigns which attempt to deal with a highly complex subject, using only simplistic anti-Semitism evidence.

Eleanora Roldán Mendívil has been a political youth educator on issues such as racism, sexism and critique of capitalism for many years. She is currently writing her Master's thesis in International Political Theory at the University of Hamburg. Since the 2016/17 winter semester she has been teaching at the Otto Suhr Institute of the Free University Berlin, where she completed her Bachelor's degree in Political Science in 2014. Her scientific focus is on gender studies, post-colonial studies, critical race studies, migration studies and Marxist theory. The seminar she teaches is titled "Racism in Capitalism". She holds a scholarship from the Hans-Böckler Foundation, is active in the student self-administration structures, and is a member of the GEW – the trade union for education and science.

In the case of Eleonora Roldán Mendívil, a defamatory blogpost and an unpublished letter from a university group called “Against any anti-Semitism” have led the Otto Suhr Institute management to publicly acknowledge the allegations and to not assign any lectures to Eleonora Roldán Mendívil for now[3]. The Management Board refers in its statement to an article by Timo Koch in the 'Jüdische Rundschau'[4]. This article was originally published anonymously on a blog[5]. The blog host, Andreas Boas, is known for re-tweeting content from the right-wing Dutch politician Geert Wilders as well as Donald Trump, among others. A third article has now appeared on a page called 'MENA Watch'[6]and refers to exactly the same points treated in the original, anonymous article. Not one of these articles attempts to prove the allegations using contents or statements taken from Eleonora Roldán Mendívil's seminars and lectures, but they all refer to statements she published on her personal blog[7] in articles from 2014 and 2015, on her signing an Open Letter from German culture sector workers regarding the Gaza War in 2014[8] and on her participation in a music video. Her words are quoted out of context. The accusation that the music video contains "the demonization against Israel" is not substantiated. The articles also stress how criticising the Israeli government can be equated with anti-Semitism. In actual fact, there is a clear declaration against anti-Semitism in the video[9]. The argument that the 2014 Open Letter from German culture sector workers concerning the Gaza War in 2014 serves as a "classic example of anti-Semitism from before 1945" rests on the assumption that the authors intentionally used Israel as a metaphor for the "collective Jew", which at no point takes place in the original document. As a reaction to the statement of the institute, the Jerusalem Post published an article from Benjamin Weinthal with the quite confusing title „German University suspends Pro-BDS Professor“[10]

If political positions on a right-wing conservative Israeli government policy or statements on the colonial aspects of Zionism and the current settlement policy are automatically disqualified as anti-Semitic, this leads to a disruption of the discussion. Such methods aim at the personal defamation of the affected parties, and in this case to the long term detriment of the scientific and professional career of a young researcher. At the same time, these attempts do not contribute in any way to the general scientific and political discussion. With this exclusion the border between criticism and defamation has been passed. It is an infringement of the freedom of research and theory, which should be ensured especially regarding sensitive topics.

We welcome the announcement made by the Otto Suhr Institute to hold a panel discussion on the "border of scientifically relevant criticism and a denigration of Israel and its policy" in the current semester. We urge the Otto Suhr Institute to start the organisation of this event as soon as possible in a transparent manner. We condemn that the statement has been published without having searched a conversation with the person affected and we demand to catch up on this omission by including her in the planning of the upcoming event. 

The current reaction - "to undertake a scientific investigation of the allegations of an anti-Israeli, or even anti-Semitic, publication of Roldán Mendevil [sic], and to assign her to no further classes at the Otto Suhr Institute until the clarification of the accusations" - is in no way appropriate. Roldán Mendívil makes an important contribution to critical teaching at the institute, which is appreciated by many students. We ask the institute to revoke its previous statement on the issue.

