Kein Herumschieben von Fundtieren - Tierheim Rotenburg/Wümme muss Aufnahmestelle bleiben!

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Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,
sehr geehrte Herren Bürgermeister,

wurden in den letzten Jahrzehnten bisher Fundtiere in den südlichen Kommunen des Landkreises Rotenburg/Wümme sowie der Stadt Rotenburg/Wümme durch Bürger aufgegriffen oder liefen ihnen Tiere zu, so konnten diese jederzeit beim Tierheim des Tierschutzvereins für den Landkreis Rotenburg/Wümme e.V. in Rotenburg-Mulmshorn abgegeben werden. Selbst wenn keine Möglichkeit bestand diese Tiere dort hinzubringen bzw. einzufangen oder es um ein durch Laien nicht zu beherrschendes Tier ging, standen die gut geschulten und erfahrenen Mitarbeiter des Tierheims bereit, auch nachts und an Wochenenden, um die Sicherheit für Mensch und Tier wieder herzustellen.

Tierhalter, denen ihr Tier entlaufen war, konnten stets darauf vertrauen, dass sie sich im Tierheim Mulmshorn nach diesem erkundigen, es vermisst melden und nach Auffinden sehr zeitnah dort abholen können.

Die Tiere wurden auf direktem Wege ins Tierheim gebracht, dort kompetent in Augenschein genommen und wenn erforderlich, unverzüglich einer tierärztlichen Begutachtung und Behandlung zugeführt, sowie im Anschluss tiergerecht untergebracht und stets adäquat versorgt.

Aus für uns nicht ersichtlichen Gründen soll nun das Fundtiermanagement nicht mehr auf bewährte Weise durch das Tierheim Mulmshorn erfolgen, sondern durch die Kommunen selbst organisiert werden.

Folgenden geplanten Ablauf konnten wir aus der örtlichen Presse entnehmen (u.A. Bericht der Rotenburger Rundschau vom 16.06.2017 "Die Tür ist zu"):

  1. Fundtiere sind auf den jeweiligen Fundämtern während der regulären Öffnungszeiten (vielfach nur vormittags und an einem Nachmittag in der Woche) durch den Finder abzugeben. Nachts gibt es keine Möglichkeit, Fundtiere abzugeben. Ein Wochenend-Notdienst soll durch die Kommunen organisiert werden, zusätzliche Kosten werden dafür entstehen. (Anmerkung: Das Tierheim Mulmshorn bot dieses stets ehrenamtlich ohne zusätzliche Berechnung an.)
  2. Die Fundtiere werden dann bei den Kommunen einige Tage in Zwingern oder Tiertransportboxen verwahrt, um den Haltern eine kurzfristige Abholung entlaufener Tiere zu ermöglichen. (Anmerkung: Bisher stellte dies eh kaum ein Problem dar, da das Tierheim Mulmshorn von allen Orten im südlichen Landkreis recht schnell erreichbar ist.)
  3. Anschließend sollen die Tiere zur Tierklinik Posthausen gebracht werden, wo sie erst dann tierärztliche Untersuchung und Behandlung erhalten und wiederum einige Tage verweilen sollen. (Anmerkung: Durch einen mehrtägigen Tierklinikaufenthalt ist ein weiteres Mal mit erheblichen zusätzlichen Kosten zu rechnen. Die tierärztliche Versorgung der Tiere erfolgte bisher unkompliziert, zügig und kostensparend durch die mit dem Tierheim Mulmshorn kooperierenden Tierärzte.)
  4. Von der Tierklinik Posthausen aus sollen die Fundtiere schließlich zum Tierheim Arche Noah des BMT (Bund gegen den Missbrauch der Tiere) in Brinkum transportiert werden, wo sie dann für die Folgezeit bis zu einer Vermittlung untergebracht werden. (Anmerkung: Es wurde dafür die Erstattung von Unterbringungskosten in einer Höhe vorgesehen, welche das Tierheim Mulmshorn nicht einmal annähernd erhielt.)
  • Diese Vorgehensweise ist der Unkenntnis der Verwaltungsangestellten der Gemeinden zuzuordnen, die sich über die gesetzlichen Vorschriften von §1 TSchG (BGB) und damit die durch das Gesetz geregelten Bestimmungen hinwegsetzen.

