Liebe Unterstützer:innen, vor kurzem haben wir euch von den Plänen Vattenfalls in Berlin berichtet und unser gemeinsames Protestmailing gestartet. Schreibt jetzt noch eine Protestmail und sendet Vattenfall die klare Botschaft, dass eine Verbrennung von Fossilen und Holz in Kraftwerken keine Option ist! Weder in Berlin noch anderswo.
Dass Berlin kein lokaler Ausrutscher des schwedischen Konzerns ist, sondern eine klima-, arten- und gesundheitsschädliche Unternehmensstrategie, zeigen uns Vattenfalls Aktivitäten in den Niederlanden. Dort herrscht seit Jahren ein Rechtsstreit um das Kraftwerk in der Stadt Diemen. Vattenfall plant an dem Standort in Zukunft Holzpellets zu verbrennen. Und auch dort argumentiert das Unternehmen mit der Umstellung auf eine Wirtschaft ohne fossile Brennstoffe. Weniger als 3 Prozent der gesamten Energieerzeugung in den Niederlanden stammen momentan aus der Verbrennung von Holzbiomasse. Dafür werden bereits 3,1 Millionen Tonnen trockenes Holz benötigt. Wollte man das in den Niederlanden ernten, müsste man einen Wald von 21.000 Hektar abholzen. Das ist eine Fläche so groß wie Amsterdam.
Für das Kraftwerk in Diemen kämen jedoch noch weitere 200.000 Tonnen Holzpellets hinzu. Dafür müsste ein Wald von mehr als vier mal vier Kilometern abgeholzt werden. Die importierten Holzpellets würden durch systematische industrielle Abholzung von Wäldern in Skandinavien, den baltischen Staaten, dem Süd-Osten der USA und anderen Ländern hergestellt.
Das Besondere am Standort in Diemen ist die schon sehr frühzeitige Gegenwehr der lokalen Bevölkerung. Neben Gerichtsverfahren und Protesten schafften es die Initiativen sogar, Greta Thunberg auf das Thema des schwedischen Konzerns aufmerksam zu machen. Ihre kritischen Statements hatten einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinung. Selbst Vattenfall zeigte sich zwischendurch ungewöhnlich versöhnlich. Noch vor kurzer Zeit äußerten sie, sie seien für die Gegenstimmen nicht taub und würden nach Alternativen suchen. Nur um kurz danach wieder den ursprünglichen Plan der Holzverbrennung weiter zu verfolgen. Fast wäre das Kraftwerk nicht genehmigt worden, hatten sich doch auch die lokalen politischen Parteien, gar der gesamte Gemeinderat, gegen das Biomassekraftwerk positioniert. Aber, so heißt es aus Kreisen des Protests, aus Angst vor Schadensersatzansprüchen letztendlich doch der Unbedenklichkeitserklärung zugestimmt. Doch die Protestbewegung vor Ort gibt nicht auf. Das “Comité Schone Lucht“ legte gegen die erteilte Umwelt- und Naturschutzgenehmigung Einspruch ein. Der Protest in den Niederlanden beflügelt auch uns.
Ähnlich wie Diemen haben auch die Umrüstungspläne in Berlin Symbolcharakter. Wenn wir es hier schaffen, die Pläne der großindustriellen Holzverbrennung von Vattenfall zu stoppen, dann werden sie Strahlkraft auf andere Standorte in Deutschland und darüber hinaus haben.
Schreibt deshalb eine Protestmail an Vattenfall und fordert den Energiegiganten dazu auf, statt in fossile Brennstoffe und die industrielle Holzverbrennung ausschließlich in CO2-freie Erneuerbare Energien zu investieren. Jede Email zählt!
Vielen Dank Euch!
Peter Wohlleben, ROBIN WOOD und die Deutsche Umwelthilfe.