 

[1] http://www.taz.de/!5334845/; http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwabing-benefizkonzert-zwischen-israelkritik-und-antisemitischer  hetze-1.3184940; http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/arn-strohmeyer-ueber-anti-und-philosemitismus-11939924.html; http://www.schattenblick.de/infopool/d-brille/report/dbri0077.html

http://www.schattenblick.de/infopool/d-brille/report/dbri0077.html
[2] http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Analysen/Analyse_Linke-u-Nahostkonflikt.pdf
[3] http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/_elemente_startseite/4spalten_links/Material/Stellungnahme-zum-Vorwurf-Antisemitismus_09_01_17.pdf
[4] http://juedischerundschau.de/israelhetze-mit-lehrauftrag-an-der-berliner-uni-135910694/
[5] https://boasinfo.wordpress.com/2016/12/25/israelhetze-mit-lehrauftrag-an-berliner-uni/
[6] http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/berlin-antiisraelische-aktivistin-als-politik-dozentin/
[7] https://cosasquenoserompen.noblogs.org/about/
[8] http://www.gazaopenletter.de/
[9] https://www.youtube.com/watch?v=LpWzpLepDjo (from minute 03:03 on)
[10] http://www.jpost.com/Diaspora/German-university-suspends-pro-boycott-Israel-academic-478024

 


Pour une discussion ouverte : non à la condamnation arbitraire de l’enseignante-chercheuse E. Roldán Mendívil par l’institut de sciences politiques Otto-Suhr.

Déclaration de solidarité avec Eleonora Roldán Mendívil, boursière de la fondation Hans-Böckler-Stiftung et chargée de cours à l’université de Berlin Freie Universität.

Depuis quelques semaines, Eleonora Roldán Mendívil a été placée dans l’obligation de se défendre contre des tentatives de diffamation mettant en danger son droit à une bourse d’étude ainsi que son travail de recherche. On l’accuse d’avoir défendu des positions antisémites. Ces accusations ne sont pas une simple plaisanterie, elles mettent en effet en danger les moyens de subsistance et les perspectives professionnelles d’une jeune chercheuse.

Il ne s’agit malheureusement pas d’un cas isolé. Ces derniers mois, nous avons assisté à une recrudescence de véritables campagnes contre des personnes et des organisations engagées en faveur des droits des palestinien.nes ou critiquant publiquement la politique de droite conservatrice de gouvernement de Netanyahou. Ces tentatives de diffamation font référence à une sensibilité antisémite qui marquerait la recherche de façon irréfragable. En réalité, il n’existe aucun consensus sur ce qui caractérise un propos antisémite. Peu importe cependant la position que l’on adopte dans ce débat, les méthodes avec lesquelles on s’attaque à Eleonora Roldán Mendívil sont pour nous inacceptables. Les discussions sur le conflit du Moyen Orient et sur la définition de l’antisémitisme doivent être rendues possibles sans crainte de campagnes de diffamation au sein desquelles un thème d’une telle complexité et traité à l’aide de soi-disant preuves d’un antisémitisme soupçonné.

Eleonora Roldán Mendívil est depuis de nombreuses années formatrice en éducation civique sur des thèmes liés au racisme, au sexisme et à la critique du capitalisme. Elle écrit en ce moment une thèse de Master en théorie politique internationale à l’université de Hambourg et travaille depuis le semestre d’hiver 2016/2017 comme chargée de cours à l’institut Otto-Suhr de la Freie Universität de Berlin, où elle avait obtenu en 2014 une licence en sciences politiques. Ses thèmes de recherche se situent dans les domaines des études de genre, des critical race studies, de la recherche sur la migration ainsi qu’en théorie marxiste. Le séminaire qu’elle propose s’intitule « Le racisme dans le capitalisme ». Elle est titulaire d’une bourse de la fondation Hans-Böckler-Stiftun et est active dans la structure auto-gérée des boursi.ères de la fondation, et est également membre du syndicat « Recherche et éducation ».

