Aggiornamento sulla petizioneHelft den Tagesmütter aus Brandenburg an der Havel & Bundesweit

Artikel bei Meetingpoint Brandenburg

Janine WagnerBrandenburg, Germania
31 ott 2022

Brandenburger Tagesmütter kämpfen für mehr Akzeptanz und bessere Unterstützung vom Jugendamt
Aus der Stadt
Erstellt: 28.10.2022 / 19:01 Uhr von rb
Dass es überall in der Bundesrepublik zu wenige Kindertagesstätten gibt, ist gemeinhin bekannt. Auch das es ihnen, wie es erst kürzlich in den vielfältigsten Medien beschrieben und verkündet wurde, an Personal fehlt, ist bekannt. Hinzu kommt, dass die Träger, ebenso wie jeder andere auch, mit der momentanen unklaren Lage zu den Energiekosten, kaum wissen, wie sie diese stemmen sollen. Weniger im Fokus stehen dabei die, die sich als Tagesmütter mit ihren Tagespflegediensten um die Kleinsten kümmern. So auch in der Stadt Brandenburg, wo die Tagesmütter sich auf Grund der geringen finanziellen Ausstattung und Vergütung in ihrer Existenz bedroht sehen. Sie haben nun unter anderem eine Petition gestartet und fordern gleichberechtigte Behandlung.
 

Waren es vor einigen Jahren noch 16 Tagesmütter, die sich in der Havelstadt um die Kleinsten kümmerten, waren es vor Corona elf und mittlerweile sind davon nur acht Frauen übrig geblieben. Ob jede einzelne von ihnen ihre Arbeit in Zukunft noch weiter machen kann, steht mittlerweile eher in den Sternen, denn sie wissen allesamt nicht mehr, wie sie die Anforderungen stemmen sollen. Mithin kommt bei ihnen immer mehr die Gewissheit auf, das sie seitens der zuständigen Behördenmitarbeiter mehr vertröstet, denn wirklich unterstützt werden.

Aufgrund der misslichen Lage, die sich nahezu täglich weiter verschärft, haben sich die Tagesmütter jetzt zum wiederholten Mal mit einem Brief an die zuständige Mitarbeiterin des Jugendamtes und die Stadtverordneten gewandt. Dazu sagen die Vertreterinnen Janine Wagner und Ivonne Müller, dass sie seit nunmehr sechs Jahren keine Verbesserungen verspüren konnten, ganz im Gegenteil. Es ginge um Hinhaltetaktik und Missverständnisse. Bereits vorangegangene Schreiben seien ausweichend beantwortet und deren angebotene Inhalte nie umgesetzt worden. Seit Donnerstag hat Janine Wagner nun eine [Petition] veröffentlicht, die innerhalb der ersten 48 Stunden 310 Unterschriften brachte.

In ihrem Brief schreiben die Tagesmütter unter anderem: „Wir Tagespflegepersonen, sind in der Regel selbständig tätig und wir haben eine 50. Stunden Arbeitswoche. Wir übernehmen für längere Zeit einen verantwortungsbewussten, vertrauensvollen und verlässlichen Betreuungs- und Bildungsauftrag, der dem Wohl und der Förderung des Kindes dient. Alle mit der Betreuung von Tageskindern in Zusammenhang stehenden Kosten sind nicht einsparbar. Ein Wegfall unserer Tätigkeit würde gleichzeitig den Wegfall von Betreuungsplätzen bedeuten!“
 
Sie hätten sehr viele Richtlinien für Tagesmütter bundesweit miteinander verglichen. Sehr auffällig und enttäuschend wäre für sie gewesen, festzstellen zu müssen, dass sie in der Stadt Brandenburg in keiner Weise berücksichtigt werden oder Unterstützung erhalten.

Ein angekündigte Änderung der Richtlinien und Erhöhung der Tagespflegepauschalen, war ihnen am 11. Mai 2022 bei der Versammlung der Tagesmütter in Mahlenzien, versprochen worden. Dazu hätten sie am 28. Juni 2022, eine Email der zuständigen Sachbearbeiterin erhalten, in der ihnen wiederum versprochen wurde, dass es eine Erhöhung rückwirkend ab August 2022 geben würde. Diese wäre wohl zu diesem Zeitpunkt durch massives Arbeitsaufkommen von Seiten des Jugendamtes nicht möglich gewesen sein, sei ihnen mitgeteilt worden. „In den Monaten danach wurden wir mehrfach vertröstet. Bis jetzt war es nicht möglich die Erhöhung, rückwirkend zum August 2022 zu realisieren,“ so Yvonne Müller.

„Wir Tagesmütter aus Brandenburg an der Havel haben, uns nochmal zusammengesetzt, um unser Anliegen detaillierter zu verdeutlichen. Um der Dringlichkeit noch mehr Ausdruck zu verleihen. Die Tagesmütter, deren Vertreter ich bin, haben einstimmig die folgenden unten aufgeführten Punkte abgestimmt,“ sagt sie weiter. Zu den insgesamt 27 Punkten gehören unter anderem ein jährlicher Sachkostenzuschuss von 500 Euro, eine Heizkostenpauschale von 300 Euro oder eine Erhöhung auf 28 Urlaubs- und 20 Krankentage. Zudem fordern sie zwei Fortbildungstage mit pädagogischem Hintergrund und zur Verbesserung der personellen Situation bei Urlaubs- und Krankheitsvertretung die Anstellung eines Springer vom Jugendamt, der in der jeweiligen Einrichtung bei Krankheitsfall/Ausfalltagen die Vertretung übernimmt.

Für alle von den Tagesmüttern erarbeiteten Punkte, zu denen sie übrigens zur Mitarbeit bei der Erarbeitung einer neuen Richtlinie explizit aufgefordert worden sein sollen, haben sie sich landes- und bundesweit informiert und Vergleiche herangezogen, macht Yvonne Müller klar.

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