
Drei Jahre Istanbul-Konvention und nicht eine einzige Pressemeldung dazu, geschweige denn ein Bericht zum misogynen Gewaltzustand unseres Landes.
Stattdessen wurde das Update der Datenanalyse des Femicide Observation Center Germany durch die UN Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Gewalt gegen Frauen, ihre Ursachen und Konsequenzen, Frau Dubravka Simonovic, erneut aufgegriffen und veröffentlicht – wie gehabt, bitte auf der verlinkten Seite bis "Civil society" 'runterscrollen und auf "Femicide Observation Center Germany" klicken.
17. Januar 2021 in Heilbronn: Eine 29-jährige Frau wird von ihrem Lebensgefährten geschlagen, gewürgt und mit einem Messer am Hals bedroht. Der Aggressor ist polizeibekannt, er hatte bereits am 07.01. Polizist*innen mit Glasflaschen angegriffen. SEK-Einsatz erforderlich. (Baden-Württemberg)
18. Januar 2021 am Landgericht Saarbrücken: Ein Rentner gibt an, er habe seine demente Frau „erlösen“ wollen. Die Ehe bestand über 50 Jahre, als er ihr anlässlich eines Krankentransports in den Mund, sowie in’s linke Ohr schießt. Strafmaß: Zwei Jahre auf Bewährung. (Saarland)
19. Januar 2021 am Landgericht Heilbronn: Zum zweiten Mal wird ein Attentäter schuldig gesprochen. Der 65-Jährige hatte 2018 ein 15-jähriges Mädchen verbrennen wollen, weil deren erziehungsberechtigten Großeltern „die Beziehung“ ablehnten. Er bezeichnet die Minderjährige als seine „Geliebte“ und fügt ihr schwere Verbrennungen zu. Im Juli 2019 lautete das Urteil zu diesem Femizid-Versuch gegen den Pädokriminellen noch 5 Jahre und drei Monate – nach der Revision beim BGH reduziert Richter Dr. Martin Liebisch die Strafe auf vier Jahre und drei Monate. Das Urteil ist rechtskräftig. (Baden-Württemberg)
19. Januar 2021 bei Bad Dürkheim: Auf einem Parkplatz wird ein ausgebranntes Autowrack geborgen. Für die sechsjährige Lena und ihren Bruder Max (3) kommt jede Hilfe zu spät. Der eigene Vater ist der Täter/Töter. [Anm. Die Berichterstattung ist erneut versehen mit dem relativierenden Zusatz, der an Depression erkrankte Menschen stigmatisiert: „Depressiv? Hier bekommen Sie umgehend Hilfe (…)“– die der Realität entsprechende Formulierung müsste lauten: „Gewaltbreit? Hier bekommen Sie umgehend Hilfe(…)“.] (Rheinland-Pfalz)
21. Januar 2021 in Hagen: In aller Öffentlichkeit wird eine Frau von ihrem Ex-Ehemann attackiert und beleidigt. Auch ihr neuer Lebenspartner wird attackiert und verletzt. Die Betroffene bezeugt, dass die Auseinandersetzungen seit der Trennung -vor 1,5 Jahren- intensiver geworden seien. (Nordrhein-Westfalen)
22. Januar 2021 in Herford: Die 42-jährige Lidia S. wird von ihrem Partner mit einer Machete erstochen. (Nordrhein-Westfalen)
23. Januar 2021 in Nossen: Die 43-jährige Kati H. wird von ihrem Lebensgefährten angezündet und schwer verletzt. Der Attentäter versucht, seinen Gewaltexzess als Suizidversuch darzustellen. (Sachsen).
25. Januar 2021 in Antdorf: Eine 20-jährige Frau verliert ihr Leben als Beifahrerin ihres Freundes. Aus noch zu ermittelnder Ursache schleudert das Auto von der Autobahn über einen gesperrten Parkplatz und über eine Leitplanke hinweg: 25 Meter Katapultflug durch die Luft, bis der PKW in drei Metern Höhe mit der Beifahrerseite in eine Baumgruppe kracht. Die Frau ist in dem BMW, der so deformiert ist, dass Rettungskräfte nicht helfen können, hilflos eingeklemmt und verstirbt. (Bayern)
25. Januar 2021 in Wellendingen: Eine 32-jährige Frau wird von ihrem Ehemann erstochen. Sie ist Mutter von drei gemeinsamen Kindern, zwei von ihnen sind Tatzeug*innen. (Baden-Württemberg)
26. Januar 2021 in Nürnberg. Eine 31-jährige Frau alarmiert gegen 09:45 Uhr den Notruf und gibt an, dass sie aus ihrer Wohnung flüchtete, nachdem sie von einem Bekannten mit einem Messer angegriffen worden war. Den Einsatzkräften gelingt es, telefonischen Kontakt zum Angreifer aufzubauen – als der die Polizeikräfte erblickt, reagiert er aggressiv und unkooperativ, der Einsatz eines Tasers ist erforderlich. (Bayern)
27. Januar 2021 in Breuna: Eine 73-jährige Frau wird von ihrem Ehemann getötet. (Hessen)