Dans le cas d’Eleonora Roldán Mendívil, un article de blog diffamant et un texte non-publié du groupe universitaire « Contre tout antisémitisme » ont mené à ce que la direction de l’institut Otto-Suhr annonce publiquement l’examen des accusations et la suspension des cours dispensés par celle-ci. Dans sa déclaration, la direction de l’institut s’appuie sur un article de Timo Koch dans le « Jüdischen Rundschau » (Actualités Juives). Cet article avait été précédemment publié exactement à l’identique par un.e anonyme sur le blog d’Andreas Boas, auteur qui relaie entre autres des tweets de l’homme politique de droite hollandais Geert Wilders ou de Donald Trump. Un troisième article est paru entre temps sur un page intitulée « MENA Watch » et fait référence exactement aux mêmes arguments que les précédents, tirés de l’article original.  Aucun de ces articles n’essaie d’argumenter leurs accusations à l’aide de propos de l’enseignante ou de contenus transmis dans son séminaire. Tous deux se réfèrent à des propos de Roldán Mendívil publiés en 2014 et 2015 sur son blog personnel, ainsi qu’à sa signature d’une lettre ouverte de professionnels de la culture en Allemagne en réaction à la guerre de 2014 à Gaza, ainsi qu’à sa participation à une vidéo musicale. Les citations sont entièrement extraites de leur contexte. L’accusation que la vidéo musicale contiendrait « une attaque en règle d’Israel » n’est aucunement argumentée. Il n’est pas non plus argumenté en quoi une critique du gouvernement israélien équivaudrait à de l’antisémitisme. En fait, la vidéo contient au contraire une déclaration d’hostilité envers les antisémites. L’argument que la lettre ouverte sur Gaza de 2014 utiliserait un « classique de l’antisémitisme d’avant 1945 » repose sur l’idée que les auteurs/autrices utilisent Israël comme métaphore pour les « juifs, collectivement », ce qui n’est aucunement justifié. En réaction à cette prise de position de l’Institut, le journal Jerusalem Post publiait un article de Benjamin Weinthal au titre pour le moins erroné de „German University suspends Pro-BDS Professor“.

Si des prises de position politiques contre la politique gouvernementale de droite conservatrice du gouvernement israélien ou des propos concernant les aspects coloniaux du sionisme et de l’actuelle politique de colonisation des territoires palestiniens sont disqualifiés comme antisémites dans le but de mettre fin à la discussion, il s’agit alors d’une diffamation personnelle des personnes visées, d’un coups porté au long terme à la carrière d’une jeune professeure qui ne contribue en rien à un éclaircissement scientifique et politique de la question. Par cette exclusion, la frontière entre critique et diffamation est franchie, et cela constitue une violation de la liberté de l’enseignement et de la recherche, qui précisément dans le cas de sujets politiquement sensibles doit absolument être garantie.

Nous saluons cependant l’initiative de l’institut Otto-Suhr d’engager une discussion-débat sur le thème de « la frontière entre une critique scientifiquement pertinente et un dénigrement d’Israël et de sa politique ». Nous réclamons de l’institut de procéder rapidement et de manière transparente à l’organisation de cet événement. Nous condamnons la publication de la position de l’institut avant d’avoir aucunement cherché à engager une discussion avec la personne concernée et demandons que cela soit fait immédiatement, et demandons enfin qu’Eleonora Roldán Mendívil soit incluse dans le programme de l’événement annoncé.

 La réaction présente consistant à « entreprendre une enquête sur les accusations d’une publication anti-Israël ou antisémite de la chargée de cours Roldán Mendevil et de lui interdire au moins jusqu’à nouvel ordre la tenue de son cours à l’institut Otto-Suhr » menace de prononcer une sentence de légitimation d’accusations pourtant aucunement fondées. Nous demandons à l’institut de retirer sa position publiée et de ne pas suspendre l’enseignement d’Eleonora Roldán Mendívil sur la base d’accusations diffamatoires.

