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Petitioning Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Tanja Machalet and 14 others

GLS zerstört Existenzen! Beendet das ausbeuterische System in der Paketzustellung #Lastenträger


Hinweis: Am 16.9. (Montag) um 22.15 Uhr berichtet Günter Wallraff in RTL Extra über unseren Fall und darüber, wie wenig sich seit der Skandaldoku aus dem Jahr 2012 ("Günter Wallraff deckt auf: Als Paketauslieferer undercover bei GLS") getan hat.

Mein Name ist Dina Sürün (36) und ich habe mit meinem Mann Mahmut einen kleinen Paket-Zustellerbetrieb in Mainz geführt und als Subunternehmer für den Logistikgiganten GLS gearbeitet.

Jetzt können wir nicht mehr. Durch das Geschäftsmodell von GLS wurden wir Kleinunternehmer hemmungslos ausgenommenUnsere Firma lief zunächst auf meinen Mann - bis dieser durch die Minierlöse pro Paket von GLS in die Insolvenz getrieben wurde. Danach übernahm ich die Führung der Firma (auf Drängen von GLS) - jetzt hat mich dasselbe Schicksal getroffen: Vor einem Monat mussten wir zum zweiten Mal Insolvenz anmelden. Warum?

Weil GLS uns ausgebeutet hat. Wir wollten anständige Unternehmer sein und unseren 17 angestellten Fahrern faire Löhne und alle nötigen Versicherungen zahlen. Weil wir das getan haben, blieb uns selbst kaum etwas zum Leben.

Nächste Woche müssen wir unsere 4-Zimmer-Wohnung verlassen und mit der Familie in eine viel zu kleine Wohnung ziehen. Was sollen die Kinder denn denken? Dass wir es nicht schaffen, obwohl wir Tag für Tag hart arbeiten und sie fast nie sehen?

Vielleicht denken jetzt Sie jetzt: “Selber Schuld, wahrscheinlich haben die schlecht gewirtschaftet.” Wir sagen: Das GLS-Modell kann nicht funktionieren, wenn man keine Schwarzarbeiter beschäftigt und seine Fahrzeuge vernünftig wartet. Das ist ausbeuterisch. GLS hat letztes Jahr gesagt, sie wollen sich ändern. Aber nichts ist geschehen. Deswegen wenden wir uns jetzt vor der Bundestagswahl an die Politik.

Hier sind nur zwei Beispiele, warum das Subunternehmermodell von GLS ausbeuterisch ist und wirtschaftlich nicht funktionieren kann:

Erstens die Preisstaffel: Wenn man für GLS 60.000 Pakete im Monat ausliefert, bekommt man dafür 1,15 Euro pro Paket - also 69.000 Euro. Wenn wir 70.000 Pakete zur Auslieferung bekommen - das sind mind. 2 Fahrer/Autos mehr - sinkt der Preis pro Paket und wir erhalten 68.600 Euro. Also 400,- Euro weniger, obwohl man 2 Fahrzeuge und 2 Fahrer zusätzlich braucht!!! Weigern darf man sich nicht. Und natürlich ist es GLS egal, ob man in einer Großstadt Haus an Haus beliefert oder ob man draußen auf dem Land zwischen zwei Zustellungen 30 Minuten Fahrweg hat.

Zweitens die Vertragsstrafen: Wenn irgendein Fehler passiert (z. B. ein Kunde holt Paket nach 9 Werktagen nicht aus dem Paketshop ab und unser Fahrer holt das Paket am 10. Werktag nicht pünktlich wieder ab), zieht GLS uns 77,- Euro (!) ab. Das heißt also: macht ein Fahrer einen einzigen kleinen Fehler, muss er über 60 Pakete zusätzlich zustellen, um das wieder reinzuholen.

Für GLS ist das Modell prima. Sie sparen sich feste Angestellte, die Recht auf Urlaub, auf Sozialleistungen, auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hätten. Aber wer im System drinhängt, hat verloren. So wie wir jetzt.

Für uns ist es zu spät. Aber wir wollen unsere Stimme erheben, damit es nicht noch Tausenden weiteren Familien und engagierten Unternehmern geht wie uns. Das Subunternehmer-System im Paketdienst ist eine perfide Variante der Ausnutzung. Deswegen bitten wir alle Parteien im Bundestagswahlkampf: Antworten Sie uns noch vor der Bundestagswahl, wie Sie diese Ausbeutung beheben wollen. Frau Merkel, Herr Steinbrück, Herr Brüderle, Herr Trittin, Herr Gysi, Frau Nocun: Sagen Sie uns, was Sie vorschlagen, damit nicht noch mehr Familien wie wir ins Unglück stürzen.