27. Januar 2021 am Landgericht Dresden: Bereits am 21.03.2020 wurde Irina R. von Ihrem Mann abgestochen, nach 15 Jahren Lebensgemeinschaft und im Beisein des 11-jährigen, gemeinsamen Sohnes. Der Täter wird wegen Totschlags zu 3 Jahren und 10 Monaten verurteilt, tag24.de vom 28.01.2021 schreibt dazu „Im Frühjahr 2020 besserte sich die Beziehung wieder. Der Richter: "Und der Angeklagte machte sich vermutlich Hoffnung." und: "Im Affekt griff Robert W., der über zwei Promille hatte, ein Messer (20 Zentimeter-Klinge) und stach Irina in den Bauch. Auch sieben Operationen konnten die Frau nicht retten. Sie starb zwölf Tage nach der Attacke. Weil Robert W. nicht vorbestraft ist, geständig war, im Affekt handelte und keine Fluchtgefahr besteht, wurde er nach dem Urteilsspruch aus der U-Haft entlassen." Laut: saechsische.de vom 28.01.2021 hatte der Verteidiger Hans Theisen eine Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung mit Todesfolge gefordert, weil Irina dem deutschen Banker in's Messer gelaufen sei. Wörtlich ist da zu lesen "Richter Herbert Pröls, der Vorsitzende des Schwurgerichts, sprach von einem minder schweren Fall, einer Tat im Affekt. (...) Dass jemand, der als eher "phlegmatisch" beschrieben wurde, zum Messer greift und wuchtig zusticht, hänge laut Pröls wohl an der Gesamtsituation, in der sich der Mann glaubte, nach dem Motto "jetzt reicht's"" (Sachsen)
27. Januar 2021 in Detmold: Eine 32-jährige Frau wird von einem Bekannten aufgesucht und brutal attackiert. Der Angreifer hatte sich nach Angaben der Polizei Zugang zu dem Haus verschafft und an der Wohnungstür einer Frau geklopft. Als sie die Tür öffnet, schlägt er sie zusammen, wirft sie die Treppe hinunter und verletzt sie. Als Nachbar*innen dazu kommen, verlässt der Attentäter das Haus, nur um kurze Zeit später zurückzukommen. Er will erneut Zugang, dabei schreit er auch die Nachbar*innen an. Er ist derart aggressiv, dass er von der Polizei gefesselt werden muss. (Nordrhein-Westfalen)
30. Januar 2021 in Cloppenburg: Die 27-jährige Anna T. wird von ihrem Ehemann erstochen, der gemeinsame Sohn (6) ebenfalls. (Niedersachsen)
01. Februar 2021 in Wiesbaden: Eine 49-jährige Frau wird von ihrem Ehemann erschossen. Auf offener Straße, mitten in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Sie war mit ihrer 48-jährigen Schwester unterwegs, diese hat der Attentäter mit einer Schusswunde am Kopf lebensgefährlich verletzt. (Hessen)
IMMER NOCH:
Seit Montag, 14. Januar 2019 werden die 20-jährige Bisrat T. H. und ihr fünf Monate alter Sohn Mekson K. H. in Wabern vermisst.
Seit Montag, 18. Februar 2019 wird die 15-jährige Rebecca Reusch in Berlin vermisst.
Seit Samstag, 06. Juli 2019 wird die 38-jährige Shahnaz Parven in Stuttgart vermisst.
Seit Donnerstag, 18. Juli 2019 wird die 75-jährige Jutta Sajelian aus Eltville vermisst.
Seit Freitag, 23. August 2019 werden die beiden Mädchen Amya Kashit (9 Jahre) und Layla Kashit (8 Jahre) sowie ihr Bruder Subhi Kashit (5 Jahre) in Gera vermisst.
Seit Mittwoch, 25. September 2019 wird die 23-jährige Studentin Yolanda Klug in Leipzig vermisst.
Seit Montag, 30. September 2019 wird die 17-jährige Juliane Holzwart in Freisen vermisst.
Seit Donnerstag, 10. Oktober 2019 wird die 70-jährige Brigitte Späth, geborene Frese in Dieburg vermisst.
Seit Samstag, 07. Dezember 2019 wird die 35-jährige Anita S. in Wattenscheid-Günningfeld vermisst.
Seit Freitag 29. Mai 2020 wird die 28-jährige Mirisa A. in Sinsheim vermisst.
Seit Mittwoch 13. Juni 2020 wird die 43-jährige Andrea Reek auf Poel vermisst.
Seit Donnerstag 20. August 2020 wird die 15-jährige Eva Katharina Zandbergen bei Kirchberg vermisst.
Seit Mittwoch 09. September 2020 wird die 26-jährige Scarlett S. im Schwarzwald vermisst.
Seit Dienstag 22. September 2020 wird die 13-jährige Bianca R. in Wallerfangen vermisst.
Seit Donnerstag 01. Oktober 2020 wird die 22-jährige Ksenja B. auf Sylt vermisst.
Seit Montag 26. Oktober 2020 wird die 16-jährige Eike Ina Palm in Schlüchtern vermisst.
Seit Donnerstag 29. Oktober 2020 wird die 14-jährige Fabienne-Ariane R. in Ratingen vermisst.
Seit Sonntag 10. November 2020 wird die 57-jährige Luise Pätkau aus Griesheim vermisst.
DEUTSCHLAND HAT VIELE GESICHTER.
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(*) Stand 01.02.2021