 

Por una discusión franca y abierta: No prejuicio de la docente Eleonora Roldán Mendívil por el Instituto Otto Suhr de la Universidad Libre de Berlín

Declaración de solidaridad con Eleonora Roldán Mendívil,becaria de la Fundación Hans Böckler y docente en el Instituto Otto Suhr de la Universidad Libre de Berlín.

Desde hace algunas semanas, Eleonora Roldán Mendívil tiene que defenderse ante intentos de difamación que ponen en cuestión a su beca y a su trabajo académico. Se la reprocha de posiciones antisemitas. Tales reproches no son una bagatela sino que ponen en peligro a la base de subsistencia y a la perspectiva laboral de una joven académica.

Este no es un caso aislado. Según nuestro entender, en los últimos meses hubo cada vez más campañas en contra de individuos u organizaciones que se pronuncian por los derechos de los palestinos o critican públicamente la política del gobierno conservador de derecha de Netanyahu[1]. Estos intentos de difamación se remiten a un cierto entendimiento del antisemitismo que es presentado como científico y sin posibilidad de cuestionamiento. En realidad, no es del todo reconocido universalmente lo que es o no es antisemita [2]. Independientemente de cómo uno se ubica en esta discusión, no aceptamos los métodos con los cuáles se ataca a Eleonora Roldán Mendívil y numerosas otras personas. Las discusiones sobre el conflicto en el Medio Oriente y sobre las definiciones del antisemitismo deben ser posibles sin miedo de campañas de difamación en las cuales un tema extremadamente complejo se trata con supuestas pruebas fáciles de antisemitismo.

Eleonora Roldán Mendívil es desde hace muchos años educadora política para jóvenes sobre temas de racismo, sexismo y crítica al capitalismo. En este momento escribe su tésis de máster en el terreno de la Teoría Política Internacional en la Universidad de Hamburgo y desde el semestre de invierno de 2016-17 tiene un puesto de docente en el Instituto Otto Suhr de la Universidad Libre de Berlín, donde en 2014 terminó su título de grado en Ciencias Políticas. Sus prioridades académicas están en el terreno de las investigaciones de género, teoría poscolonial, estudios críticos del racismo, investigaciones de la migración y teoría marxista. El curso que da trata del “Racismo en el capitalismo”. Ella es becaria de la Fundación Hans Böckler, activista en las estructuras de autogestión de los becarios, y miembro del Sindicato de Educación y Ciencia.

En el caso de Eleonora Roldán Mendívil un post difamatorio en un blog y una carta no pública de una iniciativa estudiantil con el nombre de “En contra de cualquier antisemitismo” llevaron a que la gestión del Instituto Otto Suhr anunciaran públicamente que comprobarán los reproches y por el momento no encargarán más cursos a Eleonora Roldán Mendívil[3]. La gestión se refiere en su declaración a un artículo de Timo Koch en el periódico “Jüdische Rundschau”[4]. Este artículo había sido públicado con las mismas palabras en un blog[5] cuyo autor Andreas Boas, entre otras cosas, también difunde tuits del político derechista holandés Geert Wilders o de Donald Trump. Un tercero artículo apareció entre tanto en un sitio web nombrado “MENA Watch”[6] y se refiere a los mismos argumentos que en el artículo original. Ninguno de los artículos intenta comprobar los repreches mediante los contenidos o lo dicho por la docente en su curso sino que se refieren a posts de Roldán Mendívil de 2014 y 2015 en su blog personal[7], su firma de una carta abierta de intelectuales en Alemania sobre la guerra en Gaza en 2014[8] así como su aparición en un video de música. Las citas aparecen por fuera de sus contextos. El reproche que el video de música contenga “difamaciones contra Israel” no se justifica. Tampoco se explica cómo una crítica al gobierno israelí puede igualarse al antisemitismo. De hecho, en el video hay un claro mensaje contra antisemitas[9]. La justificación que la carta abierta de intelectuales en Alemania sobre la guerra en Gaza en 2014 evocara a un “clásico del antisemitismo pre-1945” se basa en reprochar a los autores de la carta que utilizaran Israel como metáfora para el “judío colectivo” pero que no se comprueba en ningún lado. Como reacción a la declaración del Instituto, el periódico “Jerusalem Post” publicó un artículo de Benjamin Weinthal con el título por lo menos equívoco „German University suspends Pro-BDS Professor“[10].

