Petition updateGrenzen setzen gegen misogyne Gewalt: Jérôme Boateng darf nicht zurück zum FC BayernMedien und Verein stecken den Kopf in den Sand - Bayern Fans legen den Finger in die Wunde
Bayern FansMünchen, Germany
Oct 25, 2025

Am heutigen Samstag zum Spiel des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach stellt sich auch die Frage an die Sportjournalist*innen am Spielfeldrand: Werdet ihr eurer Verantwortung als Journalist*innen gerecht?

Bei der frisch unterzeichneten Vertragsverlängerung des Cheftrainers Vincent Kompany und dem herausragenden Debüt-Tor des Rohdiamanten Lennart Karl aus der Jugendschmiede des FC Bayern gegen den FC Brugge in der Champions League gab es am Mittwochabend sicherlich genügend wichtige Gesprächsthemen rund um den Verein. Der sportliche Erfolg macht es allen Beteiligten leicht, unliebsame Themen unter den Tisch zu kehren.

Keine einzige Frage der Sportberichterstatter*innen in den Interviews beim Spiel zum Thema. Vincent Kompany wurde nicht gefragt, ob und wie er mit seinem Freund Jérôme über seine Gewalttaten gesprochen hat. Max Eberl wurde nicht gefragt, warum für ihn das Thema aus dem Nichts kam und ob er sich nicht mit der Historie Boatengs und den fehlenden Anlaufstellen für Betroffene von misogynen Gewalttaten im Verein und in der Bundesliga auseinandergesetzt hat. Jan Christian Dreesen wurde nicht gefragt, wie jemand resozialisiert werden kann, der nie auch nur einen Bruchteil seiner Privilegien abgeben musste und ohne jede Unterbrechung oder Einschränkung im selben Geschäft tätig sein kann, das ihm diesen Machtmissbrauch überhaupt erst ermöglicht hat. Herbert Hainer wurde nicht gefragt, wie er als Präsident und höchster Vertreter der Vereinsmitglieder die Stimmen der Fans gegen Machtmissbrauch und Gewalt gegenüber Frauen verantwortungsbewusst in seiner Arbeit einbringen kann.

Die Fans aus der Südkurve legten wieder hartnäckig den Finger in die offene Wunde, die für die Verantwortlichen des Vereins eigentlich keine ist. Auf dem Banner zum Anpfiff war zu lesen: "Gegen Machtmissbrauch und physische & psychische Gewalt in Beziehungen"

Anlässe für gute Fragen zum Thema gibt es mehr als genug. Wenn die Journalist*innen weiterhin vollkommen unkritisch den Verantwortlichen des FC Bayern den roten Teppich ausrollen, müssen auch sie sich als Steigbügelhalter bald unangenehmen Fragen stellen.

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