    Gesetzesauszug: „… aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf, dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen... Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen.“ (§ 1, Satz 1+2)


Wir kritisieren:

  • Für Finder von Tieren muss die Möglichkeit bestehen, sehr zeitnah, d.h. generell noch am gleichen Tag ein Tier in die Obhut von Fachleuten zu übergeben. Ist dies nicht der Fall, steht zu befürchten, dass viele Tiere nicht sichergestellt und einer Aufnahmestelle übergeben werden, weil der Finder eine vorläufige Verwahrung bei sich zuhause über Stunden oder über Nacht nicht leisten kann oder ein Tier ohne kompetente Unterstützung gar nicht einfangen kann. Dies könnte die Streunerpopulation und Verwilderung vor allem von Hunden und Katzen in unserer Region, auch über Landkreisgrenzen hinaus, signifikant steigen lassen.
  • Ein über mehrere Tage und mehrere Stationen sich erstreckender Transport von Tieren ist weder tierschutzgerecht noch kostensparend. Vor allem dieser Punkt lässt uns das geplante Vorhaben als absolut inakzeptabel ansehen.
  • Bei der Aufnahme von Fundtieren kommt es nicht selten zu schwierigen Situationen, wenn Tiere krank, verletzt, verängstigt oder aggressiv aufgegriffen werden oder es sich um Exoten oder ähnliche Arten handelt, die sich nur mit großem Fachwissen betreuen lassen. Hierbei sehen wir das Tierwohl durch nicht adäquaten Umgang in Gefahr. Es ist für die Gemeinden kaum möglich, stets Mitarbeiter zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit zu stellen, die über die erforderliche weitgefächerte Kenntnis, Erfahrung und Routine verfügen, derartige Situationen zu bewältigen.
  • Die Verwahrung von Fundtieren über mehr als wenige Stunden (insbesondere Hunden und Katzen) in Transportboxen oder Zwingern, zumal ohne Betreuung durch Fachleute, wie z.B. Tierpfleger, ist tierschutzrechtlich NICHT zulässig und wurde zum Schutz der Tiere klar durch Paragraphen geregelt.
  • Gleiches wie vorstehend gilt für die um mehrere Tage verspätete Vorstellung der Tiere bei einem Tierarzt.
  • Durch die Unterbringung der Tiere in Brinkum, weit außerhalb des Landkreises Rotenburg/Wümme (Entfernung von der Gemeinde Fintel aus ca. 70 km), wird es für Tierhalter eine große Schwierigkeit, wenn nicht gar für viele Tierbesitzer unmöglich, ihr entlaufenes Tier zurück zu holen.
  • Überdies sind wir wirklich entsetzt, traurig und wütend, wie hier mit Frau Regina Buchhop, der 1. Vorsitzenden des Tierschutzvereins für den Landkreis Rotenburg/Wümme - einer Dame von 70 Jahren, die ihr Leben lang eigene Interessen zum Wohl von Tieren und Mitmenschen hintenan gestellt hat – auf menschlicher Ebene umgegangen wird.

    Der Landrat des Landkreises Rotenburg/Wümme hat Frau Buchhop vor einigen Jahren das Bundesverdienstkreuz, in Vertretung für den Bundespräsidenten, verliehen genau für ihre unermüdlichen Verdienste zum Wohl der Tiere – gerade der Fundtiere – und ihr umfassendes Engagement im Tierschutz.

    Es bleibt der bittere Beigeschmack, dass diese Entscheidung - zu Ungunsten der Fundtiere - wegen persönlicher Animositäten vorsätzlich gegen die fachliche Präsenz der Person Regina Buchhop getroffen wurde. Das ist von unserer Seite her völlig indiskutabel und inakzeptabel.


Unsere Forderung:

Zum tierschutzgerechten Umgang mit den Fundtieren aus dem Landkreis Rotenburg/Wümme fordern wir eine Aufnahme der Neuverhandlung des alten Vertrages mit dem Tierschutzverein für den Landkreis Rotenburg/Wümme e.V. aus dem Jahr 2001 für die Abrechnung der Kosten für Aufnahme und Versorgung der Fundtiere der angeschlossenen Gemeinden, sowie eine Abrechnung der gefahrenen Kilometer, als auch eine Abrechnung für Not-Einsätze an Wochenenden und Feiertagen.

Die Aufnahme und Betreuung von Fundtieren aus unserem Landkreis muss auch hier in unserem Landkreis erfolgen, und zwar durch das Tierheim des Tierschutzvereins für den Landkreis Rotenburg/Wümme e.V., und das bei voller Deckung aller Aufwendungen. Dazu gibt es für uns keine Alternative.

Bürgerinitiative Fundtierwohl Row



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