Si el posicionamiento político en contra de la política conservadora de derecha del gobierno israelí u observaciones al respecto de los aspectos coloniales del zionismo y de la actual política de asentamientos se descalifican automáticamente por antisemita, esto apunta a cancelar toda dicusión, difamar personalmente a los afectados, perjudicar a largo plazo a la carrera científica y profesional de una joven docente, y de ningún modo contribuye a una aclaración científica y política. Con este descarte se sobrepasa la línea entre crítica y difamación, y se viola la libertad de investigación y enseñanza que también hay que ser garantizada para temas sensibles.

Saludamos el anuncio del Instituto Otto Suhr de organizar una charla-debate aún en este semestre para debatir “la línea entre una crítica científica relevante y una denigración de Israel y su política”. Exigimos al Instituto Otto Suhr empezar lo antes posible y en un proceso transparente con la organización de este evento. Condenamos que la declaración se publicó antes de buscar el diálogo con la afectada y exigimos que esto se rectifique de inmediato y que Eleonora Roldán Mendívil sea incluido en la organización del evento mencionado.

La reacción hasta el momento, de “hacer una investigación científica de los reproches de una práctica de publicación hostil a Israel o incluso antisemita por parte de la docente Roldán Mendevil [sic] y no encargarle más cursos [en el Instituto Otto Suhr] hasta la aclaración de los reproches”, amenaza con dar a los reproches una legitimación que no es del todo adecuada. Roldán Mendívil aporta con su curso una contribución importante y valorada por muchos estudiantes a la enseñanza crítica en el Instituto. Exigimos al Instituto de retractar la declaración pública y no privar de cursos a Eleonora Roldán Mendívil a causa de reproches difamatorios.

 

[1] http://www.taz.de/!5334845/;http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwabing-benefizkonzert-zwischen-israelkritik-und-antisemitischer-hetze-1.3184940; http://www.swp.de/ulm/lokales/ulm_neu_ulm/arn-strohmeyer-ueber-anti-und-philosemitismus-11939924.html;http://www.schattenblick.de/infopool/d-brille/report/dbri0077.html; 
[2] http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Analysen/Analyse_Linke-u-Nahostkonflikt.pdf
[3] http://www.polsoz.fu-berlin.de/polwiss/_elemente_startseite/4spalten_links/Material/Stellungnahme-zum-Vorwurf-Antisemitismus_09_01_17.pdf
[4] http://juedischerundschau.de/israelhetze-mit-lehrauftrag-an-der-berliner-uni-135910694/
[5] https://boasinfo.wordpress.com/2016/12/25/israelhetze-mit-lehrauftrag-an-berliner-uni/
[6] http://www.mena-watch.com/mena-analysen-beitraege/berlin-antiisraelische-aktivistin-als-politik-dozentin/
[7] https://cosasquenoserompen.noblogs.org/about/
[8] http://www.gazaopenletter.de/
[9] https://www.youtube.com/watch?v=LpWzpLepDjo (minuto 03:03)
[10] http://www.jpost.com/Diaspora/German-university-suspends-pro-boycott-Israel-academic-478024

 

Diese Petition wird versendet an:
  • Institut für Politikwissenschaft
    Otto-Suhr Institut (Institut für Politikwissenschaft)
  • Professor für politische Theorie und Philosophie an der Freien Universität Berlin
    Prof. Dr. Bernd Ladwig


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