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Mehr Infos: Am 16.9. (Montag) berichtet Günter Wallraff in RTL Extra über unseren Fall und darüber, wie wenig sich seit der Skandaldoku aus dem Jahr 2012 ("Günter Wallraff deckt auf: Als Paketauslieferer undercover bei GLS") getan hat. GLS hatte vor einem Jahr öffentlich gesagt, dass „Günter Wallraff Positives bei ihnen bewegt“ hat und doch sorgt das Unternehemn 1000-fach dafür, dass wir die Lastenträger für den Billig-Paket-Wahn unserer Gesellschaft bleiben.

Oder in diesem Buch mehr lesen: "Aus der schönen neuen Welt", Günter Wallraff

Info zu GLS: In Deutschland sind rund 800 Transportunternehmer für den Paketdienst GLS tätig, die wiederum etwa 4.000 Fahrer beschäftigen. www.gls.de

„Lastenträger" ist eine Bezeichnung von Günter Wallraff.

Letter to
Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Tanja Machalet
Geschäftsführer GLS Claus Conrad
Geschäftsführer GLS Rüdiger Schmal
and 12 others
Deutschland-Chef GLS Rico Back
Katarina Nocun
Jürgen Trittin
Rainer Brüderle
Peer Steinbrück
Eveline Lemke, Wirtschaftsministerin Rheinland Pfalz
Fraktionsvorsitzender der Grünen, Daniel Köbler
Fraktionsvorsitzende der CDU, Julia Klöckner
Fraktionsvorsitzender der SPD, Hendrik Hering
Spitzenkandidaten aller Parteien Angela Merkel, Peer Steinbrück, Rainer Brüderle, Jürgen Trittin, Gregor Gysi, Katharina Nocun
Ministerpräsidentin Rheinland Pfalz Malu Dreyer (SPD)
Büro Rico Back
ich bin schockiert über die Ausbeute der Subunternehmer von GLS (siehe RTL Extra Reportage von Günter Wallraff) und möchte von Ihnen wissen, was in Ihrem Wahlprogramm steht, um solche Geschäftspraktiken zu verhindern.

Der Beitrag von Günter Wallraff in RTL Extra hat mal wieder gezeigt, dass den Menschen nicht geholfen wird.

Warum tut die Politik nichts? Sorgen Sie für würdige Verhältnisse in der Zustellerbranche!

Hier sind nur zwei Beispiele, warum das Subunternehmermodell von GLS ausbeuterisch ist und wirtschaftlich nicht funktionieren kann:

Erstens die Preisstaffel: Wenn man für GLS 60.000 Pakete im Monat ausliefert, bekommt man dafür 1,15 Euro pro Paket - also 69.000 Euro. Wenn wir 70.000 Pakete zur Auslieferung bekommen - das sind mind. 2 Fahrer/Autos mehr - sinkt der Preis pro Paket und wir erhalten 68.600 Euro. Also 400,- Euro weniger, obwohl man 2 Fahrzeuge und 2 Fahrer zusätzlich braucht!!! Weigern darf man sich nicht. Und natürlich ist es GLS egal, ob man in einer Großstadt Haus an Haus beliefert oder ob man draußen auf dem Land zwischen zwei Zustellungen 30 Minuten Fahrweg hat.

Zweitens die Vertragsstrafen: Wenn irgendein Fehler passiert (z. B. ein Kunde holt Paket nach 9 Werktagen nicht aus dem Paketshop ab und unser Fahrer holt das Paket am 10. Werktag nicht pünktlich wieder ab), zieht GLS uns 77,- Euro (!) ab. Das heißt also: macht ein Fahrer einen einzigen kleinen Fehler, muss er über 60 Pakete zusätzlich zustellen, um das wieder reinzuholen.

Für GLS ist das Modell prima. Sie sparen sich feste Angestellte, die Recht auf Urlaub, auf Sozialleistungen, auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hätten. Aber wer im System drinhängt, hat verloren.

Das Schicksal der Familie Sürün steht stellvertretend für viele Familien in Deutschland. Bitte sagen Sie uns, Ihren Wählern, was die Politik tut, damit sich der Fall der Sürüns nicht wiederholt!