

Der internationale Frauentag dient jährlich auch dazu, auf gravierende Missstände zum Nachteil von Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen und Bewusstsein für den dringenden Handlungsbedarf zu schaffen:
In Deutschland sind ca. 51% der Population, ca. 43 von 84,7 Millionen Menschen, weiblich.
In Deutschland gibt es eine Verfassung, der zufolge das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ein Grundrecht ist. Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.
Eigentlich.
In Deutschland wurden im Jahr 2022 laut polizeilicher Kriminalstatistik 150 Frauen ermordet, weitere 147 verloren ihr Leben durch „Totschlag“, zudem gab es 39 weibliche Gewaltopfer von „Körperverletzung mit Todesfolge“ (die offiziellen Zahlen zu 2023 sind noch nicht publik).
In Deutschland ist das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (die sog. Istanbul-Konvention) seit über sechs Jahren rechtsgültig.
In Deutschland steigt die Zahl an Gewaltdelikten gegen Frauen Jahr für Jahr um ca. 10%.
In Deutschland bezahlen Mädchen und Frauen die strukturelle, tradierte männliche Gewalt verstetigt mit ihrem Leben.
So auch in 2024:
† 15 Jahre, Ulm – vom Freund öffentlich erwürgt,
† 85 Jahre, Unterhaching, vom Ehemann erschossen,
† 35 Jahre, Kaarst, vom Ehemann erstochen,
† 77 Jahre, Berlin, vom Ehemann umgebracht,
† 17 Jahre, Wilster, vom Ex-Freund umgebracht,
† 38 Jahre, Möhrfelden-Walldorf, vom Ex öffentlich mit Kopfschuss hingerichtet,
† 43 Jahre, Düppenweiler, vom getrennten Ehemann erschossen,
† 67 Jahre, Ochtrup, umgebracht und an der Autobahn entsorgt,
† 84 Jahre, Alheim, vom Lebensgefährten erstochen,
† 43 Jahre, Burgweinting, vom Ehemann umgebracht, ggf. vor den beiden Kids (2,7)
† 38 Jahre, Hermannsburg, vom Ex-Freund erstochen,
† 40 Jahre, Sontheim a. d. Brenz, vom Partner erstochen, ggf. vor der Tochter (8 Monate)
† 65 Jahre, Hage, umgebracht, Täter noch flüchtig,
† 18 Jahre, St. Leon-Rot, vom Ex-Freund öffentlich erstochen,
† 39 Jahre, Montabaur, vom Sohn ihres Mannes erschossen, ebenso ihr Sohn (3),
† 57 Jahre, Villingen-Schwenningen, vom Sohn erstochen,
† 39 Jahre, Günzburg, vom Bekannten umgebracht,
† 28 Jahre, Glückstadt, umgebracht, ggf. vor ihren vier Kids (3-11), Täter noch flüchtig,
† 85 Jahre, Saarlouis, vom Ehemann umgebracht,
† 48 Jahre, Leipzig, umgebracht und im See entsorgt,
† 23 Jahre, Thiede, vom Ex-Freund erstochen,
† 37 Jahre, Schramberg, nach Streit mit Partner „Gewalttat nicht ausgeschlossen“
† 41 Jahre, Essen, vom Ehemann erstochen, ggf. vor den beiden Söhnen (8,16)
† 62 Jahre, Aurich, vom Sohn erstochen,
† 41 Jahre, Damme, vom getrennten Ehemann erstochen, ggf. vor der älteren Tochter (17),
† 55 Jahre, Münnerstadt, vom Sohn umgebracht und verbrannt,
† 55 Jahre, Sonnefeld, vom Ehemann erstochen,
† 66 Jahre, Mauchenheim, vom Ehemann umgebracht,
† 50 Jahre, Dortmund, vom Ehemann umgebracht,
† 31 Jahre, Siegburg, die Kehle vom Mieter aufgeschlitzt,
† 50 Jahre, Drevenack, vom Ehemann erstochen,
† 22 Jahre, Oberhausen, vom Arbeitskollegen umgebracht,
† 50 Jahre, Schwelm, vom getrennten Ehemann „niedergemetztelt“,
† 55 Jahre, Scheeßel, vom Ex der Freundin ihres Sohnes erschossen,
† 33 Jahre, Bothel, vom Ex ihrer besten Freundin erschossen, vor der älteren Tochter (9),
† 3 Jahre, Bothel, vom Ex der besten Freundin ihrer Mutter erschossen;
† Identität und Alter noch nicht bekannt, Hockenheim, umgebracht und im öffentlichen Raum entsorgt;
† 24 Jahre, Bobenheim-Roxheim, mutmaßlich vom Lebensgefährten getötet.
Zudem sind für dieses Jahr bundesweit (mindestens) 65 Fälle dokumentiert, in denen die von Gewalt betroffenen Mädchen (neun minderjährige) und Frauen rein zufällig überlebten. On top gibt es Fälle, in denen der Sachverhalt nicht abschließend ermittelt, bzw. erst gar nicht kommuniziert ist.
Wir sind fast im zweiten Quartal des 21. Jahrhunderts angekommen.
Und trotzdem müssen in Deutschland, in einer der reichsten Industrienationen der Welt, in einer sich als Rechts- und Sozialstaat deklarierenden Demokratie, für das Attribut weiblich, also für die Mehrheit der Bevölkerung, immer noch grundlegende Menschenrechte erkämpft werden: Echt jetzt, Männer?
In dieser prekären Ausgangslage ist es ein besonderer Lichtblick, das schwer wiegende Thema #FEMIZID erneut über den Verteiler des erfolgreichen Bundesliga-Erstligisten TSG 1899 Hoffenheim multiplizieren zu dürfen (ab Seite 92), um Bewusstsein da zu schaffen, wo es zählt: Inmitten von Jungen, jungen Männern, Vätern, Brüdern, Cousins, Nachbarn, Ehemännern, Freunden und Exfreunden.
AUS TIEFSTEM HERZEN: DANKE AN DIE TSG 1899 HOFFENHEIM FÜR DIE FORTWÄHRENDE UNTERSTÜTZUNG!
#weltfrauentag #saveXX #gleichberechtigung #stopptfemizide
Fotocredits @ Alexandre Boucey (unsplash)
https://www.tsg-hoffenheim.de/aktuelles/news/2024/03/das-neue-spielfeld-ist-da/